\/ aT Jahresbericht über die Fortschritte auf dem Gesammtgebiete der Asf riciiltur-Chemie. JVeue Fohfe. library NEW YORK BOTANICAL GARDEN VII (Pas Jiihr 1884.) Unter Mitwirkung von Dr. P. Degrener, Vorstand des chemischen Laboratoriums des Vereins der deutschen Riibenzuckerindustrie Berlin, Professor Dr. Th. Dietrich, Dirigent der landwirthsch. Versuchsstation Marburg, Dr. E. A. Orete, Dirigent der landw. Versuchsstation Zürich, Dr. A. Ha lenke, Dii-igent der landwirthsch. Versuchsstation in Speyer, Dr. M. Hayduck, Assistent d. Versuchsstation d. Vereins deutscher Spiritusfabrikanten in Berlin, Dr. R. Horn- berger, Docent der Kgl. Forstacademie Münden, Dr. Chr. Kellermann, Kgl. Reallehrer in Wunsiedel, Dr. W. Kirchner, Professor der Universität Halle a./S. Dr. C. Kraus, Kgl. Lehrer der Ackerbauschule Triesdorf, Dr. C. Lintner, Director der landw. Centralschule Weihenstephan, Dr. 0. Loew, Adjunkt des pflanzenphysiolog. Institutes München, Dr. J. M ay erhofer, I. Assistent der Kgl. Untersuchungsaustalt Erlangen, Dr. Ad. v. Scherpenberg-, Assistent des chemischen Laboratoriums der Univer- sität Erlangen, F. Strohmer, Assistent der k. k. landwirthsch. Versuchsstation Wien, Dr. C. Weigelt, Dirigent der landw. Versuchsstation Rufach, B, Weitzmaun, Halle, Dr. W. Wolf, Oberlehrer am Realgymnasium und der Landwirthschaftsschule in Döbeln herausgegeben von Dr. A. Hilger, Professor der angewandten Chemie an der Universität Erlangen. (Der ganzen Reihe Siebenundzwanzigster Jahrgang.) BERLIN. Verlag von Paul Parey. Terlaiibandlong (ür Landvirtliscban, eartenbao und FontnestD. 1885. V,2.7 Iiihaltsverzeichiiiss. Boden. Referenteu: A. Hilger. J. Mayrbofer. Seite Einwirkung geschmolzener Magmen auf verschiedene Mineralien, von C. Dölter und E. Hussack, P. Jannasch 3 Serpentine von Erbendorf, von G. Schulze 4 Gesteinsuutersuchung auf mechanischem Wege, von P. Mann .... 5 Gneisse und deren Verwitterungsproducte , von A. Stelzner, Hans Schulze 7 Basalt von Naurod, von F. Saudberger 7 Vulcanische Gesteine des pacifischen Vulcangebietes, von Arn. Ilague und J. P. Iddings ö Foyait, von P. Jannasch b Leucitbasalt, von H. Sommerlad 9 Melaphyr und Mitterbergschiefer, von C v. John 9 Minette, von (i. Link 10 Diabase, von A. Schenk 11 Kalinatronfeldspath, von A. Beut eil 13 Vulcanische Asche, von K. Oebbeke 14 Krakataoasche, von A. Sauer 14 Phonolithe, von G. Fr. Föhr In Granitporjjhyr, von 0. Jung 15 Trachit, von 0. Laspeyres 16 Einwirkung von Kohlensäure auf Trachyt, von G. dar 16 Schiefer des Terrain ardennais, von A. Renard 17 Torf und Torfmoore, von J. J. Früh 17 Moorerde, von AI. Kaleszinsky 19 Weizen- und Zuckerrübenculturboden aus Russland, von C. Schmidt 19 Japanische Boden, von 0. Kellner 21 Humusreiche Ackererde aus dem Banat, von W. Knop 23 Bodenarten aus Astrachan, von E. Both 24 Untersuchung von Mergel, Moorerde, Höhlenerde, von J. König, W. Peters 24 Absorptionsvermögen des Sandbodens, von E. Heiden 28 Eindringen des Regenwassers in den Boden, von H. Hellriegel . . . 28 Verhalten von Zinksalzen gegen Pflanzen im Boden, von A. Baum an u . 80 Verhalten der Schwefelkiese im Boden, vou Dieulafait 30 Einfluss organischer Substanzen auf die Fruchtbarkeit des Bodens, von Lechartier 31 Salpeterbildung, von Richard 31 Veränderungen des StickstoflPes im Moorboden durch verschiedene Dünge- mittel, von P. Reder 31 Salpetersäurebildung im Boden, von 0. Kellner, R. Warrington . . 32 ryr InhaUsverzeiobnliB. Seite Buttersäuregährung in Ackererde, Ton D^h6rain,Maquenne . . . . 33 Einfluss der chemischen und physikalischen Eigenschaften des Bodens auf das Verdunstungsvermögen, von K. Eser 33 Einfluss des Bodens auf die Atmosphäre, von C. Wollny 35 Wassergehalt verschiedener Mineralien, von P. Jannasch 36 Quantitative Bestimmung des Quarzes, von J. Hazard 36 Phosphorsäurebestimmung, von P. d. Gasparin, Ad. Carnot ... 36 Stickstoffhestimmung in Ackererden, von A. Guyard 37 Bodenanalyse, von Lechartier 37 Bestimmung des Eisenoxydes und Oxydules, von M. Fesca 37 Literatur 39 Wasser. Referent: W. Wolf. 1. Trinkwasser. Beiträge zur hygieinischen Untersuchung des Wassers, von J. W. Gunning 40 Beurtbeilung des Wassers in gesundheitlicher Beziehung, vonJ. A.Post 41 Vorkommen von Ammoniak, salpetriger Säure und Salpetersäure iu Trink- wässern, von M. Greinert 41 Untersuchung eines Trinkwassers von der Marienquelle am Napoleon- steine bei Leipzig, von Fr. Strassmann 42 Untersuchung des Dresdner Leitungswassers, von H. Fleck 43 Chemische Untersuchungen einiger Brunnenwässer des Bades Oeynhausen, von W. Wolf 43 Ueber die Untersuchung von Brunnenwässern aus Häusern , in denen wiederholt Typhusfälle vorgekommen, von L. Letzerich 4.5 Ueber die Bestimmung der organischen Substanzen in Trinkwässern, von A. R. Leeds , . . . . 46 Ueber denselben Gegenstand, von W. Bachmeyer 46 Ueber Oxydation des Ammoniaks im Brunnenwasser, von W. Hempel . 46 2. Mineralwasser. Analyse des Grauhofer Harzer Sauerbrunnens, von P. Lohmanu . . 47 Chemische Untersuchung des Säuerlings der Maria -Theresiaquelle zu Andersdorf, von E Ludwig 48 Chemische Untersuchung des borhegyer Sauerwassers, von M. Ballo . 48 Untersuchung der neuen Mineralquellen in Freyersbach (Baden), von K. Birnbaum 48 Der ,, Römerbrunnen" bei Echzell in der Wetterau, von C. Pistor . . 49 Analyse der Sfettiner Stahiquelle, von R. Fresenius 50 Ueber die Heilquelle von Saivarola, von Schivardi 50 Analyse der Mineralquelle von Aquarossa, von G. Bertoni 51 Analyse der Mineralquelle von Woodall-Spa, von W. F. Wright ... 51 Die Bäder von Bormio, von A. v. Planta 52 Analyse der Schwetelthermen von Brussa, von A. Plumert 52 Untersuchung einiger kaukasischer Mineralquellen, von J. Barzilowsky .52 3. Untersuchungen, Verhalten und Reinigung anderer Wasser, Flusswasser, Abwässer, Drainwasser, Rieselwässer, Canalisations- w^asser etc. Analysen von Bach- und Flusswasser, von J. König 53 Ueber die Zusammensetzung des Oceauwassers, von VV. Dittmar . . 53 Untersuchungen von Weser-Wasser vor und nach der Berieselung von Wieseuflächen, von M. Fleischer 55 Ueber das Vorkommen von Nitraten in den Handels-Mineralwässern, von P. J eser ich .56 Zusammensetzung einiger industrieller Abwässer, von J. König . . . 56 Ueber die Abflusswässer der Zuckerfabriken, von W. Demel .... 61 Ueber Gaswasser und dessen Analysen, von Dyson 62 Inhalteverzeichuies. y Seite Verunreinigung des Wienflusses, von Kratschmer 63 Einfluss der ytassfurter Salzabgänge auf das Eibwasser, von K. Kraut 63 Die Breslauer Spüljauche und die hygieinische und landwirthschaftliche Bedeutung der Breslauer Rieselfelder, vou R. Klopse h 64 Untersuchungen über Canalisation und die Selbstreinigung der Canal- wässer, vou J. Soyka 67 Verhalten des Wassers in verzinnten und geschwefelten Bleiröhren, von Belohoubek 68 Abgabe von Blei in Bleiröhren an Leitungswasser, vou C. Schneider . 66 lieber ein Filter zur Gewinnung physiologisch reinen Wassers, von Ch. Chamberland 69 Klärung der Abfall wässer der Färbereien, von p]. Hankel 69 Reinigung des Wassers durch Magnesia, von F. Stohmann . . . . 70 Reinigung des Wassers durch künstliche Lüftung, von Ludlow . . . 70 Reinigungsverfahren für Abwässer, von Röcker-Rothe 71 Zur Reinigung der Abwässer der Zuckerfabriken, von A. Bodenbender 71 Anhang 72 Literatur 73 Atmosphäre. Referent: Th. Dietrich. Kohlensäuregehalt der Luft, von A. Müntz, E. Aubin 74 Kohlenwasserstoffe in der Luft, von A. Mün tz, E. Aubin 75 Gehalt der atmosphärischen Niederschläge an Ammon, Chlor, Schwefel- säure, von J. B. Lawes, J. H. Gilbert, R. Warrington ... 75 Die Salze des Regenwassers, von Chairy 79 Gang der Temperatur in Norddeutschland, von G. Hellmann . . . . 80 Sonnenschein im Jahre 1882, von J. M. P ernter 81 Einfluss des Bodens und landwirthschaftlichen Culturen auf die Luft- temperatur, von E. Wollny 83 Abhängigkeit der Holzreife von den meteorologischen Factoren, vou A. Spamer 90 Ursprung der atmosphärischen Electricität, von L. Palmieri . . . . 91 Luftelectricität, von H. Dufaur 91 Blitzschläge in Bayern von 1833—1882, vou W. v. Bezold 92 Literatur 92 Die Pflanze. Aschen analy seil. Referent: C. Kraus. Zusammensetzung der Asche von Weizenkörnern und Weizenstroh, ge- wachsen in Rothamsted in verschiedenen Jahrgängen und bei verschie- dener Düngung, von Lawes und Gilbert.... 95 Zusammensetzung von amerikanischem Weizen und Mais, von Cl. Richardson 107 Aschenanalysen amerikanischer Gräser, von demselben 108 Asche rother Johannisbeeren nach verschiedener Düngung 109 Asche von Ulex europäus, von Troschke 110 Zusammensetzung der Wurzelanschwellungen der blauen Lupine, von demselben HO Zusammensetzung der Spargelasche 111 Zusammensetzung der Zwiebelasche 111 Asche gesunden und kranken Pfirsichholzes 111 Asche des Kern- und Spliutholzes wichtiger Waldbäume, von W. Daube 112 Asche von Tabaksblättern und Stengeln 113 Asche von Tabaksstengeln 114 Asche des Zuckerrohrs, von W. Knop 115 Asche japanischer Pflanzen, von 0. Kellner 116 Asche von Fucus, von A. B. Griffiths 117 Asche normalen Rübensamens 117 -yr Inhalti^veraelohniis. Seite Vegetation. Referent: C. Kraus. A. 8ameu, Keimung:, Keimprüfung. Stoffumsatz und Kraftumsatz im keimenden Samen, von H. Wilsing . 118 Untersuchungen über die Keimung des Leins und der süssen Mandeln, von A. Jorissen 119 Einäuss intermittirender Erwärmung auf die Keimung der Samen, von A. V. Liebenberg 119 Gewiciitszunahme der Getreidekörner iu feuchter Atmosphäre .... 120 Ueber das Verhältniss des Stickstoffs zur Phosphorsäure in den Samen. von E. Heiden, F. Voigt, E. Güntz, Th. Wetzke 120 Zerstörung der Keimfähigkeit durch höhere Temperaturen, von F. G. Stehler 120 Keimfähigkeit verschiedener Papilonaceen, von 0. Kirchner und J. Michailowski 120 Keimfähigkeit verschiedener Grassämereien, von demselbeu . . . . 121 Anzucht des Weinstockes aus Samen (Keimfähigkeit), von F. Nobbe 121 Keimprüfung des Zuckerrübensamens und Werthschätzung desselben und einiger anderer Sämereien, von 11. v. Bretfeld 122 Zur Beurtheilung des Zuckerrübensamens, von M. Märcker . . . . 122 Gebrauchswerth des Rübensamens, von A. Sempolowski 122 Keimfähigkeit des Rübensamens, von M. Märcker . . 123 Der Rübensamen, seine Eigenschaften und Züchtung, von F. Knauer, H. Briem und M. Hollruug 123 Zur Kleeseidefrage und aus der Samencontrolstatiou zu Riga, von G. Thoms 126 Uu krautsamen im ostindischen Weizen, von Fr. Seydler 127 Die ünkrautsamen der Leinsaat, von G. Wilhelm 127 Geölte Gerste 128 Kennzeichen amerikanischen Rothklees 129 Kennzeichen südeuropäischer Rothkleesorten 129 Jahresbericht der Schweizer Samencontrolstation . . 1 T)„rphf,f.),j,if+ f 129 Jahresbericht der Hohenheimer Samencontrolstation . > ,. . ^'! 130 Jahresbericht der Samencontrolstation St. Michele J ^" I 130 B. ]yiineralstoffunijiahme, Wasserkulturen. Bedeutung der Kieselsäure für die Eutwickelung der Haferpflanze, von C. Kreuzhage und E. Wolff 133 Rolle der Kieselsäure bei der Vegetation des Mais, von V. Jod in . . 13H Ernährung von Sumpfreis mit Nitraten und Ammoniakverbindungen, von 0. Kellner 136 Vegetation von Erbsen und Mais in mineralischen und organischen Lö- sungen, von V. Jodin 137 Durchleiten von Luft durch Wasserkulturen, von A. Hansen . . . . 137 Bereitung einer concentrirten Mährstofflösung für Pflanzen, von W. Knop 137 Vegetationsversuche mit Lupinen in wässriger Nährlösung, von H. Weiske 137 lieber dasselbe, von Troschke 138 Ueber die Aufnahme verschiedener Substanzen durch die Pflanze, welche nicht zu den Nährstoffen gehören, von W. Knop 13b Ueber die Giftwirkung des Arsen, Blei und Zink im pflanzlichen Organis- mus, von F. Nobbe, P. Bässler und H. Witt 140 Das Verhalten von Zinksalzen gegen Pflanzen und im Boden, von A. Baumann 141 C. Wasserauftiahme, Transpiriition, Saftbewegung. Ueber die Transpiration der Pflanzen, von A. Leclerc 142 Ueber die grosse Periode und die Schwankungen der Transpiration im Pflanzenleben, von J. VeF']ue 142 Ueber die Transpiration der Pflanzen unter den Tropen, von Marcano 143 Iiib»ltiiTr9^ ButterconserviruDg ^'^'^ Fälschungsmittel der Butter, von J. Muter. . . •' -^^^ Buttersäure zur Kunstbutter, von J. Zanui 595 Bereitung der Butter, von Kirchner •''^•'^ Schnellbuttermaschine, von Laake und Straub 596 Herstellung von Butter mittelst Electricität ^^^ Einfluss des Lichtes auf Butter, von A. Upmeyer 597 Vegetabilisches Käselab, von B. Martini ^^^ Blauwerden der Centrifugenkäse, von Schmöger . . . .. . • • 598 Gewichtsverlust während des Reifens von Käse, von B.Martiny. • . 6U0 Bereitung von vorarlberger Sauermilchkäse, von Eugling 6^W Anorganische Bestandtheile der Labkäse, von L. Mähr 601 Orantia, Carottin, von E. Schmidt '^02 Kunstsalz, von G. B. Schmidt und J. P. Brouwers t>03 II. Stärke, Dextrin, Traubenzucker (Mehl, Brod). Referent: F. Strohmer. Mikroskopie der Cerealien, von J. Möller ^04 Stärkebestimmung, von H. P. Katt, L. Günther, 0. Sullivan und E. Reichardt ^JJ^ Gersteuntersuchung, von R. F. Obermann 6C»4 ■tT-iTTTr InhaltSTerzeiohniss. Seite Zusammensetzung der Kartoffel, von 0. Saare 604 Stärkefabrikation, von 0. Saare, W. Underhill und H. Durgea . H05 Klebergewinnung, von F. Rehwald 605 Wasserbestimmung in der Stärke von L. Bondonneau u. 0, Saare . 605 Stärkeausbeute aus Kartoffel, von 0. Saare 606 Zusammensetzung und Nährwerth des Weizenkornes, vonAime Girard 607 Mehlprüfung, von F. Nobbe 607 Mehluntersuchung, von A. Halenke und Moslinger 608 Nachweis von Mutterkorn. Kornrade, Alaun im Mehle und Brode, von J, Uffelmann 608 Nachweis von Mutterkorn im Mehle, von Schneider 608 Stärkebestimmung im Brode, von L. Richard 609 Giftiges Mehl, von L. A. Buchner 609 Untersuchung von Soldatenbrod, von W. Lenz 609 Seewasserbrod, Schrotbrod 610 Polarisation der Dextrose, von B. Tolle ns 611 Verhalten der Dextrose zu Kupferlösung, von F. Urech 611 Colorimetrische Traubenzuckerbestimmung, von A, Vivien 611 Zwiebackmehl, Legumiuosenmehl, von F. Strohmer 611 Lävulose, von A. Herzfeld und B. Lehmann 612 Stärkezuckerfabrikation u, Production, v. A. Markl, A. Merlitschek, F. Soxhlet, E. Lange, A. C. Landry und C. Lanja 612 Maisstärkezucker 613 Galiisin, von C. Schmitt, A. Cobenzl und J. Rosenhek .... 612 Zusammensetzung käuflichen Stärkezuckers, von G. Schmitt und J. Rosenhek 613 Zusammensetzung und Untersuchung des käuflichen Stärkesyrupes , von E. Sieben 614 Bleihaltiger Stärkesyrup, von P. Altmann 617 Literatur und Patente 617 III. Rohrzucker. Referent: P, De gen er. a. Allgemeines. Düngung und Zusammensetzung der Zuckerrübe 617 Rotation von Lävulose, von Herzfeld 617 Verhalten des Rohrzuckers beim Aufbewahren, von Bodenbeuder und Degener , 618 Controle des Zuckergehaltes von Rohrzuckerlösungen, von Degener 618 luversionsenergie verschiedener Säuren, von Bottut 619 Bestandtheile der Producte der Zuckerindustrie, von Lippmann . . . 619 Reductionsvermögen von Lävulose und Invertzucker, von Lehmann 620 Drehuugsvermögen von Invertzucker, von Gubbe 622 b. Untersuchung. Tabellen für die Concentration der Kalkmilch, von G. Lange . . . . 623 Polarisation, von Schmidt u. Hänsch, Stammer, Briem, Strohmer, D a p r t und Degen er 623 Aschenbestimmung im Rohrzucker, v. Lippmann, Vibrans, Sidersky, Sachs und Stammer 625 Zuckergehaltsbestimmung in Rüben, von Stokbridge ...... 626 Bestimmung von Invertzucker im Rohrzucker, von Hersfeld u. Boden- beuder 626 Volumetrische Bestimmung von kaustischem und kohlensaurem Kalke, von Prunier 627 c. Saftgewinnung, von Bouvy. Prorins und D^herain 627 d. Saft reinigung, von Battut, Manoury und Leplay ...... 628 e. Concentration, von Lippmaun und Degener 628 f. Melasseentzuckerung, V. Steffen, Daigeler, Boiviu u. Loiscau, Lebaudy, R. Stutzer, Daix und Popoz 629 InhaltsverzeiohuiiH. XXV Seite g. Abfall Stoffe Diftusionsschnitzel, von Märcker, llellriegel, Wilfarth, Neubert und Degener 629 Literatur 631 IV. Gährung, Fäulniss, Fermentwirkung. Referent: 0. Loew. A. Fermentoi'g-anismen, dlllhruiig^, Fäulniss. Keime in der Luft, von W. Hesse 631 Reinigung der Luft von Pilzen, von Calliburges 632 Sterilisation in dor Kälte, von A, Gautier 632 Nichtvorhandensein von Mikroorganismen im lebenden Organismus, von Hauser und M. Zahn 632 Pilzkeimc im Boden, von E. Wollny 632 Nitrificirende Wirkung einiger Salze in der Erde, von Pickard . . . 632 Entstehung der Bacterien, von Wigand 632 Enstehung von Sprosspilzen, von Hansen 633 Eine neue Hefenart, von T. Mendes 633 Weinhefe, von Rommi^ 633 Fortpflanzung der Bierhefe beim Lichteinfluss, von L. Kny 633 Mycoderma vini, von Winogradsky 633 Variation von Spaltpilzen, von Praznowski 634 Degenerirung von Hefe, von Jacobson 634 Kuusthefebereitung, von M. Delbrück 634 Prüfung der Gährkraft, von E. Meissl 634 Einwirkung von Sauerstoff auf Mikroorganismen, von Hoppe-Seyler . 634 Leben der Bacterien bei Sauerstoffabschluss, von Lachowicz u. Nencki. 634 Ammoniakferment, von Ladureau 634 Entwicklung der Bacterien unter Druck, von Certes 635 Stickstoffveriust bei der Fäulniss, von A Morgen 635 Bacterien der Faeces, von Bienstock, F. Boehmann 635 Gährung von Stalldünger, von P. Deherain,Joulie 635 Alkoüolbildung bei der Brodgährung, von Marcagno 636 Wirkung von Metallsalzen auf Mikroben, Ch, Riebet 636 Gegohrene Milch, von F. Cohn 636 Athmung der Hefe, von Paumes 636 Kumys, von Dimitriew 636 Kefir, von J, Polak und Struve 636 Zersetzung der Milch durch Mikroorganismen, von Fr. Hueppe . . . 637 Milchsäuregährung, von W. Eugling 637 Buttersäuregährung, von P. Deherain 638 Phosphate bei der Gährung, von Salomon u. Mathew 638 Spaltpilzgahrungen, von A. Fitz 638 Ueber Baccillus subtilis, von G. Vandevelde 638 Eiweissfäulniss, von E, und H. Salkowsky . . . 639 Spaltungs[)roducte der Bacterien, von L. Brieger 639 Peptonbildung durch niedere Organismen, von V. Marcano .... 6."59 Buttersäuregährung der Ackererde, von Deherain und Maquenne . 639 B. Ungreformte Fermente. Labwirkung, von^E. Duclaux 640 Vorkommen der Diastase, von L. Brasse 640 Peptonisirende Fermente in Pflanzen, von A. Hansen 640 Natur der Diastase, von Zulkowsky 640 Literatur 640 vv'yT InhaltsTerzeicbniss. Seite V. Conservirung und Desinfection. Referent: A. Haien ke. ConserviruBg von Fleisch, von Wolffhügel, Closßet, Wickersheimer 640 Fleischextract, von Frühling, Schulz, A. Hilger, Hoffmann . . 640 Fleischpulver, von L. Russeau, Menier 642 Blutconserve, von Guerder 642 Analysen von Fleischextract, Fleischconserven , Fleischsolutiou, von F. Strohmer 643 Gefrornes Fleisch 643 Conservirung von Fischen und anderen Thieren , von 0. Syllwasschy. 643 Conservirung von Milch, 0. Roden, L. Scherff, Pohl, J. Meyenberg, Grauel, F. May 644 Condensirte Milch, von 0. Dietsch, Fleischmann, Th. Haben, F. Merz, F. Strohmer 645 Condensirte Stutenmilch, von P. Vieth 646 Milchconserve, von E. Lofflund, A. Raginsky 647 Doppeltschwetiigsaurer Kalk in der Molkerei 647 Conservirungssalz 647 Conservirung von Eiern, von J. Lessing 647 Conservirung von Bier. Pasteurisiren 648 Salicyisäure als gährungsbetörnderndes Mittel, von Heinzelmann . . 649 Wasserstoffhyperoxyd zur Regulirung der Gährung , von 0. Po mm er, P. Ebell 649 Condensed beer 649 Conservirung von Hopfen, von J. A. Gfall 649 Hopfeuextract 6.'i0 Conservirung von Hefe, von Heimerling, Thomas 650 Conservirung von Wein, von E. Mach, Cotton, E. Houdart, J. Krauss, Lenderens, A. Carpene, Laffon 662 Conservirung von Trauben, J. Moritz, S. Rösler, M. E. Salomon 652 Conservirung von Spargel Früchten, Kartoffel 652 Comprimirte Gemüse 653 Wasserstoffsäure Busse's, von E. Mach 653 Poteline 654 Aether, Chloroform als Conservirungsmittel 654 Borsäure, Borate, von E. de Cyon, F. Vigiei", J. Forster, H. Fre- senius 655 Conservebüchseu (Zinugehalt und Bleigehalt), von Ungar u. Bodländer, Atfield, A. Gautier 656 Bleighait des Leitungswassers, von A Gautier, C. Schneider . . . 657 Conservirung von Grünfutter durch Einsäuren, von Stutzer, Böhmer, König, Weiske, B. Schulze, Hol de fl eis s, Mae reker, Flechsig, Kirchner, E. Kinch, J. Fittbogeu, G. Fry, Jenkins, M. Edwards 657 Analysen von Sauerfutter, von Wood, A. Völcker, A. Smetham, G. Thoms • • . 661 Futterconservirung nach Goffart • 662 Conservirung von Trabern, von E. Mach 662 Conservirung von Futterkartoffeln, v. W. Brückner, J. A. Kappers . 663 Conservirung von Rübeuschuitzeln, von G. Liebscher, M. Maercker J. H. Reinhardt 663 Conaervirte und Concentrirte Schlempe 663 Getrocknete Bierträber 664 Conservirung von Leichen 664 Conservirung von Holz 664 Conservirung von Eisen 666 Conservirung von Sandstein. Anstrich etc 667 Literatur 667 Desinfection im Allgemeinen, von Griesmayer, M. v. Pettenkoffer, E. Schaer 668 Wirkung von Kälte auf Organismen, von R. Pictet, E. Jung . . . 669 Wirkung von hohem Drucke auf Fäuluiss, von A. Certes 669 InhaltBverzeichnieB XXVIl ^Seite Antiseptische Wirkung verschiedener Substanzen, von Miquel . . . . 669 Aseptol, Anueeseno 670 Pheuül, von Fessinger, Kiandi Bey, E. Pelegot, Chancel und Parmeutier 670 Schwefelkohleustortlösnngea, von Livache 671 Nickelchlorid, von H. Schulz 671 Nickelsalze, von T. Geerkens 671 Mineralsäure als Antiseptika, von Campani 671 Eukalyptol 671 Kaliumdichromat, von Laujourais 671 Natriumhyposultit, von E. Chenery, E. Bück 672 Antiseptische Schwämme, von Jalliard 672 Furfurol 672 Autimiasmatieum, Chlorozon, Eukalyptozon, Pixene, Doppelchlorid von Zink uud Mangan 672 Patente über Desiufectionsmittel 673 Durch Phenol desinticirte Excremente 674 Einwirkung von Eisenvitriol auf Pflanzen, von B. Griffiths . . . . 674 Desinfection von Sputum, von E- Schill u. B. Fischer 674 Desinfectionsapparate 674 Desinfection vou Luft durch Chlor, Brom, Fischer u. Proskauer, Franck 675 Reinigung von Trinkwasser, von Chamberland, F. Breyer, Caspar, Ilyatt, Lueger. J. H. Porter 676 Reinigung von Abfallwässern, von J. König, Roecker, Rothe u. A. 677 Literatur 680 VI. Bier. Referent: C. Lintner sen. Gerste, von Chr. Grönlund, L. Marx 680 Wasser, von C. Lintner j un, F. Balcke 680 Malz, von Behrend 681 Extractausbeute, Franz Reim, M. Schwarz 681 Bestimmung der Trockensubstanz im Malze, von A. Ott 682 Würze, B. Schneider 683 Sogen. Glutintrübung, KMichel 683 Die Dextrine der Würze, F. Soxhlet 683 WürzeuntersuchuDgen, A. Martin, J. Balcke 684 Fabricatiou des Bieres, von A. Erhard, St. Tamaurky 684 Hopfenbitter, von A. Bugener . . , 685 Mehlgehalt der Hopfensorten, von Braungart 686 Reine Bierhefe, von Hansen 686 Chocoladebier und Champagnerbier, von J. J. Scholz, W. Teltscher, C. Michel 686 Glyceringehalt des Bieres, vou E. Egger 687 Conservirung des Bieres, von Krandauer, G. Pommer, P. Ebel, Weingartner 687 Bestimmung des Säuregehaltes von Bier-Würze, von A. Ott 687 Ptomaine im Bier, vou Giacomelli 688 Bacterientrübung, F. Balcke u. A 688 Maschinen-Apparate 688 Literatur 689 VII. Spiritusfabrication. Referent: M. Hayduck. a. Rohstoffe. Verwendbarkeit der Malzkeime, von M. Bas witz 690 Veränderung der Proteinstoffe, der Rohstoffe, der Spiritusfabrikation durch Hochdruck 691 •Y'VYJTT InhaltBTerzeiohniai. Seite Henze's Dämpfer mit Zerkleinerung 697 Waschen der Gerste und des Malzes, von A. Reebe 697 Brennerei verfahren für stärkemehlhaltige Stoffe, von G. Porcou . . . 697 Wasch- und Kühlapparat 698 Verarbeitung von Lupinen, von Hücthler, Wittek, Moslei .... 699 b. Gährung. Aufnahme von Stickstoff aus verschiedenen Nährmitteln durch die Hefe, von C. Lintner jun 698 Gährbottigkühlung, von P. Wittelshofer 699 Einfluss des Rüböles auf die Alkoholgährung, von Mann 699 Schnellgährverfahren, von K. Kruis 700 c. Kunsthefe. Bereitung der Kunsthefe ohne Malz, von L. Parten heimer . . . . 700 d. Presshefefabrication. Der Schaumschieber, von A. Schrobe 700 Bedeutung des Malzes für die Production der Hefe, von G. Francke . 700 Bedeutung des Zuckergehaltes der Wäsche für die Production der Press- hefe, von M. Delbrück 701 Ueber den Werth der Schlempe als Hefenährmittel, von M. Hayduck . 701 e. Destillation und Rectification. Entfernung des Fuselöles bei der Destillation, von P. Claes u. Gebr. Baucy 702 Streu-Apparate 702 f. Nebeuproducte. Kartoffelschlempe des Schnellgährungsverfahrens, von K. Kruis . . . 702 Gewinnung der festen Bestandtheile der Schlempe, von L. Meus und Heinzelmann . . . 703 Apparate 703 g. Analyse. Bestimmung der Stärke, von 0. Sullivan, M. Schwarz, 0. H. Klein, H. P. Kalt 703 Prüfung des Alkoholes, von L. Grisnier , . 705 Prüfung der Preshhefe, von E. Meissl, C. Veutin, M. Hayduck, E. Ch. Hansen 705 Literatur 706 VIII. Wein. Referent: C. W ei gelt. I. Die Rebe und ihre Bestandtlieile. Aufzucht der Samen, von F. Nobbe, C. Kruh 707 Ba&tardirung, von Millardet 707 Anpassung amerikanischer Reben, von Horvath 708 hämiinge der Taylortraube, von A. Blankenhorn 709 Amerikanische Reben, von A. Millardet, v. Horvath 709 Schnitt im grünen Hulze, von Caruso 710 Vermehrung amerikanischer Reben, von Ilsemann 711 Verodlung widerstandsfähiger amerikanischer Reben, von v. Babo, G. H usm ann-N apa, v. Horvath 713 Propfmesser, von Gagnaire 713 Erziehung en chaintres, von L. Mauduit 714 Einführung der kaukasischen Rebe, von Sapperavi, R. Rothe . . . 715 Wilde Sorten in Nordamerika 715 Die Knollenrebe, von Carriere 715 Einäuss der Belaubung des Weinstockes auf seine Bestandtheile, von H. Müller 715 Inhal tsTercetchnliie. XXIX Seite Auslese uach rationellen Grundsätzen, von A. Dannhäuser .... 720 Ursprung des Fuchsgeschmackes 721 Mostanalyseii, von J. Muritz 721 Herbstzwaug, von J. Nessler 723 Eiiifluss des Sauerwurmes auf die Mostbeschaflfenheit, von K. Portele . 723 Luftzufuhr bei Gahruug zuckerhaltiger Flüssigkeiten, von Calliburo^s 723 Rheiler'sche Methode der Weiiibereitung, von F. Gantler 723 Verlauf der Gahruug bei verschiedenen Temperaturen, von H, Müller . 724 II. Der Wein. Bestand theile und ihre Bestimmung 725 Weine aus rothen Lothringer Traubeu, von C, Weigelt und P. Hoffe- richter 726 Bordeauxweine aus St. Michele, von J. Erdely 726 Johannisbeerwein, von C. Weigelt, A. Looss 728 Abstich des Jungweines, von C. Weigelt 728 Verhältniss zwischen Giycerin und Alkohol, vou E. Borgmann . . . 731 Einfluss des Gypsens auf den Wein, von L Magnier 732 Gesundheitsschadlichkeit des Eutgypsens, vou Blares 733 Unvergahrbare Bestaudtheile des \\ eines, von J. v. IMering .... 735 Phosphorsäuregehalt von Weinen, von J. Moritz . . . . , . . 733 Schwefelsäuregehalt der Weine, von Ferrari 734 Weiiikrankheiten, von J. Nessler 734 Die Methoden der Untersuchung nach den Vorschlägen der Reichs- commission 1884 , 735 Fxtractbestimmung, von Magnier de la Source 744 Destillatiousapparate für Alkoholbestimmuug , von B. Landmann, Aubry • 745 Nachweis fremder Farbstoffe im Wein, von F. Strohmer, J. Uf fei- mann. Vital i,Betelli,Loder 745 Kunstwein, von A. Becke, E. Mach 746 Ammoniak im Weine 746 Bleihaltige Zinnfolie mit Wein und Essigsäure, von A. Looss, A. Klemel, W. Kiiop, Barthelemy 748 Verbarbeitung der Weinbereitungsrückstände, von Eavizza, Cerletti . 748 I. Pflanzenproduction. Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Referenten : A. Hilger. J. Mayrhofer. W. Wolff. Th. Dietrich. C Kraus. Chr. Kellermann. E. A. Grete. Ad. v. Scherpenberg. J»hreit)J in Folge dessen dasselbe unten noch immer gleichraässig suspendirt aus dem Rohr austreten kann um zwischen den zwei, nahe aneinanderstehcnden Messer- schneiden ähnlichen Anker-Enden des Electroniagnetcn durchzufiiessen, wo- durch bei nichrnialiger Wiederholung eine sehr gute Scheidung bewirkt werden kann. Verfasser warnt jedoch davor die auf Grund solcher Trennungsmethoden gewonnenen Resultate zu Aufstellung von Formeln für Gesteine verwenden zu wollen, da nach seinen Erfahrungen, die bislang geübten Methoden noch viel zu ungenaue sind um aus den mittelst ihnen gefundenen Mengenver- hältnisse der einzelnen gesteinsbildendeu Mineralien ein richtiges Bild des untersuchten Gesteins geben zu können. Die Untersuchungen der Phonolithe vom Hohentwiel, von Afdalen (letzterer ist eine chemische Analyse beigegeben), des Leucitophyrs vom Burgberg bei Rieden, des Hauynophyrs von Melti mögen im Originale nach- gesehen werden, da dieselben mehr mineralogischer Natur sind. A. Stelzner (Studien über Freiberger Gneisse und ihre Verwitterungs- *^°^^*^ä®^,^°'i producte; N. Jahrb. f. Min. 1884. I. 271) untersuchte im Hinblicke auf wittenmKg- Sandberger's Latoialsecretionstheorie einige Freiberger Gneisse und zwar ^'^° sowohl frische, wie auch in verschiedenen Stadien der Zersetzung begriffene Gesteine. Als vorläufiges Resultat seiner Untersuchung, deren chemischen Theil H. D. Hans Schulze bearbeitet, theilt er folgendes mit: Die frischen, wie auch verwitterten, selbst lettenartigen Gneisse (letztere Gems genannt) enthalten Zirkon, Turmalin, Granat und in überraschender Menge Apatit. Durch die Verwitterung des Gneisses sind die Hauptmineralien desselben fast oder ganz vollständig in Kaligliramer umgewandelt, be- ziehungsweise ausgelaugt worden. Dieser secundär entstandene Glimmer enthält 0,3- 0,4 o/o TiOa und 0,4—0,5 0/0 SnOg. Als weitere Neugebilde wurden Quarzkrystalle, Rutil und Anatas beobachtet, und in den spec. schweren titanreichen Schlemraproducteu waren 11,44 "/o Sn02 nach- zuweisen. Aus den frischen Gneissen wurde mittelst der Kaliumquecksilberjodid- lösung ca. 1,7 % des Gesamratgewichtes betragendes schweres Mincral- pulvcr abgeschlämmt, welches aus Kiesen, Granat, Turmalin, Zirkon, Rutil, Apatit, 0,6 % Kobalt und Nickel führendem Magnetkies bestand. F. Sandberger^) theilt einige Analysen über den Basalt von Naurod bei Wiesbaden mit. Derselbe, ein mit Salzsäure stark gelatinirendes Gestein, ist ein Limburgit mit etwas Plagioklas und local ausgeschiedenem Ncphelin. Nach Pull er ist I. die Zusammensetzung des in Salzsäure löslichen, n. des in Salzsäure unlöslichen Antheils, während HI. die Gesammtzu- sammensetzung angiebt. I. 11. m. Si02 18,67 26,57 45,24 AI2O3 11,89 7,33 19,22 Fe2 03 2,33 2,88 5,21 FeO 5,61 - 5,61 , MnO 0,08 — 0,08 CaO 2,65 6,5S 9,18 ') Ucber den Basalt von Naurod bei Wiesbaden u. seine Einschlüsse. .labrb. d. k. k. geolog. Reichsanstalt. XXXIII. 32. Boden, Wasser, AtmoBpiäre, Pflanze, Dünger. I. 11. m. MgO K2O 3,18 0,65 3,53 0,66 6,71 1,31 NaäO LiaO HaO 1,89 Spur 1,48 3,37 Spur 3,78 Vulcanische Arnold Ha£ 46,95 ; u e and Jos. P. Idd 48,98 ingsi) 99,71 beschreiben die typischen ^tcffischer Gesteine des grossen pacitischeu Vulcangebietes und characterisiren dieselben vuican- ffgj. Hauptsache nach als Basalt, Hyperstbenandesit, Amphibolandesit und ge letes. ^^^ jj^cit. Aualysirt haben sie die Hyperstbeuandesite und die Dacite und die diese Gesteine zusammensetzenden Minerale. I. Bauschanalyse des Hypersthetenandesit, II. Hypersthen, III. und IV. Feldspatb, V. Glasbasis, VI. Bauschanalyse des Dacits, VII. Feldspath und VIII. Glasbasis des Dacits. Foyait. I. U. U1.2) IV.'») V. VI. VU. vm. SiOg . . 62,0 50,53 56,41 56,95 69,94 69,36 65,77 76,75 AI2O3 . , 17,84 0,97 27,39 27,47 15,63 16,23 Fe2 03=0,88 21,51 12,32 FeO . . 4,40 22,00 0,69 Spur 1,89 1,53 Spur 1,36 CaO . . 5,37 1,88 9,87 9,10 2,49 3,17 5,72 1,18 MgO . . 2,64 23,29 0,09 0,02 0,28 1,34 — — K2O . . 1,47 — 0,36 0,48 2,85 3,02 0,83 3,98 NaaO . . 4,29 — 5,43 5,78 3,83 4,06 5,92 3,55 MnO . . Spur 0,64 — — — — — — TiOa . . 0,17 — — — — — — — P2 0.5 . . 0,29 — — — — — — — Glübverlust 1,66 — — — — 0,45 0,34 0,54 100,13 99,11 100,24 99,80 100,16 100,04 100,09 99,68 P. Jan nasch'') untersuchte den Foyait von der Sierra de Monchique in Portugal. Nach Mittheilung der von ihm angewendeten analytischen Methoden erwähnt er auch, dass das Glühen die Löslichkeit des Foyaites in Salzsäure kaum, wohl aber in Flusssäure wesentlich verändert, so dass sich mit conc. Schwefelsäure übergossenes Foyait - Pulver unter Aufbrausen (SiF4) fast momentan in Flusssäure löst. I. Analyse Si02 TeOz AI2O3 FeaOa 54,20 1,04 21,74 0,46 U. Analyse mit neuem Material, aber von demselben Handstück 53,71 1,03 21,82 0,78 ») Notes on the Volcanoes of Nothern Caiirornia, Oregon and Washington Territory. Am. Journ, of. Science, vol. XXVI. 222. N. Jahrb. f. Min. 1884. I. 225. ") Spec. Gew. — 2,66 bis 2,68. *) Spec. Gew. = 2.64 bis 2,66. *) N. Jahrb. f. Min. 1884. II. 11. Boden. I. Analyse II- Analyse mit neuem Material, aber von demselben Handstück FeO 2,36 2^7 MnO 0,11 0,19 CaO mit einer Spur SrO . 1.95 1,90 MgO 0,52 0,56 Glühverlust 2,32 2,27 K2O 6,97 7,07 NaaO ....... 8,69 8,52 Li20 . Spur Spur 100,36 100,32 In Spuren sind weiter vorhanden Pyrit, Phosphorsäure (Apatit) uml Chlor. Spec. Gew. ^ 2,578. Dr. Hermann Sommerlad') beschreibt zwei durch Leucit- und L«u) N. Jahrb. f. Min. 1884. II. 221. Briofl. Mittheilungen. Leucit u. Nephelin- basalt aus dem Vogelsberg. *) VerhdI. d. k. k, geol. Reichsanstalt. 1884. No. 5. p. 76. N. Jahrb. d. Min. 1884. II. 210. ") V. V. Hauer. VerhdI. d. k. k. geol. ReichBanstalt 1879. 252. 10 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Die ergaben : grünen Minette. efer von Mitterberg aus verschiedenen Fundstellen Aus dem von der vom vom Buchmaisp-aben Ridingalpe Schmalthal Unterbaugraben (t. John) (Dräsche) (t. John) (v. John) 57,10 57,63 58,63 69,90 22,68 7,43 |24,18 18,14 6,04 15,26 3,82 1,00 1,40 0,98 1,52 4,23 6,91 6,95 4,54 2,80 2,95 2,30 1,02 0,98 0,98 0,18 0,11 5,30 4,97 5,11 4,68 SiOa . . , . AI2O3 . . . FeaOa . . . CaO .... MgO .... K2O . . . . Na2 . . . . Glübverlust . 101,52 99,02 98,33 100,85 Verfasser spricht die Ansicht aus, dass in diesen Schiefern, neben den von V. Gr od deck angegebenen Gemengtheilen, Quarz, Seriell und Chlorit, auch manchmal noch Kaolin vorhanden sei. G. Link^- untersuchte die in dem Grauwackengebiete von Weiler im Lauterthal (Elsass) zwischen den Grauwacken und Grauwackenschiefern ueben Phorphyriten auftretenden Minetten (Augitführende Gliramersyenite). Aus der petrographischen Beschreibung des Gesteines sei hervorgehoben, dass dasselbe zumeist eine mittelkörnige Ausbildung zeigt, Glimmer und Augite sind porphyrisch ausgeschieden. Die Textur des Gesteins ist eine massige bis undeutlich schieferige oder kugelförmige. Die Kugeln (hirsekorn- bis erbsenkorngross) finden sich sowohl an den Ganggrenzeu als auch durch das ganze Gestein vertheilt, sie zeigen stets eine Glimmerumhüllung und sind stets aus einem Gemenge von Quarz und Feldspath, denen sich auch häufig Calcit zugesellt, gebildet. Verf. analysirte sowohl das ganze Gestein (IV.) und dessen einzelne Mineral- bestandtheile: Feldspath (I.), Augit (IL). Glimmer (III.), wie auch die fast nur aus Feldspath gebildeten Kugeln einer Kugelminette südlich der Kapelle zwi- schen St. German und Weiler (V.) und schliesslich diese Minette selbst (VI.). I. U. III. IV. V. VI. SiOi . . . 67,15 48,23 36,61 52,70 60,12 47,46 TiOj . . . — — 3,16 1,71 — — AI2O3 . . . 17,29 5,28 15,26 15,07 19.03 18,99 Fe2 O3 . . 2,39 4,83 5,11 8,41 3,64 8,66 FeO . . . — 5,01 8,32 — — — MgO . . . 1,96 15,84 16,81 7,23 2,53 8,78 CaO . . . 1,59 19,85 2,71 5,33 2,70 5,41 K2O . . . 7,83 0,52 7,00 4,81 5,33 5,67 NagO . . . 2,57 0,67 Spur 3,12 4,66 1,72 H2O . . . 1.00 0,45 4,95 2,38 1,78 3,37 Fe ... . — — 0,20 — — — CO2 . . . — — — 1,71 — 101,78 100,68 100,13 100,76 101,50 100,06 ') Geognost.-petrogr. Beschreib, d Grauwackegebietes von Weiler b. Weissen- burg mit einer Kartenskizze u. Profilen. Inaug.-Dissert. btrassburg im Elsass. 1884. N. Jahrb. f. Min. 1884. II. 193. Boden. 11 Dr. A. Schenk') veröffentlicht eine interessante Arbeit über die Dia- base des oberen Ruhrthaies nud ihre Contactwirkunjfcn mit dem Lennc- schieter. Bezüglich des pctrographisclicn Thciles niuss auf das ziemlich umfangreiche Original verwiesen werden , hier sei vorwiegend des darin niedergelegten analytisclien Materiales Erwähnung gcthan. Der normale Diabas (I.) von Bochtenbcck besteht aus Plagioklas, Orthoklas (beide stark verwittert), Augit (Viridit), Titaneisen, Apatit (dieser fast alle Gemengtheile durchsetzend), ferner aus Quarz, Kpidot und Ferrit. Gegen den Contact mit dem Lcnnescliiefer nimmt er feinkörnige Beschaffen- heit (II.) an, ohne seine mineralogische Zusammensetzung wesentlich zu ver- ändern ; nur die Epidote fehlen. In den normalen Diabasen finden sich stellenweise Ausscheidungen einer grobkörnigen Varietät (III.), deren einzelne Mineralbestandtheile dieselben des normalen Diabases sind, nur reicher an Quarz und Epidot und endlich eines hellgrünlichen Gesteines, das sich bei microscopischer Untersuchung als ein Umwandlungsproduct des grobkörnigen Diabases erweist. Dieses Epidotgestein besteht vorwiegend aus Quarz und Pvpidot in nachstehenden Mengen und enthält Titaneisen, reichlich Apatit, Eisenkies, Augit und Hornl)lende. Die Fcldspathumrisse sind zwar noch schön erhalten, doch ist die gesammte Feldspathsubstanz in Epidot umge- wandelt. IV. Augitfreier Epidosit. V. Augit und Hornblende führender Epidosit. ' 1. 11. III. IV. V. Normaler Feinkörniger Grobkörniger Epidosit Epidosit Diabas Diabas Diabas Si O2 48,42 46,92 58,21 42,13 50,26 Ti02 . . 2,23 0,94 1,34 1,40 1,60 AI2 O3 . . 17,59 18,05 13,87 19,21 13,72 Fe2 O3 . . 1,05 3,61 2,77 11,19 9,18 FeO . , . 8,36 6,73 6,75 2,52 2,47 MnO . . . Spur Spur — — — CaO . . . 7,73 9,11 6,35 21,42 16,.30 MgO . . . 4,30 7,43 2,10 0,41 2,20 K2O . . . 3,07 1,24 1,96 0,08 1,12 Naa . . 5,15 2,99 4,07 0,29 0,71 H3O . . . 2,24 2,58 1,47 2,39 1,88 P2O5 0,28 0,19 0,59 0,08 0,39 CO2 . . . 0,08 0,10 — — — FeSa . . . 0,15 0,09 0,32 0,25 0,26 Spec. Gew. . :?,919 2,941 2,834 3,338 3,150 Verfasser bespricht die möglichen chemischen Vorgänge der Umwand- lung des Feldspathes in Epidot, citirt die einschlägige Literatur und gelangt zu dem Schlüsse, dass zur Erklärung für die Epidotbildung in den vorliegen- den Gesteinen auf Grund der Beobachtung die Annahme als die wahrschein- lichste erscheinen dürfte , dass der Epidot sich gebildet habe durch Ein- wirkung vom zersetzten Augit auf unzersetzten Peldspath. Diese bei dem Diabaszuge von Bochtenbeck geschilderten Verhältnisse finden sich ähnlich Verhandl. d. naturf. Ver. d. preuss. Rheinld. u. Westfal. 1884. 1. Hälfte. 53. 12 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. wieder bei dem Diabase von Riraberg, die Bildung des Epidotes ist hier noch deutlicher durch den Einfluss eines CaCOa führenden Mittels er- sichtlich. ^) In den Kreis seiner Untersuchung zieht Verf. noch flaserige und schie- ferige Diabase, sowie ein thonschieferartiges Gestein von 13 verschiedenen Fundorten des oberen Ruhrthals. Der Process der Umwandlung der Diabase in schiefrige Gesteine ist mechanisch-chemischer Natur. Was endlich die Coutactwirkungen der Diabase mit dem Lenneschiefer, einem feinschiefrigen, aus Quarz, Glimmer, Chlorit und viel Kohlenstoff be- stehenden Gestein, und Iloruschiefer von ähnlicher Zusammensetzung, nur ohne Rutil und Kohlenstoff, aber Plagioklas führend, anbelangt, so mögen nachstehende Analysen den Einfluss zeigen, welchen der Diabas auf den Lenneschiefer ausgeübt, und denselben in Hornfels verwandelt hat. Die Gemengtheile des Lenneschiefers finden sich mit Ausnahme des Rutils und des Kohlenstoffs in den Ilornfclsen wieder, während die Plagioklase und augit- oder amphibolartigen Krystalle aus dem Diabase herstammen. Die chemische Zusammensetzung der Contactgesteine weicht nicht be- sonders ab von der des Lenneschiefers, es nehmen jedoch Eisen, Magnesium, Kalium, Wasser und organische Substanzen ab, während andererseits eine Anreicherung an Kalk und Natrium stattfindet. Es folgen hier die Analysen von Lenneschiefer (L), Hornschiefer (IL), grüner Hornfels (III.) , blauer Hornfels (IV.), feinkörniger Diabas (V.), nor- maler Diabas (VI.) in der Reihenfolge ihrer Lagerung und solche anderer Localitäten. I. 11. IV. VI. Contactreihe von Kuhlenberg2) Hillkopf Silberberg 3) LLl. V. 1 ^ m grüner weisser Ol kl 2 'S g.2 a «2 a .^«2 a> ja W Hornfels Q-S «iO^ . 56.72 60,68 61,01 .58,59 46,92 48,42 60,.52 59,63 57,43 87,50 60,07 49,63 TiO, . 0,86 0.61 0,84 0,71 0,94 2,23 0,62 0,73 0.81 Spur 0.79 0.34 Al^Ug. 19.61 l.'i,24 16,71 18,80 18,05 17,59 18,16 18,31 18.0.5 8,41 17,65 16,99 Fe^Og. 3,51 3,82 2,26 1,12 3,61 1,05 2.24 1,47 1,78 0,40 1,35 — FeO . 6,06 4.94 4,48 5,51 6.73 8.36 5,93 5,02 6,05 0.53 6.03 6,65 CaO . 0,51 1,14 1,03 2,^3 9,11 7,73 0,47 1,01 0.62 0.54 1,41 8,61 MgO . 3,05 2,85 2,89 2,57 7,43 4,30 3,28 2,45 3.35 0,16 3,22 3,58 K2O . 4,71 3.18 4,16 4,94 1,24 3,07 3,09 2,73 2,14 — 0,82 3.30 Na^O . 1,16 4,94 4,.'i6 3..'S9 2,99 5,15 1,15 7.14 6,94 Spur 6,03 0,50 H2O . Organ. Subst. 3,95 2,83 2,03 2,07 2,5s 2,24 3,80 2,52 3,07 3,26 2,76 4,81 0.53 0,62 0,81 CO3 . — — — — 0,10 0.08 — — — 0,31 — 5,21 P.O« . — — — — 0,19 0,28 — — — — — — FeSa • " ~ 0,09 0,15 ~ " ~ ~ " " M Siehe Lemberg, Archiv f. Naturk. Livl., Esthl. u. Kurl. 18.5. 386. *) Bei Silbach. ■) Bei Silbach. 1. Serie. Bd. IV, Öoden. 13 A. BeutelP) (Beiträge zur Keimtniss der schlesisdien Kalinatronfeld- ^^^011- spathe, 2 Tafeln. Zeitschrift f. Krystallograph. u. Min. VIII. 351 —377) feidspathe. t heilt eine Reihe Analysen verschiedener Feidspathe mit. Bezüglich der mineralogischen Details muss auf die Arbeit selbst verwiesen werden. Mikrokline aus dorn Granitit Qanggranit des Riesengebirges von von Striegau des Eulengebirges von Schwarzbach bei GriiubuscL bei Hirach- iu Uriisenräumen des Granititos von Lampors- Loutmanns- Hirschberg berg Fuchsberg dorf dorf I. U. m. IV. V. VI. VII. SiOg . . 64,66 65,61 66,31 64,73 65,68 64,62 64,64 A12 03 . 18,65 19,01 18,77 18,60 18,71 19,02 18,75 Fea O3 . 0,30 — 0,11 0,21 0,19 Spuren von Ba CaO . . 0,33 0,34 0,23 0,18 0,30 0,72 0,29 MgO. . Spur Spur Spur — 0,64 Spur Spur K2O . . 13,27 13,01 10,04 14,00 10,82 12,32 12,42 NasO . 2,19 2,05 4,23 1,92 3,82 2,85 3,20 Glühverl. 0,48 0,31 0,11 0,20 0,25 0,33 0,32 99,88 100,33 99,80 99,84 100,01 99,86 99,62 Daraus berechnet Verf. Kalkfeldspath I. 1 II. 1 III. 1 IV. 1 V. 1 VI. 1 VII. 1 das Verhältniss Natronfoldspath 15,7 15,9 41,5 20,0 32,25 9,05 23,00 sind mit Albit von von Kalifeldspath 60,1 56,5 76,9 115,6 56,43 25,43 63,2 nachbenaunten Fundorten an- Weitere Analysen gestellt. VIII. Albit aus dem Granitit des Riesengebirges, IX., X. Albit aus dem Granitit von Striegau, von den Fuchsbergen XI. Albit von Reichenbach, in Höblungen des Ganggranites. vni. IX. X. XI. Si02 . . . 67,25 67,51 67,38 66,17 AI2O3 . . . 19,67 19,97 19,94 20,72 FeaOa . . . 0,26 — — CaO . . 0,47 0,45 0,40 1,05 MgO . . . Spuren Spuren Spuren Spuren NaaO . . . 11,57 11,50 11,59 10,56 Glühverlust . 0,51 0,12 0,46 Ka 0=1,15 Spuren von K3O Glüverl. 0,56 99,73 99,45 99,77 100,21 ») N. Jahrb. f. Min. 1884. II. 319. 14 Boden, Waseer, Atmospfaftre, Pflanze, D&ngeif. Vulkanische Asche. Natronfeldsp. 51,06 42,34 42,60 14,0 Krakatoa- ascbe. Berechnetes Verhältniss zwischen Kalkfeldsp. vm. 1 LX. 1 X. 1 XI. 1 K. Oebhecke') veröffentlicht die Untersuchung, der auf dem Bremer- schiffe „Barbarossa" 1^41' südl. Br. 93" 15' ü. L. bei leichtem Winde ge- sammelten Asche. Dieselbe ist sehr feinkörnig, besteht der Hauptsache nach aus farblosem Glase, kleinen Splittern oder Bimsteinfragmenten. Unter den Krystallfragmenten lassen sich ein trikliner Feldspath, monokliner und rhom- bischer Pyroxeu, sowie Magnetitkörnchen erkennen. Es ist die raineralo- gische Zusammensetzung dieselbe wie die, der auf Java gefallenen Krakatoa- asche, nur fehlen die specifisch schweren Minerale, welche schon früher niedergefallen sein müssen. Si02 TiOa AI2O3 FcäOa FeO MnO CaO MgO K2O NasO H2O A, Sauer 2) theilt die chemische und raineralogische Zusammensetzung der auf Java gesaramelten Krakatoaasche mit. Dieselbe besteht der Hauptsache nach aus Bimsteinfragmenten, deren Glassubstanz zahlreiche Luftblässchen und feine Canäle zeigt, ferner aus Feldspath (Labrador), Augit und Magnetit. SiOa 63,30 führte H. Ad. S ch wager aus. In HCl löslich In HCl unlöslich 77o 937o 68,06 50,45 69,25 0,38 Spuren 0,41 15,03 14,05 15,10 0,28 3,66 } 17,10 1 3,03 Spuren — Spuren 2,71 5,65 2,50 0,81 3,80 0,59 3,41 1,95 3,51 4,25 2,65 4,36 2,12 5,10 1,89 AlsOs FcäOs und FeO TiOa CaO . . . , MgO MnO NaaO K2O Glühverlust im Kohlensäurestrom Wasserlösliche Bestandtheile (Gyps) 14,52 5,82 1,08 4,00 1,66 0,23 5,14 1,43 2,17 0,82 Nach der chemischen und mineralogischen Zusammensetzung ist das Asche : N *) Ueber Krakatoa-Asche. In Wasser lösen sich 2,35 "/u der ursprünglichen NaCl. NaSO^ CaSO« Mg SO, 1,25 0,29 U,4Ö 0,33 Jahrb. f. Min. 1884. II. ■^) Chem. Centralblatt 1083. Iäö4 No. Ö. 32. 2,35 Die ZusammeosetzuDg der Kraktoaasche vom 27. Boden. 15 Gestein, aus welchem diese Asche durch Einwirkung hoch gespannter Gase und Dämpfe entstanden ist, als ein Augit-Andesit ähnliches zu bezeichnen. C. Fr. Führ') tlieilt in einer Arbeit, welche die Untersuchung der Phonolithe zum Gegenstände hat, und in welcher besonders auf seltene Ele- mente Rücksicht genommen wird, die Analysen der meisten Flegauer FMiouo- ^'^''^oi'ti'e- litlivorkommen mit. 1) Pbonolith vom Ilohentwiel, 2) Hellfarbiger Ph. verwittert, vom Nordfusse der Hohentwiel, 3) Phonolithglas von Hohentwiel, 4) Gelber Na- trolith, 5) Ph. vom Hohenkrähen, 6) Ph. vom Gennersbohl, 7) Ph. vom Staufen, 8) Ph. vom Schwintel, 9) Ph. vom Mägdeberg. SiO., .... Al^Os . . . , Tiü.2.ZrO.^ . . Cej()„Y.,U3 . Cu(Pb,«u,Sb,As) Mn{ZD,Ni,Co) . Fe^Os .... FeO .... CaO .... MgO .... Na^O . . . . K,0 .... Li,0 .... Cl Fe SO3 .... P.Os .... H,U . . . . In HCl löslich . . In HCl unlöslich . Sauerstotfiiiiotieut .55,01 21,(37 0,27 Spur 0,12 0,22 1,95 1,8G 2,12 0,13 9,78 3,54 Spur 0,08 Spur 0,41 0,08 2,17 CO., Spur 0,479 55,54 19,87 2,58 1,55 1,81 8,06 6,23 3,87 0,791 73,45 10,11 0,40 1,05 0,96 2,47 0,06 3,94 0,79 0,56 1,24 5,35 27,96 72,04 0,168 47,69 25,65 0,18 0,056 1,86 0,64 14,76 0,89 8,82 llrg.Subst. Spur .53,70 19,73 vorliaiul. Spur 0,.'54 1,09 2,85 0,63 1,46 vorband. 7,43 7,24 Spur I Spur 0,12 0,15 3,12 55,13 44,87 0,493 51,02 18,63 Vorhand. Spur 0,15 0,59 3,14 0,84 7,89 1,02 4,13 [6,08 0,23 0,74 0,41 2,81 CO, 11,56 39,19 60,81 0,564 55,92 20,35 vorband. Spur 0,18 0,.50 2,16 0,94 2,21 0,62 8,35 4,83 Spur 0,06 Spur 0,23 0,18 3,51 37,21 62,79 0,477 55,91 19,37 Spur 0,46 2,73 1,36 2,39 0,75 7,24 2,13 Spur 0,10 Spur 0,21 0,18 4,33 CO, 1,89 48,13 51,87 0,453 56,43 20,58 0,66 2,88 1,28 1,45 0,28 8,62 4,23 Spur 0,07 Spur 0,22 0,06 2,90 33,48 66,22 0,478 0. Jung 2) analysirte den bei der Kirche Wang unweit Brückenberg in Schlesien anstehenden Granitporphyr, welcher den Granitit des Riesen- gebirges gangförmig durchsetzt. In einer dichten Grundmasse liegen aus- geschieden Quarzkrystalle, Orthoklaszwilliuge, Plagioklase, etwas Glimmer und spärlich Kupferkies. Ausserdem finden sich Apatit, Titanit, Titaneisen und Zirkoü. Die Analyse ergab im Mittel Si02 66,57 M2O3 15,59 Fe2 03 0,37 FeO MgO CaO . NaaO K2O . H2O . 4,25 1,88 1,85 3,69 5,27 0,62 100,09 ') Die Phonolithe des Hegaus mit besonderer Berücksichtigung ihrer ehem. Constitutionen. Inaug.-Dissert. Würzburg, 1883. ■") Zeitschrift f. deutsch, geol. Gesellsch. 1883, 828. N. Jahrb. f.M. G. u.Pal. 1884. II. 208. Granit- porphyr. A& Soden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Bflnger. Ans diesen Zahlen würde sich ungefähr die mineralogische Zusammeü' Setzung dieses Gesteines berechnen: 19,5 ö/o Quarz 25,65 o/o Orthoklas (Na frei) 31,25 % Plagioklas 14,94 % Glimmer 0,39 "/o accessorische Bestandtheile. Trachyt St. Laspeyres*) untersuchte in Gemeinschaft mit Sorger den Trachyt von der Hohenburg bei Berkum unweit Bonn, und findet, dass dieser Trachyt eine dem Drachenfelser Trachyt sehr ähnliche Zusammensetzung besitzt. SiOä 66,059 AI2O3 16,462 Fe2 03 2,250 FeO 1,100 MnO 0,550 CaO 0,786 MgO 0,190 Na2 6,810 K2O 5,520 Glüh Verlust .... 0,621 100,348 Einwirkung C. Clar,^) studirte die Einwirkung kohleusäurehaltigen Wassers auf ^ säure au? den Gleichenbcrger Trachyt, ^) indem er 7 Wochen lang bei fortwährendem Trachyt. gchüttelu auf 100 g fciu gepulverten Trachyt 2 1 Wasser einwirken Hess, das bei 10 Atmosphären Druck mit Kohlensäure gesättigt war. I. Bauschanalyse des Gesteins: n. Die 2 1 Flüssigkeit enthalten: III. In 1 1 der Reactionsflüssigkeit gelöste Substanzen: IV. Zusammensetzung der Klausner Stahlquelle pr. 1: I. n. SiOä 65,01 0,1291 Fe2 03 . . . . 2,28 — FeO 1,18 0,0887 AI2O3 . . . . 18,12 — CaO 3,05 0,2871 MgO 0,87 0,0116 NaaO .... 8,38 0,0283 K2O 4,96 0,0338 Wasser . . . . 1,56 — 100,41 «/ü 0,8756 g ») Verband], d. nat. Ver. d. preuss. Rheinl. u. Wegtf. XXXX. 4. Folge, Bd. X. 391. N. Jahrb. f. M. etc. 208. *) Miueral. u. petrogr. Mittheilungen, Tschermak 1883. V. 385. N. Jahrb. d. Min. Geol. Pal. 1884. I. 229. ä) Tracbytbruch zunächat der Klausner Stahlquelle. fiodeu. 17 III. IV. Kieselsäure . . . 0,0645 0,0712 FeCOa 0,0715 0,0103 MgCOa 0,0149 0,0059 CaC03 . . . , . 0,256 0,0235 KaCOa 0,0304 — NaaCOa .... 0,0301 — NaCl — 0,00025 Na2S04 .... — 0,01263 K2SO4 — 0,00695 NaaPOi .... — 0,00125 AIPO4 . . ■ . . — 0,00098 0,4678 0,13317 A. Renard, ') der die Schiefer des terrain ardeimais einer mikros- Schiefer ae» copischen und chemischen Untersuchung unterwarf, welche die älteren Ar- arde"uä?s. heilen über diesen Gegenstand zum grossen Theile hestätigte, findet, dass dieselben Sericit, eine FeO und MgO enthaltendes Mineral, Chloritoid (zur Clintonitgruppe gehörend), weiter freie Kieselsäure (als Quarz und Clial- cedon) als hauptsächliche Bestaudtheile enthält, während als accessorische Bestandtheile Magnetit, Eisenglanz, Pyrit, Magnetkies, Rutil und Turmalin auftreten. Die Ergebnisse seiner Untersuchung sind in folgender Tabelle zu- sammengestellt. (Siehe die Tabellen auf Seite 18.) J. J. Früh theilt in einer grösseren Arbeit^) das Ergebniss seiner Torfund Forschungen über die Bildung von Torfmoore, über die Eigenschaften der Torfmoore. in den Torfen vorkommenden characterisirbaren Verbindungen etc. mit. Verfasser unterscheidet auf Grund mikroscopischer Beobachtung zwei typische Formen in den verschiedenen Torfsorten, eine körnige Form aus Haufen von ziemlich scharf begrenzten, homogenen, kugelig bis ovalen Korperchen bestehend, die, falls sie aus Ulrain- und Huminsäure gebildet sind in 5 0/0 Kalilauge löslich sind und zweitens die „homogene Form", die höchste morphologische Entwicklung der Ulminverbindungen im Torfe, welche zusammenhängende, homogene Platten darstellt. Es ist ihm gelungen durch Behandeln von Rohrzucker, Traubenzucker, Stärke, Gerbstoff etc, mit ver- dünnter Schwefelsäure bei höherer Temperatur ein Product zu erhalten, welches aus kleinen Körnchen besteht (Vno — Veoo mm), das im Allge- meinen die Reactionen des körnigen Torfes zeigt. (Wahrscheinlich die Saculmin und Salculminsäure Sestini). In Kalilauge lösen sie sich unter Aufquellen auf Zusatz von Salzsäure contrahiren sie sich. Bei fortgesetzter abwechselnder Behandlung mit diesen beiden Reagentieu geht allraählig die scharf begrenzte Kugelform in gitterartige, selbst homogene Platten über. Verfasser unterscheidet Ulmin- und Humingruppen, ohne jedoch prägnante Reactionen dafür anführen zu können, als dass die Ulmine gelbbraune, Humine schwarzbraune Lösungen und ebenso gefärbte Niederschläge geben sollen. ') Bull, de Musee Roy. bist. nat. de Belgique 1882. I. 1. *) lieber Torf und Dopplerit, eine minerogenetische Studie für Geognosten, Mineralogen, Forst- und Landwirthe. Zürich 1883. N. Jahrb. f. Mineral, etc. 1884. II, 837. Jfth(«ib«rictit 18S4, g 18 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Otti-elith Ulass- Magnetitführender Graulich Bläulich schwar- führen- der grauer Phyllit Violetter Phyllit Phyllit blauer Phyllit zer Phyllit von La von von Phyllit vom Commune Funiay Rimogne Mon- thenne Rimogne von Mairus Herfie l'Enve- loppe rechtos Ufer d. Maas. (Dach- schiefer) SiOa 58,78 59,91 61,43 60,36 51,93 45,60 61,57 Ti02 . 2,28 1,46 0,73 1,35 0,92 0,90 1,31 AI2 O3 . 19,52 19,51 19,10 24,08 27,45 31,95 19,-' 2 Fea O3 . 1,87 2,74 4,81 1,35 2,01 2,36 6,63 Fea O4 . 4,50 3,81 — — — — — FeO . 2,67 2,87 3.12 2,20 8,10 4,18 1,20 MnO . Spur Spur Spur Spur 0,57 0,83 Spur CaO . 0,21 0,40 0,31 0,28 0,18 0,39 0,22 MgO . 2,21 2,35 2,29 2,22 1,20 1,80 2,00 K2O . 3,11 3,30 3,24 3,62 1,60 4,82 3,63 NagO . . 1,24 1,57 0,83 1,17 0,79 1,25 0,93 H2O . 3,24 3,46 3,52 4,09 3,92 4,94 3,25 C . . — — — — 1,05 — 99,63 101,38 99,38 100,72 100,72 99,12 99,96 Violetter Phyl. a. d. Steinbruch Providonee Grüne Zonen im vor- stehenden Grünl.grauei Phyllit V. Grüne Zonen im viol. Phyll. Eisenglanz führend. Phyllit Wetz- schiefer V. in Haybes Phyllit Haybes Fumay Viel-Salm Viel-Salm Si02 . . . 61,07 65,42 53,33 65,63 53,77 46,52 TiOs . 1,80 1,15 1,34 0,94 0,13 1,17 AI2 O3 . 20,01 19,98 23,30 20,20 15,96 23,54 Fe2 O3 . 5,83 3,08 2,64 2,72 18,27 1,05 Fe3 O4 . — — — — — — FeO . 1,18 0,77 5,40 0,85 0,65 0,71 MnO . — — Spur Spur 1,96 17,54 CaO . 0,19 0,23 5,39 0,19 0,18 0,80 MgO . 1,87 1,49 2,62 1,54 1,38 1,13 K2O . 3,29 3,73 3,41 3,81 2,37 2,69 NagO . 0,90 0,51 0,73 0,71 1,62 0,30 H2O . 3,35 3,11 4,50 3,17 2,95 3,28 C . . . — — — 0,19 0,02 99,49 99,47 98,66 99,76 99,79 99,13 Weiter zeigt rites, den allmähl fertigen Dopplerit den Dopplerit den abscheiden. Aus Entstehung dreier schliesst er, dass Verfasser in seiner Arbeit über die Natur des Dopple- igen Uebergang vom unversehrten Pflanzentheil bis zum und dessen chemische Reactionen, welchen zufolge er Ulrainstoffen zuzählt. Humine konnte er nicht daraus der chemischen Untersuchung sowie Beobachtung ihrer solcher organogener Minerale verschiedenen Ursprungs der Dopplerit kein Erdharz, sondern ein Product der Boden. J9 Vertorfuug ist, dass der Dopplerit ein wechselndes Gemenge verschiedener cheraisclier Verbiiulungen darstellt, und dass dessen Aschengehalt von dem Character des Moores, in welchem er sich bildete, abhängt. Verfasser bespricht ferner die Bildung der Torfmoore und den Ver- torfungsprocess überhaupt und berichtiget die Ansicht, dass gewisse Torf- moore marinen Ursprungs seien, da selbe keine Spur mariner Bildungen enthalten. Er unterscheidet nach der pflanzlichen Structur der Torfe, 1) Hochmoore, Sphagnunmoore, hauptsächlich aus Sphagnen in kalk- armen Wässern gebildet, oder auch auf kalkarmen Boden, der durch weiche Wässer feucht erhalten wird. 2) Wiesen- oder Grünlaudsmoore, vorwiegend aus Cyperacen, Phrag- miten und IIyi)neen in kalkreicben Wässern, oder auf kalkigthonigen Boden, welcher fortwährend durch hartes Was.ser berieselt wird, gebildet. (Moränenseen Oberitaliens und die Seen der bayerisch- schweizerischen Hochebene.) 3) Mischmoore, das sind ursprüngliche Rasenmoore, welche später von Hochmooren überdeckt werden. Hierher gehören die meisten schweizerischen präalpinen Hochmoore. Verfasser ist der Ansicht, dass wahrscheinlich die meisten Hochmoore, deren Massenvegetation jetzt aus Sphagneen besteht, eine Rasenmoorbildung als Ausgangs- punkt haben. 4) Lebertorfe. Eine Gattung Moore, welche vorwiegend aus Algen, manchmal auch Diatomeen gebildet wurden. Sie finden sich ent- wickelt auf dem Grunde kleiner vertorfter Seen (Preussen). Der Vertorfungsprocess ist nicht als eine Gährung, sondern als ein langsam bei Abschluss der Luft und bei niedriger Temperatur vor sich gehender Zersetzungsprocess aufzufassen, dessen einzelne Stadien natur- gemäss eben darum nicht festgehalten werden können. Am leichtesten ver- torfen die zarten eiweissreichen Pflanzentheile, d. h. die am leichtesten zer- fallenden Substanzen. Der Zellinhalt vertorft vor der Membran, reine Cellulose rascher als solche, die mit Kieselsäure imprägnirt ist, Laub- und Torfmose vertorfen langsam, liefern aber homogene beständige Ulminstoflfe. Gerbstoff verwandelt sich rasch in unlösliches Ulmin, Harze, Pflanzenwachs etc., werden kaum verändert, und sind als accessorische Bestandtheile des Torfes zu betrachten. Der Stickstoffgehalt der Moore rührt von thierischen Resten, der Aschengehalt nicht nur allein von den raoorbildenden Pflanzen, sondern auch von eingeschwemmten Mineralstoffen her. Alexander Kaleszinsky i) theilt die Analyse der Moorerde von Moorerde. Alsö-Tätrafüred (Schmecks) im Zipser Comitat mit. C. Schmidt^) untersuchte zwei Ackererden des Gutes Ssorokotzagi, w^eizen- u. Gouv. Kiew, deren dur(;h Schwefelsäure nicht spaltbares Silicat seinen Ana- ^u^en- lysen gemäss als Verwitterungs- und Zermalmungs-Product des Dnjeprgrauites Cuiturboden anzusehen ist. Er behandelt die Erden (I von Bokaty, H von Jablonowka) ^^^ getrennt mit kalter 1 %, hcisser 10 % Salzsäure, mit concentrirter kochen- der Schwefelsäure und mit Flusssäure. Aus dem Untcrsuchungsresultate geht hervor, dass die beiden Boden als „etwas thoniger Humussandboden (I) und als thoniger Humussandboden (H)" zu bezeichnen sind. ') Geologische Mittheilung der ungar. geol. Gesellsch. XIII. 357. ») Balt. Wochenaclirift 1884 Nr. 19. pag. 369. Japanische Boden. Of) Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Die Gesamratanalyse des bei llOo getrockneten Bodens ergab: 100 Theile enthalten Bei llOo — 150 C entweicbendes Wasser . . Bei 150 geb. Wasser -\- organ. Subst. (Humus) Mineralbestandtbeile K2O NaiO CaO MgO Mn^Oa TeaOa AI2O3 Pa O5 SiOa TiOa SO3 NaCl In 33 o/„ Flusssäure uulösl. Quarzsaud .... Mineialbestandtheile Stickstotf 100 Theile bei 150 getrockn. organ. Subst. -j- Wasser enthalten Stickstoff Kohlenstoff von Bokaty 0,162 3,075 96,763 1,105 0,357 0,412 0,373 0,019 1,233 4,312 0, 1 1 9 30,442 0,038 0,0093 0,0162 58,328 96,763 0,1219 3,965 1,504 von Jablonowka 0,182 3,171 96,647 1,625 0,589 0,573 0,307 0,016 1,594 7,455 0,113 25,205 0,029 0,0092 0,0028 59,129 96,647 0,1127 3,554 1,445 Bei dem Vergleiche dieser Erden mit denen der Wolgagegend zeigt sich, dass letztere reicher an Humus und leicht zersetzbaren Hydrosilicaten siud, welche an kalte 1 0/0 und heisse 10 0/0 Salzsäure eine viel grössere Menge von Alkalien, alkalischer Erden, Sesquioxyde, Phosphorsäure und löslicher Kieselsäure abgeben, als es die untersuchten der Kiewer Gegend thaten. 0. Kellner^) theilt eine Reihe von Analysen japanischer Bodenarten der Farm des kaiserl. Institutes zu Komaba, welche vulcanischer Natur sind, mit. 1. Trockener Boden (Krume) 2. „ „ (Untergrund) 3. Reisboden Krume 4. „ Untergrund. (Siehe die Tabelle auf S. 21.) Die Analysen wurden nach dem von v. Wolff angegebenen Weg aus- geführt, nur bei der Bestimmung der Phosphorsäure wurden auch diejenigen Mengen berücksichtigt, welche in dem in Salzsäure unlöslichen Rückstand und in der abgeschiedenen Kieselsäure zurückbleiben. Er kocht die beiden mit starkem Ammoniak, verdampft die Lösung zur Trockene und wäscht ') Laiidwirthschaf'tl. Versuchsstationen 1884. XXX. 1. und Chemical Analyses of ä CoUection of a^ricultural Specimens etc. Interuational Agricultural Exhibi- tiüu ^'ow Urieaus 1884. 21 Bodon des trockenen Feldes IJodeii des llcisfeldes Krame Unterjp-und Krume Untergrund Ilygroscopischcs Wasser .... (ilülivcrlust IllUllUS Stickstoff Gebundenes Wasser 15,49 20,01 7,90 0,80 11,31 18,69 14,90 7,17 0,60 7,13 14,30 22,30 9,96 0,489 11,85 12,84 18,79 8,86 0.799 9,13 Kalte Salzsäure (spec. Gew. = 1,15) extrahirt aus ilcm bei 100" getrock- neten Boden: SiOa AI2 O3 FeaOa (P'eO nicht gesondert best.) CaO MgO KaO Naa P2O5 SO3 Unlöslicher Rückstand Humus und gebundenes Wasser 0,31 15,93 11,73 0,60 1,41 0,29 0,17 0,19 0.11 30,74 48,30 23,67 102,71 0,29 19,73 11,36 0,66 1,44 0,18 0,13 0,18 0,12 34,09 49,48 18,33 101,90 0,82 15,50 7,00 0,75 0,45 0,10 0,14 0,37 0,18 25.31 50,00 26,02 101,33 0,79 14,15 7,49 0,70 0,55 0,17 0,01 0,35 24,21 51,16 25,83 101,20 aus den mit Salpetersäure benetzten Rückstand die Phosphorsäure mit heissem Wasser aus. So wurden noch gefunden: 1. 2. 3. 4. 0,07 7o 0,094 0/0 0,074 0/0 0,064 0/0 Die nach Grandeau's Methode ausgeführte Bestimmung der Phosjdior- säure ergab in 4 . . . 0,326 %, während die Extraction mit Salzsäure 0,294 0/0 lieferte. Bezüglich der Kohlcnstoffbcstinimung auf nassem Wege erwähnt Verf., dass es ihm gelungen sei, den von Loges beobachteten Missstand, Bildung flüchtiger organischer Säuren durch einen kleinen Zusatz von conc. Salpeter- säure zur Chromsäurc zu beseitigen. Der Unterschied in der Zusammensetzung des Reisfeldbodens und des trockenen Bodens ist nicht bedeutend, da das Reisfeld sich erst seit kurzer Zeit in Cultur befindet. Immerhin fällt die Differenz im Eisengehalt auf. Im Reisfelde, welches durch die Düngung reich an verwesenden or- ganischen Substanzen, und dabei zum grössten Theile des Jahres mit Wasser bedeckt ist, geht die Reduction des Eisenoxydes zu Oxydul reichlich vor sich, das entstehende Carbonat wird entweder ausgewaschen oder sinkt in die Tiefe. Die abfliessenden Wässer bilden thatsächlich einen eisenreichen Schlamm. 22 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Weiter macht Verf. aufmerksam, dass durch die Winter- und Früh- Jahrsstürme Dislocationen der feinsten Theile des Krume stattfinden (an windstillen Orten oder hinter Hecken etc. ist der feine Staub Schneewehen gleich abgesetzt), wodurch der trockene Boden Verluste erleidet, welche dem nassen Reisfelde theilweise zu Gute kommen. Die Menge der durch Salz- säure aufschliessbaren Bestandtheile bestätigt dies. In heisser Salzsäure ist nur wenig mehr löslich als in kalter. So würden auf 100 Thl. Mineral- substanz bezogen aus 1, nur 3 %, 2, 2,8 %, 3, 4,9 % nur 4, 2,1 ^o mehr gelöst. Bezüglich der Vertheilung des Eisenoxydes und Oxydes und Oxydules in den Böden, wie aus nachstehenden Analysen hervorgeht, ergibt sich die interessante Thatsache, dass in beiden Bodensorten der Untergrund reicher an Oxydul ist als die Krume , wobei jedoch in der Krume des trockenen Landes noch das Oxyd, währ end in der des Reisfeldes schon das Oxydul überwiegt. In heisser conc. Salzsäure löslich: Bei 100" getrockneter Boden Boden frei von hygroscop. und gebund. Wasser und Humns Trockenes Feld | Eeisfeld Trockenes Feld 1 Reisfeld Krume Unter- grund Krume Unter- grund Krume Unter- grund Krume Unter- grund Si02 AI2O3 TeaOs FeO CaO MgO K2O NaaO P3O5 SO3 Cl . 15,60 17,67 6,79 4,03 0,76 1,70 0,27 0,23 0,34 0,20 0,07 18,15 21,03 5,06 5,87 0,90 1,74 0,26 0,13 0,39 0,11 0,09 18,60 17,05 3,95 4,71 0,90 0,66 0,32 0,19 0,49 0,16 0,03 15,58 14,80 2,68 5,31 0,80 0,62 0,26 0,25 0,40 0,08 0,03 20,44 23,15 8,87 5,29 0,99 2,23 0,35 0,30 0,45 0,26 0,09 22,23 25,75 6,18 7,20 1,10 2,18 0,32 0,16 0,48 0,14 0,11 25,15 23,05 5,38 6,33 1,22 0,89 0,43 0,26 0,66 0,21 0,05 21,01 20,03 3,29 7,60 1,11 0,84 0,35 0,34 0,54 0,10 0,04 ÜDiüfges Humus Wass Chi. u. er 47,66 30,20 23,67 53,73 28,64 18,33 47,06 27,10 26,02 40,81 33,40 25,83 62,42 39,56 65,85 35,07 63,63 36,63 55,25 45,03 101,53 100,70 100,18 100,04 101,98 100,92 100,26 100,28 Die successive Behandlung des in heisser Salzsäure unlöslichen Rück- standes mit Schwefelsäure und Flusssäure lieferte das Ergebniss, dass die Böden völlig frei von Thon sind, denn die von Schwefelsäure gelösten Basen zeigen fast dieselben Mengenverhältnisse, wie die durch Flusssäure aufge- schlossenen, ferner besteht zwischen den unverwitterten Theilcn des trocke- nen Bodens und des Reisfeldes kein Unterschied, was darauf schliessen lässt, dass beide Böden desselben Ursprungs sind. Durch Summirung der einzelnen durch die verschiedenen Lösungsmittel gelösten Bestandtheile erhält man für die Böden folgende Zusammen- setzung : 23 Bei lÜO" gctrockuoter Bodon Hoden, frei von (;ebund Wasse hygroscop. und r und Humus Trockenes Feld Reisfeld Trockenes Feld Reisfeld Krume Unter- grund Krume Unter- grund Krume Unter- grund Krume Unter- grund Humus . 9,35 8,82 11,62 10,16 _ _ _ Geb.Wasser 14,82 9,51 14,40 15,67 — — — — SiOä . . 32,98 33,04 36,79 37,79 43,24 41,73 47,36 51,80 AlaOa . . 22,70 26,94 20,76 18,56 29,73 32,98 28.87 26,35 Fe2 03 . . 9,27 7,71 5,75 4,90 12,31 9,43 7,77 6,28 FeO . . 4,03 5,87 4,71 5,31 5,29 7,20 6,33 7,60 CaO . . 2,22 2,48 1,97 1,84 5,03 3,03 2,65 2,53 MgO . . 3,15 3,00 1,47 1,40 4,12 3,72 1,99 2,05 KaO . . 0,90 0,69 0,73 0,84 1,18 0,86 0,98 1,14 NaaO . . 1,03 0,99 0,65 0,90 1,44 1,21 0,87 1,23 100 Gramm trockenen Bodens absorbirten: Ammoniak . . . 114 mg, 109 mg, 124 mg, 112 mg Phosphorsäure . 621 mg, 683 mg, 704 mg, 632 mg. Die absolute Wassercapacität wurde gefunden (nach Ad. Mayer) für das trockene Feld, Krume 47%, Untergrund 49%, für das Reisfeld, Krume 55%, „ 52%. Das specifische Gewicht dieser Zeolithböden ist ein sehr niedriges, was jedenfalls durch den hohen Gehalt an Wasser und Humus veranlasst wird. Trockenes Feld, Krume . . . 1,668, Reisfeld, Krume . . . 1,608, Untergrund 1,709, „ Untergrund 1,812. Vergleichsweise würde noch der Boden einer sehr fruchtbaren Reis- gegend untersucht, und gefunden, dass derselbe weit schwerer zersetzbar, geringere Mengen Phosphorsäure und Kali enthält, jedoch erheblich ärmer an Eisenoxydul ist, welcher Umstand wahrscheinlich die höhere Ertrags- fähigkeit bedingt. W. Knop') erinnert in einer Mittheilung an die seinerzeit von ihm gegebene Beschreibung seiner Methode zur Analyse der Ackererden, bezüg- lich welcher darauf verwiesen werden muss (Laudw. Versuchsstationen. XVH. 1874. 70) und Iheilt eine in seinem Laboratorium von H. Fischer aus- geführte Untersuchung einer sehr humusreichen Ackererde aus Alibuna (Banat) mit. Diese ist so humusreich, dass sich das Verfahren des Ver- brennens mit Kaliumchlorat, da sie damit verpuffte, nicht anwenden fiess, erst durch Zusatz von reinem Quarzsand (2 g Erde, 15 g Chlorat und 50 g Saud) gelang es, sie ohne Verluste zu verbrennen. Die untersuclite Erde entstammt einem vor 50 Jahren trocken gelegten Torfboden, dieselbe hatte bis vor 5 Jahren ohne jede Düngung vorzügliche Ernten gegeben, gegenwärtig aber ist Klage darüber, dass bei Trockenheit der Torfstaub die Pflanzen tödtet. Die Erde ist, wie aus nachstehender Analyse hervorgeht eine Ackererde ersten Ranges, ihre Fehler liegen in dem zu grossen Humusgehalt, welcher die Plasticität der Feinerde aufhebt und selbe leicht verstäuben lässt. Humus- reiche Ackererde aus dem Banat. ') Laadw. Versuchsstat. XXXI. 155. QA Bod«n, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Hygroscopisches Wasser .... 10,9 Chemisch gebundenes Wasser . . 16,1 Huraus 23,0 Glühverlust '. 50,0 Feinboden 50,0 Feinerde , . . . . 100,00 In 100 Feinboden sind enthalten: Sulphate 0,0 CaCOs 7,2 MgCOs 0,8 Carbonate 8,0 Quarzsand u. ehem. geb. Kieselsäure 58,8 o • 1 fThonerde .... 25,3 Sesquioxyde|j,.^^^^^y^ .... 1,3 Monoxyde 6,6 Quarz und Silicate 93,0 In 100 Feinboden: Kieselsäure, Thon 82,2 Aufgeschlossene Silicatbasen . . 17,8 100,0 Absorption 105,0 Bodenarten E. Both^) thsilt die Untersuchung zweier Bodenarten aus der Um- Astrachan, gebung von Astrachan mit. Dieselben sind Steppeuboden, frei von jeder gröberen Beimengung, vorwiegend aus Sauden und Thon bestehend. I. Aus einem unbearbeiteten Felde, II. aus einem Wein- und Obst- garten, nahe bei I. (Siehe die Tabelle auf S. 25.) Weiter bestimmte Verf. noch die Absorptionsfähigkeit etc. dieser Böden, wie auch bei der chemischen Untersuchung derselben noch Rücksicht auf die in destillirt Wasser und kohlensaure reichem Wasser löslichen Bestand- theile genommen wurde. Buc'hn'n'^fin '^' ^^nig^) berichtet über Untersuchungen von Mergeln, Moorerden Mergel, uud Höhleuerden. Moorerde, ^°'"'°"'*'- (Siehe die Tabellen auf S. 26 u. 27.) Insofern solche Moorerdeflächen nicht direct nach der Rimpau'schen Dammcultur in Cultur genommen werden können, lassen sich auch bei dem bedeutenden Gehalt an Stickstoff nach der Compostirung sehr zweckmässig zur Düngung verwenden. E. Peters hat zu derartigen Composthaufen folgende Mischungen vor- geschlagen: ') Pharmaceut. Zeitschr. f. Riisslanrl. XXIV. No. 2. 17. *) Chemische u. techn. Untersuchungen d. landw. Versuchsstat, Münster. 1881 bis 1883. 3. Bericht, erstattet v. d. Dirigenten derselben Prof. Dr. J. König. 35 Mechanische Analyse (bei 125" C. getrocknet): fGrober Sand IVcrbrennlichc und flüchtige Bestandtheile [Feiner Sand IVerbrennliche und flüchtige Bestandtheile fLehmsand IVerbrennliche und flüchtige Bestandtheile [Feinste Partikel [Verbrennliche und flüchtige Bestandtheile FeaOa In kalter Salzsäure ^ löslich Durch Schwefel- säure aufschliess- bare Bestand- theile Durch Säuren f AI2 O3 . . unzersetzt ( Si02 . . N (Ammoniak, Salpetersäure) Humussäuren Humuskohle Gebundenes Wasser . . Spec. Gewicht Volomgewicht des Bodens . 72,60 0,73 1,40 0,26 4,60 0,40 19,40 0,60 1,900 1,301 2,119 0,267 0,168 0,151 0,093 0,900 1,173 1,530 26,746 1,224 1,628 2,535 2,27 1,58 10,696 35,182 0,546 0,285 0,245 1,618 2,85 1,04 Oder: IL 51,83 0,33 12,16 1,16 2,93 0,56 29,06 1,93 1,333 0,377 2,75 0,468 0,146 0,173 0,149 0,900 0,573 6,879 16,451 1,614 1,651 2,383 1,789 12,41 7,476 46,544 0,566 0,630 0,220 4,185 2,85 1,19 10 Fuder Moorerde, 2 Scheffel gebrannter Kalk, 1 — 2 Fuder Schaf- oder Pferdemist. 10 Fuder Moorerde, 2 Scheffel gebrannter Kalk, 5 „ Holzasche, 3 Centner Knochenmehl. Zusammensetzung von Höhlenerde. In einer aus der Nähe von Clusenstein bei Sundwig aufgofundonen Ilöhlenerde waren noch einzelne ganze, wenn auch bereits stark verwitterte (Fortsetzug auf S. 28.) Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Untersuchungen von Mergel. 1 , rt M ohlon lauror Kalk ohlon Ignesi .5 c CS H =S M •" « S M J3 " Vo Vo 7o 0/ /o Lippstadt 96,36 n 37,86 — 0,74 Ahlen 67,44 — — — Bracke bei Lemgo .... 9,87 17,28 1,926 0,16 Vogelhorst bei Lemgo . . . 29,52 14,88 1,469 — Stadtlohu 1) 26,27 — 0,994 — Lüdinghausen 2,00 — 0,666 0,038 Leese bei Lemgo .... 4,59 5,33 1,066 — Drensteinfurt 50,41 — 0,855 — 15 51,66 — 0,549 — „ Mergelschlamm 64,02 — 0,808 — Lembeck 20,21 — — — 1? ...... 7,71 — — — Bielefeld 1,25 1,28 1,895 — ?) 1,87 1,39 — — 55 39,28 1,13 — — V 2,81 2,31 — — Brackwede 33,46 — I5II — Bentrup 19,50 — 1,95 — Dornberg bei Bielefeld . . 19,73 64,85 0,58 — » 5? 55 • • 55,62 29,54 — — Siebenhöfer bei Blomberg , 24,66 3,78 1,076 Sand Ringelbruch bei Paderborn 39,27 — 1,498 17,56 55 '5 55 29,53 — 0,704 38,98 Rödinghausen bei Enger 38,75 6,85 1,349 14,50 Hembsen bei Brakel . . . 46,03 33,58 — — Alstedde bei Ibbenbüren 85,03 — — — 55 55 51 78,93 — — — 11 11 11 74,03 — — — Aus dem Osnabrück sehen . 66,86 — — — 11 55 51 42,19 14,83 1,59 — 11 11 11 34,02 24,88 — — Lüringsen bei Soest . . . 45,72 — — — Hüttinghausen bei Soest 55,21 — 1,51 — 15 55 11 54,40 — 1,67 — Brockhausen bei Oestinghausen 31,83 1,59 1,43 — 11 11 11 52,22 — — — 11 11 15 57,07 — — — Brockhausen bei Havestadt 46,43 — — — Dreckburg bei Salzkotfen 20,41 1,13 0,78 — 55 55 55 33,21 1,66 — i\ HT.'i. if mn/ c 1 ,1 r.ü 7C0I '1 M.«,. ') Mit 16,97 7o Sand und 56,76 7« Tbon Boden. 37 Ilamme bei Bochum .... 11 11 51 .... 11 11 t^ .... Söbberinghof bei Erwitte . . 11 11 11 • • Metten bei Westercappel . . 11 11 ■ ij • • Ankura ' . . Albersloh 11 Bilme bei Werl Horst bei Ahaus Schwalenberg 11 Erwitte ■>^ ■ Velen Merveldsdorf bei Oelde . . . Helbrechtsdorf bei Hohenhausen 11 11 11 Norddorf .da« 10 10,73 37,86 11,78 91,57 95,63 2,14 25,18 9,02 49,93 52,92 27,50 4,14 94,11 87,86 73,64 77,75 4,21 56,86 50,25 42,78 48,07 1,78 1,51 16,46 4,79 Zusammensetzung von Moorerde. (Auf Trockensubstanz berechnet.) 1,736 1,076 0,249 3 1 o ^ S -£ ^ S "^ e. 3 CS rt ^-= a C» TS s--g M i4 ^ to P5 a 3 «3 j3 P-i 0/ /o /o 7o /o 7o /o /u 1. Aus der Gegend (Ober von Halle in Westf. 'Tiefe 3 Schicht 18,90 3,38 77,30 0,97 0,19 0,92 re „ 39,05 6,38 54,57 1,79 0,34 — 1,79 r No. 1 79,46 10,31 10,23 3,09 0,33 0,29 2,63 „ 3 59,76 9,31 30,93 2,5710,29 0,21 2,94 2. Aus der Gegend von ,1 3 86,03 1,75 12,22 1,290,12 0,15 0,21 Velen bei Borken in ^ 1, 4 94,25 2,68 3,07 1,48,0,14 0,19 0,58 Westf. 1, 5 44,2511,48 44,27 1,160,045 0,59 1,81 „ 6 93,45 3,89 2,66 1,17 0,048 0,16 0,43 l 1, 7 82,53 5,79 11,68 1,43 0,057 0,31 0,52 3. Aus der Gegend von Driburg 56,23 31,41 12,36 2,11 0,43 0,49 1H,H^) ') Entsprechend 26,98 7o kohlensaurem Kalk. Qg Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Knochen vorhanden, ferner weiss aussehende Steine. Die Zusammensetzung dieser 3 Theile war folgende: Höhlen- Knochen Weisse Steine erde d.arin darin / / / Wasser 15,51 11,88 31,07 Organische Stoffe . . 3,02 9,96 0,94 (Mit Stickstoff . . . wenig 1,19 — ) Mineralstoffe . . . 81,47 78,16 67,99 In letzteren^ ^jo ö/o % Phosphorsäure . . . 4,24 25,16 0,49 Kalk 4,76 31,00 38,16 Daraus berechnet sich: Phosphorsaurer Kalk . 9,26 54,92 1,07 Kohlensaurer Kalk . — 2,35 66,80 ■*^Termög"e"n" E. Heiden^) berichtet über Versuche, die er um die Absorptions- ^68 fähigkeit des Sandbodens zu bestimmen und gleichzeitig noch darüber an- stellte, wie viel von den zu einer Frucht gegebenen Nährstoffen, nach der Ernte derselben noch für die nächstfolgende, in der oberen ßodenschichte zurückbleibt. Die Versuche wurden auf 20 qm grossen Parcellen, deren Sandtiefe 1,5 m betrug, angestellt. Als Versuchspflanzc diente Kartoffel, diese wurde in Dammform gebaut, die abgewogenen Nährstoffe mit dem Sand der betreffenden Parzelle gemischt von demselben wenig bedeckt in den gespaltenen Damm eingestreut. Parzelle I: ungedüngt, 11: fünffache Aschen- und zweifache Stickstoff- menge (Salpetersäure) einer mittleren Ernte, III: 10 fache Aschen- und 4 fache Stickstoffmenge (Ammoniak) einer mittleren Ernte, IV: lOfache Aschen- und 3 fache Stickstoffmenge (Ammoniak) einer mittleren Ernte, V: 5 fache Aschen- und 3 fache Stickstoffmenge (Salpetersäure) einer mitt- leren Ernte, VI: 5 fache Aschen- und 2 fache Stickstoffmenge (Ammoniak) einer mittleren Ernte. Nach der Ernte (Düngung am 4. Mai — Entnahme der Proben am 10. November, es war während dieser Zeit 706,31 mm Regen gefallen) wurden von jeder Parzelle Proben der Art entnommen, dass an je 3 Stellen ein Kubus von Yie qm Oberfläche und Yi m Tiefe ausgehoben, die ausge- hobene Erde sorgfältig gemischt und davon zur Untei'suchung die nötige Quantität verwendet würde. Die Untersuchung beschränkte sich auf die in Wasser löslichen Nährstoffe des Bodens, da eine wesentliche Veränderung der zugesetzten Nährstoffe bei der Zusammensetzung des Sandes nicht zu befürchten war. 1000 Gramm Boden wurden zu diesem Zwecke mit 5 Liter Wasser erschöpft. In der folgenden Tabelle sind die Resultate zusammen- gestellt, berechnet auf das Gewicht des Bodens von 20 qm Oberfläche und 0,25 m Tiefe, welches zu 152,21 Ctr. gefunden wurde. (Siehe die Tabelle auf S. 29.) Eindringen des Kcgen- jj Hcllricgol^) hat Vcrsuchc über das Eindringen des Regenwassers den Boden, in den Bodcu angestellt. Er benützte hierzu Lampcucylinder deren engeres ') Verhandl. der (XI.) Scrtion f landw. Vprsncliswcson. Tiigblatt d. Naturf.- VorRfimmliing 1881, aus d. landw. Versiichssfat. XXXI. 18;». ^) Beiträge z. naturwisscnschafti. Grundlage des Ackerbaues. Braunschweig, 1883. a) Forschungen auf d. Gebiete d. Agriculturphysik. 1884. 245. Boden. 39 "^^ 1 OO C-)C^OCOCO lO lO (>)<>» »o rH r^ CO » »O Sh o-^ lO Oi^ ,-H^ iX CO <>»^ 3 05^ CO 1 CO^CTa-^CCOOT-Hi^i-rpHCrrrH 1 tH 0^ a o ■ l-' co~ •^ £ (r< CO r- (M t^ CO a CO c< ^ O 1:0 1 l-^ 1 t--;, 00, "^ <^. 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O «1 "^ ,0 QJ ^ ^ S a5 t~t c TS ^ äi Ö C3 C3 CU (IJ rO rö hr •^ ^ ^ '^ <1> bO p5 ?rv « A Sa T3 w a> 's* ?r! OD T3 3 Q« TS N 'S :S ^ a> ;ä V ^ ^ H dingt die Sterilität des Bodens, die Schwefelsäure wirkt aber weiterhin aufschliessend auf die Mineralbestandtheile desselben und veranlasst dadurch seine spätere P^ruchtbarkeit. Verfasser knüpft daran Nutzanwendungen über die Urbarmachung solcher, oder durch marine Sedi- mente steril gewordener Böden. Lechartier^) berichtet über die Resultate seiner Versuche, welche zu '^änUcher' dem Zwecke angestellt wurden, um der P'rage nach dem Einfluss der or- «"•>stau';en o 1 r> auf die ganischen Substanzen auf die Eruchtbarkeit des Bodens näher zu treten. Kmohtbar- Er verwendet ganz humusfreie Gesteinsbüden aus Schiefer und Granit künst- Bodens lieh hei'gestellt, welche mit Mineraldünger und zwar mit und ohne Zusatz von Phosphaten gedüngt wurden. Der mit Fhosphatdüngung erzielte Ernte- ertrag ist allerdings weit erheblicher als der ohne solche, doch haben trotzdem die im letzteren Boden gewachsenen Pflanzen ganz beträchtliche Mengen Phosphorsäure aus den Gesteinen aufzunehmen vermocht, Verfasser empfielt weiters noch das Ammouiumoxalat als Mittel um den Löslichkeitsgrad der Phosphorsäure in Ackererden etc. zu bestimmen, da dasselbe in 2 ^jo Ijösung bei mehrstündigem Kochen weit mehr Phosphor- sänre zu extrahiren vermag als 20 "/o Essigsäure bei gewöhidicher Tempe- ratur innerhalb 24 Stunden. Die Gegenart organischer Substanzen, bezie- hungsweise deren Verbindung mit Phosphorsäure ist hier nicht hinderlich, da die „matiöre noire" durch das Ammoniumoxalat ebenfalls gelöst wird. Richard 2) findet, dass die Salpetersäurebildung aus organischen Sub- stanzen im sterilen Boden nicht allein durch gut nitrificierende Ackererde bewirkt wird, sondern ebenfalls durch die Sulfate des Kaliums, Natriums und Calciums, uiid zwar, wenn die durch G3'ps bewirkte gleich 100 gesetzt wird, so ist die durch Natriumsulfate = 47,9, Kaliurasulfat 35,8, Calcium- carbonat 13,3 und Magnesiumcarbonat 12,5. Im gegypsten Boden wurden 46,3, in gekalktem Boden 26,2 o/o des Gesammtstickstoffes nitrificiert. P. Red er 3) hat auf Veranlassung Prof. Birner's „die Veränderungen, welche der Stickstoff des Moorbodens unter dem Einfluss verschiedener ünderungen als Düngungs- und Meliorationsmittel gebräuchlichen Substanzen erfährt" gt^ffffg^'des studiert. Moorbodens Die Versuche wurden derart angestellt, dass Torf, dessen Zusammen- scuiedene' Setzung vorher festgestellt wurde, sowohl bei Luftzutritt als Luftabschluss, mmfi" wie derselbe Torf mit Zusätzen von Kalciumcarbonat, Aetzkalk, Gyps, ge- brannter Magnesia, Magnesiumcarbonat, Kaliumcarbonat, Schwefelsäure'^) und Quarzsand 12 Monate hindurch sich selbst überlassen blieb. Als Ergebniss >) Compt. rend. Tom. 98. 10.58. «) Compt. rend. 1884. Tom. 98. 1289. Biederm. Cent.-Bl. 1884. lieft 9. 590. ') Wochenschrift der pomnierschen ökonomischen Gesellschaft. 1884. Nr. 17. Biedermaun's Central-Bl. 1884. G.52. *) Die mi£ SO^Hj, erhaltenen Resultate, war vormals zweifelhaft, ausge- schieden. QQ Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Büngeü. dieser Versuche lässt sich feststellen, dass allerdings eine Vermehrung des Salpetersäuregehaltes stattgefunden, dass aber der Gesammtstickstoffgehalt (wie bei jeder Verwesung) abgenommen hat. Der Verlust wird zwar ver- mindert durch die Gegenwart von Calciumcarbonat etc., jedoch nicht auf- gehoben, vermehrt aber durch Gyps und Quarzsand. Kaliumcarbonat und Quarzsand scheinen die Ueberführung des organischen Stickstoffes in Salpeter- säure zu beschleunigen, alle andern dagegen zu verlangsamern. Tendenz aller in diesen Versuchen verwendeten Ageutien ist es, den Stickstoff in die stabile Form der Salpetersäure überzuführen. Saipeteraäu- 0. Kellucr^) hat Vcrsuchc darüber angestellt, ob in Sumpfboden i. sumpfigen (Rcisbodeu) SalpetersäurebilduDg stattfindet, oder ob schon vorhandene Sal- Boden. petersäurc durch die in diesen Boden vor sich gehenden Reductionsprocesse und Sumpfgasgährung (Kellner, Japan. Bodenarten) zur salpeterartigen Säure reducirt würde. Die Versuche scheinen für die letztere Annahme zu sprechen und wird Verf. dieselben fortsetzen. Baipetersän- Robcrt Warriugto u ") berichtet über die weiter fortgesetzten Unter- im^Bode^. suchuugen über die Bildung der Salpetersäure im Boden. (III. Abhandlung.) Die Versuche wurden in kurzen, weithalsigen Flaschen, die mit den, den jeweiligen V^ersuchsbedingungen entsprechenden Substanzen und sterilisirten Lösungen gefüllt und um den Luftzutritt nicht zu hindern mit Baumwolle verschlossen waren. Als Salpetersäureferment diente entweder eine kleine Menge frischer Boden oder eine bereits nitriticirte Lösung. Es wurde alle Vorsicht angewendet, um während der Versuche keine Sporen in die Ver- suchsflüssigkeiten gelangen zu lassen. Als Reagenzien auf die durch die Zersetzung der stickstoffhaltigen Sub- stanzen entstandenen Ammoniaks und Salpetersäure dienten Nessler'sches Reagenz und Dipheuyieudiamin. Vorarbeiten Hessen erkennen, dass die, die Salpetersäurebildung im Boden hervorrufenden Organismen in einer Tiefe von mehr als 18 Zoll unter der Oberfläche nicht mehr mit Sicherheit und Constenz nachweisbar sind. Es ergab sich aus einer grossen Versuchsreihe, dass Boden bis zu 9 Zoll Tiefe jedesmal Salpetersäurebildung im sterilisirten Harne hervorrief, solcher unter 9 Zoll nicht mehr bei jedem Experimente, Boden von 18 Zoll Tiefe selbe nur ausnahmsweise und endlich ein einziges mal ein Boden von 3 Fuss Tiefe ebenfalls nitrificirende Wirkungen übte. Aus den Versuchen des Verf. über die Salpetersäurebildung geht her- vor, dass sich aus den stickstoffhaltigen Substanzen vorerst Ammoniak bildet, (Milchserum, Asparaginlösung und Extract von Rübenkuchen), dass ferner verschiedene Substanzen, wie Calciumcarbonat, saures und neutrales Natriumcarbonat einen günstigen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Nitri- fication ausüben, was ja auch schon von den vielen früherem Beobachtern gefunden wurde, dass Ammoniumcarbonat in grösseren Mengen, entweder durch den Zersetzungsprocess entstanden oder zugefügt, einen verlangsamen- den, selbst hindernden Einfluss ausübt. Gypszusatz beseitiget diese Hemmung. Ebenso ist mehr oder weniger die rasche Salpetersäurebildung abhängig von der Coucentration der Lösungen und von der Menge und Qualität des nitrificirenden Organismus. Ein solcher, in concentrirteren Nährlösungen ») Landwirthschaftl. Versuchsstat. XXX. 32. *) Jüuru. of the Chem. Sog. 1884. XLV. 68. Boden, 33 cultivlrter, wird kräftigere Wirkungen auch dann ausüben, wenn er in ver- dünnte Nährlösungen gelangt, während ein durch Keiucultur aus verdünuteren Lösungen erhaltener, selbst bei günstigen Temperaturen nicht energisch zu wirken im Stande ist. Es kann weiter nicht zweifelhaft sein, dass eine rasche Salpetersäurebildung eine ebensorasche Erneuerung des in der Flüssig- keit absorbirten Sauerstoffes verlangt, daher geht die Nitritication in stag- nirenden Gewässern langsamer vor sich als in Flüssigkeiten, welche einen po- rösen Körper benetzen. Der organische Kohlenstoff übt nur insofern einen Eintluss auf diese Umwandlung aus, als er als Saucrstotfüberträger thätig sein kann. Was endlich die Temperatur anbelangt, so glaubt Verf., dass die Bil- dung der Salpetersäure von der Kälte mehr beeinflusst wird als die der salpetrigen Säure.. Endlich bespricht Verf. in Kürze noch die in dem Boden stattfindenden Reductionserscheinungen. Der Salpetersäurebildung im Boden gebt immer eine Reductiou voraus, diese ist aber in kurzer Zeit vollendet, das dieselbe hervorrufende Bacterium (Deherain u. Maquenne) muss demnach sich rascher entwickeln als das die Salpetersäurebildung bedingende und seinen Lebens- lauf vollenden, ehe das andere zur kräftigen Entwicklung gelangen kann. Deherain und Maquenne^) setzten ihre früheren Untersuchungen Buttersäure- über die Gähruug des Rohrzuckers bei Gegenwart von Calciumcarbonat durch ^du7oh^ Gartenerde fort, constatiren in der Gährflüssigkeit ein dem Bact. amylobacter Ackererde. ähnlichen Organismus, lassen es aber unentschieden ob ersterer die Gäh- rung veranlasst habe, da Spuren von in den Boden enthaltenen Hefezellen, welche der mikroskop. Prüfung entgangen, die Ursache derselben gewesen sein könnten. Sie weisen als Gährungsproducte nach: Wasserstoff, Kohlen- säure, Aethyl und Amylalkohol nebst Spuren von höheren Homologen, ferner Essigsäure, Buttersäure und Propionsäure. Verf. wollen auf Grund ihrer Versuche keine bestimmte Ansicht aus- sprechen, glauben aber, dass ihr Baccilus verschieden ist von dem von Fitz beobachteten, und dass nicht die verschiedenen Versuchsbedingungen die Ver- anlassung zur Bildung verschiedenartiger Gährungsproducte gegeben haben, sondern, dass es eine grössere Anzahl Buttersäurefermente gebe, welche bis jetzt nur durch die von denselben gebildeten Gährungsprodueten zu cha- racterisiren sind. Karl Eser^) veröffentlicht unter nebenstehendem Titel eine umfang- Einflusa der reiche Arbeit, welche ein kurzes Referat nicht erlaubt. Aus ausserordent- physicai. lieh zahlreichen Beobachtungen leitet Verf. folgende Schlussfolgerungen ab. ^^jf^j'^/^'^'^g*^; 1 ) Die Wasserverdunstung aus dem Boden ist vor Allem abhängig von dena auf das der Menge der in demselben enthaltenen Feuchtigkeit, je grösser dieselbe, dunstunga- um so bedeutender die Verdunstung. Daher wächst letztere unter sonst '^"mögen. gleichen Verhältnissen mit der Wassercapacität des Erdreiches und mit der Menge des ober- und unterirdisch zugeführten Wassers. Im gesättigten (nassen) Zustande verdunsten die Böden von verschiedener physikalischer Beschaffen- heit beinahe gleiche Wassermengen. 2) Die Verdunstung geht so lange an der Bodenoberfläche vor sich, als diese sich feucht erhält. Der hier stattfindende Verlust wird durch capillares Aufsteigen des Wassers aus den tieferen Schichten des Bodens in *) Ann. agronomiques. Tome X Nr. 1 pag. 1. J«hT««1)«rioht 1884, OA Boden, "WaBser, Atmospliäre, Pflanze, Dünger. dem Falle gedeckt, wo der Wassergehalt mehr als circa 50 % der Wasser- capacitiit beträgt. Ist die Bodenfeuchtigkeit unter diese Grenze herab- gesunken, so wird der Aufstieg des Wassers sistirt, was zur Folge hat, dass die Oberfläche des Erdreichs abtrocknet und die Verdunstungsschichte tiefer zu liegen kommt, und zwar um so tiefer, je weniger Wasser der Boden ursprünglich enthielt, und je schneller die Austrocknung der höheren Schichten desselben vor sich ging. 3) Durch Austrocknung der zu Tage tretenden Schichten des Bodens wird der directe Einfluss der Verduustungsfaktoren (Insolation, Winde u. s. w.) und dadurch die Verdunstung wesentlich vermindert. Letztere ist dann vor- nehmlich abhängig von der Erwärmung und den von der Porosität des Erd- reiches abhängigen Luftströmungen in der Ackererde. Je mächtiger die ab- getrocknete Schicht ist und je tiefer in Folge dessen die Verdunstungsschicht herabsinkt, um so mehr erleidet die Abgabe von Wasser an die Atmo- sphäie seitens des Bodens eine Einbusse. Wird die Abtrockuung der obersten Bodenschichten durch Lockerung derselben beschleunigt oder eine Deckschicht durch Aufbringung einer Bodenart mit geringer Wassercapacität hergestellt, so vermindert sich die Verdunstung gleichfalls in beträchtlichem Grade. 4) Böden, in welchen aus vorbezeichneten Gründen die Wasserver- dunstung eine sehr intensive war, verlieren bei weiter vorgeschrittener Aus- trocknung des Bodens geringere Feuchtigkeitsmengen als solche, bei welchen die Austrocknung ursprünglich langsamer von statten ging, weil ein Zeit- punkt eintritt, wo letztere einen reichlicheren Wasservorrath besitzen als erstere. 5) Ausser durch die vorbezeichueten Factoren ist die Verdunstungs- kapazität der Bodenarten unter sonst gleichen Umständen ferner bedingt durch die Grösse der Oberfläche: je grösser diese, um so ergiebiger ist die Wasserabgabe au die Atmosphäre. Aus diesem Grunde verdunstet der Bo- den bei rauher und gewölbter Oberfläche eine grössere Feuchtigkeitsraenge als bei glatter, resp. ebener. 6) Von den für die Wasserverdunstung wichtigsten physikalischen Eigenschaften kommen an erster Stelle die Structurverhältuisse des Bodens und der Gehalt au organischen Stoffen in Betracht, weil hiervon sowohl die Wassercapacität als auch die capillare Leitung hauptsächlich abhängig sind. Mit der Feinheit der Bodenpartikelchen nimmt im Allgemeinen im Zustande der Einzelnconstructur die Wasserdunstung zu; nur bei dem Ueberschreiten einer gewissen Korngrösse vermindert sich dieselbe innerhalb bestimmter Grenzen, Der krümelige Boden zeigt eine geringere Verdunstungscapacität als der pul verförmige-, eben dasselbe ist der Fall bei lockerer Lagerung der Bodentheilchen und Bröckchen gegenüber der dichten. Steinhaitiger Boden verliert geringere Wassermengen durch Verdunstung als steinfreier. Von den verschiedenen Hauptbodengemengtheilen verdunstet unter natür- lichen Verhältnissen der Humus die grössten, der Sand die geringsten Feuchtigkeitsmengen, während der Thon in dieser Beziehung zwischen beiden Extremen steht. 7) Die Wasserabgabe des Bodens an die Atmosphäre ist um so grösser, je dunkler die Oberfläche gefärbt ist. 8) Befindet sich in der Tiefe des Bodens Grundwasser, so wird die Verdunstung um so geringer sein, je höher die Bodenschicht, d. h. der Abstand zwischen dem Grundwasserspiegel und der Bodenoberfläche ist. Boden. Og Diese Unterschiede treten um so stärker hervor, je weniger der Boden im Stande ist, das Wasser auf eine grössere Hölie capillar zu heben und um- gekehrt. Im feuchten Zustande der Böden tritt die an ersterer Stelle an- geführte Gesetzmässigkeit nur anfangs hervor-, je weiter jedoch die Aus- trocknung des Bodens vorschrcitct, um so mehr rückt das Verdunstungs- maximuni zu den Bodenschichten von grösserer Mächtigkeit, bis schliesslich in Summa um so grössere V\^asscrmengcn verdunstet werden, je höber die Bodenschicht ist. 9) Einen grösseren Einfluss als die im Boden selbst liegenden Fac- toren übt die Bedeckung desselben mit Pflanzen oder leblosen Gegenständen auf die Wasserverluste aus. Der mit lebenden Pflanzen bestandene Boden verdunstet die grössten, der durch leblose Gegenstände (Stroh, Dünger, Streu, Steine u. s. w.) bedeckte die geringsten Wassermengen, während der nackte Boden sich zwischen beiden in der Mitte hält. Die Grösse der Ver- dunstung eines mit Streumaterialien bedeckten Erdreiches ist weniger von der Beschaffenheit der Decke als vielmehr von der Mächtigkeit derselben abhängig: Je höher die Deckschicht ist, um so mehr wird die Verdunstung herabgedrückt. 10) Wird der an der Oberfläche des Bodens stattfindende Feuchtigkeits- verlust durch capillares Aufsteigen des Wassers wieder ersetzt (Satz 2), so wird ein Theil der löslichen Bodensalze dadurch nach aufwärts gefördert (J. Kessler). 11) Düngungen mit Substanzen, welche lösliche Salze enthalten, sind, in den in der Praxis üblichen Mengen angewendet, für die Bodcnvordunstung belanglos; erst in dem Falle, wo dieselben in übergrossen Quantitäten, in solchen, welche das Pflanzenleben zu Grunde richten würden, benutzt wer- den, üben sie auf die Wasserabgabe eine retardirende Wirkung aus. 12) Bei verschiedener Lage des Bodens gegen die Himmelsrichtung (Exposition) verdunsten die Südhänge die grössten Wasserraengen, dann folgt die Ost-, weiterhin die Westseite, während in der nördlichen Exposition die geringsten Feuchtigkeitsraengen durch Verdunstung verloren gehen: Die bezüglichen Unterschiede in den Verdunstungsgrössen zwischen nördlich und südlich, sowie andrerseits zwischen östlich und westlich expouirten Flächen nehmen in dem Grade zu, als die Neigung eine stärkere ist. 13) Bei verschiedener Inclination der Bodeufläche und südlicher Ex- position der betreffenden Hänge ist unter unseren Breiten die Verdunstung während des grössten Theiles des Jahres um so grösser, je stärker der Neigungswinkel ist. Zur Zeit der grössten nördlichen Declination stellt sich der Gang der Verdunstung umgekehrt: Von da ab aber wandert das Maximum allmählich nach dem Frühjahr, resp. dem Herbste zu wieder in die erst erwähnte Lage zurück. 14) Die ad 12 und 13 charakterisirten Verdunstungsgrössen sind nahezu den Insolationsintensitäten gerade proportional. C. Wollny berichtet über zahlreiche Beobachtungen, welche zum lodenrauT Zwecke angestellt wurden, um den Einfluss des Bodens auf die Feuchtigkeit die ^^^°- und Temperatur der atmosphärischen Luft zu studiren. Aus dem grossen Beobachtungsmateriale folgert er, dass 1) die Luft über Quarzsand am wärmsten ist, dann folgen Lehm und Kalk, am kältesten ist sie über Torf. 2 ) Dass die Erwärmung des Bodens in anderer Weise stattfindet, indem 8* na Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, die Erwärmung absteigend sich stellt: Torf, Lehm, Quarzsand und Kalk. 3) dass der Einfluss des Bodens mit der Höbe der Luftscbicbt abnimmt. 4) Die Luft über einem mit Pflanzen bestandenem Felde ist kühler als die über einem brachliegenden, doch sind die Temperaturschwankungen im ersteren Falle geringer. 5) Durch Bewässerung wird die Lufttemperatur herabgedrückt, 6) über südlich exponirte Abdachungen ist die Luft am wärmsten, am kältesten über den nach Norden gelegenen und endlich 7) das Maximum der Lufttemperatur wandert dem Sonnenstande ent- sprechend von Osten nach Westen. Wasser- p^ul Jauuasch (Ncues Jahrb. f. Min., Geol. u. Pal. 1884. IL 20G) schiedener theilt seiue Erfahrungen über die Bestimmungen des aus Mineralien durch Mineralien. •pj.Q(.]jeQnjittel abscheidbareu Wassers mit. Nach ihm verlieren gewisse in die Zeolithgruppe gehörende Mineralien beim Liegen über gewöhnlicher concenfrirter Schwefelsäure, Phosphorpentoxyd und Chlorcalcium eine grössere Menge Wasser, als sie solches im hygroskopischen Zustande besitzen. Heulandit (16,37 "/o Gesammtwasser) verlor an die oben erwähnten Trocken- mittel der Reihe nach 2,2, 3,29 und 0,90/0, Epistilbit (15,29% aq.) 1,97, 2,14 und 0,54% Wasser, während die hygroskopische Feuchtigkeit der beiden Mineralpulver zu 0,03 uud 0,1 % bestimmt wurde. Diese letztere wurde gefunden durch Wägung der Wassermengeu, welche die lufttrockenen Mineralpulver an absolut trockenen Sand abgaben, wie auch durch Ver- gleichung des Wassergehaltes von ähnlichen Körpern (Feldspathen etc.) im Zustande gleicher Vertheilung. Es sind dies wichtige Beobachtungen, welche bei Beurtheilung der Analysen von Bodenarten, speciell Verwitterungsböden Silicat reicher Gesteine nicht ausser Acht zu lassen sein dürften. Quantitative J. Hazard,!) giebt eine Methode zur quantitativen Bestimmung des Bestimmung Qyjj^gg j,^ Gcsteineu und Bodenarten. Muscovit, Biotit, Granat, Turmalin, des yuarzes. ^ / Talk, Hornblende, Hypersthen, Diallage, Pyroxen (mit Ausnahme des Salit). Anorthit und Labrador werden durch verdünnte Schwefelsäure unter Druck vollständig aufgeschlossen, während Orthoklas, Albit und Oligoklas unzersetzt bleiben. Er verfährt folgendermassen : Das sorgfältigst bereitete Gesteinspulver wird mit 2 Tbl. concentrirter Schwefelsäure uud 1 Tbl. Wasser in einer Glasröhre eingeschmolzen, 6 Stunden lang auf 250** C. erhitzt, der Reactions- rückstand (sammt dem Filter) nach oberflächlichem Waschen mit verdünnter Kalilauge eine Stunde auf dem Wasserbade digerirt, verdünnt, filtrirt, anfangs mit heisser verdünnter Kalilauge, schliesslich aber mit verdünnter Salzsäure ausgewaschen. Auf dem Filter findet sich der Quarz nur noch gemengt mit nicht aufschliessl)aren Feldspäthen. Zur Trennung von diesen schlägt Vf. einen indirecten Weg vor, indem er den gesammten Rückstand nach dem Trocknen und Glühen mit Soda aufschliesst, Thonerde und Kalk bestimmt, daraus die für Orthoklas und Anorthit erforderlichen Mengen Kieselsäure berechnet, welche von der Gesammtkieselsäure abgezogen die Menge des vorhandenen Quarzes ergeben. Phosphor- P. de Gasparin^) bestimmt die Phosphorsäure in den Ackererden beetimmüng. ^^'^^"^ 20 Gramm der fein gepulverten durch ein Seidensieb gesiebten Erde *) Zeitschrift für analytische Chemie. XXHL 158. «) Comptes rendua 96, 314 u. Zeitschrift f. analyt. Chem. XXIII. 435. Boden. 37 zur Zerlegung der Carbonate zuerst mit verdünnter Salzsäure (1:5) kocht, dann 80 com Königswasser zusetzt, auf dem "Wasserbade bis zur Syrupcon- . sisteuz abdampft, mii kaltem destillirten Wasser verdünnt und tiltrirt. Den aus diesem Filtratc durch Ammoniak erhaltenen Niederschlag löst er nach schwachem Glühen durch längeres Uigeriren mit verdünnter kalter Salpetersäure, aus welcher Lösung, die alle Phosphorsäurc enthält, nach dem Cüiicentriren, mittelst Molybdänlösung etc. auf gewöhnlichem Wege die Phosphorsäure bestimmt wird. Ad. Carnot') veröffentlicht ebenfalls eine Methode zur Bestimmung phosphor- der Phosphorsäure in Ackererden uud Gesteinen. Er behandelt wie Gasparin ^o !^"'^''" 20 — 50 g Substanz zuerst mit Salzsäure, dann mit kochendem Königs- wasser, verdünnt, tiltrirt und benutzt nun das seinerzeit von M. Chancel zur Trennung von Thonerdc und Eisenoxyd angegebene Verfahren mittelst Natriumhyposulfit, da er gefunden, dass dieselbe ebenfalls bei Gegenwart von Phosphorsäure gelingt. Er setzt zur Lösung 0,2 — 0,3 g Thonerde in Form von Chlorid, neutralisirt nahezu erst mit Ammoniak, später mit Soda, fügt nun Natriumhyposulfit hinzu, bis die anfangs violette Lösung farblos geworden und dann ein Geraenge von diesem mit Natriumacetat (je 5 Gramm), erhitzt und kocht 15 Minuten. Der Niederschlag enthält alle Phosphorsäurc neben Thonerde und Schwefel und ist frei von Eisen. Nach dem Auswaschen mit heissem Wasser wird er geglüht, in Salpetersäure gelöst und die Phosphorsäure nach bekannter Weise bestimmt. Ist die mit Mo- lybdat erhaltene Fällung sehr gering, so sammelt Vf. den Niederschlag auf gewogenem Filter und berechnet 3,6<^/o des getrockneten und vorher mit Alkohol gewaschenen Niederschlages als Phosphorsäure. A. Guyard^) hält die gewöhnlich angewendete Bestimmungsmethode stickstoff- des Ammoniak - Stickstoffes im Boden durch Destillation des Bodens in A^k"r°-^ (100 Gramm) mit Wasser (300 Gramm) und Magnesia (2—4 Gramm) nicht "^^''• für exact, da hierdurch auch die organischen Stickstoft'verbindungeu zersetzt werden, was daraus hervorgeht, dass bei Anwendung verschiedener Mengen Magnesia auch verschiedene Mengen Ammoniak erhalten werden. Er schlägt vor, statt Magnesia zur Ammoniakbestimmung kohlensauren Kalk zu verwenden (10 Gramm) und ausserdem den organischen Stickstoff durch fi-actionirte Behandlung mit basischem Magnesiumcarbonat (5 Gramm), Aetzmagnesia (2 Gramm), Aetzkalk (1 Gramm) und endlich Aetzalkalicn (0,5 — 1 Gramm) zu bestimmen. G. Lechartier^) theilt im Anschlüsse an frühere Mitteilungen (siehe Boden- auch oben) neue Versuche über die Einwirkung verschiedener Salzlösungen " ^* ' auf den Boden mit. Die mit einer Ackererde vou Trois-Croix angestellten Versuche ergaben: (Siehe Tabelle auf S. 38.) M. Fesca^) und Imai benützen zur Bestimmung des Eisenoxydes und ^^g^g'''™"'"^^"/ Oxydules in Ackererden etc. die seinerzeit von Fuchs^) angegebene Methode, oxydes und Oxjduls. 1) The Theniical News 38. Jahrg. 1884. No. 1277 pag. 21«. Aus Corapt. reud. *) Bulletin de la societö chimique Tom. XLI. No. 7, aus Biedermanns Cen- tralblatt. 1884. 651. ») Compt. rend. Jahrg. 1884. No. 21. 1339, Biederm. Centr. Bl. 1884 182. *) Miffiifilnnjrpn .'>"'? flem bndcnkundlicbeu Tiahoraforium d. kaiscrl. grolcsj. Lanilosaiifralinic in Tol getrocknet), während im 1 des reinen Grundwassers, wie es in den reichlich wasserführenden Schichten des Leipziger Diluviums vorkommt und auch seitens der städtischen Wasser- versorgung der Stadt Leipzig zugeleitet wird, nur 230 Milligramme ge- trockneten Rückstand liefert. ') Archiv f. Hygieine 1884, 2. S. 60. Wasser. 43 Von den einzelnen Bestandtheilen waren in Milligrammen im 1 vor- handen: In der Im Grundwasser Marienquello der Wasserkunst I. II. Kieselsäure 7,0 8,0 25,0 Kalk 94,0 92,6 63,5 Magnesia 24,0 24,5 18,3 Kochsalz 66,0 66,0 21,0 Schwefelsäure ■ . . . . 140,5 — 38,7 Salpetersäure 63,0 — 7,0 Ammoniak — 0,05 — Sauerstoffverbrauch für organische Stoffe . 0,8 0,9 0,7 H. Fleck hat wiederholt das Wasser der Dresdner Wasserleitung chemisch untersucht und wir entnehmen aus dem „Bericht über das Wasser- leitungswesen von Dresden pro 1883" die Resultate der Wasseranalyse vom 17. April 1883. Ein Liter des untersuchten Leitungswassers enthielt 0,1188 g feste Stoffe, bestehend aus: 0,0033 g organischen Substanzen 0,0258 „ schwefelsaurem Kalk 0,0345 „ kohlensaur. „ 0,0044 „ kohlensaur. Magnesia 0,0070 „ schwefelsaur. „ 0,0222 „ kieselsaur. Natron 0,0074 „ Chlormagnesium 0,0063 „ Chlornatrium 0,0079 „ Krystallwasscr der Salze ausserdem 25,06 Raum pro mille Kohlensäure im Liter. Dieser analytische Befund und die schon in diesem Jahresbericht 1882 S. 32 angegebeneu Untersuchungsresultate desselben Wassers aus den Jahren 1880 und 1881 lassen das Dresdner Leitungswasser als ein Trink- und Nutzwasser bester Qualität erscheinen. Die fast vollständige Gleichmässig- keit in der Art und Menge der gelösten Stoffe giebt zugleich Bürgschaft für seine fortdauernde Reinheit ab. Salpetrige Säure und Ammoniak fehlten in dem Wasser. W. Wolf hat bei seinem Aufenthalte in dem lieblichen und freund- lichen Badestädtchen Oeynhausen (Westfalen), was bekannt ist durch seine Nerven-Heilquellen, starke Soohiuellen und kohlensäurereichc Thernialsool- wasser etc., die Wasser einiger Brunnen des Badeortes entnommen und in dem agrikulturchemischen Laboratorium zu Döbeln einer chemischen Unter- suchung unterzogen, deren Resultate nachstehends zur Mittheilung gc- langeii. Ein Liter Wasser enthält in Milligrammen folgende Bestandtheile: (Siehe die Tabelle auf S. 44.) Die Wasserentnahme aus den Brun.uen erfolgte am 7. August 1884. Sämmtliche Wasser waren klar und ohne die mindeste Färbung. Das Wasser I entstammt dem öffentlichen Brunnen auf dem Nord- bahnhofe der Köln-Mindener Bahn. Der Brunnen ist ca. 10 ra tief und Unter- suchunR des Dresdner Leitungs- wassers. Chemisclie Unter- suchungpu einiger Brunnen- wasser des Bades Oeyn- hausen. 44 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Brunnenwaaser I n lU IV V Kochsalz Chlormagnesiuni .... Schwefelsaurer Kalk . Schwefelsaure Magnesia . Kohlensaurer Kalk . . Kohlensaure Magnesia Kohlensaures Eisenoxydul Salpetersaurer Kalk . . Kieselsäure u. Kali Organische Substanz . . 2263,4 257,6 635,8 191,0 Spuren 42,5 52,7 17,6 145,0 24,7 297,5 168,4 61,3 9,4 21,7 22,0 140,0 38,3 258,4 119,6 49,4 136,6 18,0 19,7 323,7 57,2 296,3 227,9 10,9 373,0 31,0 30,2 82,4 43,0 292,4 38,2 5,5 Spuren 174,0 45,8 28,5 Summe aller Bestandtheile Ausserdem nachgewiesen: Salpetrige Säure . . Ammoniak 3460,6 750,0 780,0 Spuren 1350,1 (leutl. Reakt. Spuren 709,8 Spuren das Wasser hatte bei der Entnahme eine Temperatur von 10 ^ C. bei 23,7 " C. Lufttemperatur. Wasser II ist aus einem dem Südbahnhof gegenüberliegenden, ebenfalls ca. 10 m tiefen Privat- Ziehbrunnen entnommen-, die Temperatur des Wassers betrug 9,50 c. Wasser III entstammt dem Privat-Brunneu eines Hauses, welches am Wege nach dem Dunstbade, zwischen der Herforder Chaussee und der Köln-Mindener Eisenbahn, liegt. Der Brunnen ist nur ca. 2,5 ra tief, sein Wasser hatte eine Temperatur von 10,90 c. Wasser IV und V sind aus ca. 3 m tiefen privaten Brunnen der Klosterstrasse entnommen; IV zeigte 11,2 und V 9,8^0. Die Brunnen I und III liegen von den 3 Thermalsoolquellen des Bades in nördlicher Richtung, nach dem Werrathale zu, in etwa gleicher (ca. 5 Minuten) Entfernung; während der Ziehbrunnen in ähnlicher Entfernung von den Thermalquellen aufwärts in südlicher Richtung liegt. Die Brunnen IV und V liegen in nord- und bez. östlicher Richtung etwas näher au den genannten 3 Quellen, hinsichtlich des Teirains etwa in der Mitte zwischen den nördlich gelegenen Brunnen I und III und dem südlich gelegenen Brunnen II. Ich erwähne diese Verhältnisse, weil man nach der Zusammensetzung der einzelnen Brunnenwässer, namentlich aber des Wassers unter I, leicht zu der Annahme kommen könnte, dass die Brunnen selbst Wasscrzufluss aus den Thermalquellen erhalten und damit verunreinigt sein müssten. Dies ist aber nach den Terrain- und geognostischen Verhältnissen des Bodens keines- wegs ohne weiteres als erwiesen anzunehmen; vielmehr lassen die Wasser ihrer Zusammensetzung nach, zunächst nur im Allgemeinen den Einfluss erkennen, welchen die geologischen Bodenverhältnisse der mit Gyps und Salzen durchzogenen Lias- und der salzreichen mittleren Triasforination des Oeynhausener tieferen Untergrundes überhaupt auf die Grundwasser führenden Waseer. 45 oberen Schichteu haben und dieser Einfluss kennzeichnet sich bezüglich des Kochsalz-, Gips- etc. Gehaltes in hervorragender Weise auf das Wasser des Brunnen I, in minderem Grade aber auch auf die Wasser der anderen Brunnen. Brunnen III, IV und V lassen ausserdem hinsichtlich ihres reichlicheren Salpetersäure-Gehaltes und der nachgewiesenen geringen Mengen von sal- petriger Säure und Ammoniak, noch erkennen, dass die Brunnenwässer in diesen bewohnteren Theilen des Badeortes von äusseren, von der Oberfläche her erfolgenden Einflüssen nicht ganz befreit sind. Der Gehalt sämmtlicher Wasser an organischen Substanzen ist nicht beträchtlich; auch habe ich in keinem der Brunnenwasser verdächtige, resp. der Gesundheit schädliche Mikro-Organisraen nachzuweisen vermocht. Ludwig Letze rieh ^) hat Brunnenwässer aus solchen Häusern chemisch Ueber die und mikroskopisch untersucht, in welchen wiederholt Typhusfälle vorge- suci.ung^von kommen waren. Brunnen- wassern aus Die mikroskopische Untersuchung richtete sich auf den nach 1 2 bis Häuacm, in 18 Stunden in den Wässern entstandenen Niederschlag und ergab, neben wiederholt Infusorien und Mikrokokken, verfaulte organische Massen, an welchen '^^'''^"^'^^''® sporentragende Klebs'sche Fäden der Typhusorganismen zu erkennen geiiommen. waren; aber auch da, wo solche anfangs nicht sichtbar waren, gelang es dem Verfasser durch wiederholte Kulturen die Typhusorganismen (die Mikrokokken mit ihrem Uebergang in Klebs'sche Fäden und Eberth'schen Stäbchen) heraus zu kultiviren. Mit solchen Kulturen der G. Generation stellte der Verfasser Infectionsversuche bei Kaninchen an und konnte be- obachten, dass nach höchstens 3 Tagen bei den Thieren dem Abdominal- typhus ähnliche Erscheinungen eintraten. Wasser aus Brunnen, welche keine verdächtigen Mikroorganismen enthielten, entwickelten nur Mikro- kokkos prodigiosus und luteus, welche nach Infectionsversuchen keinerlei Krankheiten hervorriefen. Der Verfasser ist durch seine Vei'suchejzu folgenden Resultaten ge- kommen: 1) Die chemische Untersuchung der Trink- und Gebrauchswässer reicht zur hygieiniscben Beurtheilung derselben nicht aus; ein Haupt- gewicht ist vielmehr auf die mikroskopische Untersuchung der event. Niederschläge von ca. 1 Liter Wasser und die Kulturen aus solchen zu legen. 2) Die mikroskopische Untersuchung hat den Zweck, die Gegenwart von niederen Organismen nachzuweisen oder auszuschliessen. 3) Ist das Wasser von Typhusorganismen inficirt, so findet man die- selben in rundlich, elliptischen Mikrokokkenformen und die sehr charakteristischen, verhältnissmässig kurzen und dicken Eberth'schen Bacillen. Letztere sind zur Beurtheilung allein massgebend; daher ist die Anfertigung von Präparaten aus den Niederschlägen nach der Baum garten 'scheu Methode unbedingt nöthig, weil diese sofort die etwa vorhandenen Stäbchen deutlich zeigt. 4) Wenn es nicht gelingt die Eberth'schen Stäbchen in den Nieder- schlägen nachzuweisen, so sind mit denselben Kulturen anzulegen und die entstandenen Pilzvegetationen genau zu untersuchen, Rein- kulturen anzustellen und Versuche mit Thieren zu machen. ») Arch. d. Pharmacle 1884, S. 74, Aß Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 5) Auch die Klebs'scheu sporentrageiiden Fäden finden sich in in- ficirtem Trinkwasser, dann aber stets neben Eber th 'sehen Bacillen; jedoch seltener und nur in der wärmeren Jahreszeit (April bis September), während die Mikrokokkeu und Eberth 'sehen Fäden zu allen Zeiten beobachtet werden. ueber die Albert R. Lccds^) hat Versuche angestellt über die Bestimmung d'er'orga'n.^ der orgauischcu Substanzen in Trinkwässern nach den Methoden, welche Substanzen g^^f jgj, Reductlou dcs Übermangansauren Kalis beruhen und ist dabei zu in irink- ^ wässern, nachstehenden Resultaten gekommen. 1) Die Kubel-Tiemann'sche Methode ist beizubehalten. Die Be- stimmungen müssen in genau gleicher Weise ausgeführt und die Dauer des Versuchs muss auf genau 5 Minuten festgesetzt werden. 2) Die Resultate müssen dadurch corrigirt werden, dass man die in einem blinden Versuch mit reinem (nicht gewöhnlichem) destillirten Wasser verbrauchte Menge Chamäleonlösung in Abzug bringt. Im Gegensatz zu den mit übermangansaurem Kali erhaltenen Resultaten sind die durch Reduction von Silberuitrat im Sonnenlicht bestimmten Pro- cente Sauerstoff bei Parallelversuchen mit demselben Wasser übez-einstiramend. W. Bachmeyer 2) ist in Bezug auf die Bestimmung der organischen Substanzen mittelst übermangansauren Kaliums im Trinkwasser zu ähnlichen Resultaten gelaugt, wie Leeds; schlägt aber vor die Zeitdauer des Kochens der Flüssigkeit auf 36 Minuten festzusetzen und zu 100 ccm Wasser 10 ccm Schwefelsäure (1:4) zu nehmen. Der Verf. will auch noch diejenige Menge übermangansaures Kalium in Rechnung gezogen wissen, welche zur Färbung der Flüssigkeit erforderlich ist. Ausserdem ist durch die Wahl passender Gefässe (Kolben mit langem Halse) das zu rasche Abdunsten des Wassers zu vermeiden. Oxydation W. HcmpeP) hat den experimentellen Nachweis geliefert, dass Am- des Ammo- moniak haltigcs Wasser, welches auf einer grossen Oberfläche vertheilt und niaks im ^ . ° Brunnen- (auf Filtrirpapicr) mit Lnft in Berührung gebracht wird, die Oxydation des Ammoniaks zu Ammoniumnitrit beobachten lässt, dass also Salpetersäure- Bildung aus Ammoniak im Wasser eiuti'itt, auch ohne die Anwesen- heit organisirter Gebilde. Die Intensität der Erscheinung richtete sich nach dem Ammoniakgehalte des Wassers, nahm aber nicht dem letzteren pro- partioual zu, sondern ab. Ueberschreitet der Ammoniakgehalt eine gewisse Grenze, so hört die Oxydation desselben auf. Bei Anwendung eines Wassers mit 1 7o Ammoniak blieb die Salpetersäurebildung = 0. Wasser von 0,2 '^/o Amraoniakgehalt, sowie Wasser von 1 *Voo Gehalt an Ammoniak, zeigten sofortige und sehr deutliche Nitritreactionen; das Wasser enthielt salpetrig- saures und salpetersaures Ammoniak. Gegenwart von saurem kohlensauren Kalk im Wasser soll nach dem Verf. die Salpeterbildung begünstigen, wäh- rend andere Salze, wie Gips etc., keine Beschleunigung der Salpeterbildung bewirkten. Auch das Sterilisiren des Papiers durch Sublimat, oder mittels Temperaturen von 140*^ C beeinträchtigen die Oxydation des Ammoniaks nicht. Berücksichtigt man nun, das die Salpeterbildung im feuchten Erd- boden nur bei Vorhandensein eines leicht durchlässigen Bodenmaterials statt- wasser. 1) Ztschr. f. analyt. Chemie 1884, Bd. 23, S. 17. a. Berl. Ber. 1884. No. 4, S. 119. *) Zeitschr. f. analyt. Ciiemie 1884, Bd. 22 S. .353. 8) Jahresbericht der Kgl. Chem. Centralstelle f. öifentl. Gesundheitspflege zu Dresden. 1884, S. 54. Wasser. 47 findet, in dem die Diffusion der Bodengase mit der äussern Luft einen verhält- nissraässig raschen Verlauf nimmt, und dass liierbei jederzeit Wässer mit viel weniger, als 1 %o Ammoniakgchalt zur Oxydation geboten sind, so dürfte man wohl zur Annahme heroclitigt sein, dass sich auch hier die Um- wandlung des Ammoniaks in salpetrige- und Salpetersäure durch einen suc- cessivc verlaufenden Oxydationsprocess vollzieht, ohne dass als Vcrmittlei- des letzteren ein besonderes Salpcterbildungsferment in Aktion zu treten braucht. (Nach meiner Meinung bestätigt der Verf mit seinen Versuchen nur die von Schönbein schon beobachtete Thatsache, dass beim Verdunsten des Wassers an der Luft salpetrige Säure etc. gebildet wird. Bei an Am= raoniak reicheren Flüssigkeiten wird durch das entweichende Ämmoniak- gas die Wasserverdunstung und der Zutritt der Luft abgeschwächt oder eine Zeitlang ganz aufgehoben und deshalb bilden ammoniakreiche Wasser in der ersten Zeit keine salpetrige Säure. Der Ref) 2) Mineralwasser. Eine neuerdings von Paul Lehmann ') ausgeführte ehem. ÜJitersuchung des Harzer Graubofer Sauerbrunnens ergab im Liter: Kohlensaures Natron . . 0,1361 g Kohlensaurer Kalk. . . 0,1718 „ Kohlensaure Magnesia . 0,0365 „ Kohlensaures Eisen . . geringe Mengen Chlorkalium 0,0024 g Chloruatrium .... 0,0336 „ Kieselsäure 0,0088 „ Schwefelsaures Natron 0,0154 „ Freie Kohlensäure ... V E, Ludwig^) hat eine genaue chemische Untersuchung des Säuer- lings der Maria -Theresienquelle zu Andersdorf in Mähren ausgeführt und in 1000 Theilen Wasser folgende Bestandtheile gefunden: die kohlensauren Salze berechnet als einfaflie ^. , Carbonate D>earboi,ate Schwefelsaures Kalium 0,00553 0,00553 Chlorkalium 0,00032 0,00032 Chlornatrium 0,00259 0,00259 Kohlensaures Natrium 0,16514 0,23365 Kohlensaurer Kalk 1,01129 1,45626 Kohlensaures Strontium ..... 0,00048 0,00062 Kohlensaure Magnesia .,.'.. 0,10088 0,15372 Kohlensaures Mangan 0,00225 0,00311 Kohlensaures Eisen 0,02384 0,03288 Phosphorsaurer Kalk 0,00013 0,00013 Aluminiumo.xyd 0,00010 0,00010 Kieselsäure 0,06229 0,06229 Lithium u. Baryum Spuren Spuren Organische Substanz 0,00269 0,00269 Halbgebundene Kohlensäure ... 0,57636 — Freie Kohlensäure 2,28579 2,28579 Summe der festen Bestandtheile 1,37753 — 1) Zeitschr. f. Min.-Wasserfabr. 1, S. 57 a. ehem. C'entralbl. 1884, S. 494. «) Mineralog. u. petrograph. Mitthlgen. 1884, 6. a. ehem. Centralbl 1884, S. 795. Analyae des Harzer Sauer- brunnens. Clifimischfl Unter- suchung des Säuerlings dp.i Maria- Theresia- quelle zu Andersdorf. 48 Boden, Wasaer, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Die Temperatur der Quelle betrug 10,50C bei 26,8 «C Lufttemperatur. Das Wasser ist frisch geschöpft völlig klar, wird aber nach längerem Stehen etwas trübe und scheidet einen weissen Bodensatz ab. Das spec. Gewicht betrug 1,002056. Das der Quelle frei entströmende Gas ist reine Kohlen- säure. Nach den Ergebnissen der Analyse ist die Quelle unter die etwas eisenhaltigen, alkalisch-erdigen Säuerlinge einzureihen. A^na^iyafdeB ^- B^Ho') berichtet Über das in der Nähe von Bibarczfalva in Sieben- borhegyer bürgen vorkommende borhegyer Sauerwasser, in welchem Kohlensäurehydrat wa*8sers. ueuerdings in grosser Menge angetroffen wurde. Die chemische Analyse hat ergeben, dass das Wasser in 1 Liter die folgenden Bestandtheile in Grammen enthält: Kohlensaures Natron 0,37489 „ Lithion 0,00646 Kohleusaureu Kalk 0,65040 Kohlensaure Magnesia 0,42075 Kohlensaures Eisenoxydul .... 0,07498 „ Manganoxydul . . . 0,01824 Schwefelsaures Kali 0,00034 Chlornatrium 0,10971 Chlorkalium 0,05820 Bromnatrium 0,00046 Jodnatrium 0,00018 Thonerde 0,00952 Phosphorsäure Spuren Kieselsäure 0,08454 Summe der festen Bestandtheile 1,80797 Gesammt- Kohlensäure 3,13008 Halbgebundene „ 0,70115 Ganz freie Kohlensäure 1,72778 Das Wasser ist klar, doch schlägt sich alles Eisen, Mangan, sowie ein grosser Theil der Thonerde und Kieselsäure und ein kleiner Theil des kohlensauren Kalkes und der kohlensauren Magnesia schon nach kurzem Stehen in Form eines braunen Schlammes nieder. Das Wasser selbst ist dann krystallklar und moussirt bei gewöhnlicher Temperatur nicht, trotz- dem es ein dem eigenen beinahe gleiches Volumen an freier Kohlensäure enthält. Der Verfasser nimmt au, dass die Kohlensäure eben in Form von Hydrat zugegen ist, in Folge dessen das Wasser mit Magnesium grosse Mengen Wasserstoff zu entwickeln vermag und auch dem Wasser demnach bedeutende, durch den Gehalt an kohlensaurem Lithium erhöhte, lösende Wirkungen zugeschrieben werden können. suJhun'^'d ^' ßii'iibaura^) hat das Wasser von 3 neuen Mineralquellen, welche neuen Unmittelbar nebeneinander, kürzlich in Freyersbach im Renchthal in Baden, q^el^en^in aufgefunden worden sind, einer chemischen Untersuchung unterzogen, um *^bYch" festzustellen, ob diese Quellen ein anderes Wasser liefern, als diejenigen, (Baden), welche ßuuseu (Zeitschr. f. analyt. Chemie 1871. X. S. 391) am gleichen 1) Berl. Ber. 1884. 673. Vorgelegt in der Ungar. Akademie d. Wissensch. am 17. März 1884. ») Berl. Ber. 1884, S. 1614. Wasser. 49 Orte früher untersucht hat. Der Verf. ist bei der Untersuchung zu folgenden Resultaten gelangt. In 1000 g Wasser sind enthalten in Grammen: I. 11. 111. Alfred's Friedrich'a Llthion's Quelle Quelle Quelle Natriumbicarbouat . 0,10206 0,23499 0,21930 Calciumbicarbonat . . 1,03995 1,5275 1,52425 Magnesiurabicarbonat . 0,30778 0,44949 0,46233 Ferrobicarbonat . . 0,04410 0,05875 0,03040 Kaliumsulfat . . . 0,03369 0,23962 0,27954 Natriumsulfat . . . 0,62008 0,69940 0,65662 Calciumsulfat . . . 0,00843 0,01465 0,01197 Tricalciumphosphat . 0,00500 0,00075 Spur Chlorraagnesium . . 0,02426 0,01967 0,02869 Chlorlithium . . . 0,00917 0,01300 0,01754 Kieselsäure .... 0,09308 0,10841 0,10236 Kohlensäure .... 1,67847 1,97149 1,66063 Stickstoff 0,00130 0,15525 0,00161 Summ'ä 4,0173 5,49297 4,99524 Ausserdem sind an gasförmigen Bestandtheilen in Cubikcentimetern in 1000 g der Wässer enthalten: Gesammtkohlensäure 1,34349 1,72195 1,55462 Halbgelmndene Kohlensäure . . . 0,24472 0,35940 0,35483 Halb- und ganz gebundene CO2 . . 0,48944 0,71880 0,70966 Freie Kohlensäure 0,85405 1,00315 0,84496 Stickstoff 1,03 1,2359 1,28 Die Temperatur des Wassers bei 100,4 C. Lufttemperatur betrug . 11,7 «C. 11,6 «c. li,5 oc. Das spec. Gew. bei 12 C. ... 1,0025 1,0035 1,0025 Nach vorstehenden Resultaten zeigt sich, dass die Wasser der neuen Quellen eine ähnliche Zusammensetzung besitzen, wie die von Bunsen untersuchten-, nur sehr wesentlich unterscheidend ist ein nicht unbedeutender Gehalt an Li th in m Verbindungen in den neuen Quellen, den Bunsen in seinen früheren Mittheilungen über die Quellen nicht erwähnte. C. Pistor^) hat das Wasser der Mineralquelle des „Röraerbrunnens" Der bei Echzell in der Wetterau untersucht und in 1000 Theilen des Wassers b'runnen'' gefunden: ^^^ Echzeu ^, , in der Chlor 1,1573 Wetterau. Schwefelsäure 0,0734 Kieselsäure 0,0900 Kohlensäure, frei und halbgebunden . . 3,5600 Salpetersäure Spur Salpetrige Säure Spur Eisen 0,0153 Thonerde und Eisenoxyd 0,0650 Calciumoxyd 0,6441 Magnesiumoxyd 0,2943 Natriumoxyd 0,5983 Kaliumoxyd 0,0404 >) Berl. Ber. 1884. J»htei1g«richt 1§84, 2894. KA Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflan2e, Dünger. Ammoniak Spur Orgauische Substauz 0,0230 Daraus berechnet: Kieselsäure 0,0900 Kohlensäure, frei 2,7910 Thouerde 0,0450 Eisencarbonat 0,0205 Magnesiumcarbonat 0,5611 Calciumcarbonat 1,0590 Calciumsulfat 0,1240 Chloruatriuni 1,6275 Chlorkalium 0,0642 Chlormagnesium 0,1780 Organische Substanz 0,0230 Die Temperatur des Wassers beträgt nach den Messungen des Verfs. 12,3^ C. Der Quelle entströmt reichlich Kohlensäure und wie die Unter- suchung des Wassers darthut, gehört der Römerbrunucn zu den sogenannten Säuerlingen. Analyse der R. Freseuius') hat das Wasser der Stettiner Stalilquelle einer Unter- stah'iqu'etL. suchung unterworfcu und gefunden, dass in 1000 g Wasser enthalten sind: Calciumcarbonat .... 0,2007 g Magnesiumcarbonat . . . 0,0166 „ Feri-ocarbonat 0,0798 „ Kaliumsulfat 0,0037 „ Natriumsulfat 0,0066 „ Chlornatrium 0,0252 „ Kieselsäure 0,0487 „ Halbgebundene Kohlensäure 0,1273 „ Freie Kohlensäure . . . geringe Mengen Organische Substanzen . . relativ bedeutende Mengen Gesammtsumme: 0,50ö6 g Der Verf. giebt an, dass das Wasser der Stettiner Stahlquelle in seinem Gehalte an kohlensaurem Eisenoxydul fast alle sogen. Stahlquellen, wie sich aus folgender Zusammenstellung ergiebt, übertrifft. 1000 g Wasser enthalten kohlensaures Eisenoxydul: Wasser von Stettin . . . 0,0798 g Stahlbrunnen in Schwalbach 0,0607 „ Pyrmonter Stahlbrunuen . 0,0559 „ Driburger Trinkquelle . . 0,0539 „ Hierzu bemerke ich, dass das Mineralwasser von Gruben bei Scharfen- berg, unweit Meissen in Sachsen, welches H. Fleck (s. d. Jahresber. 1882. S. 40) untersucht hat, wesentlich mehr, im 1 nämlich: 0,1751 g doppelt kohlensaures Eisen und 0,0865 „ „ „ Mangan enthält und demnach dieses Wasser als das au Eisen und Mangan reichste von den bis jetzt bekannten Stahlwässern zu betrachten ist. (Der Ref.) Heiiquei'ie Schiwardi") berichtet über die Heilquelle von Salvarola, einem kleinen Tou^saiva- Ort bei Sassuolo in Modena, dass deren Wasser schon zur Zeit der späteren ') Zeitschr. f. Mineralwasser-P'abr. l. S. 20. a. Chem. Centralbl. 1884. S. 423. ■') Annali di Chim. appl. Farm. 72. No. forschung der kaukasischen Mineralwässer hat J. Barzilowsky 3) Untersuch. ° i /- i t-i einiger kau- einige Beiträge geliefert, indem er das Wasser der Quelle von Essentuki Mineraiw'äs. "otl der in Pjatigorsk befindlichen Quellen von Tokiew und Alexandro- Jerraolowsk untersuchte. In 1000 g Wasser dieser Quellen fand der Verfasser folgende Bestand- theile : ») D. Badeztg. 28, Nr. 977 a. Chcm. Centralblatt. 1884. S. 494. *) AUg. Wien. med. Ztg. 29. H. 125 a. Chem. Centralbl. 1884. S. 423. ") Journ. d. russ. phys.-chcm. Gesellsch. 1884. 1. ö. 141 a. Berl, Ber. 1884. S. 183. Wasser. 53 Alexandro- Essentuki Tnkiew Jermolowsk K20 . . 0,0146 0,0695 0,0742 NaäO . . 4,3469 1,5015 1,4518 LiaO . . 0,0044 — — MgO . . 0,1334 0,1425 0,0895 CaO . . 0,1416 0,6575 0,6633 SrO . . 0,001 2 — — BaO . . 0,0082 — — AI2O3 . . — 0,0055 0,0103 SO3 . . 0,0550 0,725 0,7080 SiOa . . 0,0131 0.0625 0,0236 CI2 . . . 2,2160 1,1716 1,1048 Br2 . . . 0,0026 — — J2 . . . 0,0058 -- — CO2 . . 4,2856 1,7864 1,5656 HaS . . — 0,0141 0,0088 S2 O2 . . — 0,0025 — Fester Rückstanr l 8,4265 4,376 4,383 Specif. Gew. 1,008 b. 16 0. 1,0042 b. 25,5 0. 1,0049 b. 25 ". In der Quelle von Essentuki wies der Verf. in Spuren auch Rubidium und Cäsium nach; das Wasser derselben reagirtc alkaliseh. Die beiden andern Quellen sind warme Schwefelquellen und ihre Wasserproben wurden Bohrlöchern entnommen, wobei eine Temperatur der Wasser von 50,5 und 46,5 notirt wurde. 3) Untersuchungen, Verhalten und Reinigung anderer Wasser, Flusswasser, Abwässer, Rieselwässer, Canalisationswasser etc. J. König 1) hat Analysen von Bach- und Flusswasser veröffentlicht, welche an der Versuchsstation Münster mit nachstehenden Resultaten aus- geführt worden sind. (Siehe die Tabelle auf S. 54.) W. Di tt mar 2) liefert eine Abhandlung über die Zusammensetzung des Ocean-Wassers, in der 77 vollständige Analysen von Meerwasser sich finden. Eine Besprechung dieser Abhandlung in der „Nature" durch Hugo Robert Mi 11 gibt eine annähernde Vorstellung von dem reichen wissenschaftlichen Inhalt dieser Arbeit, mit welcher hier nach dem „Naturforscher" 1884, S. 377, einige Ergebnisse hervorgehoben werden sollen. Von den vielen Analysen des Meerwassers war die von Forchhammer (1864) die erste, welche sich einen bleibenden Werth errungen. Forch- hammer hatte aber nur Oberflächenwasser untersucht, das in verkorkten Flaschen durch Seefahrer aus den verschiedenen Oceaneu gesammelt und nach Hause gebracht war; während Dittmar versehen war mit Wasser aus allen Tiefen des Oceans, das an genau bekannten Punkten und unter be- ständiger Aufsicht von einem seiner Mitarbeiter Buchanan gesammelt war. Ausserdem standen letzteren bessere Wagen und vollkommenere Unter- suchuugsmethoden zu Gebote. Analysen v. Bach- und FlusBwasHer. trber die Zusammen- setzung des Oceanwass. ') Wcstfäl. laudwirthbch. Ztg. 1881, S. 82. ») Bericht über die Ergebnisse der Heise des , ,ChalleDger", Bd. I. 54 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 1 Liter enthält; M Berbke bei Arnsberg, Frühjahr 1883 . Sprungquelle in der Senne, Sommer 1883 Von Krax ebendort Emscher bei Horde, 8. Mai 1883 . . Hase unterhalb Osnabrück, 4. Juni 1882 Düte, beim Einfluss in die Hase, 4. Juni 1882 Ahrenhorster Bach bei Rinkerode, 11. Juni 1881 Forellenbach bei Hillegossen, 22. No- vember 1881 mg 124,0 132,8 158,8 854,0 mg 48,5 42,4 58,0 134,0 616,0129,6 558,0 594,8 341,6 121,2 48,2 24,7 73,6, — 147,2 — mg 5,5 8,2 8,5 261,2 98,9 87,6 37,0 96,5 mg 10,6 125,9 265,2 127,6 12,4 88,5 61,6 64,7 165,9 34,7 nicht bestimmt ll"88 nicht bestimmt 2,93 11,03 1,93 nicht bestimmt. Aus der ganzen Arbeit ergibt sich die Zusammensetzung des Meer- wassers auf ICD Theile des Chlorhalogens berechnet wie folgt: nacli Dittmax nach Forchhammer Chlor . . . 99,848 Brom . . . 0,3402 Schwefelsäure 11,576 Kohlensäure . 0,2742 Kalk . . . 3,026 Magnesia . . 11,212 Kali . . . 2,405 Natron. . . 41,234 Mehr als dreissig Elemente kommen in Lösung im Meerwasser vor, aber die meisten von diesen sind in so minimaler Menge zugegen , dass es hoffnungslos ist zu versuchen, sie in einer kleinen Anzahl Proben zu be- stimmen. Deshalb beschränkte sich die Untersuchung auf die oben genannten Körper, welche alle sehr genau und stets nach derselben Methode bestimmt werden konnten. Das Resultat der 77 vollständigen Analysen des Ocean-Wassers bestä- tigte Forchhammers Entdeckung, dass die procentische Zusammensetzung der Salze des Meerwassers in allen Gebieten des Oceans dieselbe ist und erweitert sie auf das "Wasser aus allen Tiefen. Dieses Princip der constanten Zusammensetzung in allen Tiefen erleidet eine kleine aber wichtige Ausnahme. Die Menge des Kalks wurde von Dittmar grösser gefunden in sehr tiefem Wasser, als in der Nähe der Oberfläche. Obwohl der gefundene Unterschied grösser war als die Summe der wahrscheinlichen Fehler der Analyse, so schien es dem Verf. doch nothwendig eine strengere Probe an- zuwenden, um zu beweisen, dass die Zunahme des Kalks wirklich im Ver- hältniss stehe zur Tiefe. Zu diesem Zwecke wurden 3 Mischungen, jede etwa aus 70 Wasser- proben aus allen Gebieten des Oceans bestehend, hergestellt, von denen die Wasser. 55 erste ausschliesslich Oherflächen-Wasser enthielt, die zweite Proben aus 300 l)is 1000 Faden Tiefe und die dritte Wasser aus grösseren Tiefen. Die genaue Analyse derselben ergab, dass in der That die Menge des Kalkes mit der Tiefe zunimmt, während Brom z. B. im Gehalte constant blieb. Die Frage nach der Menge der Kohlensäure im Meerwasser kann selbst jetzt noch nicht als erledigt betraclitet werden. Buch an an hat nur die Menge der lose gebundenen Kohlensäure gemessen. Der Verf. gibt darüber nur die folgenden Hauptergebnisse an: 1) Freie Kohlensäure im Meerwasscr ist eine Ausnahme. In der Regel ist die Kohlensäure geringer, als dein Dicarbonat entspricht. 2) Im Oberflächenwasser nimmt die Menge der Kohlensäure zu, wenn die Temperatur sinkt und umgckclut. 3) Innerhalb gleicher Temperaturgrenzen scheint ihr Gehalt geringer zu sein im OberÜächenwasser des Pacific, als in dem des Atlantic. Der Verf. glaubt auch, dass das Wasser am Boden nicht mehr Kohlen- säure enthalte, als das Oberflächenwasser und dass die Lösung der Kalk- schalen, nicht wie Murray annimmt durch die grössere Kohlensäuremenge, sondern durch die lauge Dauer der Berührung mit dem blossen Meerwasser bewirkt werde. Über die Alkalescenz des Seewassers ergaben die 77 Analysen, dass in den Meerwasser-Salzen die Basen deutlich vorherrschen vor den fixen Säuren; der Unterschied rührt vermuthlich von den Carbonateu her. Die Alkalescenz des Bodenwassers war entschieden grösser als die des Ober- flächenwassers, und diese Zunahme war genau proportional der grösseren Menge von Kalk in ersterera. Eine eingehende Untersuchung der im Meerwasser absorbirten Gase (0,N) hat ein definitives Resultat nicht ergeben. Nicht nur vom chemischen, sondern auch vom biologischen Gesichtspunkte ist speciell die Frage nach dem Sauerstoff-Gehalt von grosser Bedeutung. Ihre Lösung muss ebenso, wie die einer Reihe anderer Probleme späteren Untersuchungen vorbehalten bleiben, für welche der Verf. am Schlüsse seiner Abhandlung ausführlich leitende Gesichtspunkte erörtert. Auf der Moorversuchs-Station') zu Bremen wurden Untersuchun- u^t^rsuc^g. gen von Weser-Wasser vor und nach der Berieselung von Wiesenflächen wasser vor ausgeführt. Die Wasserproben waren auf dem lerntorium der L,eeste- Berieeeiung Brinhauser Melioratious-Genossenschaft in der zweiten Hälfte des Februar ^";5Wi^9^"^- cntsprechcnd in Zwischenzeiten von je 2 Tagen, die erste aus der Weser, die zweite vor dem zweiten Bewässerungs-Revier, (also nachdem das erste Revier überrieselt war), die dritte vor dem dritten Revier, die vierte Wasser- probe am Ende des dritten Reviers entnommen. Die Wasseruntersuchungen haben folgende Resultate ergeben. In 100 000 Theilen Wasser sind enthalten in g: (Siehe die Tabelle auf S. 56.) Nr. I (Weserwasser) hatte ein gelbliches Ansehen und es sonderte sich beim Stehen eine hellbraune flockige Masse ab. ^) Haunov. landw. uml forstwirthsch. Ztg. 1884, Nr. 39, ö. 41, a. Ccutralbl. f. Agrikulturchcmie, 18«4, S. 138. 56 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düngey. Bestandtheile Unlösliches (Thon, Kieselsäure) Kali Kalk Magnesia Schwefelsäure Chlor Stickstoff entsprechend Salpetersäure . . Probe I 0,993 0,549 5,720 1,303 3,180 1,754 0,192 0,741 Probe n 0,605 0,513 4,920 0,979 1,808 1,445 0,142 0,548 Probe UI 0,305 0,470 4,720 0,943 1,465 1,135 0,090 0,347 Probe IV 1,305 0,507 4,470 0,925 2,699 1,568 0,109 0,420 Ueber das Vorkommen von Nitraten etc. in den Handels- Mineralwäs- sein. Zusammen- setzung einiger in- dustrieller Abwässer. Nr. n, das Wasser vor dem zweiten Revier verhielt sich ebenso. Nr. III, das Wasser vor dem dritten Revier war viel klarer. Nr. IV am Ende des dritten Reviers erschien besonders trübe. Die Wasserprobe Nr. IV wurde bei unruhigem Wetter, die 3 andern bei ruhigem Wetter entnommen. An Phosphorsäure enthielten sämmtliche Wasserproben nur ganz geringe Spuren. Es war mithin auf jedem Revier eine nicht unbeträchtliche Menge von Pflanzennährstoffen abgesetzt worden. Die Probe IV, welche bei mäch- tigem Wellenschlag entnommen war, enthielt dagegen von einigen Bestand- theilen mehr als die Probe III, vermuthlich weil das infolge des Windes bewegte Wasser den abgesetzten Schlamm wieder aufgerührt hatte. Paul Jeserich^) hat nachgewiesen, dass der Gehalt der Handels- mineralwässer an Salpetersäure, welcher öfters der Grund war, dass das Wasser als unrein beanstandet wurde, in den meisten Fällen nicht von der Anwendung verunreinigten Brunnenwassers, sondern von der einer Salpeter- säure enthaltenden Salzlösung (Kochsalz und kohlensaures Natrium) her- stammte. Verfasser konnte in mehreren Proben Kochsalz aus verschiedenen Bezugsquellen, durch Ausschütteln des Salzes mit 90% Alkohol und Prü- fung des Extractes mit Diphenylamin, Salpetersäure nachweisen. J. König 2) veröffentlicht die Zusammensetzung nachstehender indu- strieller Abwässer. (Siehe Tabelle auf S. 57). Städtische Abflusswässer (ohne Beimengung von Latrinen-Inhalt). 1 Liter enthielt : Suspendirte Stoffe: Organische Mineralische . Gelöste Stoffe: Organische Mineralische . Kalk . . , Magnesia . . Probe No. 1 mg 307,2 246,4 2407,9 884,8 Probe No. 2 mg 289,0 202,2 2180,4 898,0 Probe No. 3 mg 9,2 458,2 1628,0 Probe No. 4 mg 387,0 3040,0 1532,0 117,0 28,0 ») Zeitschrift für Mineralw. Fabr. 1, S. 2 a. Chem. Centralbl 1884, S. 423. *) Landw. Ztg. f. Westfalen u, Lipi)C, 1884, S. 93 a. agricultiuchem. Central- blatt 1884, S. 352. 57 1 Liter enthält: AbriuBHwassor ;iua einer Zurkort'ahrik, daHsolbo geht erst durch einen Saininolteich, dann zur weiteren Keinigimg über Wiesen. I. Probe vom 7. Jan. IS82, während des Betriebes mg ; 2 % ■■ a .2 es aa mg ? ö § o S ® CS 15- a mg c4 nS mg II. Abfluss- Wasser vom 26, Juni ISS2 wahr [scheiniich, wah rend der Ver- arbeitung der Melasse nach dem Osmosc-Ver fahren 111. AbflusR- wasaer aus einer Weizen- stärke- Fabrik In 1 Liter Organische Stoffe Mineralstoffe . 718,0 3308.0 504,0 3225,0 506,0 2909,0 542,0 3038,0 12,770 4,650 3,775 2,168 Sa.d. festen Bestandtheile 11 4026,0 Stickstoff (Gesammt-) Kali Kalk Phosphorsäure . . 3729,0 3515,0 3580,0 20,9 79,0 169,0 15,0 17,6 71,0 169,0 14,5 57,0 169,0 14,5 54,0 176,0 17,420 0,560 2,620 0,086 5,943 1,465 0,804 0,948 Das Wasser II enthielt ferner etwas Ammoniak und freie Essigsäure. 1 Liter enthielt: Kali . . . Natron . . Schwefelsäure Chlor . . . Schwefel- wasserstoff . Ammoniak Zur Oxydation erforderlicher Sauerstoff . Probe No. mg 109,8 135,8 2,6 65,1 Probe No. mg 110,0 143,2 1,8 39,9 Probe No. mg 137,5 610,0 6,8 7,5 Probe No. 4 mg 81,0 181,0 13,0 184,0 deutliche Mengen, nicht quant. bestimmt Färberei - Procenten : Wasser Probe 1: 56,64 Probe 2: 45,21 120,4 109,0 22,9 152,0 Abfälle, theilweise mit Kalk gefällt, enthielten in Organ. Stoffe Stickstoff Mineralstofte Phoephorsäure Kalk Kali 6,48 Spur 36,88 0,55 14,59 0,66 26,10 0,45 28,64 0,29 2,22 0,18 (Siehe Tabelle auf S. 58). Hierzu bemerkt der Verf., dass das Wasser der Cellulose-Papier-Fabrik wegen der mehr grobfaserigen Beschaffenheit der suspendirten Theile sich leichter reinigen lässt, als das aus der Strohpapierfabrik. Letzteres eignet sich zur Berieselung, wobei man aber vor Uebersättigung des Bodens sich hüten rauss. Bleiche rei-Abflusswasscr (mit Chlorkalk versetzt) reagiit schwach alkalisch und war milchig trübe. 58 Boden. Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Bünger. Abflusswasser aus Papierfabriken. Cellulosepaiiier- Fabrik Strohpapier- Fabrik 1 Liter enthält: ""> m <-i 1 o "bc < u ö s=- M bc § O C CO Bemerkung. ri a o ■^ ^ 'S. f*< a !S ■2 = So i4 J ;s ^ S^ E3 <£ !h h- 1 es ^5 S ^ mg mg mg mg mg S u s p e n d i r t e Das Wasser in der Cellulose- Schi amm Stoffe: Fabrik steigt in einem lang- Orgauiscbe . . 211,6 11,8 1 1499,6 1055,8 569,0 gestreckten Klärbassin von Mineralische . 265,4 19,0 unten nach oben, wobei die suspendirten Stoffe sich ab- Gelöste Stoffe: setzen. Das Strohpapier- Im Ganzen . . 620,4 533,2 — — — wasser enthält einen Zusatz Organische . . 112,2 134,3 14457,0 8454,0 4819,0 von Kalkmilch, geht durch Kali .... — — 91,7 106,9 109,8 ein System von 30 bis 40 Ammoniak . . — — 2,9 2,9 1,9 Klärteichen, wobei es fault Gesammt-Stick- und der sich bildende kohlen- stoff . . . — — 10,8 2,9 1,4 saure Kalk die suspendirten Phosphorsäure . 127,4 93,9 60,4 Strohtheile zum Theil zu Boden reisst, zum andern Theil werden dieselben mit den entwickelten Gasen an die Oberfläche geworfen, wo sie abgeschöpft werden. 1 Liter enthielt in mg : darin ; Suspend. Stoffe 3036,4 Gelöste Stoffe dari entspricht Chlor Chlorkalk Eisenoxyd Kalk Magnesia „ ,, „ , j. , " Kalk Schwefels. 118,0 1489,2 397,2 4615,2 2510,0 27,1 1553,0 3130,0 Zusammensetzung von Zechenabflusswasser. Das Förderwasser der Kohlenzechen im dortigen Bezirk ist durchweg durch einen hohen Gehalt an Kochsalz ausgezeichnet; vereinzelt enthält es auch, in Folge Verwitterung von Schwefelkies, grossere Mengen von Eisen- sulfat und freie Schwefelsäure. Die Untersuchung verschiedener Proben ergab folgendes Resultat: 1. Zeche 2. Zeche 3. Zeche 1 Liter enthält : a. b. g g g g Suspendirte Stoffe (Eisen- oxyd) — 0,114 0,170 0,186 Gelöste Stoffe .... 60,360 15,444 1,584 1,496 ~ Summe^~60,360 15,558 X754 1,682 Chlor 32,623 8,244 0,014 0,020 Schwefelsäure . . . 0,007 0,855 0,846 0,806 Kalk 4,224 0,791 0,180 0,150 Magnesia .... 1,272 0,216 0,089 0,090 Eisenoxydul ... — — 0,061 0,106 1 Liter enthält Kali Natron .... Daraus berechnet sich Chlornatriuni Chlorkaliuni . . . Chlormagnesiuni Chlorcalciura . . Schwefelsaurer Kalk Schwefels. Magnesia Schwefels. Eisenoxydul Kohlensaurer Kalk Verlust u. Hydratwasser Freie Schwefelsäure l. Zeche asser. 2. Zeche 3. Zeche a. b. K B g g 0,747 — — — 23,410 — — — 44,129 13,592 0,233 0,326 1,183 — — — 8,017 — — — 4,750 — — — 0,012 0,719 0,436 0,364 — 0,648 0.267 0,270 — — 0,128 0,223 3,250 0,883 — — 4,020 — — — 59 0,345 0,295 Verunreinigung von Bachwasser durch Aufnahme von Zecheu- w a s s e r. Die Erascher nimmt eine grosse Anzahl der Abflusswässer der West- fälischen Kohlenzechen und sonstige industrielle und städtische Abflusswasser auf. Welchen Gehalt hierdurch die Emscher und ihre Nebenbäche be- sonders an Kochsalz annehmen, erhellt aus folgender Zusammenstellung: l. Gr. Erascher 2. Kl. Emscher 3. Hüllerbach b. Haus Grimberg 1 Liter enthält; g g g Abdampfungsrückstand . 1,569 4,195 3,256 Chlor 0,659 2,093 1,543 Diesem entspricht: Kochsalz .... 1,087 3,449 2,543 Kalk 0,216 0,342 0,274 Schwefelsäure . . 0,192 0,281 0,281 Organische Stoffe . 0,093 0,074 0,090 4. Baum- bach g 30,185 16,400 27,038 1,516 0,088 0,159 Bei den Wasserproben No. 2, 3 u. 4 liess sich ferner deutlich und viel salpetrige Säure nachweisen, ein Beweis dafür, dass diese Bäche auch noch Jauchestoffe aller Art aufnehmen. (Siehe Tabelle auf S. 60). Abflusswasser aus dem Schlackenfelde eines Eisenackers, (durchsickerndes Regenwasser) stark alkalisch, enthielt pro Liter in g: Festen Rückstand Schwefelsäure Schwefel . Kalk . . Magnesia Kali . . Natron 6,594 0,276 2,028 1,198 0,009 1,797 0,268, weithin hauptsächlich vorwiegend Schwefelcalcium und Schwefeikalium oder die HydrosulHdverbindungen derselben. 60 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düuger. Verunreinigung von Bachwasser durch Aufnahme von Sool- Wasser und Mutterlauge. 2. AbfluBswasser 3. Bachwasser 1. Keines nach Aufnahme 1 Liter enthält: a. von 5000 bis b. Mutterlauge der beiden Ab- Bachwasser 7000 Sool- von 8 Siedereien flusswässer bädern enthaltend unter 2 g g g Abdampfungsrückstand . 0,329 46,226 541,400 1,686 Darin Chlor . . . 0,011 24,822 226,944 0,886 Diesem entspricht: Kochsalz .... 0,019 40,922 374,144 1,462 Kalk 0,088 1,090 89,467 0,169 Magnesia .... Spur 0,259 0,976 0,025 Schwefelsäure . . 0,005 0,671 0,263 0,036 Die Schlackensteine selbst enthielten: Eisenoxyd, Thon- Schwefel- r. i_ r i i^ n nr j i., .. Schweiel Kalk Magnesia erde, Mangan saure ° Unverwittert . . 11,85 0,29 4,95 20,20 1,57 Verwittert . . . 8,80 0,45 3,49 21,25 1,75 Nur an den Stellen, wo das Wasser verdunsten konnte, und Ab- scheidungen von Gyps und kohlensaurem Kalk stattfanden, ging die Vege- tation zu Grunde; der Schwefelsäuregchalt in dem betreffenden Boden war weit höher, als in unverdorbenem Boden (0,156 gegen 0,083 "/o). Abflusswasser aus einer Strontianitgrube. Das Wasser war stark trübe (schlammig) enthielt aber sonst keine schädlichen Bestaudtheile, Der Gehalt pro Liter in mg war nachstehender: Abdampfungsrückstand 1082,0 Davon unlöslich in Salzsäure (Sand, Thon) 264,0 Löslich: Kalk 208,0 Chlor .... 35,5 Schwefelsäure . . 70,4 Organische Stoffe 140,6 Abflusswasser aus den Schutthalden. Eine Zeche zeichnete sich durch einen besonders hohen Gehalt an schwefelsaurer Thonerde und schwefelsaurem Eisenoxydul aus. Ein Liter enthielt in g: Probe I 13,815 7,113 Abdampfungsrückstand Schwefelsäure . . . Eisenoxydul Thonerde '. . . . Kalk Magnesia 0,107 Chlor 0,304 Der Schutt enthielt viel Schwefelkies und Schwefel, durch deren Ver- witterung schwefelsaures Eisenoxydul und freie Schwefelsäure entsteht, welche 3,455 0,523 Trobe II 44,081 23,848 1,080 8,952 ? V 0,482 Wasser. 61 die Thonerde des Schuttes auflöst. Beim Vermischen mit kalkreichem Bach- wasser schied sich ein wcissgelber Schlamm von Tiiniierde-Kisenoxydul- hydrat aus. W. DemeP) hat die Abflusswiisscr einiger Zuckerfabriken untersucht, ueber die Der Verf. beschreiht die Herkunft der einzelnen Wässer und giebt in grossen Tabellen die Zusammensetzung zunächst der einzelnen Schmutzwasser gesondert, dann die Uutersuchungsresultate der zusammengeflossenen Wasser der verschiedenen Ausflüsse an; auf die vollständige Wiedergabe dieser Tabellen muss hier verzichtet werden. Die Resultate der Analysen der Wässer aus einer Fabrik mögen hier genügen. In 100000 Theilen fanden sich in Gramm: Abfluss- wässer der Zucker- fabriken. No. Ort ^ 3 W Reautiou Suspendirt Gelöst . . Summen . Gelöst . Gelöst . . Suspendirt Gelüst . . Summen 34,52 16,04 50,56 380,09 1 1 30,07 8,62 20,91 29,53 504,01 12,02 516,03 2736,00 427,50 58,22 16,32 74,54 538,53 28,06 566,59 3116,09 1557,57 66,84 37,23 104,07 2,43 1,82 0,44 1,50 20,01 196,62 3706,15 24,57 neutral sauer basisch neutral No. 1 ist Rübenwaschw asser von der Waschmaschine. Gelbbraun in 2 cm dicker Schicht, undurchsichtig, starken Absatz von Erde, Fasern etc. gebend. No. 2 ist K n och enkohlewaschw asser. Trübe, gelblichgrau mit Schimmel- und anderen suspendirten Theilchen. No. 3 ist Osmosewasser. Klar, gelb, von Syrupgeruch. No. '■'■4 ist das zusammengeflossene Gesammtabfluss wasser der Fabrik nach dem Passieren zweier grosser Schlammgruben. Trüb, giebt ziemlich starkes Sediment, Geruch faulig. Aus den vom Verf. mitgetheilten Resultaten geht die grosse Schädlich- keit der einzelnen Abwässer für einen Fluss zur Genüge hervor. Der grosse Gehalt au organischen gelösten und suspendirten Substanzen, die entweder schon in Zersetzung sind oder bald in Fäulniss übergehen, ist der Haupt- übelstand dieser Wässer. Die Spodiumwässer, deren freie Säure nur iu ein- zelnen Fällen durch Kalkmilch neutralisirt wird, begünstigen, da sie selbst in Fäulniss begriffen sind, die Zersetzbarkeit der anderen Wässer, mit denen sie vereinigt worden. Verf. glaubt, dass wenn die Salzsäure beim Kohle- wiederbeleben vermieden wird, auch die Kohlewaschwässer weniger schäd- lich seien. Die Absatzgruben wirken nur sehr wenig reinigend ; so haben in einem Falle die durch 3 Schlammgruben passirten vereinigten Wässer einer Fabrik 1) Zeitschr. f. Rübenzuckerindustrie. 1884. S. 11; a. Centralbl. f. Agricultur- cheraie. 1884. S. 3ßl <»Q Boden, Wasaer, Atmoephäre, Pflanze, Dünger. noch einen Gehalt von 363,49 Theilen in 100000 Theilen gezeigt, während Drainwässer nur 50 Theile auf 100000 Theile enthalten. Die Osmosewässer sind die an gelösten Substanzen reichsten Wässer und Verf. wünscht, dass diese Wässer nicht zu den anderen gegeben, son- dern abgedampft und auf Pottasche verarbeitet werden möchten. Wird dieses ausgeführt und beim Kohlereinigungsprocess die Salzsäure vermieden, so glaubt Verf., dass die schliessliche Reinigung der Abflusswässer nach einem der bekannten Verfahren (Bodenbender, Tölke, Elsässer, Müller, J. Stilke) sehr erleichtert wird, ueber Gas- lu Rücksicht auf die Wichtigkeit einer genauen Bestimmung der Be- deren standtheile der Gaswasser hat Dysau^) eine umfassende Abhandlung publi- Anaiysen. ^j^.^^ ^^g ^^^ ^j^, auszüglich das nachstehende geben wollen. Das bei der Destillation der Steinkohlen, sowohl in den Gasanstalten, wie in den Cokereien erhaltene ammoniakhaltige Abwasser nimmt jetzt einen wichtigen Platz in der chemischen Industrie ein. Im Jahre 1883 wurden in- England allein 6 500 000 Tonnen Kohlen destillirt und hierdurch 745 412 Tonnen Ammoniak- oder Gaswasser, entsprechend 60000 Tonnen = 1200 000 Centner schwefelsaures Ammoniak gewonnen und in P'rankreich ist diese Production, wenngleich erheblich kleiner, so doch immerhin auch sehr be- trächtlich. In Deutschland werden nach den Erhebungen von 1883 1 516 000 Tonnen Kohlen in den Gasanstalten destillirt und dementsprechend ca. 151 600 Tonnen Gaswasser gewonnen. Ungeachtet der Wichtigkeit des Ammoniakwassers war doch bisher keine rationelle Methode der chemischen Untersuchung vorgezeichnet. Der Verf. giebt nun eine ausführliche Beschreibung der qualitativen und quanti- tativen Untersuchung für alle einzelnen der in einem Gaswasser am häutig- sten vorkommenden Stoffe und führt zunächst an, dass im Gaswasser haupt- sächlich folgende Ammonsalze vorkommen können: Ammoniumhydrosulfid . . . = NH4.HS Ammoniumchlorid = N H4 . Gl Ammoniumsulfocyanid . . . = NH4.CNS Ammoniumhyposulfit . . . , = 2NH4.S2O3 Ammoniurasulfat = 2NH4.SO4 Ammoniumsulfit = 2NH4.SO3 Ammoniumferrocyanür . . . = 4NH4.FeCy6 Ammoniumcyanid = NH4.CN Araraoniumacetat = NH4.C2H3O2 und Animoniumkohlensulfid . . . = NH4.CS3 Ammoniumcarbouat ? (Der Ref.) Der Gehalt an einzelnen dieser Körper hängt ab von dem Alter und der Aufbewahrungsweise der bezüglichen Gaswasser. Nur wenige Gaswasser enthalten alle angeführten Salze gleichzeitig. Eine Probe des Gaswassers von Leeds von 4,15'^ Twaddle bei 22*' entsprechend 1,0207 spec. Gew. enthielt nach einer qualitativen Analyse des Verfassers: Schwefelammonium, kohlensaures Ammoniak, Chlorammonium, Schwefelcyanammonium, unterschwefligsaures und schwefelsaures Ammoniak, sowie Ferrocyanammonium. >) Journal of the Society of Chemical Industrie. 1884; a. Journal f. Gasbe- leuchtung u. Wasserversorgung. 1884. S. 688. Wasser. 63 Nach Versuchen des Verfassers enthielt 1 1 Leeds'er Gaswasser in Grammen : Gesaramt-Ammoniak . . . 20,45 iiCsammt-Schwefel .... 3,92, was folgenden Salzen entspricht: Schwofclamnionium . . 3,03 g entsprechend 1,01 g NH» Amnioniiimcarbonat . . 39,16 „ „ 13,87 „ „ Chloraraniüuium . . 44,23 „ „ 4,52 „ „ Annuouiumsult'ocyauid 1,80 „ „ 0,40 „ „ Ammoniumsulfat ... 0,19 „ „ 0,05 „ „ Aramouiumhyposultit . 2,80 „ „ 0,64 „ „ Ferrocyananuuonium . . 0,41 „ „ 0,10 „ „ Ss[ 61,^2 g entsprechend 20,50 g NH^. Aus dem Bericlit des Wiener Stadtphysikats i) über die Verunreinigung ^"J""'^!."*" des Wientiusses entneliinen wir folgendes: wienflugse». Das Wasser der Wien gleicht bei seinem Eintritt in das Stadtgebiet einer Kanaljauchc-, namentlich haben die Gerbereien und Färbereien, die chemischen Fabriken und das Hiitteldorfer Brauhaus an der Wasserver- derbniss Antheil. Kratschmer hat das Wasser des Wienflusses an 4 verschiedenen Stellen entnommen und untersucht. Die Untersuchung hat ergeben, dass das Wasser der Wien bis zu ihrer Mündung in die Donau reichlicher mit organischen Stoffen und dereu Zersetzungsproducten verunreinigt ist, als sonst ein Bach- oder Flusswasser. In 100 000 Theilen enthielt eine Probe 180 Theile festen Rückstand, davon 108 „ organische Substanzen, 5,1 „ Ammoniak und 22,0 „ Chlor, während in der Donau nur 20 — 30 Theile organische Substanz und weit geringere Mengen von den übrigen Bestandtheilen Chlor, Ammoniak etc. sich finden. Das Wasser der Wien erfährt in seinem Laufe eine sehr be- merkenswerthe Reinigung. Diese Selbstreinigung des Wassers beruht auf Sedimentirung. Im Schlamme des Flusses befinden sich noch zahlreiche Fäulnissproducte, die den Wienfiuss trotz der erwiesenen Reinigung nicht zu einem völlig harmlosen machen. K. Kraut ^J veröftentlicht die Resultate der im Verein mit H. Brecht, J'^jnflusa der L. Spiegelberg und B. Wittjen ausgeführten Untersuchungen über den saizabgänge Einfluss, welchen die Abflüsse der Stassfurter Chlorkaliumfabriken auf die E^bwalTaer. Beschaffenheit des Eibwassers ausüben. Sechs , unterhalb der Magdeburger Wasserwerke entnommene Wasser- proben zeigten einen sehr abweichenden, zwischen 2,92 und 11,49 Theilen in 100 000 Theilen schwankenden Gehalt an Chlor. Es geht hieraus her- vor, dass sich bei Magdeburg die Stassfurter Effluvien noch nicht gleich- massig im Eibwasser vertheilt haben. Das Magdeburger Leitungswasser, welches der Elbe entnommen wird, enthielt in 100 000 Theilen 1,74 Theile Chlormagnesium; das Wasser am *) Wien, medic. Wochenschr. 33, 1510. 2) Chem. Ind. 6. 365, Chem. Ztg. 1884. S. 123; a. Arch. d. Pharm. 1884. S. 200. QA Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. linken Magdeburger Ufer enthielt nur 1,34 Theile und das Wasser aus der Mitte der Elbe und vom jenseitigen Ufer sogar nur 0,21 Theile Chlor- magnesiuin. Die Vorstellung, dass die Wasserversorgung Magdeburgs durch die Stassfurter Industrie bedroht sei, wird durch diese Untersuchungen hin- fällig. Dieselben legen aber auch dem Chemiker, welcher Flusswasserunter- sucliungen ausfuhrt, die Verpflichtung auf, stets festzustellen, ob der zu untersuchende Fluss nicht auch Differenzen in seiner Zusammensetzung zeigt. (Man vergleiche hiermit die Resultate der Untersuchungen von Weinlich. Dieser Jahresbericht 1883, S. 66.) Die Bres- R. Klopsch^) veröffentlicht eine Schrift, welche als Gegenstand einer jauche II. die eingehenden Untersuchung die Breslauer Spüljauche und die Breslauer '"und^ränd^" Rieselfelder in ihrem Verhalten zur Jauche behandelt. wirthschafti. d[q Arbeit des Vei'f., welche in der agriculturchemischen Versuchs- rtedeutung • t t d. Bresiauer statiou dcs laudwirthschaftlichen Centralvereins für Schlesien zu Breslau Rieselfelder. ^yj.ggl'yj^j.j ^^orden ist, sucht zur Lösung der Frage beizutragen: 1) Ob der Erdboden der Oswitzer Rieselfelder die Spüljauche derartig reinige, dass ihr Einlassen in offene Gewässer unbedenklich zu gestatten sei; 2) ob der Boden durch langjähriges, aber rationelles Berieseln in seiner absorbirenden und oxydirenden Wirkung beeinträchtigt werde und 3) endlich, ob durch die Vegetation seine chemische und mechanische Wirkung auf die Spüljauche unterstützt oder vermindert werde. Die städtische Kanalisation liefert jährlich etwa 11 Millionen Kubik- meter Spüljauche mit einem Gehalt von 100 g Stickstoff pro Kubikmeter, oder iusgesammt 1100 000 kg Stickstoff bei einer Einwohnerzahl (des kanalisirten Areals) von 275 000, mithin 4 kg Stickstoff pro Kopf. Da dieses Quantum als jährliche Ausscheidung eines Menschen an- genommen werden kann, so entspricht die Breslauer Spüljauchenanlage den höchsten Anforderungen, welche an die Leistungsfähigkeit der Kanalisation gestellt werden können, und die Breslauer Spüljauche gehört zu den con- centrirtesten ihrer Art; sie übertrifft andere (wie Berlin, Danzig) im Gehalt an Stickstoff, Phosphorsäure, organischer Substanz und Gesammtrückstand. Die auf die Rieselfelder gelassene Spüljauche tritt alsbald nach dem Einsickern in den Boden aus den Drainauslässen in den Abzugsgraben aus, indem sie zunächst die im Boden schon vorhandene Feuchtigkeit verdrängt und diese mit zum Austreten zwingt. Der Erdboden hat hierbei theils mechanisch, als filtrirende Schicht, theils unter Beihilfe des Sauerstoffs der Luft chemisch gewirkt. Von Vielen wird diese Wirksamkeit der Boden- filtration so weittragend angesehen, dass die Spüljauche durch dieselbe in ein gutes Trinkwasser verwandelt werde. In der That trinken Feldarbeiter und Rieselwärter das Drainwasser allgemein, ohne bisher an ihrer Gesund- heit Schaden zu nehmen; dennoch muss das Drainwasser schon seiner äusseren Beschaffenheit nach (gelbliche Färbung, schwach modriger Geruch, Opalisiren) als zum Trinken ganz ungeeignet bezeichnet werden. Noch mehr spricht gegen diese Verwendung der Gehalt an Ammoniak, Salpetersäure und organischer Substanz. Sind die Drainwasser aber nicht als Trinkwasser zu verwenden, so ist auch ihr Eindringen in den Untergrund bedenklich; die Grundwasser müssen verschlechtert werden, damit nothwendig die von letzteren gespeisten Brunnen, und daher ist in jedem Falle die Beseitigung der eingesunkenen Flüssigkeitsmengen durch Drainage rathsam. ') Laudw. Jahrbücher. 1884; als Inaugural-Dissertation. Breslau. Wasser. 65 Dagegen ist das Einleiten der Drainwässer in die offenen Gewässer unbe- denklich, 7Aimal die Oswitzer Draimvässcr vorlier in einem 8 km langen, offenen Entwässerungsgraben einen natürlichen Reinigungsproccss erfahren und da ferner die von der Oder beförderten Wassermassen gegen die Mengen der Oswitzer Abliusswässer so gewaltige sind, dass die geringen Verunreini- gungen derselben ni(;lit in Betracht kommen können. Nach den Resultaten des Verfs. wird durch die Berieselung, von den in der Spüljauclie mitgeführten Bestandtheilen, im Boden nur die Phos- phorsäure nahezu vollsäudig absorbirt, Chlor nur bis zu 1/4 — Ve des Gehaltes, so dass ^ji — ^jr, in dem Drainwasser wieder erscheinen-, von Kali werden 74 % absorbirt und gehen 26 0/0 in das Drainwasser über; vom Natron linden sich nahezu 83 > i" letzterem wieder. Der Gehalt an Schwefelsäure wechselt, weil in der Spüljauche mitgeführte Schwefelver- bindungen im Boden oxydirt werden und hernach dei- Gehalt der Drain- wässer an Schwefelsäure grösser wird, als in der Sitüljauclie. Bezüglich des Stickstoffgehaltes in der Spüljauchc, im Rieselboden und im Draiuwasser findet der Verf., dass von dem in der Spüljauche, zumeist als Ammoniak und in organischer Verbindung, vorhandenen Stick- stoff nur 70 "/o in den Boden übergehen, während 30 >, in Folge der im Boden stattfindenden Oxydation, zu Salpetersäure oxydirt, im Drain wasser davon geführt werden. Während somit einerseits das günstige Resultat erreicht erscheint, dass die Rieselfelder trotz der starken und andauernden Berieselung keinen zu hohen Stickstoffgehalt zeigen und sich mithin nicht überdüngt erweisen (10— 16 g Stickstoff in lOÜOO Thln. des Bodens), auch im Laufe der Jahre der Boden seine Sauerstoff übertragende Wirkung nicht verloren hat, bedeuten die im Drainwasser entführten Mengen an Stickstoff einen Verlust für die Landwirthschaft. Dieser Verlust erklärt sich aus der Unzulänglich- keit des für die Berieselung zur Verfügung stehenden Areals; die oben bezeichnete Menge von 1 100 000 kg Stickstoff ist auf den aptirten 300 ha Feld unterzubringen; wollte man die denkbar allerreichlichste Stickstoff- düngung von 150 kg pro ha annehmen, so würden zur Bewältigung jener Menge Stickstoff mehr als 7000 ha oder etwa 30 000 Morgen erforder- lich sein. Gleichwie ein grosser Theil des Ammoniaks im Boden zu Salpetersäure oxydirt wird, so übt auch der Sauerstoff eine fernere Oxydation der orga- nischen Substanz der SpiUjauche zu Kohlensäure aus, so dass der Gehalt der Drainwässer an letzterer ein ziemlich beträchtlicher ist, und auch hierbei ergiebt sich die Thatsache, dass bei rationeller Berieselung der Erdboden seine oxydirende Wirkung nicht verliert. Diese Mengen von Kohlensäure indessen üben, zugleich in Gemeinschaft mit der erwähnten Salpetersäure, auf den Kalk- und Magnesiagehalt des Bodens eine lösende Wirkung aus, welche durch die Aufnahme von Kali aus der Spüljauche unterstützt wird insofern, als diese starke Base zur Abscheidung der schwächeren beiträgt. Eine weitere Folge der Berieselung ist daher eine Verarmung des Bodens an Kalk und Magnesia, mithin ein zweiter Verlust an PHanzennährstoffen. Die mannigfachen Bodenaualysen von ver- schiedenen Stellen der Rieselfelder haben diese Thatsache auch erwiesen. Holdefleiss fasst die Resultate der Klop seh 'sehen Arbeit in fol- gende Gesichtspunkte zusammen: 1) Die Breslauer Spüljauche gehört zu den concentrirtesten der Art, ganz Jahresbericht laai. ^ f'jß Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, besonders betreffs des Gehaltes an Stickstoff, Phosphorsäure, organische Substauz und Gesammtrückstand. 2) Dieselbe enthält in ihrem jährlichen Gesammtertrage diejenige Menge des Stickstoffs, welche bei dem Bestände der Einwohnerzahl erwartet werden kann. Es werden jährlich etwa 1 1 Millionen cbm geliefert, ä 0,1 kg Stickstoff, d. i. 1 100 000 kg Stickstoff, bei einer Einwohner- zahl von ca. 275 000, also 4 kg Stickstoff pro Kopf der Bevölkerung, welches Quantum als jährliche Ausscheidung eines Menschen ange- nommen werden kann. Die Spüljaucheuableituug entspricht daher den höchsten Anforderungen, welche an die Leistung der Kanalisation ge- stellt werden können. 3) Eine vollständige landwirthschaftliche Ausnutzung, einzig durch eine geschlossene Rieselwirthschaft, ist nicht möglich. Selbst wenn man die allerreichlichste Stickstoffdüngung, 150 kg Stickstoff pro ha, als mög- lich annehmen wollte, so würden zur Bewältigung des oben ange- gebenen Quantums mehr als 7000 ha Land nothwendig sein. 4) Es ist nicht zu leugnen, dass bei der bisherigen Ausführung der Oswitzer Berieselung ganz erhebliche Mengen von Pflanzenuährstoffen, namentlich an Stickstoff, unbenutzt bleiben, welche besonders in Form von Salpetersäure durch das Drainwasser entführt werden. 5) Trotz der unvollständigen landwirthschaftlichen Ausnutzung ist die Desinficirung der Spüljauche doch eine sehr gute, da die organische Substauz im Drainwasser zum allergrössten Theil zu Kohlensäure und Salpetersäure oxydirt ist, welche Theile, in jeder Beziehung unschäd- lich, unbedenklich in fliessende Gewässer abgeführt werden können. 6) Der bei Breslau zur Berieselung benutzte Boden ist seiner Beschaffen- heit nach in ausgezeichneter Weise geeignet, die Rieselung wirksam zu machen, da er a. wegen der Durchlässigkeit seines Untergrundes die grössten Mengen von Spüljauche hindurchlassen kann; b. wegen seiner günstigen Mischungsverhältnisse aber die Jauche nicht einfach unverändert hindurch gehen lässt, wie es die anderwärts benutzten reinen Sandböden thun, sondern bei richtiger Behandlungsweise wirklich kräftig desinficirend wirkt, durch ausgiebige Oxydation der organischen und stickstoff- haltigen Substanz; c. da er aus demselben Grunde eine ausgezeichnete Absorptions- fähigkeit namentlich für Kali und Phosphorsäure besitzt, und endlich d. die denkbar höchste landwirthschaftliche Ausnutzung ermöglicht. 7) Eine so viel gefürchtete Ueberladuug des Bodens ist nicht zu erwarten, da die aufgebrachten Mengen von organischer Substanz und Stickstoff sich nicht ansammeln, sondern immer oxydirt und — vorausgesetzt, dass sie nicht durch Pflanzen ausgenutzt sind, — einfach fortgeführt werden. Die nun schon über 3 Jahr berieselten Felder zeigen in dieser Be- ziehung, sowohl ihrer eignen Beschaffenheit nach, als auch betreffs des abfliessenden Drainwassers keinerlei Unterschied gegenüber den eben aptirten Feldern. 8) Die gleichbleibende Desinfectionsthätigkeit konnte nur erhalten werden durch richtige Eintheilung der Rieselung und zwar dadurch, dass Wasier. gy immer nur beschränkte Mengen von Jauche aufgegeben und dann ^ wieder dem Boden Kuho gelassen wurde, auf diese Weise konnte immer wieder reichlich Luft in den Boden eintreten und die Oxydations- fähigkeit von neuem beginnen. 9) Auch die Ueberladung mit mineralischen PHanzennährstoffeu (insbe- sondere Kali, Phosphorsäure, Magnesia, Kalkj ist nicht zu erwarten, da Ackerböden von diesen Stotfen das ausserordentlich Vielfache (mehr als das lOOfachej enthalten können von denjenigen Mengen, welche in den nun über 3 Jahre berieselten Feldern gefunden wurden. 10) Es ist daher zu erwarten, dass durch rationellere Ausbildung der land- wirthschaftlichen Technik auch noch eine vollkommenere laudwirth- schaftliche Ausnutzung der Kicselung ermöglicht wird. 11) Insbesondere zeigt die Beschaffenheit des Schlicks aus der Spüljauche, dass es ohne Schwierigkeit möglich sein wird, auch ohne erhebliche Vergrösserung der eigentlichen Rieselfelder, noch andere landwirth- schaftliche Kreise zur Mitwirkung au der Desinfection und rationellen Ausnutzung der städtischen Abfallstoffe heranzuziehen. Ueber die Wachsthumsverhältnisse der auf den Rieselfeldern gewonnenen Pflanzen sind schon Versuche eingeleitet und Holdefleiss behält sich vor, die Untersuchungen über die Rieselerfolge in Oswitz in den angedeuteten Richtungen fortzuführen. J. Soyka*) bespricht in einer Abhandlung das über die Selbstreinigung Unter- des Bodens in der Literatur vorliegende Material und kommt dadurch, ubeTcanaii. sowie durch eigene Versuche, zu dem Schluss, dass es eine Selbstreinigung J"^''"" "■.'^^ , j j^ DD Selbstreiui- des Bodens, bez. des Kanalwassers, die von vielen Seiten geleugnet wird, guag der giebt, die jedoch an gewisse Bedingungen geknüpft ist. Diese Bedingungen wäfs^er. fasst der Verf. wie folgt zusammen: 1) Vor allem gehört hierzu ein geeigneter Boden, der eine Filtration überhaupt ermöglicht, der aber doch nicht so durchlässig ist, dass die Flüssigkeit den Boden zu rasch durchdringt und zu wenig von der- selben innerhalb der Bodenzonen zurückbleibt. Der Boden muss also neben der Absorptionsfähigkeit auch eine gewisse Wassercapacität besitzen, um die genügenden Mengen der Flüssigkeit in sich zurück- zuhalten-, andererseits aber auch genügend Luft enthalten, um die Oxydationsvorgänge zu ermöglichen; es gilt dies besonders vom Kies- boden. Eine Zersetzung erfolgt hier auch, scheint auch rasch einzu- treten, nur ist hier Rücksicht zu nehmen auf den langsamen Abfluss, den die Flüssigkeiten aus demselben nehmen. 2) Wesentlich scheint auch ein Wechsel in der Durchfeuchtung zu sein, weshalb gerade bei der intermittirenden Filtration die besten Resul- tate zu erreichen sind. Hierbei ist dai-auf zu achten, dass die Inter- mission auch wirklich ihren Zweck erfülle, dass hierdurch genügend Zeit gewährt wird zur Beendigung des Prozesses , so dass die neu zugeleitete Flüssigkeit mit die Aufgabe übernehmen kann, die gebil- deten Zersetzungsproducte bereits wieder auszulaugen. Sonst kann leicht der Fall eintreten, dass die absorbirten und nicht genügend zersetzten Stoffe sich allmählich cumuliren und zur Uebersättigung, zur Insufficienz des Bodens führen. 3) In dritter Linie ist die Bedingung in der zu reinigenden Flüssigkeit ^) Arch. f. Hygieine. 1884. 3. Heft. S. 281. gQ Boden, Wasser, AtmosphUre, Pflanze, Dünger. selbst zu suchen. Ihre Concentration muss eine entsprechend geringe sein. Nicht bloss, dass durch eine grössere Concentration die Zer- setzuugsvorgänge verzögert und in der Weise erschwert werden, dass die Intervalle, in denen die Filtration vorgenommen wird, grössere sein müssen, soll nicht alsbald eine Sättigung und Ucbersättigung des Bodens eintreten; es kann durch eine zu grosse Concentration die Umwandlung vollständig aufgehoben werden. Das Ter- B cl oli oub 6 ck ^) hat das Verhalten des Wassers zu dem inneren halten des ^ti • i ii-it-.! Wassers in Ucberzuge verzinnter oder geschwetelter Bleiröhren untersucht; dabei zunächst 'oder°ge-° festgestellt, dass der Zinnüberzug in den Röhren stollonweise 1 mm an schwefelten andern Stellen kaum Vio mm dick war und Längenrisse erkennen liess, von denen einige bis an die Blciwand reichten. Letzterer Umstand ist von bedeutendem Einfluss auf die Haltliarkeit der Röhren , denn an diesen Stellen kann das Wasser mit dem Blei und Zinn gleichzeitig in Berührung treten, wodurch ein galvanisclier Strom entsteht, unter dessen Mitwirkung sich beide Metalle, insbesondere aber das Blei rasch oxydiren, worauf die Oxyde namentlich im Flusswasser gelöst werden. Die nach der Methode von Schwarz in Graz mittels Behandlung mit Schwefelleber innen mit Schwefelblei überzogenen Röhren zeigten, dass der Uebei'zug zwar vollständig, aber kaum ^lo mm dick und stellenweise blasig war. Versuche des Verfs. ergaben nun, dass geschwefelte und verzinnte Blei- röhren durch destillirtes Wasser bei gehindertem Luftzutritt nicht augegriffen werden und längere Zeit zu widerstehen scheinen , während das destillirte Wasser bei Luftzutritt nach längerer Zeit geringe Mengen von Blei in Wasser löslich macht. 1 1 destillirtes Wasser nahm bei Gegenwart von Luft in 24 Stunden bei 18 — 21 " aus dem verzinnten Bleirohr nur Spuren von Zinn und Blei auf; aus einem geschwefelten Bleirohr dagegen 1,83!» mg Blei. Wasser und Luft in den verschlossenen Röhren 48 Stunden lang bei derselben Temperatur gehalten, bewirkten beim geschwefelten Rohre eine Bleiaufnahme, auf 1 1 Wasser berechnet, von 3,9(57 mg Blei; beim Zinnbleirohre 4,684 mg Blei. Wenn das Wasser die Röhren durchfloss, war das Resultat ein günstigeres; aber selbst in diesem Falle war die Anwesenheit von Blei und Zinn zu constatiren, wenn 10 — 12 1 Wasser eingedampft und untersucht wurden. Versuche mit dem sehr weichen Moldauwasser ergaben, dass das ge- schwefelte Bleirohr, zum Theil mit dem Wasser angefüllt, nach 24 Stunden bei 19<^ C. an 1 1 Wasser 7,294 mg Blei, das Rohr mit Zinnbeleg 5,144 mg Blei abgegeben hatte. Bei Luftabscliluss nahm 1 1 Moldauwasser 15,203 mg Blei aus der geschwefelten Röhre und 7,831 mg Blei aus einer verzinnten Röhre auf. Bi^enn^Ie" ^' Schueidcr^) hat glei(;hfalls Untersuchungen über das Verhalten röhren an dcs Lcitungswasscrs iu Bleiröhren angestellt und ist dabei zu folgenden wLs""?.^' Schlüssen gelangt: 1) Das weiche, nur Sj^uren von Schwefelsäure und Kalksalzen ent- haltende Boberwasser ist geeignet, nicht unerhebliche Mengen von Blei aus neuem Bleirohr aufzunehmen. 2) Schwerlösliche Ausscheidungen, welche einen schützenden Ueberzug der ') Bericht des städt. Gesundheitsrathes zu Prag. 1883; a. Chem. Centralbl. 1884. S. 346. 3) Arch. f. Pharm. 1884. S. 185; a. Chem. Centralbl. 1884. S. 407. Wasser. QQ innern Röhre» wandung bilden könnten, entstehen in kurzer Zeit, jedenfalls aber innerhalb 24 — 64 Stunden nicht. 3) Seit etwa 18 Jahren im Gebrauch bcHndlichc Bleirohrlcituiigen haben durch diesen langen Zeitraum eine Beschaffenheit nicht angenommen, welche die Aufnahme von Blei bei längerem — selbst nur nach Stunden zählendem — Verweilen des Leitungswassers darin gänzlich zu verhindern vermöchte. 4) Auch hartes Wasser (von einem Gehalt von 10,57 g Schwefelsäure und 11,2 g Kalk im hl) wirkt lösend auf Bleirohr ein. (In dieser Beziehung vergleiche man das, was Reichardt über den Gebrauch der Bleiröhron als Wasscrleitungsröhren in seinen „Grundlagen zur Beurtheiluug des Trinkwassers 1880", 4. Auflage, angiebt. Der Ref.) Ch. Chambcrlan(n) berichtet über ein Filter, welches die unreinsten r*i\'or ^j," Wässer frei von Mikroben und Keimen jeder Art liefert. Der Apparat Gewinnung besteht einfach aus einer porösen Röhre von verglühtem Porzellan, durch g^crreinen welche man das unreine Wasser unter Druck laufen lässt. Man braucht Wassers, eine solche Röhre, welche ca 20 cm Länge und 25 mm Durchmesser haben kann, z. B. bloss unmittelbar an ein Wasserleitungsrohr anzuschrauben, um bei einem Druck von zwei Atmosphären täglich 20 I Wasser so rein und völlig frei von Pilzkeimen etc. zu erhalten, dass solches Wasser in beliebigen Mengen zu gährungs- und fäulnissfähigen Substanzen hinzugesetzt werden kann , ohne die geringste Aeuderung derselben zu bewirken. Derartige Apparate sind in dem Pasteur'schen Laboratorium mit bestem Erfolge in Gebrauch. Durch Vermehrung der Röhren und passende Anordnung zu einer Batterie lässt sich leicht der tägliche Bedarf von reinstem Wasser für eine Haushaltung, für eine Schule, ein Krankenhaus, eine Kaserne u. s. w. be- schaffen. Nach längerem Gebrauch der Röhren gelingt deren Reinigung leicht durch Abbürsten, Auskochen mit Wasser und Erhitzen über freiem Feuer, wodurch die organischen Keime zerstört werden und die Röhren ihre Porosität wieder erlangen. E. HankeP) hat Versuche über die Klärung der Abfallwässer der Klärung der P^ärbereien angestellt und zwar 1) durch die Scdimenlirung, 2) durch Kalk ^^s^g^/'jer und 3) durch Filtration durch Torf. Färbereien. Die Sedimentirung durch Ruhe führte zu keinem Resultat; dagegen liefert die Klärung mit Kalk, sowohl bei den Abfallwässern der Wollfärbcreien, als auch in den Bauniwollfärbereien insofern befriedigende Resultate, als vollständige und genügende Klärung nach kurzer Zeit, meist schon nach 24 Stunden erreicht wurde. Da aber die Abfallwässer an und für sich schon sehr kalkhaltig sind, so dürfte die Beseitigung der werthlosen Kalk- rückstände Schwierigkeiten bereiten. Bei einer dritten Versuchsreihe wurde Torf als Klärmittel benutzt. Hierbei ei-gab sich, dass unter Einhaltung genauer Vorsicbtsmassregeln eine sehr gute Klärung zu erreichen ist. Die einzige Schwierigkeit, welche sich hier bei der Ausführung im Grossen darbieten würde, besteht nach dem Verf. darin, dass die Abfall wässer sehr langsam durch die Torffilter hindurch- gehen. Diese Methode der Reinigung hat den Vorzug, dass der benutzte Torf nach dem Trocknen ohne Weiteres als Brennmaterial verwendet wer- den kann. (Die Anwendung von Torf zur Reinigung von Abfallwässern ist ') C.mipt. iciul. Ib84. 99. S. 247; a. Chcm. Centralbl. 1884. S. 711. 2) Cham. Centralbl. 1884, S. 319. lyrv Boden, 'Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. nicht neu. S. d. Jahresbericht 1882, S. 57, Reinigung der Spüljauchen des Rieselfeldes zu Plötzensee etc. betreffend. Der Ref.). Reinigung p Stohmann^) giebt als ein geeignetes Wasserreiuiguugsmittel für durch '*Mag- Kessel Wässer die Magnesia an. Ihre Wirkung beruht darauf, dass gebrannte nesi». Magnesia nach der Hydiatation ausserordentlich leicht die freie Kohlen- säure der gewöhnlichen Wässer absorbirt und den dadurch seines Lösungs- mittels beraubten kohlensauren Kalk zur Ausscheidung bringt, unter Bildung von Magnesiumcarbonat. Nach dem Verf. bildet sich ein alkalisch reagi- render Kesselschlamm von Magnesiahydrat etc. der jeder Säurebildung und Corrosion entgegenwirkt. Nähere Auskunft über geeignete Beschaffenheit des Wassers etc. giebt die Firma Heine & Weickert in Leipzig. Reinigung jj^ ^gr Sitzuug dcs Franklin -lustituts in Philadelphia vom 16. Decbr. des Wassers ^ durch künst- 1884 machtc der Secretair der Gesellschaft Mittheilungen über Versuche, Lüftung, welche unter der Leitung des Chef-Ingenieurs des Wasserdepartements von Philadelphia, Ludlow, augestellt wurden zu dem Zweck, das Wasser des Schuylkill, welches für die Versorgung von Philadelphia beuutzt wird, durch eine künstliche Lüftung nach dem Vorschlage von A. E. Leeds zu reinigen. Die bisherigen Ergebnisse der Versuche sind nach dem Protokoll über die Sitzung sehr zufriedenstellend und lassen wichtige praktische Resultate erwarten. Laboratoriumsversuche von Leeds hatten gezeigt, dass die günstige Einwirkung der atmosphärischen Luft auf die Veränderung und theilweise sogar Entfernung, bezüglich Zerstörung der Unreinigkeiten im Wasser erhöht wird, wenn die beiden, Luft und Wasser unter Druck mit einander gemischt werden. Je grösser der Druck, desto grösser die Sauerstoff-Absorption und folglich um so grösser die zerstörende Wirkung auf die organischen Verunreinigungen. Das geuaue Verhältniss des Ein- flusses auf die Entfernung der organischen Substanzen ist bis jetzt noch nicht festgestellt. Um den Versuch in grösserem Maassstabe auszuführen und gleich- zeitig Anhaltspunkte für die praktische Anwendbarkeit und Nützlichkeit des vorgeschlageneu Verfahrens zu gewinnen, wurde eine von den zu Fairraont, der Pumpstation für Philadelphia, aufgestellten Turbinen (Nr. 8) in der Weise abgeändert, dass sie als Luftpumpe wirkte. Dadurch konnte bewirkt werden, dass dem in die Hauptleitung fliessenden Wasser ca. 20 Volum ^jo Luft beigemengt war, eine Menge, welche nach den Versuchen von Leeds für die Uebersättigung des Wassers genügt. Der Erfolg dieser Behandlung wurde durch vergleichende Untersuchung des Wassers, welches bei der Pumpstation gefördert wurde, mit dem durch- lüfteten Wasser, welches nach einem Lauf von 3600 Fuss im Druckrohr sich in den Behälter (Corinthian Bassin) ergoss, bestimmt. Das Resultat war folgendes: Der Gehalt an Sauerstoff in dem durchlüfteten Wasser war 17 ^o grösser, als zuvor; der Gehalt an Kohlensäure war um 53 % grösser und sämmtliche gelöste Gase um 16 % grösser. Der Procentgehalt an Am- moniak im Wasser war um 1/5 des früheren Betrags ermässigt. Der Pro- centgehalt an Sauerstoff repräsentirt den Ucberschuss über diejenige Menge, welche zur Oxydation der organischen Substanzen verwendet wurde. Diese Resultate sind nach der Ansicht des Berichterstatters ausserordentlich ») Chem. Centralbl. 1884, S. 591. Wasser. yi günstig uud zeigen klar die Möglichkeit, ein bis zur Untaugliclikeit mit organiscbeu Substanzen verunreinigtes Wasser durch Lüftung wieder brauch- bar zu machen. Röcker-Kot bei) veröffcntlicbt ein VL-rfabrcn zur Reinigung von Ab- ^^'"jf j^J'^^"- fallwässcrn. *'"• Ah- Dic Abfallwüsser werden zunächst mit passenden Chemikalien (Kalk, etc.) behandelt, welche eine Ausscheidung der suspcndirtcn und auch de:- in ge- löstem Zustand vorbandeuen oi-ganiscben Stoife und deren Zersetzungs[);oduktG veranlassen. Das mit dem Niederschlag noch gemischte Wasser wrJ mittelst einer Luftpumpe in einen 7 Meter hohen veitikalen Kessel lang- sam gehoben, wobei die festen Stoffe unten abgelagert bleiben, während das gereinigte Wasser oben abfliesst. Dasselbe enthält noch etwas Aetzkalk, der unter dem p]intluss der Kohlensäure der Luft sich nachträglich als kohlensaurer Kalk ausscheidet uud dabei die noch vorhandenen Unreinig- keiten niitreisst. Der Schlamm im Cylinder enthält alle für die Laudwirth- schaft werthvollen Stoffe in verwendbarer Form. Er kann, ohne die Funktion des Apparates zu stören, continuirlich entfernt werden. Die Abwässer der Zuckerfabriken sind es besonders, bei welchen die ^V ^^'- frage der Reinigung brennend geworden ist, da dieselben hinsichtlieh des der Ah- Mengenverhältnisses nicht nur die Abwässer fast aller übrigen Gewerbe, ^zucLr^' selbst die Sielwässei- mittelgrosser Städte überrragen. Eine 4000 Centner Fabriken. Rüben täglich verarbeitende Zuckerfabrik liefert ebensoviel Abwasser, wie eine Stadt von 20 000 Einwohnern und führt mit diesem Wasser so viel organische Stoffe fort, als eine Stadt von 50 000 Einwohnern täglich. Es sind nun zwei im Princip verschiedene Methoden zur Entfernung, bez. Unschädlichmachung der verschiedenen Stoffe aus den Abwässern in Vorschlag gebracht worden, deren eine kurz als cellular- chemische, deren andere als molekular-chemische bezeichnet wird. Nach der ersteren sollen die Abwässer einer möglichst durchgreifenden Gährung und nachfolgenden Filtration durch Bodenschichten unterworfen werden, die letztere beruht auf der Fällung der schädlichen Stoffe durch chemische Mittel. Durch- schlagende P^rfolge sind aber bis jetzt weder auf dem einen noch auf dem andern Weg erzielt worden. A. B ode üben der =^) schlägt nun vor, eine Kombination der beiden Methoden auszuführen und glaubt, dass eine der Filtration der Abwäscer durch Ackererde vorausgehende Entfernung der durch chemische Agentien fällbaren Stoffe am ehesten Aussicht auf Erfolg haben werde und skizzirt sein derartiges Verfahren nachstehends: Die Abwässer werden zunächst möglichst rasch von den dai'in suspen- dirten gröberen Stoffen, als Rübenerde, Rübenblätler und Schwänzen etc. durch Filtration über Roste und vermittelst des sogenannten Röcker'schen Apparates (s. o.) getrennt. Der breiige Schlamm wird durch Fowler'sche Pumpen oder ßaggcrwerke in Erdbassins behufs vollständiger Austrocknung befördert. Das von allen suspendirten Stoffen möglichst befreite Wasser wird dann einer chemischen Reinigung unterzogen. Es haben sich für diesen Zweck die Sulfate der Erdmetalle (Thonerde, Magnesia, Eisenoxydul), ') Nene Zeifscbr. für Rübenzucker-Industrie 1881, 13. Bd. S. 142. a. Centralbl. f. AtTrifnlturchcmic \HH\. S 7.S2. '') Braimschw. laudwirthscbattl. Ztg. 1884, Nr. 16, S. 61. a. Centralbl. f. Agri- culturchemie 1884, S. 649. 'J'2 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. sowie das saure Kalkphosphat unter Zusatz von Kalk bis zur alkalischen Reaktion als höchst wirksam erwiesen. Diese chemische Reinigung, welche also in einer Fällung organischer Substanzen durch die genannten Metalloxyde besteht und einen sehr werth- voUen Dünger liefert, erstreckt sich auf alle Abwässer der Zuckerfabriken, mit Ausnahme des zur Condensation der Dämpfe verwandten, welches nur zur Abkühluug über Gradirwerke zu leiten ist. Nach der Dekantation der Niederschläge wird des klare Wasser über schlammigen Coaks in auf- steigendem Strome filtrirt und alsdann einer Durchlüftung auf Gradir- werken ausgesetzt, wobei es stets schwach alkalisch sein muss. Hierbei unterliegen viele organische Stoffe, darunter auch Zucker, unter gewissen Be- dingungen (Wärme und Feuchtigkeit, bei Gegenwart von viel Luft und wenig Kalk) einem Oxydationsprocess. Es ist hierbei jedenfalls vortheilhaft, wenn die organischen Stoffe eine möglichst tief eingreifende Zersetzung erleiden, da alsdann Verbindungen von geringerem Atomgewichte erzeugt werden, deren endlicher Zerfall in Kohlensäure, Wasser, Ammoniak etc. rascher er- folgt, als dies bei hochatomigen der Fall ist. Einem derartigen combinirten Reinigungsprocess würden die Abwässer der Zuckerfabriken in allen Fällen zu unterwerfen sein, wo die Erzielung eines möglichst reinen Wassers mit Rücksicht auf die äussern Verhältnisse (Ein- führung in einen kleinen Wasserlaui, in stagnirende Flüsschen, in Wässer, die dem Gebrauche in Haushaltungen dienen müssen u. dergl.) geboten ist. Es würde also zweckmässig sein, die Abwässer der Zuckerfabriken in un- gegohrenem Zustande chemisch zu reinigen, alsdann einer Gähruug in sehr grossen Bassins zu unterwerfen, und hierauf die Berieselung vorzunehmen. Es würden mithin alle Stoffe, welche sich durch chemische Agentieu fällen lassen, zuvor auf diese Weise entfernt werden, so dass das der Berieselung zu unter- werfende Wasser nicht mit den Zersetzungsprodukten der organischen Stoffe überladen und dadurch eine längere Zeit anhaltende Wirkung der Riesel- felder erzielt würde. Dieses Verfahren würde zur Voraussetzung haben, dass alle Operationen im Betriebe der Zuckerfabriken weggelassen werden, welche eine Gähruug einschliessen, also besonders das Wiederbeleben der Knochenkohle durch Gähruug, an dessen Stelle ein Auskochen mit soge- nanntem Brüdenwasser zu treten hätte. Wo dagegen die Abwässer einer Zuckerfabrik einem wasserreichen Flusse zugeführt werden können, da dürfte die Berieselung überflüssig sein und eine Reinigung durch Fällung genügen, da hierbei das Flusswasser die Rolle des Bodens übernimmt. Der Verf. weist schliesslich darauf hin, dass die Bestrebungen der Zuckerindustrie, die Reinigung ihrer Abwässer zu einem zufriedenstellenden Ziele zu führen, ausserordentlich erschwert werden, durch die exorbitanten Forderungen vieler Adjacenten von Flüssen, Bächen, etc., deren Zweck viel- mehr die Erlangung von Vortheilen, als die Beseitigung von Uebelständen ist. A 11 h a n g. Die artesischen Fluss-, Quell- Pumpwasser von Hamburg und Umgegend, von Niederstadt. (Eulenburg's Viortcljahrsschr. f. ger. Med. 40, S. 122, 1884.) Wasser. 73 Analyse des Mineralwassers von Brucourt, von Cli. Cloez. (Compt. rend. 1884, 98. S. 1282). Ueber das Eindringen von Verunieiiii;iiuif^eii in IJudcii- und Gniiid- wasser, von Fr. Ilofmann (Arcli. f. Hygieino 2, S. 149). • Ueber einen nenen Apparat zur Bcstiniinnng der Härte dos Wassers, von G. Logos (Chera. Ztg. 8, S. 69 a. Ik'i-ichtc der deutschen chera. Ge- sellsch. 1884 Nr. 4, S. 118). Ueber die Mineralwasser der Saline von Salies-du-Salat, von P. Sabatier (Bull. Par. 42, S. 98). Ueber die Ausführung der Salpetersäurebestiniinung im Trinkwasser mittels Indigolösung, Methode der Bestimmung nioditicirt, von Mayrliofer. (Chem. Centralbl. 1884, S. 648 a. Corresp. der freien Vereinigung bayr. Vertreter d. angewandt. Chemie 1884, Nr. 1, S. 3). Ueber denselben Gegenstand, von J. Skalweit (Rep. d. analyt. Cli. 4, I. a. Arch. d. Pharm. 1884, S. 160). Ueber die Verunreinigung von Abfallwässern, von Keichardt. (Vor- trag, gehalten auf d. Geueralv. d. deutsch. Apothekervereins z. Dresden 1884. Pharm. Ztg. 29, S. G69). Das Röcker-Rothe'schc Verfahren zur Reinigung von Abfallwässern von Städten und gewerblichen Anlagen, von Kaysser. (Gesuudh. Ing. 7. S. 569). Ueber das Vorkommen von Ammoniak, salpetriger Säure und Salpeter- säure in Trinkwässern, von H. G reinert. (Pharmac. Ztg 18 84, S. 701). Zur Filtrationsfrage, von J. W. Runeberg (Pflüger's Archiv 35, S. 54. Helsingfors.) (Erwiderung auf die Abhandlung von E. Regeczy, Beiträge zur Filtrationslehre. Arch. 30, S, 544). Bemerkungen zur Härtebestimmung des Wassers, von Herbert (Chem. News 49, S. 149). Anwendung der Methode zur Bestimmung der Salpetersäure als Cin- chonaminnitrat in den natürlichen Wässern von Aman d (Compt. rend. 1884, 99, S. 190. a. Berl. Ber. 1884. S. 446). The Oxygen in Water, von W. Odling. Nach einem Vortrage in der Royal Institution in London. (Scientific Americ. 1881, S. 389). Einfluss der industriellen Thätigkeit auf die Beschaffenheit des Fluss- wassers, von R. Caspari (Chemisch technische Mittheilungen 1884, S. 33). Literatur. Die Petrische Methode zur Pieinisung städtischer Kanahvässer. Geschichte luul Kritik der Methode mit besonderer Berücksichtigung der Berliu-Plötzen- see'er Versuchsanlage. Ein Beitrag zur Frage der Verwendbarkelt von Torfgrus als Filtermaterial, von 0. Peschke. gr, 8. Berlin. Heilquellen-Analysen iür normale Verhältnisse und zur Miueralwasserfabrikation berechnet auf lOO(K) Theile, von F. Raspe. Dresden, 17. u. 18. Liefg. Lex. 8. Ueber Flussverunreinigungen, deren Ursachen, Nachweis, Beurtheilung und Verhin- derung, von II. Fleck. 12. u. 13. Jahresbericht der Kgl. Chem. Central- stelle f. ötfentliche Gesundheitspflege zu Dresden. Dresden 1884. Analisi chimica dell'Aqua Potabile della cittä di Cogliari per 1 Professori (iiiisojipe Missachi et INIichcle Ccppola. Cagh'ari 1882. Ti])ügiatia cditorice dell' avvcnire di Sardegna. Die Mängel der Schwemmkanalisation gegenüber dem Shone-System mit Hinblick "74 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. auf die Kaualisatiou der Stadt Berlin, von M. Kuauff. Berlin 1884. Polytechnische Buchhandlung. Der Mikromembraufilter. Ein neues technisches Hilfsmittel zur Geniessbarmachung von ujji^eniessbarem Wasser im kleinen und grösstcu Massstabe von M. Breyer. gr. 8". Wien, Spielhagen & Schurich. Die neuesten Erfahrungen auf dem Gebiete der Städtereiuiguug, mit besonderer Berücksichtigung der hindwirthschaftlichen Verwerthung der städtischen Fäcalien, von Ed. Heiden, Alex. Müller u. K. v. Langsdorff. gr. 8*^. Hannover, Ph. Cohen. Water Aualysis: a practical treastise ou the examinatiou of potable water; J. A. Wanklyu and Chapman. London, Trübner & Co- Das automatische Kanalisationssystem zur Entfernung der Fäkalstoffe und Abwasser aus St;ulten, von H. Dahmen. gr. 8". Wien, Amonerta. Die Kanalisatiou von Berlin, von J. Hobrecht. 4". Berlin, Ernst & Korn. Das galvanische P'ilter und die rationelle Nutzbarmachung der Kanalisationsjauche für die Landwirthschaft, von L. Klein, gr. 8". Giessen, Fehserteld. Die Bestaudtheile des Wassers der Lauf- luid Grundwasser-Brunnen der Stadt Rappoltsweiler, von J. Thicme. Progr. der Realschule zu Rappolts- weiler. Die Untersuchungen der Brunnenwasser von Aussig. 4". Aussig, Grohmann. Atmosphäre. Refereut: Th. Dietrich. BäuM^ehäit Kohleusäuregehalt der Luft auf der südlichen Hemisphäre, d. Luft. Von A. Müntz und E. Aubin. i) Gelegentlich einer Expedition am Cap Hörn wurden von Hyades Kohleusäurebcstimmungeu ausgeführt, durch tN'elche die Frage gelöst werden sollte, ob in der That auf der südlichen Hemisphäre, als einer Wasserhemisphäre, nach der Theorie Schlösing's ein geringerer Kohlensäuregehalt nachweisbar sei. Da hiernach die Kohlensäure der Luft mit der im Meerwasser im Gleichgewichte sich befinden soll, so müsste bei der niedrigen Temperatur der Wassermassen auf der südlichen Hemisphäre, besonders in den höheren Breiten, der Kohlensäuregehalt der Luft niedriger sein. Aus den auf einen grösseren Zeitraum ausgedehnten Versuchen von Hyades ergab sich das Mittel des Kohlensäuregehalts zu 2,56 auf 10 000 Volumina, während das Mittel aller auf der Nordhemisphäre ge- machten Beobachtungen (nach den Verf.) 2,84 giebt. Hiernach steht fest, dass der Kohlensäuregehalt von der Temperatur des Meerwassers abhängt und daher auf der Südhemisphäre in den höheren Breiten kleiner ist, als auf der Nordhemisphäre. Entgegengesetzt dem Verhalten auf der Nord- hemisphäre stellt sich ferner das Mittel der Messungen bei Nacht kleiner heraus als das der bei Tag angestellten : Nachtmittcl 2,556, Tagesmittel 2,563. Dies erklärt sich aus dem fast gänzlichen Mangel an Land mit Vegetation in jenen Breiten, wodurch dann nur mehr die Temperatur des Wassers entscheidend bleibt, die ja bei Nacht niedriger ist. Diese Abhän- gigkeit von der Temperatur des Wassers sieht man auch aus der Grup- pirung der Messung nach dieser Temperatur. Mittel der Messungen bei + unter 5» 2,530 in 10 000 Vol. „ -j-über 50 2,598 „ 10 000 „ fer^/offr^d. ^^^ brennbaren Kohlcnstoffverbindungen der Atmosphäre. Luft. ^) Compt. rend. 98. 1884. 487. AtmOBphttre. "Tg Von A. Müotz und E. Aubin. ^) Die Kohlensäuremenge, welche die breun- baren, kolilenstoft'haUigen Gase (Sumpfgas, Alkohol u.a.m.) der Luft ergaben, bat auf der Station zu Paris am Conscrvatoire des Arts et Metiezs von 3 — 10 Milliontel Volumen gcscbwankt; aber dort befand man sich in einem Ceutrum, wo die Luft verunreinigt sein kann durch Leuchtgas und durch Producte unvollständiger Verbrennung. In der Ebene von Vincounes haben die Mengen zwischen 2 Volumen uud 4,7 Volumen in 1 Million Volumen Luft geschwankt. Das Mittel der Resultate, das sich auf die Monate October, November, Dccember bezieht, ist gleich 3,3 Volumen Kohlensäure, welche die kohlenstofflialtigeo Gase in 1 Million Volumen Luft ergeben. Man kann also sagen, dass die Menge brennbarer, kohlenstoffhaltiger Gase oder Dämpfe, welche in der Luft vorhanden sind, gemessen wird durcli eine Menge Koblen- säure, die 100 mal kleiner ist als die der normalen Koblensäure der Luft. Verf. weisen noch darauf hin, dass eine Anhäufung dieser kohlenstoff- haltigen brennbaren Gase nicht stattfindet, da die elektrischen Entladungen dieselben oxydirt. Ueber den Gehalt der atmosphärischen Niederschläge anatm^Nieder- Ammoniak, Chlor und Schwefelsäure. Von J. B. Lawes, J. II. schiägean ' ' Amiuomak, Gilbert und R. Warrington. 2) Im Anschluss an die früheren Beobach- chior und tuugen ^) über die Zusammensetzung des in den grossen Regenmessern in ' 'sliure! ' Nothamstad gesammelten Regenwassers stellten die Verf. neuerdings Er- hebungen an. Ammoniak in den atmosphärischen Niederschlägen. Die grossen Diffe- renzen in den Llrgebnissen älterer Untersuchungen wurden von den Verf. auf die Unzulänglichkeit der Untersuchungsraethode zurückgeführt; sie bielten es deshalb für augezeigt, die Beobachtungen mittelst der modernen Methoden der Ammoniakbestimmung zu wiederholen. Dieselben erstreckten sich auf den Zeitraum vom 22. Juni 1881 bis zum 5. Januar 1882. Es wurden sowohl die täglichen Niederschläge als auch gemischte Proben untersucht, welche den Regenfall jedes Monats repräsentiren. Das Ammoniak wurde in den Niederschlägen an dem Tage, wo sie gesammelt worden waren, oder höchstens 2 oder 3 Tage später mittelst der Nessler'schen Methode bestimmt. Es ergaben sich ganz bedeutende Schwankungen in dem Ammoniak- gehalt des Niederschlagswassers. Als Minimum wurde 0,043 Stickstoff per Million in einem 0,713 Zoll betragenden Regenfall (37. November), nach zwei vorher- gehenden Tagen mit starkem Regenfall gefunden; Das Maximum betrug 5,49 Stickstoff per Million und wurde in einem (am 17. September) gefallenen Thau gefunden, dessen Menge 0,007 Zoll betrug. Der Ammoniakgehalt steht zu der Menge des Niederschlags in propor- tionalem Verhältniss; je grösser die Niederschläge waren, um so geringer waren die in demselben aufgelösten Mengen von Amraoniakstickstoff. Verf. bringen diese Beziehungen in nachstehender Zusammenstellung zum Aus- druck : ') Compt. rend. 99 1884. 871. ') Forsch a. d. Gebiete d. Agrikulturphysik von E. \Yolhiy. 7. 1H81. 233. ») Dies. Jahresber. 1882. 70. 76 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Gruppen des Regenfalls 1 Zahl der Proben Mittlere Regenmenge Zoll Ammoniak-Stickstoff per Million Mittel Höchster Gehalt Niedrigster Gehalt Unter 0,01 Zoll . . . Von 0,01—0,02 Zoll . ., 0,02—0,04 „ . „ 0,04—0,06 „ . ., 0.06-0,08 „ . „ 0,08—0,10 „ . „ 0,10-0,20 „ „ 0,20—0,30 „ . „ 0,30—0,40 „ . , 0,40—0,70 „ . „ 0,70—1,00 „ . Ueber 1,00 Zoll . . . 35 27 19 5 8 6 18 11 7 9 5 2 0,006 0,014 0,028 0,045 0,065 0,091 0,!51 0.266 0,325 0.542 0,825 1,126 1,536 1,141 0,924 0,571 0,359 0,338 0,232 0,360 0,229 0,138 0,138 0,063 5,491 4,255 2,368 1,235 0,577 0,576 0,494 1,400 0,700 0,244 0,312 0,070 0,115 0,247 0,247 0,362 0,272 0,247 0,100 0,117 0,099 0,070 0,043 0,058 152 0,142 0,248 5,491 0,043 Nach frühereu Beobachtungen aufgestellte Regeln finden in den neuen Beobachtungen ihre Bestätigung, so z. B. dass nach längerem und heftigem Regen die Atmosphäre derart von Ammoniak gereinigt ist, dass nur geringe Mengen davon in das Wasser unmittelbar folgender Niederschläge übertreten können, dass andererseits nach längerer Trockenheit, oder bei geringem Regenfall das Wsser reich an Stickstoff ist. Ebenso wurde wiederum nach- gewiesen, dass Regenwasser im Sommer reicher an Ammoniak ist, als im Winter; doch traten auch Ausnahmen, namentlich beeinflusst von der Tempe- ratur zu Tage. Der Gehalt des Regens wird theoretisch dann am höchsten sein, wenn bei einem plötzlichen Wechsel der Temperatur ein kalter Nie- derschlag in einer vorhergehend warmen Atmosphäre gebildet wird; solche Bedingungen treten ein mit dem Wechsel des Windes von Süd nach Nord, oder wenn sich Thau in einer klaren Nacht nach einem warmen Tage niederschlägt. Die den Regeufall eines ganzen Monats darstellenden Gemische ergaben folgenden Ammoniakgehalt, die Zahlen beziehen sich auf die Ermittelungen seit 1872, wobei zu bemerken, dass die von 1878 bis 1881 gesammelten Proben erst in letzterem Monat untersucht wurden, von da ab aber die täglich gefallene Regenmenge analysirt wurde. (Siehe die Tab. 1 auf S. 77.) Werden die mitgetheilten Resultate sowohl nach den Jahreszeiten als auch nach den Niederschlagsmengen in Gruppen gebracht, so ergeben sich folgende Zahlen: (Siehe die Tab. 2 auf S. 76.) Diese Zahlen zeigen deutlich, dass der (iehalt des Regen wassers an Ammoniak-Stickstoff mit der Höhe des Regcnfalls abnimmt, dass derselbe im Sommer im Durchschnitt grösser ist als im Winter, sowie dass die abso- AtmosphSre. 77 Tab. 1, Aiiiiiiinii ik-N |). AiiiiuoMiuk-N in Aiiniumiak-N ») llo^'ontall iii /ollon Mill. UoK eiiwasacr IM'uiid 1 ). Aui'c in kg p. ha Mittel Mittel Mittel Mittel Monat ]2 CO CO CO CO CO 7 .3 ■= CO tH 00 00 «5 00 '^ CO 00 00 T S CO _, * CO CO CO 00 7 Ol ■-3 CO _. '^ 00 2 CO ^ CO CO 7 >-> 00 00 1^ CO 00 00 00 tH 3 " 00 00 Januar . 2,488 1,883 0,280 0,320 0,155 0,136 0,174 0,152 Februar . 3,1 H2 3,354 0,208 0,314 0,150 0,238 0,168 0,267 Mär/ . . . 1,225 1,148 0,507 0,483 0,141 0,125 0,160 0,140 April . . 2,701 2,574 0,389 0,533 0,238 0,311 0,267 0,340 Mai . . . 1,977 1,911 0,476 0,557 0,213 0,241 0,239 0,270 Juni . . . 2,780 3,269 0,436 0,425 0,274 0,314 0,307 0,352 Juli . . . 1,925 3,037 0,556 0,413 0,242 0,284 0,271 0,318 August . . 3.946 3,946 0.250 0,250 0,224 0,224 0,251 0,251 September . 2,229 2.982 0,377 0,318 0,190 0,215 0,213 0,241 October . 4,782 4,079 0,241 0,251 0,261 0,232 0,292 0,260 November . 3,459 3,459 0,187 0,187 0,147 0,147 0,165 0,165 December . 3,833 2,990 0,266 0,289 0,231 0,195 0,259 0,218 Tc tal Mit tel Total Total 34,477 34,632 0,316 0,340 2,466 1 2,662 2,763 2,983 Tab. 2. Sommermonate Wintermonato Ganzes Jahr e a Ammoniak- c c Ammoniak- c c Ammoniak- !0 Ä N o 2 S N o tu © (D N Regenmenge o Ä o dl S ä. 3 o g ^ -r. g o ^ © o j^ e =; 9 -l3 H ^ .- < -a :^ t2 •< .j:^ s =2 "^ !S3 Zoll i_ JO ,— C3 D B B B B PT PT pr pr pr pr pr C . c: . c . ^ . C ■ c . B ■ p B e B E B B ort; . U<5 . w . 0=) OQ . to tc J* N) IC tc K- N> N5 bS to H- an der Öl- OS *>. Ol Ol Ül c» OD lO .T" .T^ O OD C: es cc o OD CO o oo 4^ lO O C2 CD r- to Bodenoberfläche er >_ ?C iO jo ^s ^ N) 1— ' 1— ' ■-• H' l-> h- CD CD lO F- tf>- K- cc o >- -5 tn - 00 — ' t-i OD CO GCrf»- 03 1— o> o Ut Oi O CO 5 C!5 B o tCi ^s io J* ts> ►-• iC i-i — 1—' 1— ' an der p: «J » iO JSO iO o o Cn O CCCD -/ Ci o- ^s b3 OD OD to 00 c OO OD ^ CD Büdenoberttäche ,_, ^3 ^3 ^2 !« — bD ^ — ►- 1— K- — OD OD bO 1— 03 "— CO O 1— -3 Ol -.3 o» m 2 c« Ci: pr tO OD If» Ol iO — fo oo *^ Oi to »0 t3 1— to 1— ' 1— ' 1— ' 1— ' — 1—' 2 o- B er (3 . O*- 03 ^ o o ODO OS Ol if^ o» Oslo 2 c: O ^3 <-" B 1— ' lO JO K) ^^ N> ^E ^^ 1— to to to ^o ^ oo WC» rf^ OD 00 "Je o "^'g 1o CD Bodenoberfläche er M ^ ^s {o ^^ ^^ eo K) ^ 1— ^ K' H' — OS 00 ^o ^ W H- O o — . o q OS a> 4>- <£> .— o» 00 05 OCJ >— Ci OD ■ 05 cc p o OO Orf» «cc t— • .^ *^S8 ^5 •^^ 05 05 bS CO>- 00 OS — Bodenoberfläche >1 C l_ ^s »o *o bS tCtö 1— ' l-" •^ H- 1— !-• Pi^ o"^ cn 1— ■^ «) N>00 Oi OD co^ § ca B «> er 6d « 1 er OD rf^ «O o JO »O OS o i 2 ei- B ^j tO K> lO Zs3 tS N> 1-1 ^ ►- i-i I—' p— ' 00 cc ►-00 00 cn o p o 00 — ~3 Ol OD "i' o o "i^ 2 o 3 o» ^ s M> t; ^ cr^cCR ^' Si T 5 >F • t?;^- « j n f r- ^ n- P • r^ .^P,!- p 2 .— er et o cc et ^ er B B- ^--^ F ^ g •-I F :^ oo o er 05 ^ >s^ B -s; cr1 cc ^ P (» cr O- O o ■ S o ^ c ?.^p F 5 Atmosphäre. 35 Mittel sämnitlicher Beobachtungen. Junibeobachtungen. Luft-Temperatur An der Bodenoberfläche In 33 cm Höhe . . In 66 „ ,. . . An der Bodenoberfläche In 33 cm Höhe . . In 66 ., „ . . Torf Kalksaiid Lehm QuarzsaiK " C. " C. "C. OC. 20,60 18,84 20,04 20,27 16,77 16,94 16,82 17,42 16,64 16,78 16,91 17,06 Jnlibeobachlnngen. 23,54 21.33 22,97 23,18 20,37 20,48 20,58 21,18 20,33 20,28 20,62 20,81 Es ergiebt sieh somit, folgert Verf.: 1^ dass die Luft über dem Qiiarzsand am wärmsten ist, dann folgen der Lehm und der Kalksand, während die Luft-Temperatur tiber dem Torf am niedrigsten ist, 2) dass die Erwärmung der Bodenobertläche in anderer Weise als die der Luft stattfindet, indem im Gegensatz zu 1 der Torf oberflächlich sich am stärksten, der Kalksand am schwächsten erwärmt und Quarz- sand, demnächst Lehm in dieser Beziehung zwischen beiden Boden- arten stehen, 3) dass der Einfluss des Bodens auf die Temperatur der über demselben lagernden Luftschicht mit der Höhe abnimmt. Zur Erläuterung der Ergebnisse bemerkt Verf. ferner P'olgendes: Die Erwärmung der Luftschichten über einer Bodenfläche während des Tages geschieht bei windstillen) Wetter in der Weise, dass die von der warmen Bodeuoberflächc sich erwärmende Luft in die Höhe steigt, und dass die von der obersten Schicht nicht absorbirten Wärmest rablen reflectirt resp. diffundirt werden. Offenbar hat der von der Oberfläche aufsteigende warme Luftstrom auf die Erwärmung der über den verschiedenen Böden lagernden Luftschichten in vorliegenden Versuchen keinen Einfluss ausgeübt, weil sonst die Luft-Temperatur über dem Torf am höchsten , über dem Kalksand am geringsten hätte sein müssen. Die hervorgetretenen Differenzen beruhen vielmehr auf den verschiedenen Absorptionsvermögen der Böden für die zn- geführten Wärmestrahlen. Böden, welche hell gefärbt und zugleich trocken sind, beilingen die stärkste Erwärmung der über denselben befindlichen Luft- schichten (Quarzsand); eine geringere Wirkung üben sie in dieser Richtung ans, wenn an ihrer Oberfläche Wärme durch Verdunstung verbraucht wird (Kalksand). Das Minimum der Luft- Temperatur unter sonst gleichen Ver- hältnissen tritt ein, wenn der Boden eine dunkle Farbe besitzt und Wärme an der Oberfläche in Folge von Verdunstung latent wird (Torf). Die Tem- peratur der Luft stellt sich höher, wenn die Verdunstung geringer wird (Lehm). Hinsichtlich der Temperaturverhältnisse der Luft wählend der Nacht ergeben die angeführten Zahlen keine bestimmten Gesetzmässigkeiten. Die Temperaturen waren mehr oder weniger ausgeglichen. Nur die Luft über dem Torf hatte im Vergleich zu derjenigen über den übrigen Bodenarten in Folge der stärkeren Ausstrahlung gegen den Himmelsraum eine etwas stärkere Abkühlung erlitten. 86 feoden, Waeeer, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. n. Versuchsreihe. Einfluss der Pflanzendecke auf die Luft- Temperatur. Bei diesen Versuchen wurden die Thermometer in der unten ange- gebenen Höhe über einem mit Klee (Versuch 1) bezw. mit Gras (Versuch 2 und 3) üppig bestandenen Felde und einem Brachfelde angebracht. In Ver- such 1 hatten die Parzellen je 40 qm, in Versuch' 2 und 3 eine solche von je 10 qm. Der Klee hatte eine Höhe von 30 cm. Die Ergebnisse bringen wir wie oben in den vom Verf. berechneten Mitteln und Schwankungen zur Darstellung. (Versuch I und II siehe Tabelle auf S. 87.) 3. Versuch (1883). (T ägl. 6 m. beobacht. mit 4 Stunden Zwischenraum.) Luft-Temperatur Brachland Grasland ^1 in Boden- in Boden- Witterung E^ 8 30 cm ober- 30 cm ober- Höhe fläche Höhe fläche Mittel . 14. Aug. 22,60 24,43 21,38 19,98 Kl. u. u. Ab. schw. W. " 1.5. Aug. 19,60 21,3.5 18,92 19,67 Mg. abw. W. u, schw. bew. Vorm. abw. bew. M. st, W. u. bew. Von 2 h Nehm, bis ÖV^ h G-R., dann bew. u. r. Ab.abw.R.u. schw. W. >5 17. Aug. 11,90 14,82 11,53 16,10 Fr. abw. R. mit W. Mg. b. Nehm, ver. Vorm. u. M. schw. W. Nachm. m. W. Ab. r. u. kl. 1> 18. Aug 13,02 16,15 12,65 16,20 Meist kl. u. schw. W. Ab. kl. u. r. » 19. Aug. 13,47 17.10 12,77 16,17 Meist kl. u. r. Vorm. schw. W. Nachm. ver. W. »> 20. Aug. 14,12 18,77 13,37 16,30 Bis M. kl. u. r., dann mst. W. Ab. r. u. kl. Mittel sämmtlicher Beobachtungen. 1. Versuch 1880. von Luft-Temperatur Temperatur-Schwankungen In Höhe Brachfeld Klee- oder Grasfold Difierenz «C. 2,10 0,84 0,34 „ , , ,j Klee- oder Brachfeld q^^^^^,^ 0,40 m . 0,75 „ . 2,00 „ . 20,59 20,73 20,35 18,49 19,89 20,01 17,26 16,92 16,60 16,93 15,50 14,82 2. Versuch 1881. 0,50 m . 0,90 „ . 2,00 „ . 22,52 22,10 21,59 21,67 21,50 21,35 3. Versuch 0,85 0,60 0,24 1883. 17,60 16,20 15,77 15,00 13,05 12,77 Bodenoberfläche In 30 cm Höhe 18,77 15,78 17,40 15,10 1,37 0,68 19,05 7,03 17,03 15,30 Atinoiphäre a r > 00 6 st 13 brPH o o -« o 00 00 t a jep Sbj, « a B< kl o fc> d fe '^ a> x: a ja ja y -t-i (Tt ;?; 3 ^ w w _• Ö 00 o -^ od CO QD»-H OeO •^•^ OICC COQO ;D'-^ t-^o*" oi"!> ci r^ a^\a .-tOi —c— I r-t-H —IC* r-lrH od-«* od-«f ode* ^?d -^o -^ic »-l>-l — (M^rH(>l>-li> odcQ .-T-^ Nod .-H->* — —I ^^ Oi— CJ^ cv?— I 05 itT '^l'! "^ö"?, "^"^ "'i'^ >no od-- od CO ci ^ ofc^ -J»o "HiM ^—1 ol-H (M(N (N — CD o ^ t- 00 CD «>■* OSO OS t» O CD OS CD t» ec OS ir: 00 o 00 CO (Min CJ O ^ ^ rH -H i-H (M — < T-t JrH (M— (M^ t-;3od3«53£~=!5 ^ ■ Jrf ^ .t: ~ ■ - -a .-«ja .-«ja .ti -a ScQ ScQ ScQ Sm Soa 87 ^ 5 •se5 E ^ ?, a So o 6^ P3 g . J3 ^ ^^s a = -•^ D . a o « 5 M 00 00 s -* "■f CD m o CO 00 CD O OOO CD (M iC CO CD iT. 00 OS OJ 00 I-- o (M -H OJ —< 1—1 1-1 S (M lO oo '^ o r-lO (MIO o m in O* o» CO CD lO t- (T. O 00 CD o Oi — 1 Oi r-l — ( >— 1 -H r-l S (N CD t" J> 00 CO CO CD O (M — ' o O CJ -H OJ (N ^ (M a J> »fi o OS o j> 00 ,- J> Tt< CD OO :>? . 1884. 128. (Archives des Bcieuces phyg. et. nat. Seme periode, t X n. 10. p. 310.) 92 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Wurde die Luft eines grossen Saales elektrisirt und darin Luft- strömungen hervoigerufen, so zeigte der Electrometer Schwankungen, welche denen an Tagen mit Nordwinil vollkommen ähnlich waren. Es wurden auch Versuche angestellt, um zu bestimmen, ob die plötz- liche Condensation des Wasserdampfes in der Luft in Form von Nebel und Luftelektricitätei'zeuguiig begleitet ist, die Resultate waren stets negativ. ^ünd^ndll I^'e Blitzschläge in Bayern in der Zeit von 1833—1882. Blitze. Von Wilh. von Bezold. i) — Die Häufigkeit der zündenden Blitze, redu- cirt auf die gleiche Zahl versicherter Gebäude, hat seit Mitte der dreissiger oder Anfang der vierziger Jahre dieses Jahrhunderts, abgesehen von kleineren Schwankungen, eine beinahe stetige Zunahme erfahren, so zwar, dass die Gefährdung durch Blitze innerhalb des gesammtcn Zeitraums auf mehr als das Dreifache gestiegen ist. Die erwähuleu kleineren Schwankungen scheinen einer Periodicität unterworfen zu sein, so zwar, dass auf jede Sonnenflecken- periode zwei solcher Perioden treffen, und dass einem Maximum der Sonnen- flecken ein Älinimum von zündenden Blitzen entspricht. Untersucht man die zündenden Blitze auf ihre jährliche Periode durch Bildung fünftägiger Summen, so zeigen die letzteren in ihrem Gang eine auf- fallende Uebereinstimmung mit langjährigen fünftägigen Wärmemitteln. Bil- det man die Summe der Brandfälle durch Blitz für die einzelnen Kalender- tage, so zeigen auch diese noch in vielen Fällen einen Zusammenhang mit langjährigen Tagesmitteln der Temperatur. Die Untersuchung der geographischen Vertheiluug der zündenden Blitze lehrt, dass die einzelnen Gegenden iliren Charakter der besonderen Gefähr- dung oder des Verschontseins während des ganzen in Betracht gezogenen Zeitraums beibehalten haben, und dass das Verhalten einer Gegend in dieser Hinsicht, abgesehen von ganz lokalen Eigenthümlichkeiten, wesentlich davon abhängt, welche Lage sie gegen die Zugstrassen besitzt, denen die grossen Gewitter mit Vorliebe zu folgen pflegen. Anhang. H. Hellriegel. Beziehungen der während der Vegetationszeit herrschenden Temperatur zu dem Ertrage der Kulturpflanzen. Beiträge zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Ackerbaues. Von Prof. Dr. Hellriegel. Braunschweig, 1883. (Besprochen in E. Wollny's Forschungen a. d. Gebiete d. Agriculturphysik. 1881. 248.) F. Sestini und A. Funaro. Die Summe der mittleren Temperaturen im Zusammenhang mit der Kultur der Getreidepflanzen, insbesondere des Mais. — Die landw. Versuchsstationen. 30. (1884). 97. (Besprochen. Ibid. 251.) G. Capus. Ueber den P^influss des Klimas auf die Entwicklung des Weizens. — Ann. agronom. 9. (1883). 221. (Besproch. Ibid. 25'2.) F. Hildebrand. Einige Beobachtungen über den Witterungseinfluss auf die Lebensdauer und Vegetationsdauer der Pflanzen. -- Enaler's botan. Jahrb. 4. (1884i. 1. (Bcspr. Ibid. 255.) C. Ferrari. Ueber den Einfluss der Wittciung auf die Ernten (Relazioni tra alcuni elementi meteorici ed i i»rodotti della campagna in ') Der Naturforscher. 17. 1884. 4.5(3. (Elektrotechnische Ztschr. October.) Atmosphttre. qo Italia, negli anni 1875- 79 e 1880—82). — Aiinali di agricoltura. 1883. Roma, 1884. (Besproch. Ibid. 255.) R. Hu lt. Untersuchungen über die periodischen Erscheinungen in der Entwicklung der Pflanzen. Nova Acta Soc. Reg. Scient. Upsala. 3. t. 9. Upsala 1881. (Besproch. Ibid. 258; nach der Zeitschr. der österreichisch. Gesellsch. f. Meteorologie. 1884. 139.) L. Teisserenc de Bort, üeber die abnormen Winter. (Compt. rend. 97. 1092, d. Naturforscher 1884. 24.) G. Hellmann. Beobachtung über die Dämmerung. (Ztschr. d. österr. Ges. f. Meteorologie. 19. 1884. 57.) M. Möller. Windrichtungen, welche vom Kuys-Ballot'schen Gesetz abweichen. Ibid. 80. H. Hildebrand - Hildehrandsson. Die meteorologischen Elemente in der Umgebung der barometrischen Minima und Maxima. (Nova Acta Reg. Soc. Scient. Upsala. Ser. 3. 1883.) R. H. Scott. Elementare Meteorologie. Intern. Wissenschaft!. Bibl. 56. Leipzig. F. A. Brockhaus. 1884. C. Lang. Die Voraussage von Nachtfrost. Zeitschr. d. landw. Vereins in Bayern. 1884. (Besprochen in E. Wollny's Forschungen a. d. Gebiete d. Agrikulturphysik. 7. 1884. 438.) Lest eile. Verhütung des Frostschadens durch die Elektricität. Der Elektrotechniker. Wien. 3. 1884. 60. (Besproch. Ibid. 440.) A. Angot. Etüde sur la marche des phenomenes de la Vegetation en France pendaut les annees 1880 et 1881. Ana. d. Buioau central meteoro- logique 18«2. (Bespr. Ibid. 441.) W. Kowalewsky. Ueber die Dauer der Vegetationsperioden der Kulturpflanzen in ihrer Abhängigkeit von der geographisclien Breite und Länge. — Arbeiten der St. Petersburger naturforschenden Gesellschaft. 15. 1884. 15 u. Botan. Ceutralbl. v. 0. Uhlworm. 20. 1^84. 367. M. Buysman. Die Differenz zwischen See- und continentalem Klima mit Beziehung auf Vegetation. Das Ausland. 57. 1884. 784. v. d. Groeben. Ein Beitrag zum Thema: „Sonnenflecken und Regen- mengen". Zeitschr. d. Österreich. Gesellschaft f. Meteorologie. 19. 1884. 1 u. 115. 0. Frölich. Messungen der Sonnenwärme. Ibid. 209. Ebermayer. Ueber den Einfluss des Waldes auf den Regen. Vortrag. Zeitschrift d. Österreich. Gesellschaft für Meteorologie. 19. 1884. 288. (Nach der Müuchener „Allgemeinen Zeitung".) Wl. Koppen. Zur „Eismänner"-Frage. Ibid. 320. A. G. Högboru. Ueber den Gang der Isothermen während des Herbstes in Nord-Europa. Der Naturforscher. 17. 1884. 14. (Nova Acta Reg. Socicatatis Scient. Upsala. Ser. III. 1883. Septemb.-Heft.) Edm. Hoppe. Ueber atmosphärische und Gewitter -Elektricität. — Tageblatt der 57. Vcrsamml. deutscher Naturforscher und Aerzte zu Magde- burg. 1884. 148. Carl Lieben ow. Zur Theorie der Gewitter. Der Naturforscher. 17. 1884. 465. Theod. von Oppolzer. Ueber den Zusammenhang der Refraction mit der Teraperaturvertheilung in der Atmosphäre. (Der Naturforscher. 1 7. 1884. 245.) ^ Qi Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflaaze, Dünger. W. Kremser. Ueber die Veränderlichkeit der Niederschläge. Meteoro- logische Zeitschrift. 1. 1884. 93. Egon Ihne. Einfluss der Sonnenbestrahlung auf die Baumtemperatur. Der Naturforscher. 16. 1883. 374. Giro Ferrari. Zur Kenntniss der Gewitter. Der Naturforscher. 17. 1884. 336. (Atti della R. Accademia dei Lincei. Ser. 346. Transunti. Vol. Vm. 346.) 0. Drude. Schwedische Beobachtungen über das Gefrieren und Auf- thauen der Binneuseeen in Beziehung zur Vegetationsentwicklung. Botan. Centralbl. v. 0. Uhlworm. 1884. S. 114. E. Ebermayer. Studien über das Wasserbedürfniss der Waldbäume. Forst- und Jagdzeitung. 12. 1884. 2. Heft. Literatur. L. Palmieri: Leggi ed origine della elettricitä atmosferica. Napoli, 1882. H. Discher: (Uebersetzung des Vorigen). Die atmosphärische Elektricität. Wien. Hartleben, 1884. Gast. Hellmann: Ueber den jährlichen Gang der Temperatur in Norddeutsch- land. Mit 2 Tafeln graphischer Darstellungen. Zeitschrift des königl. preiiss. statistischen Bureaus, 1883. G. Ahlers: Der Frost in seiner Einwirkung auf die Waldbäume der nördlichen gemässigten Zone. Wien, 1884. W. Frick. H. J. Klein: Practische Anleitung zur Vorausbestimmung des Wetters. Leipzig, G. Freitag, und Prag, F. Tempsky 1885. S. Günther: Der Einfluss der Himmelskörper auf Witterungsverhältnisse. 2. Aufl. Nürnberg, 1884. H. Ballhoru. R. Börnstein: Die locale Wetterprognose. Berlin, 1884. J. Springer. C. Preser: Ueber den Einfluss entwaldeter Höhen auf die Bodencultur. Prag, 1884. J. G. Calve. R. H. Scott: Elementare Meteorologie. Intern, wissenschaftl. Bibl. Bd. 61. Leipzig, 1884. F. A. Brockhaus. ▲tmoiphSr«. 95 Die Pflanze. Aschen -Analysen. Referent: C. Kraus. Zusammensetzuug der Asche voiiWeizenkörnern undWeizen- stroh, gewachsen iu Rotharasted in verschiedenen Jahrgängen und bei verschiedener Düngung. Von Lawes u. Gilbert.^) I. Ernten von 1848 — 1863. Abtheilung a erhielt jedes Jahr Hof- dünger, 14 t p. Acre, b blieb die ganze Zeit ungedüngt. c hatte 1844 Superphosphat und (rohes) Kalisilikat erhalten, 1845 schwefelsaures und salzsaures Ammoniak, 1846 und 1847 ebenso (geringere Gaben), 1848 und die folgenden Jahre 200 Ibs schwefelsaures und salzsaures Ammoniak. [Varietäten: 1844—1848 Old Red Lamraas; 1849—1852 Red Cluster; 1853—1881 Red Rostock; 1882 und weiter Club Wheat (red)]. Immer- fort Weizen auf Weizen! Procent-Gehalt der Reinasche: Maximum Kömer Minimum Mittel Maximum Stroh Minimum Mittel r^ l-< '.^ 35,5 35,5 35,9 54,7 52,6 52,9 27,2 29,7 28,1 47,1 45,6 43,4 31,6 33,0 33,4 &, 3 cQ :es O m pH 51,7 49,7 47,3 ^ -5 2 25,6 20,7 23,4 6,21 5,96 4,34 CS 12,9 10,5 10,5 ;i rJS m 2,98 2,98 1,73 18,3 14,6 16,5 Ph 3,79 3,79 3,09 r,or c/*,^ ^u,i •±.J,'± c»U,t Mrl,^ <,0,'± '±,0'± 1U,.J ±,IO XO,i» 0,U» Die Schwankungen in verschiedenen Jahrgängen bei gleicher Düngung m*/^CCOT* Olc li^tm rl nr* IVTlif nl '/«5 nlöH Vidi T7ö1»DrtV*in/1 /-»»t^»» T^l'i 1-» rr.T »1 ..» sind grösser als jene der Mittelzahlen bei verschiedener Düngung. 1000 Theile Trockensubstanz enthalten: Maximum Körner Minimum Stroh Mittel Maximum Miniraum Mittel ;i2 ,£i h -5 i- -^ a. 7,79 11,10 5,38 9,65 6,35 10,44 18,37 4,12 9,06 1,49 11,91 2,45 b. 8,38 10,75 6,01 8,98 6,62 10,03 14,16 3,74 6,96 1,65 9,30 2,42 c. 7,38 10,03 5,15 7,18 6,02 8,54 13,24 3,47 5,69 0,93 8,71 1,63 Bezüglich der Schwankungen wiederholt sich dasselbe wie oben; nur nach Ammoniakdüngung zeigten sich erhebliche Abweichungen. Ueber die Beziehungen zwischen Zusammensetzung der Asche und Be- schaffenheit der Ernten giebt die folgende Tabelle (Mittelzahlen von je 8 Jahrgängen) Aufschluss. ») Journ. of the Chemical Society. Vol. XLV. August 1884, 96 Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanae, Dünger. ÜC CC CO CO -<* r-i ci o^ o_ o, t% ci^ T-H C^" T-H C>j' 1-i T-T CO CO -^ CO Oi »o t^ Ol QO OS O '^ -«t O ^ i-i t^ o t^ CO t^ CO CO '^ ciO CO — < T-i G<; c^ t>) t^ CO CO «^ r^ -* CO »O SV? o ^ CO Ci 1— ( X Oi T— 1 1?^ 1— ( r-H T-H T— I 1 < Ol 2 §® COOOiOOCOQO O« r— 1— li— ICO"— lS<} CO 1-1 -H O lO Cv> CO Oi CO O Ol »o ^ o W :c ^ M o ic »o ^^ -rH (^)^ r--^ '>f rfi {--T T-T CO licT CO lO CO iC CO "^ a :0 CO__ -^ iC CO -rt< t>^ <>r t^ o '*' o CO CO lO CO lO CO lO R < .9 CO -Tt< CO Oi CO 05 ■— I T-t (» oj CO CO o~ö^ö^ö~ö~o CO CO 5^ O O '^ QO J> 1-1 O O --i. 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Washington Territory 147 9 44 80 2 12 1 4 2 2 42 1 1 1 4 10 2 61 2 2 10 ■^2 3,653 3,J)00 3,45S 3,717 3,288 3,853 3,762 3.392 4,362 3,458 3.061 3,151 3,288 8,931 3.893 3.572 3,892 /o 9,97 11,54 10,71 9,58 8,34 10,59 11,30 8,98 8,55 9,80 10.74 9.05 10,92 9,56 8,51 8,51 8,35 9,85 9,17 9.30 10,73 0/ 0/ /o /o 0/ Ol 10 10 Albmiiinoid Max. Mii 2.06 2,06 1.95 2,16 1,63 1,88 2.03 2,22 2.07 1,74 1,94 2,06 2,32 2,52 1,91 1,95 1,63 2,21 2,23 1,98 1,86 77.44 74,83 74,48 75,55 75,50 77,04 73,54 76,90 78.44 77,70 74,43 76,46 74,51 74,97 75,19 74,11 75,49 75,63 78,45 78,22 76,47 10,53 11,57 12,86 12,71 14,53 10.49 13,13 11,90 10,94 10,76 12,89 12,43 12,25 12,95 14,39 15,44 14,53 12,31 10,15 10.50 10,94 2,01 1,85 2.06 2.03 2,32 1,68 2,10 1,90 1,75 1,72 2,06 1,99 1,96 2,07 2,31 2,47 2,33 1.97 i;62 1,68 1,75 /o 18,03 12,78 16,10 18,03 15,58 12,78 12.78 11,03 11.20 16,10 15,23 18,03 15.58 14.53 10,50 11,73 12,78 Durchschnitte der überhaupt ausgeführten Analysen: Vereinigtest. u brit. l'rov. Atlautic und Gulf. St. . Middle St. . Western St. Pacific St. . Canada . . Pennsylvania Maryland . Virginia . . North Carolina Georgia . . Alabama Ohio . . . Tenuessee . Kentucky . Michigan Missouri Minneso Dakota . . Kanaas . . Texas . . Colorado Oregon . . 407 3,644 10,16 1,92 75,77 12,15 1,94 18,03 117 91 177 20 6 33 9 15 22 7 19 44 15 8 22 12 13 12 10 19 106 3,489 3,537 3,763 4,091 3,325 3,373 3,597 3,433 3,776 3,579 3,424 3,476 3,150 3,454 3.969 3;502 3.245 3,149 3,204 2,847 4,214 5.044 10,34 10.61 9,83 10,25 9.74 10,73 10,52 9.98 10,03 10,00 10,82 10,68 10,24 10.83 10,71 9.80 9,96 8.8-1 11.80 10,03 9.73 9,74 1,77 1,85 2,06 1,87 1,56 1,70 1,75 1.84 1,59 1,96 1,96 1,94 1,92 1.75 1,64 1,92 1.77 1.96 1.64 1,81 2.21 1,84 76,54 75,04 75,37 78,15 77,83 76,13 76,08 76,08 77.95 76,26 75,93 74,55 75,34 74,27 75,98 76,72 75,08 74,25 75,41 75,02 75,33 79,82 11,35 12,50 12.74 9,73 10.87 11,44 11,65 1210 10,43 11,78 11,29 12,83 12,50 1345 11,67 11.56 13.19 14,95 11.15 13.14 12,73 8,60 1,81 2,00 2,04 1.56 1,74 1.83 1,86 1,93 1,67 1,89 1,80 2,05 2,00 2.10 1.87 1,86 2,11 2,40 1,78 2.10 2.03 1,37 15,58 16.63 18,03 12,78 14,70 15.58 14,53 14.00 12,4.3 14,00 l;i,65 16,10 16.63 14.53 15.23 14,(X) 17.15 18,03 12.25 15.23 15,94 9,47 10 7,70 10,33 10,68 8,93 13,48 7,70 11,03 10,85 10,33 10,68 13,83 12,43 13,48 8,93 9,80 9,28 9,10 2 3,655 9,89 1,98 79,90 8,23 1,32 8,75 7,70 7,70 9,43 10,15 8,93 7.70 9.45 9,45 9,80 10,15 8,93 9.45 9,80 10,68 10,15 11,90 10,50 16,50 10.85 12,43 10.50 10.68 8.!).'. 8,05 1) Deparfmont of agriculture. Bureau of chcmistry. Bull. Nr. 4. Washington 1884. 108 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Zusammensetzung der Asche von: 1) Rothem Pennsylvania- Weizen, 2) Gelbem Pennsylvania-Weizen, 3) Rothem Minnesota- und 4) Dakotaweizen. — Aschegehalt von 1 1,63, 2 1,47, 3 1,83, 4 1,88 «/o- Die Asche enthält in Procenten: 2) 1. 2. 3. 4. Unlöslich 4,11 1,70 2,57 1,44 Phosphorsäure . 48.77 49,63 45,35 47,31 Kali .... 29,41 27,09 29,19 30,63 Magnesia . . 13,24 16,13 14,79 16,09 Kalk .... 3,55 2,32 4,81 3,36 Natron . . . 0,92 3,13 Spur 1,17 Schwefelsäure . Spur Spur 1,10 Spur Chlor .... Spur Spur 1,92 Spur Eisen oxyd Spur Spur Spur Spur Manganoxydul . — — 0,27 — Mais. Durchschnittliche Zusammensetzung: u a © 2 S Albuminoide .dg -< S 'JS Min. Max. tsi <1 :^ Ol 0/ 0/ 0/ 0/ Amerika 1882 .... 114 1,52 10^46 1,67 7,00 13,05 1883 .... 88 1.58 10.31 1,65 7,88 12,63 Mittel . (202) 1,55 10,39 1,66 7,00 13,65 New-York 9 1,43 10,54 1,69 9,10 12,43 Illinois 20 1,48 10,06 1,61 7,88 12,08 Minnesota 16 1,68 10,07 1,61 8,40 12,43 Dakota 15 1,57 10,75 1,72 9,28 12,25 Nebraska 13 1,54 10,47 1,68 9,10 12,25 Colorado 4 2,23 9,89 1,58 8,93 12,25 California 11 1,56 10,26 1,64 8,40 11,73 Mais wäre also innerhalb engerer Grenzen sehr constant in seiner Zu- sammensetzung. Aus den zahlreichen Wäguugen geht hervor, dass Pferdczahnmais aus südlichen Breiten schwerer ist als aus nördlichen. Der schwerstkörnige Mais kommt aus Virginien, Nordcarolica, Kentucky und Tcnuessee. Aschenaualysen amerikanischer Gräser. Von Cl. Richardsou. ^) (Siehe die Tab. auf S. 109.) Zusammensetzung rother Johannisbeeren (Red currants) bei verschiedener Düngung.^) 1) Gedüngt mit aufgeschlossenem Knochenmehl und Kalisalpeter. 2) Mit Kalisalpeter und schwefelsaurer Magnesia. 3) Mit aufgeschlossenem Knochenmehl, Kalisalpeter und schwefeis. Magnesia. 4) Ungedüngt. 5) Ge- düngt mit Knochenmehl, Chilisalpeter und Chlorkalium. Gut gereifte Früchte enthielten: 1. 2. 3. 4. 5. Trockensubstanz 13,76 13,61 15,72 12,95 13,86 Asche in der Trockensubstanz 0,45 0,45 0,48 0,48 0,45 *) The agriciiKiiral grassps of tlie United States Washiii«(ou \HH\. ]). 139. ^) Mass. St. Agricultural experimeut Station. Bull. Nr. 7. März 1884. pflanze. 109 ^ '^i^ I "iL I "^ OrH CO O I ^. I T-l 1— I rl O O T-H 1 ;!' I I I I M I I I I I I I I I I I I I I 1 I I I I § I |-. i I I W-^i-iOinciOc«-t>'(M<:£>'^Tt^Tf lO cc 05(Nc^»ß5Ä(rJ i^^iDGO-* cc"i--T-^c4 cc elf CD ' cd ' ' t-Tcdoo !*^ T-^<0-^'^iCS CO T-H (M CO (M (M CO sofoicdcd ' cdrH i-H cdio rH od G^i>- cd(?a in CD t^t^rH CO uf o^o oToD (M(MCOt-h COCO(>JCOCO(Mi-l-(MC>:r>cDcococo^-^cdcdl>^Tj?'iO lO O T-Tr)^ ^i-Hr-ii-HiOiCCOIr-iOOOiO'^tr-OCOCDiOXt-OCTH^-^OOCO O t^cD t^O^-^O CO_w CO ac r^O l--;^C>a^C^O lO •^r-JiO 1-H ■>j^X CO CD t>- O «d' C^'rti' ^Ö~C; i-^'cd"0 CD cd CD CD t^^ •^■^ -^ CD i-H C^ -^ CD GCTcD cd C^ 1-t tH T-H rH 1— I 1— I iOXt-XTH^-^OOcOi-ic;aoc5 ■^ -" ^ ■'^ — — CO X O OD cdc^cdr^ •o (MO; X-f-MOC; (Ml^CCXOl--Ol>-XOt:-Xt^l^-rtiiOiC5Cia5T-HX'*iCD(MX O -<^ CD :d ac c; 'H.^. ^. ^■^v^'i^..^^"*^^.-'"!"^'^ "^^' ^^"^. ^^t^*iiCiO Q?" c-'cn' crai-<*'cD iß cd' :>frH of o'x'co'rfTio lO -«ifcd ■^cD'~öc^^cD'"x''c^ao cd'co'cd c^f t-T " I-l 7-1 tD 3 2 — - Ol o* .^ t-, n o o o — " ^ «! r3 ^ CS Ol .«« " «3 2 _^ fcr o ■ . ao": ■ o a '^ qj Q fli H^ ni CO 3 a a ?hPh3-( ü; ^«-< (ü CO apC a 'äc-S 'n ü -^ _a es t^ a rt o a o i 1 i 1"^ 2 2: "aa W)M^ § I ^ ^ O O k-H ^ Ih Ph p4 72 X' »^ ?H ;-i • C' >-3 sä OQ ■^ —X *:t ^ 3 -o « ^ o '3 <ü ^^ -u c4 00 a »-2 3.2 I rt aj « "ß «H 110 Boden, Wasser, AtmogphSre, Pflanze, BUnger. 0,99 0,95 1,20 0,75 56,12 54,32 47,68 59,34 2,35 2,56 4,02 4,07 5,08 5,49 6,23 4,61 17,21 17,68 18,96 14,69 18,25 19,00 21,91 16,57 Zusammensetzung der Asche: Eisenoxyd 1,84 Kali 54,35 Natron 5,42 Magnesia 4,10 Kalk 15,96 Phosphorsäure 18,33 Asche von Ulex europaeus. Von Troschke. i) 100 Theile frischer Substanz enthielten 60,7 > Wasser und 1,53 > Rohasche, 1,086 »/o Rein- asche. Diese enthielt in 100 Theilen Kali . . . Natron . . Kalk . . . Magnesia . . Eisen . . . Mangan . . Phosphorsäure Schwefelsäure Kieselsäure . Chlor . . . Zusammensetzung der Wurzelanschwellungen der blauen Lupinen. Von Troschke. 2) Die Pflanzen befanden sich zur Zeit der Untersuchung im Fruchtansätze, die Anschwellungen hatten noch eine derbe, feste Beschaf- fenheit, Wassergebalt der frischen Substanz: WurzelanschwelluTigen Wurzeln 86,95 o/o 76,81 % Zusammensetzung der organischen Substanz. 100 Theile Trockensubstanz enthielten : WurzelanschwelluDgen Reinasche 7,51 Rohfett 5,33 Rohfaser 9,43 Gesammtstickstoff . . . 7,25 Rohprotein 45,31 Eiweiss 31,59 N-freie Extraktstoffe . . 32,42 27,67 16,72 20,66 9,03 2,25 0,28 9,73 4,54 6,40 4,47 Wurzeln 4,07 1,31 52,95 1,13 7,06 5,20 34,61 100 Theile Reinasche enthielten: Wurzelanscliwelluiigen Kali . . . Natron . . Kalk . . Magnesia . Eisenoxyd . Mauganoxyd Phosphorsäure 16,90 25,87 10,03 10,82 1,82 0,69 16,19 Wurzeln 12,80 24,11 11,23 11,61 0,34 0,68 8,84 •) Wochenschrift der Pommerschen ökon. Ges. 1884. Nr. 23. *) Wochenschrift der Pommerschen ökon. Ges 1884. Nr. 19. Pflauze. 111 Wurzelanschwellungen Wurzeln Schwefelsäure. 11,74 24,27 Kieselsäure . 3,11 ^5,28 Chlor . . . 4,45 3,48 101,62 100,64 ab Sauerstoff für Chlor 0^98 0,78 100,64 99,86 Zusammcu Setzung von Spargel.') Stengel Wurzel Trockensubstanz .... 94,47 95,15 darin Stickstoff .... 1,98 1,48 Unlöslich in Säuren . . 0,08 3,67 100 Thl. Rohasche enthielten: Kali 42,94 56,43 Natron 3,58 5,42 Kalk 27,18 15,48 Magnesia 12,77 7,57 Phosphorsäure . . . . 12,31 15,09 Eisenoxyd 1,22 nicllt bestiniliit. Zusammensetzung von Zwiebeln. 2) 100 Thl. lufttrockner Zwiebeln ohne Blätter enthielten: Trockensubstanz . 10,800 darin Stickstoff . 0,212 Schwefel . . . 0,048 Rohasche . . 0,436 Zusammensetzung der Asche. Kali 38,51 Natron .... 1,90 Kalk .... 8,20 Magnesia . . . 3,65 Eiseuoxyd . . . 0,58 Kieselsäure . . . 3,33 Phosphorsäure. . 15,80 Asche gesunden und kranken Pfirsichholzes. 3) Krankheit: Yellows. Die untersuchten Zweige (Mt. Rose peach) waren vom letzten Jahreswuchse (Durchmesser ^/le Zoll am unteren Ende, ^/le bis "^/ic au der Spitze). Reiuasche der gesunden Zweige 1,87 *'/o, der kranken 1,61 "/o. Zusammen- setzung der Asche (**/o): in 1 0,000 Theilen der Zweige gesund krank gesund krank Kieselsäure und in Säure Unlösliches 5,38 9,47 10,07 15,25 Eisenoxyd 1,09 2,09 2,04 3,36 Kalk 54,20 54,05 101,44 86,99 Magnesia 9,49 7,49 17,75 12,05 Kali 16,31 13,95 30,55 22,45 Natron 1,18 1,19 2,20 1,91 Phosphorsäure 4,34 4,68 8,14 7,53 Schwefelsäure 6,90 6,53 12,91 10,51 Chlor 0,46 0,43 0,87 0,70 1) Mass. St. Agricultural experirnent Station. Bull. No. 7. März 1884. «) Mass. St. Agricultural cxperiinent Station. Bull. No. 7. März 1884. ') Anuual report of the Couuecticut agricultural experimeut Station. For. 1884 p. 93. New-Haveu 1885. '1'12 Boden, Wasser, A.tmo8pliäre, Pflanze, Dünger. Die kranken Zweige waren demnach, die zwei ersten Bestandtheile ausgenommen, durchgeheuds ärmer an Aschenbestandtheilen. — Goess- mann fand bei Analysen von Crawford's Early Peach in der Asche kranker Zweige an Kieselerde (und in Säure Unlöslichem), Natron, Schwefel- säure und Chlor zusammen 17,62 7o [in gesunden 13,92 ^o], dann mehr 0,93 Eisenoxyd „ 9,71 Kalk „ 2,70 Magnesia weniger 3,00 Phosphorsäure „ 10,34 Kali im Vergleich zur Asche eines leicht ergriffenen Baums, der durch Düngung mit einem Phosphorsäuredünger und Chlorkaliura wieder gesund gemacht worden war. Chemische Analyse des Kern- und Splintholzes wichtiger Waldbäume. Von W. Daube, i) Untersucht wurden: l.Lärchel03 J. alt, Breite des Splintriugs 17 mm, Radius der Kernscheibe 110 mm 2. Kiefer 104,, „ „ ?) 55 60 „ 55 55 55 130 „ S.Fichte 75 „ „ „ 5? 55 35 „ 55 55 55 155 „ 4. Eiche 125,, „ „ 55 55 24 „ 55 55 55 165 „ 5. Buche 180,, „ „ 55 55 130 „ 55 55 55 154 „ Reinasche in Proc. der Proc !. Zusammensetzung der Reinasche. Trockensubst. KjO P-2 05 CaO MgO Fe,03 SO3 SiOj Na^O 1 Lärche 1^1^^"^^ ^''"^^^ 23,86 5,47 30,69 14,95 4,92 5,68 4,83 4,02 1. l^arcüe |j^^^.^^ 0,125 23,74 1,20 32,25 15,53 7,43 4,40 2,01 4,72 2 Kiefer |Spli"tO,186 z. liieter |j^^^.^^ ^ ^^^ 29,02 7,39 28,20 11,23 6,40 5,25 2,08 4,70 15,11 0,86 41,33 15,84 5,48 4,48 3,40 3,08 o 1- w ISplint 0,257 3- F'^^^^ (Kern 0,205 38,13 11,16 21,54 5,67 6,08 4,33 3,58 1,48 28,95 0,97 35,92 9,56 8,34 4,18 1,00 3,15 4 Eiche iSplintO,421 46,46 12,39 16,46 6,24 3,47 6,87 1,33 2,69 [Kern 0,164 40,93 2,62 24,85 2,67 3,11 12,09 5,36 1,44 5 Buche i^Pli"tO,472 40,77 4,55 26,60 14,34 3,49 4,09 1,26 1,12 0. i^ucne |j^^^.^^ ^^^^jg 38,10 1,48 32,83 12,58 2,03 3,82 2,01 0,43 Der Aschengehalt im Splint ist grösser als im Kern. Die Zusammen- setzung der Asche ist wesentlich verschieden, wie sich namentlich bei der Phosphorsäure zeigt. 10000 Thl. wasserfreien Holzes enthalten: K,0 P^Os CaO MgO Pe.,03 SO3 SiOa Na.^0 1 L^™^^{S' 5,32 1,28 6,84 3,33 1,10 1,27 1,0Ö 0,90 2,97 0,15 4,03 1,94 0,93 0,55 0,25 0,59 2. Kiefer {!';';- 5,40 1,37 5,25 2,09 1,19 0,98 0,39 0,87 2,30 0,13 6,28 2,41 0,83 0,6« 0,52 0,47 Q Fichte ||P"'" (^Kern 9,80 2,87 5,54 1,46 1,54 1,11 0,92 0,38 fj t 5,93 0,20 7,36 1,96 1,71 0,b6 0,20 0,65 4 Eiche ||I'^"^^ [Kern 19,56 5,22 6,93 2,63 1,46 2,90 0,56 1,13 6,71 0,34 4,08 0,44 0,51 1,98 0,88 0,24 5. ^-"^ {£' 19,24 2,15 12,56 6,77 1,65 1,93 0,59 0,53 15,47 0,60 13,33 5,11 0,82 1,55 0,82 0,17 ') Mittheilung aus dem forstcheni. Laboratorium der K Forstakademie zu Müudeu. Pflansie. JJ-' Ö bo Oi ">-• IM - "er. o aö GD rf^ hS ~? c» X o 00 tC O a; IC O CD CD ►"* tC CD 'm^ cd GO Ö 0- Isi/ O ^ 1— p O rf^ lO Ui i^ O C; 00 CO O M^ CD CD ^-* :;i O O oo tC tf». CD CO '-' CO CD CO p J7S JO CO p Jji. ö rf^ "c; "i^s '►-' CO C; ^-^ O IC Ci CD CD 1 Ol Ol oc -1 o 1 IC 03 p Ol o 6S Ol o CO -1 cc Ol lO K3 to Ol CO p tc o o> CO o 1 H-i C5 ^ CO U) o «» CJ Ol p "co CD CO O) I I c;i OD o tfi. CD "^ •— g i^ i'2 rl CD *>• i-" O 00 -. öi C/> tc o i"" CO «-' ;^ t-Zi JO Ol Jji (1^ p J-^l 2. ° "-J "h*^ CO Co -^1 Q T tc >f>- o Cj< Ol ;3 h-' CO CO CD 00 -? p 1 V CO CO Ol a T » ^1 o tr- tr Q p W CD b' p W -v o »ä tö c^ 5' V w o tr* t:^ o ' p w 2. tJ- 5' (B CO W X o 1 p' ej" 1 g So Pflanze 115 Out brennend Schlecht brennend 1. 2. 3. 4. T). C. 7. 8. Phosphorsäurc! .... 0,49 0,74 0,95 0,59 0,49 0,52 0,48 0,48 Schwefelsäure 0,79 0,80 1,26 1,18 1,36 1,56 0,86 1,15 Kohlensäure 4,19 4,73 6,95 4,67 5,16 4,84 4,63 5,17 Chlor 1,40 0,83 0,25 1,36 0,94 1,32 1,36 2,03 Kohle 0,92 0,25 0,43 0,48 0,23 0,48 0,42 0,63 Wasser 0,49 0,22 0,22 0,33 0,21 0,25 0,28 0,58 FiWasserlösl.kohlens.Kal. 1,37 5,23 7760 2,91 4,54 4,29 3,46 4,74 ~ Die trockncu Stengel von No. 5 und 6 lieferten 11,04 "/o Kohasche, welche enthielt Sand, Kieselerde, Unlösliches 3,17 Eisenoxyd, Thonerde . . . 0,30 Kalk 8,53 Magnesia 5,15 Kali 43,93 Natron 0,35 Phosphorsäure 5,95 Schwefelsäure 6,14 Chlor 9,09 Kohlensäure 14,80 Kohle 3,16 100,57 Ab Sauerstoff für Chlor . . 1,04 99,53 'Pahakstengel. 1) a. Connecticut Valley tobacco, b. Havanna. a. h. Trockensubstanz 8,95 11,05 Rohasche 13,91 13,30 Stickstoff in der Trockensubst. 2,69 2,91 100 Thle. Tiockensubstanz enthielten: Kali 6,21 3,76 Natron 0,68 0,20 Kalk 4,76 4,15 Magnesia 1,14 1,53 Phosphorsäure 0,87 0,50 Eisenoxyd Niclltljesliiuuit 0,16 Asche des Zuckerrohrs. Von W. Knop.-) 1) Pilzkrank. Vergl. AhcIic des Jahresbericht 1882. p. 144. 2) Ebenso, spätere Sendung aus Peranibuco. rohres. 3) Rohr, frei von kranken Höhlungen. Untersucht sind die mittleren Stengelglieder. 100 Thle. Trockensubstanz enthalten: 2. 3. Kieselsäure . 1,065 1,150 Kalk . . . 0,245 0,120 Magnesia 0,463 0,225 Phüsphorsäure 0,142 0,120 Schwefelsäure 0,107 0,095 Chlor . . 0,310 0,313 1) Mass. St. Agricultural experiment Station. Bull i\o. 7. März 1884. ä) D. Landw. Versuchsst. XXX. p. 277. 8^ IIP Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Kali .... 0,915 0,895 Natron . . . 0,015 0,045 Ascbenprocente 3,262 2,968 Die AschegeLalte wciclicu im Ganzen wie hinsichtlich einzelner Mincral- bestandtheile stark von einander ab. Die Gehalte an Chlor sind auffallend hoch im Vergleich mit denen aller übrigen bis jetzt aualysirten Landpflanzen. Die Gehalte an Magnesia sind grösser als die von Kalk. Hierin liegt eine Abweichung der Asche des Zuckerrohrs an den Aschen aller übrigen Gräser. Die Ascbenprocente betragen bei gesundem und trocknem Zucker- rohr weniger als bei allen bisher analysirten Culturpflanzen. Rindenschnitte von 1 mm Dicke enthielten in 100 g Ti-ockensubstanz: Kieselsäure .... 1,820 Phosphors. Eisenoxyd . 0,140 Kalk 0,031 Magnesia 0,104 Zusammensetzung der Asche japanischer Tflanzen. Von 0. Kellner.') (Siehe die Tabelle auf S. 117.) Fucnsarten. As ch e VC rs cli ied 6 uer Fucus- A rt cu. V. A. B. Griffiths.2) lOOThle. Asche enthalten: Fucus vesiculosus Fueus scrratus I. 11. 1. II. Kali .... 14,91 14,89 4,99 5,01 Natron . . . 11,54 11,52 18,98 18,90 Chlornatrium . 25,99 25,97 23,95 23,94 Kalk . . . . 10,46 10,49 14,75 14,79 Magnesia . . 7.29 7,33 10,39 10,38 Eisenoxyd . . 0,59 0,60 0,50 0,52 Phosphorsäure . 2,.37 2,38 3,93 3,92 Schwefelsäure . 25,36 25,30 20,88 20,90 Kieselsäure . . 1,45 1,44 1,50 1,52 Asche normalen Rübensamens. Vergl. diesen Jahresbericht, p. 125. Waldsamen. Die M i ucr als 1 f f der wichtigsten Waldsamen. Von R. Horn- berger. Jahresbericht 1883. p. 99. Correktur: der irrthümlich wieder- holte Kopf der Tabelle auf S. 99 ist zu streichen. ^) Chemical analyses of a collectioii of agricultural sppcimon.s from the Labo- ratory of the imperial collegc of afTriciilture Komaba, Tokio, Jai)an. Internat, agricultural exhihition. New-Orleans 1884. Landwirthscli. Versuchsst. Bd. XXX. 1. p. 44. Keiuaschegehalt der Körner (Proc.): Sunijifreis 1,02, Bergreis 1,29, Mais 1.07, Hirse 1,26, Sorghum .'').26, Phaseolus radiatiis 2.9(!, Cauvalia 4,24, Solanum melongena (zweite Analyse) 5.94, Schösslinge von Bambusa puerula 9,22, Batatus, weissfl. 1,75, gellifl. 2,30, Dioscorca 3,60, Arctium (erste Analyse) 4,41, Colacasia (erste Analyse) 4,41, (JonophoHus 4,42, Kettig, con. 9,18, cyl. 6,62, Brassica 9,41. *) The Chem. News. Vol. 48. 1883. No. 1248. p, 197. Pflanze. JJ7 K,0 Na^O CaO MgO Fe^Og P^O., SO, SiO^ Cl Jlcii von Paiüciim niiliaceiini (geschuitteii in der Milcli- rcito) 17,08 3,21 B,32 5,71 2,62 3,7.S 3,62 51,33 6,55 Eulaiiajapon. (gcscliuittcn im AuiTust) . . .^ . .22,84 1,47 10,70 1,28 0,84 4,54 3,43 49,54 3,67 liambu.^ii Sasa (IIcii) . . 6,65 1,13 2,24 1,82 0,65 1,74 1,04 82,81 2,15 PiicrariaTiiiiiil)orgiuua(ge- bolinitten im August) . 33,42 5,35 23,26 6,03 1,81 8,12 2,78 8,58 10,54 licspeilcza cyrtulifura (gc- scbiiitteii im August) . 17,10 0,52 31,55 4,03 2,42 6,02 2,43 25,60 1,64 Vic'ia cracca (gescliuitteu vor der Blüthe) . . . 33,90 8,78 24,84 5,94 2,73 9,67 2,66 4,75 6,80 Sroh von paddy rice . .10,88 1,61 3,41 2,57 0,63 1,44 1,09 77,00 2,11 Ebeuso 12,31 0,57 3,72 2,54 1,50 1,59 1,82 73,30 3,10 uidaud rice 9,61 1,17 1,80 1,52 0,(54 0,90 0,78 80,66 2,88 Ebenso 10,55 1,77 6,12 4,56 0,79 1,73 1,64 70,94 3,83 Samen vnn common jiaddy rice 22,94 4,94 3,24 10,54 1,03 51,37 1,85 3,14 1,05 upland rice 21,73 1,59 2,12 6,61 1,66 51,90 2,08 9,63 4,49 glutinous rice .... 22,60 3,24 2,10 11,97 1,60 52,57 - 4,66 0,20 Sorghum saccharatum . 21,44 4,89 2,61 14,48 1,80 49,72 2,49 0,22 1,35 Panicum italicum . . . 20,75 3,34 2.36 14,12 0,44 39,59 3,32 11,59 3,73 Mais 32,64 1,74 2,21 10,45 1,28 44,13 3,48 1,97 1,75 ßambusa kuniasasa (Ham- boo seeds) 34,77 4,46 1,03 12,89 0,96 29,97 2,99 10,70 1,55 Phaseolus radiatus . . . 45,14 2,61 3,49 9,98 1,09 33,05 0,91 0,55 2,36 Canavalia iucurva (Over- look pea) 35,99 1,85 8,29 7,66 0,78 36,93 5,17 0,63 2,15 Dolichos umbellatus vo- lubilis 52,79 1,06 4,40 8,12 0,80 27,16 5,93 0,28 0,61 Dolichos umbellatus sem. all), nig 15,36 2,13 38,42 4,68 1,02 34,74 2,16 1,03 0,13 Sesamum Orientale . . . 18,08 0,86 19,73 11,73 0,99 38,44 4,60 5,01 0,64 Periila ocymoides . . . 18,44 0,67 15,54 13,38 1,37 40,23 4,36 5,29 0,11 Algen. Capea elongata . — — — — — 2,37 — 2,20 — Alaria piunatifolia . . . 21,00 — — — — 2,61 — Spur — Taugle 31,77 — — — — 2,96 — Spur — Vegetable isinglass . . — — — — — — — 0,17 — Wurzeln u. drgl. Raphanus sativus (Conische Var.) . 34,06 12,26 13,27 5,68 1,30 7,27 15,07 2,46 6,62 Ebenso, Wurzel cylindr. . 46,43 2,40 9.44 4,(56 0,.59 10,13 13,09 2,57 11,94 Turnips 39,06 14,43 11,42 4,65 1,69 6,19 13,63 1,97 5,50 Dioscorea japonica . . 57,05 1,28 6,42 9,(J7 2,40 9,79 7,89 1,14 7,99 Arctium Lappa .... 41,61 1,75 10,16 19,01 2,42 8,13 6,(i5 0,63 10,69 Ebenso 39,98 2,30 10,27 18,80 2,50 8,35 6,70 1,04 10,01 Batatas edulis, spate Sorte, weissfl 53,27 1,17 12,78 9,23 0,68 8,49 4,84 0,64 11,89 Ebeuso, gelbfl 50,97 4,18 9,66 6,71 1,29 9,28 4,84 0,67 12,40 Ebenso,frühoSorte, weissfl. 62,72 11,99 9,23 3,83 0,41 1,97 4,99 0,55 5,29 Colacasia autiquorum , spate Sorte 66,14 0,33 4,16 6,83 1,18 9,11 4,55 4,79 3,14 Ebenso, frühe Sorte . . 77,14 1,50 3,28 5,13 0,48 2,70 3,75 0,33 3,97 (Jonophollus kunyaki . . 54,52 7,22 12,48 5,28 0,87 6,(i8 4,80 0,19 5,70 Lilinni tigrinum .... 53,50 20,78 1,59 3,23 0,41 10,21 1,51 0,54 5,83 Nelumbo iMicifera . . . 42,58 12,53 3,98 5,28 1,19 13,96 8,16 1,63 10,70 F r ti c h t e von Solanum mc- longena (violett) . . . 57,14 3,61 6,53 2,38 1,02 10,01 5,.39 6,45 6,45 Blätter voiuMaulboorbaum 48,65 10,33 5,50 4,59 2,65 12,45 5,62 2,98 7,90 abgen. 19.— 24. JNIai . . 26,43 1,24 3:5,48 8,00 1,72 8,28 2,59 18,03 0,39 26. Mai bis 2 Juni 21,95 1,82 30,39 10,64 1,43 5,96 2,05 25,03 0,69 Schösslinge von Bambusa pucrula 57,14 3,61 6,53 2,38 1,02 10,01 5,39 6,45 6,45 Brassica rapa rapifera (Wurzel), couische Var. .39,06 14,43 11,42 4,65 1,69 6,19 13,63 1,97 5,50 11g Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Vegetation. Referent : C. Kraus. A. Samen, Keimung, Keimprüfung. Stoff- und Stoffunisatz und Kraftuinsatz im keimenden Samen. Von Kraftumsatz „„..,. ,. im keimen- H. Wllsing. ') den Samen. g5g ggggg ggg Samen 100 g Trockens., enthaltend . . ... . 50,10 7,22 33,85 5,91 10,32 36,94 — 2,92 liel'ertfD nach 'i Tagen Keiiiiliuge 93,64 g Trockens., ent- haltend 47,76 6,66 30,36 5,94 8,04 29,57 5,69 2,92 nach 5 Tagen Keimlinge 91,32 g Trockens., ent- haltend 45,58 6,17 30,72 5,93 7,33 24,56 9,42 2,92 nach 7 Tagen Keimlinge 88,83 g Trockens., ent- haltend 43.69 6,01 30,27 5,94 6,60 22,70 10,88 2,92 nach 9 Tagen Keimlinge 85,48 g Trockens., ent- haltend 41,42 5,73 29,56 5,85 4,93 20,28 12,28 2,92 Untei- Zugrundelegung der i\nnahme, das verathmete Material besiehe hauptsächlich aus Fett und Stärke giebt die Berechnung so ziemlich Rechen- schaft für den Gewichtsverlust, da die noch bleibenden Differenzen auf Bestiinmungsfehler bezogen werden können. Für die erste Keimperiode ist ausserdem noch eine Absjjaltnng von Wasser aus den Elementen der ver- athmeten Substanz wahrscheinlich. Die Athmung verlief in der ersten Periode am stärksten, dann völlig gleichmässig. Die Verathmung von Fett geht ziemlich gleichmässig vor sich. Sie war in den mittleren Stadien etwas geringer als zu Anfang und zu Ende. Die Verathmung der Stärke bleibt im ersten Stadium hinter dei' des Fettes zurück, erhebt sich jedoch im zweiten bedeutend über letztere, um dann gleichmässig zu verlaufen. Die Asparaginbildung war in den fünf ersten Tagen bedeutender als in der zweiten Hälfte der Keimzeit. Energieverhältnisse : Verbrennungs- Zusaiumensetzuni ; der wärme Trockensubstanz von 1 g C H c /o "/o 7o Samen 5052 50,10 7,22 3.3,85 Keimling, 3 Tage 4080 51,00 7,11 32,43 55 ö 15 4948 49,91 6,76 33,64 7 55 '55 4826 49,18 6,77 34,07 55 '^ 55 4768 48,46 Bd. XXX 11. 1884. 6,70 p. 523. 34,60 ') Journal f. Landwirthscliaft. Pflanze. 119 Die Dift'eienz zwisolien den WärnicwortlKMi des Samens und der ent- siirocliondcM Menge Keimlinge in lle/ug auf die Zusammensetzung der ver- allimeten Troekensul)slanz verliält sich z. H. naeli 3 Tagen der Keimung folgeudcrmassen: g c Samen 100 505 iiOO Keimling .... 93,64 475691 ~Ve7athmet .... 6,36 29509 Fett 2,28 21 117 - Rest . . '. '. '. '. 4^08 839 2~ Stärke 1,33 5474 Rest 2,75 2918 Abgespalten Ha ■ ■ 2,75 — Differenz -[- 2918 In derselben Weise stimn)t der direct gefundene Energieverlust mit der Summe der den verathmeten Einzelbestandtlieilen entsprechenden Wärme- menge auch bei den anderen Perioden gut überein. Ueberall bleibt ein Plus, welches sich aus Nebenprocessen erklärt. Die bei der Keimung in Folge der Stottumsetzungen freiwerdende potentielle Eneigie wird vollständig abge- geben. Es tindet keinerlei Aufsiieicherung von flnergie in der Trocken- substanz der Keimlinge statt. Untersuchungen über die Keimung des Leins und der süssen ^^«^■"jV'^jK Mandeln. Von A. Jorisseu. M Nicht nur die Samen, sondern auch ganze und süssen Pflanzen von Linum usitatissimum liefern unter gewissen Bedingungen ein landein. blausäurehaltiges Destillat. Die im Dunkeln erzogenen Keimlinge von Lein wurden in einem Mörser verrieben und blieben voi- dem Abdestilliren einige Stunden mit lauwarmem Wasser stehen. Mit fortschreitender Ent- wickelung vermehrt sieh die gelieferte Blausäuremenge. So gaben 20 g nicht gekeimter Samen höchstens 0,002 g, ebensoviele Samen nach einigen Tagen der Keimung bis 0,014 g Blausäure. Wahrscheinlich entlialten die Keimpflanzen Amygdalin. (Das Destiflat riecht nach Bittermandelöl». Also würde während der Keimung Amygdalin entstehen. Auch die süssen Mandeln enthalten nur Spuren Amygdalin, die etiolirten Keimlinge aber geben Blau- säure. Die Substanz, welche die Blausäure liefert, ist hauptsächlich in der Radicula u. Gemmula lokalisirt; die Kotylen enthalten hiervon viel weniger. Das Auftreten von Amygdalin während der Keimung der süssen Mandeln wild aus den Si)altungsproducten nachgewiesen. Verf. setzt auseinander, dass die Glukoside nach der Art ihres Auftretens keine Keservestoffe sein können. Als Muttersubstanz des Amygdalins werden die Proteinstotfe bezeichnet. Einfluss intermittirender Erwärmung auf die Keimung der ^'"flus« , . . , , intermitti- Samen. Von A. v. Liebenberg.^) Die Samen, welche im Dunkeln zu render Er- keimen hatten, wurden gleichfalls (wie die Lichtpflanzen) den Wärmeein- "^aluTdie* Wirkungen der Sonne oder des diffusen Lichtes ausgesetzt, indem sie zwar Keimung, in undurchsichtigen Gelassen, jedoch neben den Licht pflanzen standen. Zum Vergleich kamen andere Versuchspflanzen in einem dunklen Vegetations- schrank mit der constanten Temperatur von 22". Bei Versuchen mit Poa ') .Viinal. iigiououi. T. X. No. 10. p. 468. '■») Botan. Coutralblatt 18ö4. No. 1. J20 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. pratensis keimten in den der Wirkung der Strahlen ausgesetzten Gefässen etwa 80 ^'o, von den Samen des Dnnkclkastens nur 2,5 ^lo- Wurden Samen von Poa höheren Temperaturen in der Dunkelheit ausgesetzt, so war die Keimung gleichwohl nicht besser^ erst als schwankende Temperaturen ange- wandt wurden, wurden günstige Erfolge erzielt. Von vier Gefässen mit Pos kam No. 1 an ein Fenster, wo es etwa eine Stunde lang von den directen Sonnenstrahlen getroffen wurde 5 No. 2 befand sich im dunklen Vegetatioas- kasteu constant bei 20"; No. 3 im gleichen Kasten bei 28"; No. 4 stand im Dunkelkasten von 20 " und wurde täglich während 5 Stunden in den Kasten von 28" gestellt. No. 1 keimte zu 18,5, 2 zu 1,5, 3 zu 3, 4 zu 23 "/o. Aehnlich war das Resultat bei anderen Versuchen. — Dasselbe wie für Poa trifft auch für andere kleine Samen zu. Gewichtszunahme der Getreideköruer bei feuchter Atmo- sphäre.^) In feuchter Luft bei 18" C. nahmen an Wasser auf: Hafer 29,08, Gerste 28,17, Weizen 25,02 "/o ihrer Masse im völlig trocknen Zu- stande. Unter gewöhnlichen Verhältnissen beträgt die Aufnahme nur 15 bis 1 6 "/o der Masse. Die Schwinduug der Getreidekörner. Von H. J. Koellner. Wiener landw. Zeitung 1884. No. 50. "^'erhäitnisB lieber das Verhältniss des Stickstoffs zur Phosphorsäure Stoffes zur in den Samen. Von E. Heiden, F. Voigt, E. Güntz, Th. W'^etzke.^) ^^eäu^re."^" ^uf 1 Theil Phosphorsäurc treffen an Stickstoff: Hafer Hafer Hafer Roggen Roggen Roggen Wicken Erbsen 1860 1870 1871 1873 1875 1877 1872 1876 Aussaat .... 2,5.'i 2,45 1,70 2,13 2,01 2,18 4,86 4,94 Ungedüngt ... — — — 1,56 1,83 2,09 5,76 6,07 „ ... 1,78 1,76 1,82 1,67 1,96 2,29 6,75 5,28 Kalk 2,31 2,94 1,52 1,44 1,90 2,11 6,56 4,00 Schwefels. Ammon. 2,50 1,20 1,83 1,70 1,80 2,67 6,35 4,01 Phosphors. Kalk . 2,83 1,68 1,67 1,46 1,74 2,29 4,67 5,55 Schwefels. Kali . 2,17 1,62 1,16 1,80 1.93 2,21 6,73 6,05 Bei den Halmfrüchten erzeugte die Stickstoffdüngung pi'oteinreichere Körner. Das Verhältniss zwischen Stickstoff und Phosphorsäure schwankt bedeutend. — Bei den Blattfrüchten hatte die Stickstoffdüngung keine ver- mehrte Proteijibildung zur Folge, die Phosphorsäuredüngung übte entschieden eine Depression auf die letztere aus. Widerstandsfähigkeit der Kleesamen gegen Wasser. Von F. H. Storer.3) Zerstörung der Keimfähigkeit durch höhere Temperaturen, Von F. G. Stehler.^) Es gelang nicht, durch 8stündigcs Kochen Samen der Vogelwickc zu tödten. Von 100 Körnern blieben 15 unverändert und keimten später sämmtlich nach mehrstündigem Einquellen. Keimfähigkeit verschiedener Papilionaceen.'') Sandwicke, im botanischen Garten gebaut, keimte zu 91,75 "/o, Vicia sepiuni wegen der ') Ceutralhlatt für Agriculturchemic 1884. 2. p. 142. *J Denkschrift zur Feier des 25jährigcn Hestchcns der agricidtur-clicniischcn Versuchsstatinii Pommritz 1882. ä) Bull, of the Bussey lustitutiou. Vol. IL Pari IV. Boston, 1884. ].. 317. *) Oesterr. landw. Woclienblatt 1883. No. 34. '') Jahresber. der Hohenheiuicr Samcucoutiulstation, erstattet von 0. Kirchner u. J. Miciiailüwski. Stuttgart, 1884. 121 frrossen Zalil uiuiuellbarcr Körner zu 13,5 %, Vicia aiigustifolia zu 5,75 "/o, Lotus corniculatus, wild gcsainniclt, zu 46,5 und 40,83 "'/u, Lotus uligiiiosus zu 37,16 >, Lathyrus pratensis zu 26,66 «/o. Wildwacliscnder Rothklee er- gab nur 24,66% Keimfähigkeit, 63 > harte Körner; Trifolium medium 37 resp. 60*>/o-, Trifolium procumbens 18,33 res:p. 80,33%. Von 100 halten Ivothkleesamcu keimten Nach 30 Tiib'on 1883 1884 Ol 0/ bei Rothklee . . . 20°05 19,"l8 Weissklee ... 8,35 8,12 Bastardklee . . 16,41 21,02 Luzerne . . . 34,79 27,14 Hopfenklee . . . 27,54 14,36 Um grobe Ungenauigkeiten zu vermeiden, ist in den Berichten über Keimfahigkeitsunlersuchuiigen die Anzahl der unquellbaren Körner bei den Kleearten besonders an/.ufühien, nicht aber bei der Keimfähigkeit in An- rechnung zu bringen. Keimfähigkeit verschiedener Grassämereien.') Um ein Urtheil darüber zu erhalten, welche Anforderungen an die im Handel vorkomnu'n- den Grassaraen gestellt werden dürfen, wurden solche theils im Freien ge- sammelt, theils selbst gezogen und auf ihren Gebrauchswerth untersucht. nach 100 Ta- 1883 1884 7o 7o 38,81 38,46 18,58 16,86 31,26 44,12 69,75 62,34 44,40 29,46 Sanienart Proben- Verunreinigung "/o Keimfähigkeit "/„ (iebrauchswcrth "/g zahl Mittel Max. Min. Mittel Max. Min. Mittel Max. Min. Wieseuschwiugel . 1 1U,43 — — 86,50 — — 77,48 — — Festuca hetero- phyüa . . . . 1 — — — 82,25 _ _ — — — Kammgras . . . 1 1,51 — — 86,75 — — 65,44 — — Wieseurispengras 2 3,37 6,47 0,27 87,90 89,30 86,50 87,08 89,06 85,10 Gemeines Rispen- gras . . . . 2 (»,26 0,47 0,06 93,.50 94,50 92,50 92,75 94,44 91,06 Haiiirispeugras 1 1,50 — — 91,00 — — 90,30 — — Poa compressa 1 — — — 77,50 — — — — — Fioriugras . . . 1 1,48 — — 76,00 — — 74,87 — — Gemeines Strauss- — — gras . . . . 1 1,48 _ — 9(j,50 — — 95,07 — — . Goldhafer . . . 2 3,67 4,45 2,90 91,00 92,25 89,75 87,67 89,57 85,78 Aufrechte Trespe 1 3,21 — — 86,66 — — 83,08 — — Honiggras . . . I — — — 28.14 — — — — — Knaulgras . . , 1 15,60 — — 28,25 — — 23,84 — — Poa und Agrostis waren dem Lichte ausgesetzt. — Die weniger häufig im Handel biitindlichen und schwierig zu reinigenden |Grassamcn Hessen sich demnach bei hinreichender Sorgfalt im p]rnten und Reinigen in bedeutend besserer Qualität auf den Markt bringen, als dies thatsächlich der Fall ist. Untersuchungen über die Anzucht des Weinstocks aus Samen. Von F. Nobbe.^) 1) Die Samen des Weinstocks sind in der Regel nur in geringem Procentsatz keimfähig; ihre Keimungsenergie ist ausserdem sehr schwach. Die grösste Zahl der überhaupt keimfähigen Samen hatte erst nach Verlauf mehrerer Wochen und selbst Monate gekeimt. 2) Die Samen hochcdler Weinsorlen scheinen ein schwächeres Keimungs- Keimfähig- keit von Gras- sämereien. Anzucht des Wein- stockes aus Samen. ') .lahrosbor. der Iluhonhcinier SanicMcoiitrolst.'itioii. erstattet von Kirrlitior .(. Michailowski. Stiitlgart, 1884. «) LaiKlwirtbsch Vorsuchsst. M. XXX. Heft 3 u. 4. p. 229. 102 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. vermögeu zu besitzen, als diejeiii^fen gemeinerer Sorten. 3) Frisch den Beeren entnommene, gut gereifte Traubcnkcrne keimten am besten. 4) An der Luft stark goti-ocknete Samen liatten an ihrer au sich geringen Keim- kraft Einbusse erlitten. 5) Nachreife der Samen in den Beeren bis zum rosinenartigen Eintrocknen der letzteren übte eher einen nacht heiligen Eiu- flnss auf die Lebenskraft. 6) Temperaturerhöhung des Keimbetls über 18 bis SO^'C. hinaus (bis zu 25 — 30") war ohne förderlichen Erfolg. 7) Eine schwache Gährung der Samen in den Trestern (2—3 Tage lang) übte einen günstigen EinHuss auf die Keimung der unmittelbar darauf ausgesäten Sameukerne. Eine 6 Tage dauernde Einwirkung dieser Vorgänge zerstörte die Keimkraft der Kerne vollständig. ,^^'""°8 Die Methode der Keimprüfung des Zuckerrübensamens, des Kuben- • » i in ? Samens, sowic Über die Normen der Werthschätzung desselben und eini- ger anderer Sämereien. Von H. v. Bretfeld.i) Ergebuiss der Unter- suchung von 336 Rübensaatproben. Mittel der procent. Keimfähigkeit. 1880 159 und 18 > nicht keimende Knäule. 1881 194 „ 16 „ „ 1882 133 „ 29 „ „ 1883 153 „ 21 „ „ Natürlich folgt hieraus nicht, dass ganz allgemein eine Rübsaat 159 % Keimfähigkeit und höchstens 21 % uicht keimende Knäule enthalten soll. Je nach Ernte und Sorte können auf 1 g 14 — 103 Knäule treffen. Die proc. Keimfähigkeit ist bei der kleinknäuligen Rühensaat nur 17 bis 28 **/o geringer als bei der grossknäuligeu-, im Mittel bei ersterer 133, bei letzterer 154 "/o. Von JOO Knäulen blieben ungekeimt 21 der grossen, 36 der kleinknäuligen Saat. — Im Mittel keimten von 44 Knäulen pro Gramm 32 mit 62 Keimen. Verf. bezeichnet die Zahl der Keimlinge, welche von der Gewichtseinheit der Knäule cihaltmi werden, als einzig massgebend, da die Rübensaat nach dem (iewiclito gekauft wird. Bei gross- knäuligem Samen (38 Knäule pro Gramm) kann man 50, bei kleinkiiäuligem (50 Knäule pro Gramm) 60 Keime pro Gramm Samengewiclit rechnen und verlangen. Erlaubter Wassergehalt höchstens 15, fremde Bestandtheile höchstens 4%. Zur Beurtheilung des ZuckcMrübensamens.^) Nach Märckers Feststellungen ergeben sich im Mittel zweier Jahrgänge: Min. Max. Mittel Verunreinigungen . . 0,7 30,3 2,9 Feuchtigkeit ... 9,2 20,5 13,9 Keimfähigkeit ... 66 270 171 1 kg hat Körner . . 14437 72848 50323 1 „ hat Keime . . 30272 124355 85016 Von 100 Körnern un- gekeimt .... 8 32 17 Bestimmung des Gebiauchs wert lies des Rüben samens. Von A. Sempolowski. ^j Tritt für die Bestimmung der Keimfähigkeil einer be- ') Tatroblatt der NafiirrorscluM-versainraUuiy: zu Maffdoburg 1884. p. 325. Die landw. Versiiclisstal Ionen. Hil. XXXI. j) 195. *) Wiener laii.lw. Zrri(Uiltunhemio 1«S1 4. p. 2l')'J u. 12. p. 8r)(). N;u)i der deutschen Zuckerindustrie 1>:'Ö4. No. 11 u. 47. ein. Es wun le cilialteii in Arizalil lior Oo' lirauchswerth nach Koimliiigo der Ocwiohts- in f) g Keimfaliigkoit 315,18 256 118 182,92 275 276,15 164 204,57 150 263,79 197 179,54 337 313.74 208 300,08 Pflanze. 123 stimmteu Gewichtseinheit Rilbeusameii (5 g) ein. 8 Proben: „ . . ... Gobraiahsworth . . , j ,, . Koinheit der , .. . Anzalil der Könne p , natli ()r()c. Koiiii- in 100 Probon kraft u. Koinlieil 0/ (1/ /o /o 125 98.50 123,12 159 97,50 155,02 103 97,50 100,42 126 99,00 124,74 180 97,70 175,86 93 98,00 91,14 95 98,00 93,10 145 99,50 144,27 Auf Giuud der Untersuchungen von 305 Saraenproben bezeichnet Verf. einen Rübensamen als sehr gut, der 81 — 112, als gut, der 55 — 80, als Mittel, der 40-54 Keime pro Gramm giebt. Ein Samen mit weniger als 40 Keimen ist schlecht. Prüfung der Keimfähigkeit des Znckerrübensaniens. Von M. Märcker.i) 1) Ein Was.sergehalt von 15 7o ist als normal anzu- nehmen, was darüber hinausgeht, ist abzuziehen. 2) Pübensameu mit mehr als 2 — 2^2 '*/o Verunreinigung ist als sehlei-ht gereinigt anzusehen. 3) Die einzig richtige Beurtheilung der Keimfähigkeit besteht in der Bestimmung der Anzahl Keime pro Kilo bezw. pro Gramm. Als Norm sind zu ver- langen 50 — 60 Keime pro Gramm Rübensaraen. 4) Besondere Bestimmung der Keimungsintensität ist überflüssig mit Samen, die mehr Keime liefern, gleich in den ersten Tagen eine grosse Zahl von Keimen ti-eihen. 5) Auch die Bestimmung der Kcimfäliigkoit der Knäule hat nacii Gewicht zu ge- schehen. Ein guter Same muss 30 — 35 keimende Knäule pro Gramm geben (untere Grenze 25). Der Rübensamen, Untersuchungen über seine Eigenschaften und Re- flexionen über seine rationelle Züchtung. Von F. Knauei-, II. Briem und M. llollrung. 1) Beschreibung des Rübensamens. 2) Entwickelungs-Geschichte des Rübensamens. 3) Gewicht des Rübensamens. 1 1 wog lufttrocken (11 "o Feuchtig- keit) im Mittel der 83er Ernte 185,:J4 g. 4) Probenahme. 5) Keimbett. Das Sandkeimbett gab die liöcli- 4 .'5 2 1 Summe Durehschnittsgew. eines Samens (mgr) I. 2,311 0,575 2 31 16 1 — 173 3,3 n. 1,851 0,494 1 20 24 5 — 163 3,0 m. 1,248 0,319 — 7 25 18 — 130 2,7 IV. 0,689 0,194 9 38 3 88 2,2 Grosse Knäule haben einen entsprechend grösseren Procentsatz Ballast als kleinere. p]in Unterschied in der Keimfähigkeit je nach der Grösse der Knäule lässt sich nicht nachweisen. — 100 Knäule der Iraperialzuckerrüben enthielten : 1 oß Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger Knäule Grösse mit r> mit 4 mit 3 mit 2 mit 1 Samen Summa der Samen I. 5 53 35 7 — 356 II. 2 34 49 15 — 323 III. — 15 48 35 2 276 IV. — 2 18 57 25 201 12) Welche Rübeusaraengrösse ist die vortlieilbafteste? Grosse Knäule enthalten zwar mehr und grössere Samen, aber auch mehr Ballast als kleinere, in einer bestimmten Gewichtsmenge ein geringeres Gewiciit Samen als ein gleiches Gewicht kleiner Knäule. Vertheilung von Grösse Ballast Samen I. 75,10/0 24,9 o/o II. 73,3 „ 26,7 „ m. 72,0 „ 28,0 „ IV. 71,8 „ 28,2 „ Es enthielten 10 g Knäule Grösse Anzahl der Samen Gewicht der Samen L 748 2,488 g n. 880 2,668 g m. 1042 2,796 g IV. 1278 2,816 g I. 283 II. 378 UI. 414 IV. 469 50 kg Rübensamen von Grösse I bestehen aus etwa 3 740 000 Knäulen mit 24,88 kg Samen, 50 kg Rübensamen von Grösse IV bestehen aus etwa 6 390 000 Knäulen mit 28,18 kg Samen. Im Durchschnitte gaben 5 g Knäule der Grösse Summe der Keime Grosso 100 Knäule gaben Keime I. 265 n. 269 m. 200 IV. 134 Am besten wird die Keimkraft auf eine bestimmte Gewichtsmenge (nach Märcker's Vorschlag 5 g) bezogen angegeben. — Verf. entscheidet sich für die kleineren Knäule, unter Berufung auf Kulturversuche mit grossen und kleinen Knäulen, demzufolge beide gleichen Kulturwerth haben sollen. 13) Rübensamenzüchtung. Verf. betreibt „eine constante Rübenrasse- zucht". 14) Der Rassebegriff. Atavismus. 15) Individualpotenz. Nur bei äusserlich gleichartigen Verhältnissen macht sich das, was Ergebniss der Individualität ist, bemerkbar. Rassezucht setzt voraus, dass die Samenmütter unter sich in Farbe, Form und Gestalt der Blätter und Wurzeln älmlich sind und von gleichen Vorältern abstam- men. Im Allgemeinen sind die nämlichen Umstände zu beachten, wie bei der Thierzüchtung. 16) Blutauffrischung bei der Rübensamenzucht. 17) Kreuzungszucht. KiGeaeide, Zur Klc CSC id cf rage und aus der Samencontrolstation am Polytechnicum zu Riga. Von G. Thomas.') Die Kleeseide kommt auch ') Balt. Wochenschr. 1884, Nr. 22, 24, 25. 127 unter den dortigen klimatischen Verhältnissen zur Reifo, wie Verf. ander- weitiger Behauptungen gegonüher constatii-t. Das Klima mag aber ihrer Ausbreitung immci'liin ungünstig sein. — Dem Berichte über die Thätigkeit der Coutrolstation entnehmen wir: 1000 Körnei- amcrik. Rothklee wogen 1,4622 g „ „ russis. „ „ 1,5920 „ „ „ kurischer „ „ 1,6410 „ Von Poa pratensis (200 Samen) keimten in 42 Tagen ("/o): Versuchsreihe I Versuchsr. II Nobbe'scher Apparat 43,0 9,5 Fliesspapier . . . 30,5 30,0 Saud 70,5 80,5 Stark verunreinigte Leiusaat gab bei 3 aufeinanderfolgenden Bestim- mungen 49,05, 55,19, 58,61 > fremde Bcstandtlieile (grüssto Differenz 9,56 "/o). Fünf Bestimmungen einer anderen Probe zeigten die grösste Diffe- renz 8,39, zwei einer dritten Pi-obe 5,56 o/^. Diese dritte Probe enthielt im Mittel 60,74 o/o fremde Bestand! heile, bestehend aus Leindotter, Kaps, üidciautsamen, Sand und Spreu. Verf. sucht die Ursache der Differenzen in der Mischung heterogener Elemente von verschiedenem spec. Gewichte. Es ist hier bemerkt, dass sich von Anfang des Jahres 1881 ab eine sehr starke, zunehmende ^.'achfrage des englischen Markts nach unreiner, ja selbst bedeutend sandhalliger liCinsaat (sogen. 50-proc. Saat) geltend machte. (Diese Saat soll in England zu Ölgewinnung als Zusatz zu ganz reiner ostindischer Saat Verwendung finden; ganz reine, uukrautfieie Leinsaat soll sich nach Angabe der Olschläger nicht gut pressen lassen). Die Kiga'schen Exporteure wollten den Procenfgehalt an reinen Leinsamen in der zu exportirenden Waare genau kennen. Da die zur Analyse amtlich verpflichteten Personen keine genauen Resultate erhielten, wurde die Hülfe der Samencontrolstation in Anspruch genommen. Auch diese erhielt bei der üblichen Entnahme der Mittelprobe keine befriedigende tibereinstimmung des Procentsatzes an reiner Saat in dieser so sehr durch Sand verunreinigten Leinsaaten. Zur Untersuchung kam auch kurische Gerste, gedörrt und ungedörrt: erstere keimte zu 89, letztere zu 43 c/o. Gedörrte Leinsaat aus Russland keimte zu 90, ungedörrte zu 75 o/o. Unkrautsameu im ostindischen Weizen. Von Fr. Scydler.^) Brassica carapestris, Ervum hirsutum, Vaccaria parviflora, Lathyrus angula- tus, Cicer arietinum. Der Gehalt von Rothk Centralblatt für Agriculturchemie. Die U n k r a u t s a m e 11 enthielten im Mittel: der L 5 Proben L IL 3 do. 1877 III. 1 do. 1877 IV. 1 do. 1879 V. 2 do. 1880 VI. 2 do. 1883 1876 !csamen an Seide. Von Märcker. 1884, 7, p. 504. Leinsaat. Von G. Wilhelm.'!) Es Unkraut- Samen der Leinsaat. Gute Verkümmei'te Unkraut- Spreu u. Körner Körner saraen Staub 96,65 1,13 1,75 0,47 97,62 0,72 1,19 0,47 97,66 1,66 0,35 0,33 91,60 3,13 4,79 0,48 97,7 — 2,3 97,15 — 1,57 1,28 ") Der Landwirth. Schles. landw. Zeitung. 188t, Nr. 88. ■^) Oesterr. landw. Wochenblatt. 1884. No. 9. 128 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Für 1 kg Lein samen trafen von den gewöhnlichsten Unkrautsamen an Zahl: I. n. m. IV. V. VI. Gezahnt er Dotter . . 1957 2778 214 1324 476 1136 Ackerlolch . . . . 1625 519 261 3562 731 1069 Ampterblättr. Knöterich 994 397 498 4156 2205 633 Ackerspergel . . . 825 407 29 — 400 262 Weisser Gänsefuss . 474 335 54 126 35 229 Leinseide .... 232 15 — 114 7 70 Kornblume . . . 115 ' 88 377 56 360 Sinapis arvensis . . — — 126 165 241 Polyg. Convolvulus . — ' 338 — 57 27 — Galeopsis Ladanum . — — — 118 — Galium Aparine . . — — 57 40 — Sonstiges .... — — 36 114 76 138 Es keimten von den Unkrautsamen des 1876ei • Bezugs, im Alter von ungefähr 1, 3, 31/2, 6 und 8 1/2 Jahren : Juni Mai November Api-il Januar 1876 1878 1881 1884 Ackerlolch . . . 9.3,3 90,0 91,0 47,0 4,6 Gezahnter Dotter . 82,8 76,0 69,0 19,0 Ackerspergel . . . 95,8 92,0 96,0 78,0 73,3 Ampferbl. Knöterich 49,8 38,0 6,0 — — Kornblume . . 83,0 74,0 44,0 12,0 15,0 Leiuseide .... 70,0 62,0 55,0 30,0 19,6 Die Samen keimten um so langsamer, je älter : sie waren. Die mittlere Keimzeit betrug in Tagen: Ackerlolch . . 2,02 2,94 4,85 12,38 14,25 Gezahnter Dotter . 2,58 2,34 4,82 12,05 — Ackerspergel . . . 1,97 2,90 4,00 7,03 9,90 Ampfei'bl. Knöterich 4,36 6,63 16,67 — — Kornblume . . . 2,62 4,32 7,25 12,17 12,67 Leinseide .... 3,18 4,55 5,30 10,67 15,22 Geölte Gerste.^) Betrügerischer Weise wird öfter geölt (vorher meist angefeuchtet), weil Glanz und Ausehen der Gerste hierdurch gewinnt und dieselbe bei der Lagerung weniger au Gewicht und Volum verliert. Oelen erschwert die Weiclie, beeinflusst den reinen Geschmack des Malzes und giebt trübe Würzen mit unregelmässiger Gährung. Verfälscliung der Luzerne (mit Medicago maculata und denticulata). Von Schribaux. Die landw. Versuchsstationen. Bd. XXX. p. 478. Das Endosperni der Gerste und seine Entwickelung. Von W. Johannsen. Allgemeine Brauer- u. Hopfenztg. 1884. No. 78. Die Granne von Holcus lanatus. Von L. S. Ford. 2) Die Granne ist gerade und krümmt sich erst beim Austrocknen. Ein Keimapparat. Von J. König. Central blatt für Agricultur- chemie. 1884. 11. p. 789. ') Oesterr. landw. Wochenblatt. 1884. No. 47. ») Bull, of the Bussey Institution. Boaton, 1884. Vol. II. Part. IV. p. 337. Pflanze. 139 Keimapparat, Patent C. Israel. Allgemeine Brauer- u. Ilopfenztg. 1884. No. 16. (Zweites Blatt.) Amerikanischer Rothklee.i) Es wird vorgeschlagen, vor der Aus- saat in einem etwa 3 Woclien dauernden Anbauversuch zu entscheiden, ob amerikanischer Rothklce oder echt deutsche Saat vorliegt. Amerikanischer Rothklce. 2) Die Beimengung von Panicum ca- pillare bietet keinen vollkommen sicheren Anhalt zur Beurtheilung der Hei"- kuutt der Waiire. Die Ptianze kommt, allerdings selten, auch in Deutsch- land verwildert vor. Die Ambrosia, welche auch schon da und dort in Deutschland beobachtet wurde, reift spät (im September) und kann sich nur in günstigen Jahren durch Selbstaussaat forterhalten. Die Möglichkeit aber, dass sie auf einem Kleefeld zu ungestörter Fruchtentwickelung komme, ist bei ihrer späten Blüthe ausgeschlossen, ihre Früchte bleiben daher ein sicheres Zeichen für den amerikanischen Ursprung der Waare. — In. ameri- kanischem Rothklec wurden gefunden: Potentilla norvegica L., Plantago aristata Mclix. (in Kleesamen mehr südlicher Abstammung, wahrscheinlich gar nicht in canadischer). (Es sind Abbildungen beigefügt.) Unterscheidung amerikanischen und deutschen Rothklee- samen s.^) Es wird angegeben, dass die Körner des erstercn bei Aufbeisseu wegen Härte und Sprödigkeit zerspringen, während ein Korn deutschen Rüthklees weich ist und sich beim Zerbeissen platt drückt. Süd europäische Rothkleesorten.*) Italienischer Rothklee hat meist hellere Färbung als deutscher und steirisclier, ist im Uebrigen nur an den beigemischten Unkräutern mit einiger Sicherheit zu erkennen. Charak- teristisch für die südeuropäische Herkunft einer Waare sind die Samen von Helminthia echioides, Arthrolobiura scorpioides, Centaurca solstitialis. Hel- minthia breitet sich neuerdings auch in Südfrankreich immer mehr aus und wurde auch schon in Württemberg beobachtet, möglicherweise bürgert sie sich bei uns ein. Centaurea solstitialis konnut bei uns nur selten zu nor- maler Ausbildung und wird wolil immer von Neuem eingeschleppt, obwohl sie in Württemberg schon vielfach aufgefunden wurde. Jahresbericht der schweizerischen Samencontrolstation.^) In einer Tabelle sind die Durchschnittsrcsultate von 1876 — 1884 mitgetheilt. Im Vergleich mit dem Durchschnitt der früheren Jahre**) ändert sich der Durchschnitt der meisten wichtigeren Samen durch die Untersuchungen des Jahres 1884 nur wenig, so dass die Durchschnittsresultate in der Haupt- sache dem allgemeinen Durchschnitt entsprechen dürften. So treffen Procente Gebrauchswerth : 1876/83 1876/84 Rothklee 87,9 87,7 Weissklee 69,0 69,1 Bastardklee 62,4 62,2 Luzerne 84,4 84,7 ') Bfricht über die 'J'hätigkcit d. grossh. bad. pflauzenpliysiologischeu Versuchs- anstalt zu Karlsruhe pro 1884. Erstattet von L Just. *) Jahresber. der Ilohenheimer Sameueontrolstatiou, erstattet von 0. Kirchner u. J. Micbailowski. Stuttgart, 1884. 8) Zeitschr. für die laudw. Verciue dos Grossherzogth. Hessen. 1884. No. 22. *) Jahresber. der ilohenheimer Sameueontrolstatiou, erstattet von ü. Kirchner u. J. Micbailowski. Stuttgart, 1884. ^) Schweizer, laudw. Zeitschr. 1884. 11. p. 623. 8) Jahresber. 1883. p, 110. 130 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Bitngsr. Eine 1876/83 Esparsette 68,8 Hanf 82,2 Französisches Raj-gras . . 41,7 Englisches Raygias . . . 67,6 Italienisches Raygras . . . 57,1 Knaulgras 43,6 Timothee 84,5 Kammgras 46,6 Goldhafer 14,4 Wolliges Honiggras . . . 24,6 Ausnahme machen: Wiesenfuchsschwanz Wiesenschwingel Härtl. Schafschwingel Rother Schwingel . Feinblättr. Schwingel 18,9 61,3 43,5 23,8 32,2 1876/84 68,1 82,8 42,7 67,1 58,5 45,5 85,5 47,3 15,0 24,9 27,9 71,0 54,9 39,1 50,5 Das Fromentel oder französische Raygras des Handels war fast aus- nahmslos eine Mischung verschiedener Gräser. Die Fenasse des Handels ist in der Regel nur eine unreine Qualität französisches Raygras. Ausser- dem wird unter dem Namen Fenasse häufig allerlei Ausputz verkauft. Untersuchungsergebuisse der Hohenheimer Saraencontrol - Station vom 1. Januar 1878-30. September 1883. i) Veruiireinigung "/^ Keimfähigkeit "/„ Saraenart Rothklee . Weissklee . liastardklee Inkarnatklee Luzerne Hopfeuklee p]sparsette Erbse . . Wicke . . Ackerbohne Zaunwicke Ileckonwicke Viersamige Wicke . Haarige Wicke . Wiesenplatt- erbse . . Schotenklee . Weisser Stein- klee . . . Linsen . . . Soja hispida . Weisser Senf Buchweizen . Gebrauchswerth "/^ i a 3 2=" - § S 1^ s 726 42 51 2 326 36 4 11 1 2 2 6,46 6,25 2,^5 7,«3 2,^7 3,Ö7 4,28 12,94 13,l, 33,9, 45,6g— 715, 1039, 1423 Körner). Das Durchschnittsgewicht der Körner blieb ziemlich unverändert. 2i Die Beigabc einer grösseren oder geringeren Menge aufuehmbarer Kieselerde scheint keinen wesentlichen F'.in- fluss auf das Gesammfgewicht der oiganischen Substanz in der Pflanze zu äussern. Dies Gewicht ist zunächst bedingt durch die Menge und das gegenseitige Verhältniss der eigentlichen Nährstoffe in der Pflanze. 3) Mit der bessern Ausbildung der Körner unter dem Einfluss der Kieselsäure hat das Gewicht der Wurzeln etwas abgenommen, oder es blieb bei Y^ p. M. Con- centration der Lösung, unverändert, ungeachtet im letzteren Falle die Stroh- masse, somit das Gewicht der ganzen Pflanze nicht unbedeutend zunahm. 4) Die Körnerbildung war bei der schwachen Concentration der Lösung von Vs p. M. weit ungünstiger und weniger gesichert als bei V-i und '/2 p. M. Die Zunahme des Erntegewichts erfolgte im geringeren Grade als die Gesammt- menge der gebotenen Nährstoffe wuchs. 5) Die Pflanzen hatten in der Lösung ohne Kieselsäure bei jeder Concentration ein Verhältniss zu der ge- bildeten Trockensubstanz fast gleiche Mengen von fixen Nährstoffen aufge- nommen, so dass also der procentische Gehalt von Reinasche überall ziem- lich der gleiche war. Die Zahlen für den Aschegehalt sind ziemlich niedrig; in den Versuchen wurde mit den vorhandenen Nährstoffen eine relativ grosse Menge Substanz producirt. Dies ergiebt sich auch deutlich, wenn man die in der ganzen Pflanze gebildete Trockensubstanz mit dem Stickstoffquantum vergleicht, welches in Form von Salpetersäure den Pflanzen zur Aufnahme geboten war. 6) Unter dem Einfluss der Kieselsäure hat die Gesamrat- menge der Reinasche nach Procenten der wasserfreien Substanz stets be- deutend zugenommen. Gleichzeitig findet eine derartige Zunahme statt von der schwächern zur starkem Concentration der Nährstofflösung, beim Stroh in höherm Grade als bei den Körnern. 7) An Kieselsäure fand man in Procenten der Reinasche mit dem erhöhten Gehalt der Lösung an dieser Substanz eine regelmässige und für Körner- und Strohasche nahe überein- stimmende Steigerung; für die Asche von Körnern und Stroh zusammen und im Mittel der verschiedenen Concentration einer und derselben Lösung betrug die Menge resp. 22,63 und 32,10 > der Reinasche. Der Ueber- gang der Kieselsäure in die Pflanze war etwas schwieriger und nicht in gleichem Verhältniss erfolgt wie derjenige der übrigen fixen Nährstoffe. Die Kieselsäure wurde aus der daran reichern Lösung nicht völlig entsprechend dieser grössern Menge aufgenommen. 8) Bei steigender Concentration der Lösung von Y«, V* "»d Va P- M. steigern sich regelmässig die Kieselsäure- procente in der Reinasche der Körner und des Strohs. Die Asche von Körnern und Stroh zusammen enthielt in den Versuchen mit der an Kiesel- säure ärmeren Lösung 16,2 — 23,3 und 28,4 "/o, mit der daran reichern Laudwirthscbaftl. VersuchsBtat. Bd. XXX., 3, p. 161. \9A Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Lösung 29,3 — 32,1 und 39,9 ^jo. Nur bei einer Coacentration von Va P- M. wurde die Kieselsäure ziemlich in demselben Mengenverhältniss zu den übrigen Stoffen von der Pflanze aufgenommen, wie sie in der betreffenden Lösung vorhanden war. Bei ^ 4 p. M. und noch mehr bei Vs P- M. Con- centration der Lösung war sie bedeutend geringer als die der eigentlichen Nährstoffe. Es muss schon viel lösliche Kieselsäure vorhanden sein, um der Haferpflanze die Aufnahme einer gewissen mittleren Menge derselben neben den sonstigen Nährstoffen zu ermöglichen; es scheint aber auch daran unter normalen Bodenverhältnissen im Allgemeinen kein Mangel zu sein, wie aus der Zusammensetzung der Asche des Feldhafers hervorgeht. 9) Auf die Trockensubstanz der Ernte von Körnern und Stroh berechnet ergab sich die Kieselsäuremenge bei dem geringeren Gehalt der Lösung zu durchschnittlich 1,49, bei dem höheren Gehalt zu 2,27 %, während die Analysen des Feld- hafers die entsprechende Zahl zu 2,64 % liefern. Diese Zahl steigt für den Hafer in Wassercultur bei zunehmender Concentration der Lösung, die höchste Zahl liefert der Hafer aus der an Kieselsäure reichern Lösung bei ^2 p. M. Concentration, nämlich in den Körnern 1,33, im Stroh 4,18 % der Trockensubstanz, während bei dem Feldhafer im Mittel in den Körnern 1,22 und im Stroh 3,35 "/o gefunden wurden. 10) Nach Abzug der Kiesel- säure von der Reinasche bleibt als Rest bei den Versuchen in den beiderlei kieselsäurehaltigen Lösungen 4,78 und 4,58 ^o der Trockensubstanz, also ziemlich gleich viel und mehr als für den ohne Kieselsäure gewachsenen Hafer (3,80 *'/o). Die Kieselsäure diente also nicht als Ersatz für andere Aschenbestaudtheile und verminderte deren Aufnahmen nicht. H. Die Versuche aus dem Jahre 1882. Die Nährstoölösungen enthielten etwas mehr Kieselsäure, waren sonst ebenso zusammengesetzt wie im Jahre 1880. Die Resultate waren im Allgemeinen dieselben. — Ausserdem wur- den noch Cultureu ausgeführt, bei denen die benutzten Nährstofflösungen dieselben waren, die jedesmalige Concentration (Vs, V*? V2 P- ^I-) ^ber mit Einschluss der Kieselsäure bemessen wurde, so dass die Pflanzen von allen Nährstoffen etwa Ys ^^^^ Va geringere Mengen erhielten. Bei weitern Ver- suchen wurde den (einschliesslich Kieselsäure) auf eine Concentration von Vs, V4 und 1/2 p. M. gebrachten Lösungen in Form theils von salpeter- saurem Kalk, theils von salpetersaurem Ammoniak soweit Stickstoffnahruug zugefügt, dass die Mengen derselben der in den Lösungen ohne Kieselsäure enthaltenen gleich war, während die Menge der übrigen Nährstoffe sich ver- minderte. In Summa wurden für die dreierlei Concentrationen (Vs, ^/i, V2 p. M.) einer jeden Nährstofflösung und von je 9 Einzelversuchen erhalten (g): 'Ö Ol fc! .H Ö O tjO ^ i^ TT) N a O \4 :o «u g ö Vs. V4»V2P.M.excl.Si02 Ohne Kieselsäure 7,356 99,0ö2 106,408 1 : 13,5 26,817 133,225 Wenig „ 25,498 93,245 118,743 1 : 3,6 24,884 143,627 Viel „ 38,162 86,445 124,607 1 : 2,3 24,715 149,322 Ebenso incl. SiOj. ^^■enig Kieselsäure 18,058 90,042 108,100 1 5,0 21,369 129,469 Viel „ 25,229 80,834 106,063 1:15,2 22,614 128,677 Salpetersaurer Kalk als Beigabe Wenig Kieselsäure 13,494 110,591 124,085 1:8,2 25,115 149,200 Viel „ 18,176 117,882 136,049 1:6,5 24,852 160,901 Salpeters. Ammoniak als Beigabe. Wenig Kieselsäure 8,352 97,874 106,226 1 : 11,7 20,829 127,055 Pflanze. 135 Die günstige Wirkung der Kieselsäure auf die Körnerbildung ist auch hier wieder deutlich ausgesprochen. In diesen Versuchen aber, wo die Lösung mit Einschluss der Kieselsäure dieselbe Concentration hatte wie die sonst gleiche Lösung ohne Kieselsäure, nahm zwar mit der voll- kommenen Ausbildung der Körner unter dem Eintluss der Kieselsäure das Gewicht von Stroh und Wurzeln regelmässig ab, das Gewicht der ganzen Pflanze aber blieb fast unverändert (133,2, 129,5, 128,6 g), obwohl in der Ivösuug mit wenig Kieselsäure annähernd Vr» U"*l in derjenigen mit viel Kieselsäure fast Va weniger von eigentlichen Nährstoifen vorhanden war, als in der Lösung ohne Kieselsäure bei gleicher Concentration. Aus den früheren Versuchen hatte sich ergeben, dass die Kieselsäure als Extrabei- gabe zu einer Lösung von gewisser Concentration den Uebcrgang der lixen Nährstoffe in die Pflanze (auf Trockensubstanz berechnet) nicht vermindert, obgleich alsdann gewöhnlich die Masse der unter dem Einfluss dieser Bei- gabe producirten organischen Substanz etwas grösser ist, somit eine ent- sprechend bessere Ausnützung der in der Lösung vorhandenen Nährstoffe stattflndet. Die vorliegenden Versuche bestätigen diese bessere Ausnützung und liefern zugleich den Beweis, dass mit Hülfe der Kieselsäure die Gc- sammtraenge der wesentlichen Aschebestandtheile allerdings auf den Minimal- bedarf der Pflanze beschränkt, also mit einer relativ geringeren Menge der betreffenden Nährstt)ffe ebensoviel an organischer Substanz producirt werden kann, wie mit einem grösseren Nährstoffquantum. Es enthielt die Trocken- substanz. ohne Kieselsäure (in Körner u. Stroh) zusammen 4,80 % Reinasche mit Kieselsäure 5,36 u. 5,51 Reinasche, nach Abzug der Kieselsäure 3,64 u. 3,47 % im Feldhafer 3,18 "^/o Reinasche Bei Hafer in etwas concentrirten Lö- sungen unter Mitwirkung der Kiesel- 4,79 und 5,10 "/o (nach Abzug der säure Kieselsäure). Die Körnerbildung scheint aber auch bei Gegenwart von Kieselsäure (in Wasserculturen) durch reichere Zufuhr aller fixen Nährstoffe gefördert zu werden. Durch einseitige Steigerung der Stickstoffzufuhr wurde die Production an organischer Substanz noch mehr erhöht, die Ausnutzung der in den Lösungen vorhandenen fixen Nährstoffe vollkommener, freilich theilweise auf Kosten der Körnerbildung und nur bei Anwendung von salpetei'saurera Kalk. HL Versuche aus dem Jahre 1881. Diese gaben, wahrscheinlich in Folge besonderer Wittcrungsverhältuisse nicht so bestimmte Resultate wie aus dem Jahre 1880 und 1882, obwohl auch bei ihnen der günstige Ein- fluss der Kieselsäure für die Körnerbildung bemerkbar ist. Ein kleiner Zu- satz von salpetersaurem Ammoniak zu der Lösung mit wenig Kieselsäure wirkte günstig, ein wenig grösserer Zusatz wirkte schädlich auf die Aus- bildung der Pflanzen (im Jahre 1882 zeigte sich auch der geringere Zu- satz desselben Salzes indifferent für die Production der organischen Substanz und nachtheilig für die Körnerbildung). Unter sonst geeigneten Verhältnissen wird demnach zunächst bei der Haferpflanze durch die Aufnahme von Kieselsäure oft eine bessere Aus- nutzung der eigentlichen Nährstoffe bewirkt und besonders die Ausbildung l*g Boden, Wasser, AtmosphSre, Pflanze, Dünge*. der Köruer gefördert. Wenn andererseits Steigerung des Gehalts der Nähr- stofflösung an Phosphorsäure ebenfalls günstig wirkt für Quantität und Qualität der producirten Körner so darf hieraus nicht etwa geschlossen wer- den, dass die Kieselsäure im Dünger die Phosphorsäure ersetzen kann. Ueber die Rolle der Kieselsäure bei der Vegetation des Mais. Von V. Jodin i). Verf. hat Maispflanzen durch vier Generationen hindurch in wässrigen Nährstofflösungen gezüchtet, ohne dass sie mehr Kieselsäure erhielten als sie durch Zufall aus den Gefässen oder durch Staub aufnehmen konnten. Der Kieselsäuregehalt ging bis auf eine äusserst ge- ringe Spur zurück, ohne Schädigung der normalen Entwicklung. Aber auch die Phosphorsäure und das Kali gingen in die Wasserculturptianzen im Ver- gleich mit Bodenpflanzen zurück. Eine der vierten Generation entstammende Pflanze in einen reichlich mit Nährstofflösungeu begossenen Boden versetzt, wo sie sich kräftig entwickelte, enthielt wohl wieder reichliche Mengen Kieselsäure, aber nur ^c des Kalis einer gewöhnlichen Bodenpflanze. Ernährung von Sumpfreis mit Nitraten und Ammoniakver- bin düngen. Von 0. Kellner. 2) Reihe I. erhielt: 5KNO3, IOKH2PO4, 5 Ca CI2, 6 MgS04, 5 H4 SiO^; Reihe II. 5 (NH4) H2PO4, 5 K3PO4 5 CaCI,, 6 MgSOi, 5H4Si04; Reihe III. ein Gemisch aus gleichen Theilen derNähr- stofflösungeu von I. und IL; Reihe IV. ebenso, aber unter Weglassung der Kieselsäure; Reihe V. = Reihe III, statt CaCl2 aber Ca(N03)2. Die Am- mouiakpflanzen zeigten in der ersten Zeit ein entschiedenes Uebergewicht über die Nitratpflauzen, sie waren höher, gesund, die letzteren hatten schmalere Blätter, von diesen trockneten die am untern Stengel sitzenden aus. Weiterhin erholten sich die Salpetersäurepflanzen, während das Wachsthum der Ammoniakpflanzen plötzlich stockte. Da sich hierin weiter keine Besserung zeigte, wurde ein Theil der Gefässe dieser Reihe (IIa.) mit der Mischung der Reihe I. beschickt. Jetzt hob sich das Wachsthum, während die Pflanze der Reihe II (Hb.), welche auf Ammoniak beschränkt blieben, bis zum Schlüsse kümmerlich blieben, wenn sie auch Körner ansetzten. Besser entwickelten sich die Reihen, welche Salpetersäure und Ammoniak erhielten. Ernteergebnisse: Trockensubst. Anzahl der Samen g gut ausgebildet unvollständig Reihe I. 50,02 178 307,5 „ IIa. 49,64 44 218 „ IIb. 34,13 5 480 „ III. 64,48 106 561 „ IV. 51,26 100 525 „ V. 97,30 120 496 Zusammensetzung der Reinasche. I. IIa. IIb. III. IV. V. K2O . . . 26.78 — 29,86 29.80 31,47 27,02 CaO . . . 5,48 — 3,58 6,41 8,77 5,70 MgO . . . 6,24 — 8,28 7,17 7,36 6,32 Fe2 0, . . 2,89 — 4,50 3,10 4,73 4,65 PaOö. . .21,46 —32,05 22,20 29,94 22,47 p. 35b. ') Aunal. agron. T. IX., 1883, No. 9. p. 385. ") Landw. Versuchsstat. Jid. XXX. 1. p. 23. Vergl. Jahresbericht. 1882. Pflanze. 137 I, IIa. 11 h. III. IV. V. S03 . . . 5,20 — — 5,00 5,34 6,85 Si02 . . . 26,32 — 14,10 21,40 5,68 23,19 Cl. . . . 6,96 — — 7,11 7,36 4,43 24 Pflanzen wurden i aufgenommen: Mincralstotfe 3,205 — 3,856 4,023 3,111 6,051 Stick stoft' . 0,394 — 0,448 0,673 0,544 0,790 K2O . . . 0,858 — 1,151 1,170 0,979 1,635 P3O5. . . 0,688 — 1,236 0,893 1,231 1,359 CaO . . . 0,176 — 0,138 0,258 0,273 0,345 MgO . . . 0,200 — 0,320 0,288 0,229 0,382 Vegetation von Erbse und Mais in mineralischen und or- ganisclien Lösungen. Von V. Jodin.*) 1) Culturen in organisclieii Lösungen. Stroh und Körner von Erbsen wurden getrocknet, pulverisirt und in das Wasser gebi-acbt, in welches die Wurzeln tauchten. Dass die Pflanzen unter diesen Verhältnissen sich zu ernähren vermögen, geht aus dem Verlaufe der Vegetation hervor. 2) Culturen in mineralischen Lösungen. Nach dem Vergleiche beider Reihen lässt sich vermuthen, dass auch bei Verwendung der organischen Substanzen die Mineralstoffe allein bei der Production der Pflanzen wirksam waren. Es zeigte sich kein bemerklicher Vortheil, wenn ein bestimmtes Gewicht Stickstoff, Kali, Kalk u. s. w. in mineialischer Form oder als ßestandtheil einer sich zersetzenden organischen Substanz gegeben wurde. Durchleiten von Luft durch Nährlösungen von Wassercul- turen. Von A. Hansen. 2) Beim Durchleiten von Luft unterbleibt die Bildung von Schwefeleisen oder schon entstandene solche Niederschläge lösen sich auf. Die Wurzeln wachsen besser. Der Ansatz von Algen unter- bleibt, theils weil die Bewegung des Wassers genügt, das Anhaften von Algen zu verhindern, theils weil die mit Luft versorgten gesünderen Wurzeln weniger leicht befallen werden. Bereitung einer concent rirten Nährstofflösung für Pflanzen. Von W. Knop. ^) Es ist bei Ausführung einer grossen Zahl von Vegetations- versuchen von Vortheil, im Besitze eines einmal durch die Analyse contro- lirten Vorraths einer concentrirten Nährstofflösung zu sein, die man erst bei der Anwendung verdünnt. Man hat zwei Lösungen zu bereiten: 1) Die Lösung von 205 g Bittersalz := 100 g wasserfreien Salzes, aufgefüllt auf 3,5 1. 2) Die Lösung der drei übrigen Salze, gleichfalls auf 3,5 1 aufzu- füllen, nämlich von: 400 g salpetersaurem Kalk, 100 g Kalisalpeter, 100 g Kalisuperjjhosphat. Hiezu setzt man 26,11 g P2O5. Diese Lösung und die besondere Lösung des Bittersalzes zusammen bilden den Vorrath der con- centrirten sauren Lösung. Ueber Vegetationsversuche mit Lupinen (Lupinus hirsutus) in wässriger Nährstofflösung. Von H. Weiske.*) Nährstoff lösungen : a. 0,215 g KCl, 0,230 g Ca(N03)2, 0,050 g MgSOi, 0,010 g KH2 PO4. b. Ebenso, nur statt des Salpetersäuren Kalkes CaSO.i, p. 1. Die Pflanzen wurden bei ca. 10 cm Länge und mit 6 Blättchen in mit destillirtem Wasser 1) Aiiiial. agronom. T. X.. Xo. .5, p. 19.3. ') Sitzungsher. der Würzburger |)bys.-med. Gesellsch. 1884. ") Landw. VersucLsstat. XXX. Heft 4. p. 292. *) Landw. Versuchsstat. Bd. XXX. 6. p. 437. 1 5g Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. gefüllte Glascylinder gebracht, dem Wasser etwas von den erwähnten Lösungen zugesetzt. Die in stickstofffreier Nährlösung befindlichen Lupinen hatten kurze, sehr gedrungene Wurzeln, entwickelten nur je 7 Blättchen, erreichten bis zum Eingehen nur 6 — 8 cm Höhe. Die Ptianzen in stickstoff- haltiger Nährlösung besassen dagegen lange, fadenförmige Wurzeln und 9 bis 11 grössere Blättchen schon zur Zeit des Eingehens der ersterwähnten Pflanzen. Schliesslich erhielten sie eine Länge von 31 und 34 cm und 19 resp. 20 Blätter. Blüthen wurden nicht angesetzt. In anderen Versuchen befand sich die Wurzel in stickstofffreier Nährstofflösung, diese war gut von der Luft abgeschlossen, während im Parallelversuch Gelegenheit gegeben war, dass das in der Atmosphäre etwa vorhandene salpetrigsaure und kohlensaure Ammonium von der Nährstofflösuug absorbirt werden und die Entstehung des ersteren Salzes durch ununterbrochene starke Wasserverdunstung be- günstigt werden konnte. Eine Pflanze des Parallelversuchs wurde 50 cm hoch mit 20 grösseren Blättern, setzte auch 5 Blüthen an, deren eine eine Hülse mit einem Korn lieferte. Die Production stickstoffhaltiger Bestandtheile war bei den in stickstoff- haltiger Nährstofflösung gewachsenen Pflanzen zwar sehr gering, aber doch ca. 10 mal so gross als bei den entsprechenden in stickstofffreier Nährlösung gewachsenen. Erziehung der Lupine in wässriger Lösung. Von Troschke. i) Drei Exemplare der blauen Lupine brachten es zu einer Höhe von 78 cm und setzten an dem Hauptstamme, wie theilweise auch an den Seitentrieben Blüthen und Hülsen an, von welch letzteren drei Stück die Länge von 3,5 bis 4 cm erreichten und je 4 gut ausgebildete Körner enthielten. — Diesen und zahlreichen anderen in Nährlösung gezogenen Lupinenpffanzen fehlten die bekannten Wurzelanschwellungen durchaus. Ueber die Aufnahme verschiedener Substanzen durch die Pflanze, welche nicht zu den Nährstoffen gehören. Von W. Knop. ^) Eingangs ist die Art der Herstellung der Lösungen (Nährlösungen unter Zusatz der zu prüfenden Substanz) besprochen und hervorgehoben, dass junge Pflanzen mehr oder weniger nachtheilig beeinflusst werden, wenn sie aus destillirtem Wasser plötzlich in eine stärker conceutrirte Lösung von 2 — 5 p. m der normalen Nährstofflösung gesetzt oder auch aus verdünnteren Lösungen von 0,5 bis 1 p. m Conceutration in diese concentrirteren Lösungen verpflanzt werden. Bei jungen Maispflanzen hört die Ausscheidung von Wassertropfen aus den Blättern auf, wenn die Nährstofflösung ihnen nicht in jeder Beziehung entspricht. In der normalen Nährstofflösung erzogene, plötzlich in eine concentrirlere umgesetzte Pflanzen zeigen das- selbe, gewöhnlich beobachtet man im Verlauf sehr warmer Tage eine in der folgenden Nacht wieder verschwindende Erschlaffung der Blätter. In einigen Tagen accomodirt sich die Wurzel der concentrirteren Nährstofflösung und nach einem Stillstand des Wachsthums der Wurzeln wachsen diese weiter und es beginnt wieder die Ausscheidung der Wassertropfen. Die junge Keimpflanze ist gegen Zusätze von Substanzen, welche nicht zu den Nähr- stoffen gehören, viel empfindlicher als ältere Pflanzen. Waliischeinlich werden alle Mineralbasen und Mineralsäuren in äusserst geringer Menge mit ') Wochcuscbr. der pommorschou ökon. Ges. 1884. No. 19. ^) Berichte der rnath.-phys. Ciasse der k. sächs. Ges. d. VViss. 1885. Vergl, auch Jahresber. 1883. p. 129. Pflanze. 139 der Lösung der normalen Nährstoffe aufgenommen, wenn sie sich in der Nährstofflösung auflösen. Für Br und J ist schon früher nachgewiesen, dass die bei geringem Zusatz (als Kalium- und Natriumverbindungen) unschädlich sind und sich wie Cl durch die ganze Pflanze verbreiten. Bei einiger Steigerung der Dosis wirkt Br und noch mehr J schädlich. Strontian, Baryt und Mangan werden ohne Nachtheil von Mais aufgonoinmen. Zink wirkt (Vitriol) schon giftig bei 0,1 Vitriol p. 1 und Aufnahme von Ü,0Ü3 g Zinkoxyd p. Exemplar. Freie Borsäure wirkt bei Quantitäten von 0,5 g p. 1 der neutralen Nähr- stofi'lösung giftig. In der Asche der über der Wurzel abgeschnittenen Pflanzen war von Bor nichts nachzuweisen. Silber (Phosphat) zur sauren Nährstoff- lösung hinzugefügt, 0,05 g Goldchlorid, Chlorplatinkalium und Ammonium wirken giftig. Kobalt und Kupfer werden aufgenommen und wirken giftig. Nickel wirkt wie Kobalt, in der Asche war es nicht nachzuweisen.. Uran- oxyd und Chromoxyd wirkten als Phosphate gegeben wegen Unlöslichkcit gar nicht, saures chromsaures Kali (0,05 bis 0,1 g Zusatz) war stark giftig. Vanadinsaurcs Ammoniak wirkt rasch schädlich auf Maispflanzen, (0,05 und 0,1 g p. 1 der sauren Lösung). Nach einigen Tagen färbten sich die W^urzelspitzen und stellenweise längere Strecken der Wurzeln blau in Folge Reduction der Vanadinsäure zu niederen Oxyden. In der Asche der ober- irdischen Theile war kein Vanadin zu erkennen. Ebenso verhielt sich Molybdänsäure, als Ammoniaksalz gegeben. Wolframsäure, als Phosphor- wolframsäure (0,05 bis 0,1 g p. I) war stark giftig, die Pflanzen starben ab. Ob in die grünen Theile etwas übergegangen war, Hess sich nicht nach- weisen. In Lösungen mit Zusatz von 0,05 und 0,1 g telluriger Säure, als Ammoniaksalz gegeben , wuchsen die Pflanzen normal , ohne zur Blüthe zu kommen, ebenso wurde Tellursäure vertragen. In der Asche der oberirdischen Theile war Tellur nachzuweisen. Selen, in derselben Quantität angewandt, wirkte (als Ammoniaksalz) stark giftig. Arsenige Säure ist ein starkes Gift für die Pflanzen, die Arsensäure ist nicht giftig bei geringer Zufuhr zu den Wurzeln, von denen aus sie sich weiter verbreitet, die Pflanzen können Blüthe und Frucht bringen. Bei Mais wurde die Masseuproduction durch Arsensäui-c beeinträchtigt. Die Arsensäure, als Kalisalz angewandt, wirkt bei jungen Keimpflanzen (Blatt- und Wurzelläuge etwa 0,1 m) nachlheilig, wenn die Lösung p. 1 0,05 g bis 0,1 g und darüber Arsensäure enthält. Lässt man die Pflanzen aber bis zum 10. bis zum 15. Blatt zuvor in der reinen Nälirstofi'lösung sich kräftig bewurzeln und setzt sie darauf in eine Lösung mit 0,05 g Arsen- säure p. 1, so wachsen sie fort und entwickeln grosse, gesunde Blätter; besonders bei gewissen Vorsichtsmassregeln bleibt die Entwicklung durch den Zusatz ungestört. In der Asche wurde Arsen nachgewiesen. Auch einzellige grüne Algen und ein Pilz wuchsen in der neutralen, mit arsen- saurem Kali versetzten Lösung üppig fort. Cadmium (als Phosphat gegeben) wirkt noch etwas giftiger als Zink. Talliura (als Nitrat) wirkt giftig. Blei (als aufgeschlämmtcs Phosphat angewandt) bewirkt Beeinträchtigung der Massenentwickclung (kleine, aber kräftige Pflanzen). Dasselbe war in der Asche nachzuweisen. Ebenso wirkte Wismnth (als Phosphat in saurer Lösung gegeben). Geringe Zusätze von Oxalsäure, Ilumussäuren. Aepfelsäure, Wein- säure, Citronensäure, Benzoesäure, Berusteinsäure waren ohne Einfluss. Ferrocyankalium, welches die Chlorose in kurzer Zeit aufhebt, hemmte bei 0,1 g p. 1 das fernere Wachsthum von Maispflanzen, ohne sonst schädlich zu sein. Unter der Einwirkung der Wurzeln bildet sich Ammoniak, das in 140 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. die Lösung übergeht. Ferrocyankalium wird rasch aufgenommen. Ferrid- cyankalium verhält sich ähnlich, es treten aber schon bei kleineren Gaben schädliche Wirkungen hervor. Hydroxylamin ist stark giftig, schon bei 0,05 g p. 1. Salzsaures Methylamin war ohne merkliche Wirkung. McUith- säure (1 g freier Säure wie 1 g Amraoniaksalz) wirkt giftig in freier, neutraler Nährstofflösuug. Waren die Versuchsgefässe mit Kiesen ausgefüllt, so wurde der Zusatz ertragen, wenn nachher eine Nährstoff lösung nachge- gossen wurde. Nach den Analysen der Aschen freier oder künstlich ernährter Pflanzen werden als aufnehmbar folgende Nichtnährstoffe bezeichnet : Chlor, Jod, Brom, Fluor, Tellursäure, arsenige Säure, Arsensäure, Kieselsäure, Natron, Lithion, Cäsiumoxyd, Rubidiumoxyd, Baryt, Strontian, Thouerde, Manganoxyd, Kobaltoxyd, Ziukoxyd, Cadmiumoxyd, Bleioxyd; auch Nickel- oxyd und Wismuthoxyd werden hierher gerechnet, obwohl sie in der Asche nicht nachgewiesen werden konnten. Ohne alle Wirkung sind wegen Un- löslichkeit Uranoxyd und Chromoxyd. Nachtheilig wirken auf die Wurzeln: Silberoxd, Goldchlorid, Platinchlorid, Vanadinsäure, Molybdäusäure, Phosphor- wolframsäure, Thalliumoxyd, selenige und Seleusäure, Borsäure, Chromsäure. Ob sich diese Stoffe in der Pflanze verbreiten, ist nicht nachgewiessn. Untersuchungen über die Giftwirkung des Arsen, Blei und Zink im pflanzlichen Organismus. Von F. Nobbe, P. Baessler und H. Will. 1) 1. 1) Das Arsen (gegeben in Form von arsenigsaurem Kalium) ist ein äusserst heftig wirkendes Gift für die Pflanzen, schon eine Beigabe von Vioooooo zur Nährstofflösung bringt messbare Wachsthums- störungen hervor. 2) Das Element tritt nur in sehr geringen Mengen in die Pflanze ein; es ist nicht möglich, in die letztere irgend erhebliche Mengen einzuführen. 3) Die Wirkung des Arsen geht von den Wurzeln aus, deren Protoplasma desorganisirt und in seinen osmotischen Actionen gehindert wird; die Wurzel stirbt schliesslich ohne Zuwachs ab. 4) Die oberirdischen Organe erfahren die Wirkung des Arsen zunächst durch intensives, von Erholungsperiodeu unterbrochenes Welken, dem der Tod folgt, 5) Durch Verhinderung der Transpiration wird es möglich. Pflanzen in Arsenlösung eine Zeit lang turgescent zu erhalten, ohne dass hierdurch die spätere Gift- wirkung aufgehoben würde. 6. Wird die Pflanze nur kurze Zeit (länger als 10 Minuten) der P^inwirkung des Arsen auf die Wurzeln ausgesetzt und hierauf in normale Ernährungsverhältnisse zurückgeführt, so lässt sich die Wirkung des Giftes etwas verzögern; späterhin tritt gleichwohl Wachsthunis- verzögerung oder gänzliches Absterben ein. — II. Blei und Zink (salpeter- saure und kohlensaure Salze, letztere aufgeschlämmt) wirken beide schädlich, wobei ähnliche Erscheinungen eintreten wie bei Arsenvergiftung. Zink ist viel schädlicher als Blei. Eine schädigende Wirkung ist auch dann schon vorhanden, wenn sie in so geringen Mengen gegeben werden, dass die Pflanzen äusserlich gesund erscheinen, indem die Massenproduction herab- gesetzt wird. Das als Nitrat gebotene Blei trat in einer annähernd mit dem Dargebot abnehmenden Menge auch ein; dem Carbonate entnahm die Pflanze zwar auch mit dem Dargebot abnehmende Mengen, Blei aber in relativ geringem Verhältniss. Das Zink, als Nitrat geboten, tritt bei gleichen Dosen in höheren Mengen in die Pflanze ein, als das Blei aus dem Nitrat. Ebenso Hess das kohlensaure Ziuksalz erheblich grössere Mengen Zink in die Pflanze gelangen als das Bleicarbonat. ») Landw, VersuchsBtat. Bd. XXX. p. 381. Pflanze, 141 76 Das Verhalten von Zinksalzen gegen Pflanzen und im Boden. Von A. Baumann. ^) I. Wasserculturen. Das scliwcrdsaure Zink wirkt ausserordentlich sfliädlich. Nach den Versuchen mit 13 Species aus 7 ver- schiedenen FamiHeu gehen in einer Lösung mit 44 mg Zinkvitriol im Liter alle PHanzen (mit Ausnahme der Coniferenj siclier zu Grunde. Dagegen sind Spuren von Ziuksalz in Lösung gereicht, unschädlich. Die Zinklösung, in welcher alle Ptlauzen ungestört vegetirten, enthält 4,4 rag Zinkvitriol im Liter. (Raphanus sativus scheint selbst in einer solchen Lösung zu leiden). Die Grenze, bei welcher die Zinkwirkung beginnt, ist bei den Versuchs- pflanzen in einer Lösung zwischen 1 und 5 mg Zu p. 1 anzunehmen. In einer Lösung mit 5 mg Zn p. 1 starben alle Angiospermen (init Ausnahme von Ouobrychis sativa) ab. Die Widerstandskraft verscliiedener Pflanzen gegen gelöstes Zinksalz ist verschieden. In den 10 mg Lösungen wareu völlig abgestorben: Trifolium pratense nach IG Tagen Spergula arvensis ,, 21 „ Anthyllis vulneraria „ 22 „ Hordeum vulgare * „ 30 „ Vicia sativa „ 31 „ Raphanus sativus „ 46 „ Beta vulgaris 1 Brassica oleracca J ' Polygonum fagopyrum „ 60 „ Ouobrychis sativa „ 194 „ Aeltere Pflanzen gleicher Art sterben im Allgemeinen rascher ab als jüngere. Die Wirkung des Giftes macht sich immer durch eine auffallende Veränderung des Blattgrüns geltend. II. Verbalten des Ziukvitriols im Boden. Vegetationsversuche in humosem Kalkboden und humusfreiem kalkarmem Sand. Im Sandboden wirkt Zink- sulfat schädlich. In sämmtlichen Pflanzen, welche mit einer 40 mg Zn im Liter enthaltenden Lösung begossen wurden, konnte Zink nachgewiesen werden. Im humoscn Kalkboden dagegen trat keine Erkrankung ein, die mit Zink- lösung begosseneu Pflanzen wuchsen sogar kräftiger, es konnte aber aut;h kein Zink in diesen Pflanzen nachgewiesen werden. Offenbar rührt dies davon, dass der Kalkboden ein weit grösseres Absorptionsvermögen besitzt als der Sandboden, wie auch aus directen Versuchen hervorgeht. Die Be- stimmung der Absorptionsfähigkeit eines Bodens wird rascher darüber Auf- schluss geben, wie Zinkvitriol wirken wird, als der Vegetationsversuch. Nach den Versuchen ist die Absorptionskraft eines rothen eisenschüssigen Sand- bodens = 1 gesetzt, das Absorptionsverhältniss für Zinkvitriol: Weisser Quarzboden 118 Kalksandboden 99 Thonboden 1 208 „ 2 136 3 132 Kalkboden 374 Waldhumus 883 Der Einfluss der Bodenbeschaflenbeit auf die Wirkung des Zinksulfats ») Landw. Versuchsstat. Bd. XXXI. 1. p. 1. 1 Ao Boden, WasBer, Atmosphäre, Pflanze, Düngsr. erklärt mancherlei Widersprüche in den über Zinkwirkung bekannten Erfahrungen. — Die Absorption des Zinks wird bewirkt durch die in Wasser unlöslichen huraussauren Salze und die fi-eien Humussäuren, die Zeolithe und das Thonerdehydrat, die Carbonate von Calcium und Magnesium. III. Die unlöslichen Zinksalze. Zinkcarbouat und Sulphid im Boden vermögen den Pflanzen nicht zu schaden. Zwar lösen sich die beiden Salze in kohlensäurehaltigem Wasser in nicht unbedeutender Menge, wobei sich das Sulphid zuerst in Carbonat umwandelt, die Auflösung wird aber durch die Bodeubestandtheile verhindert. Die physiologische Wirkung des Zinks in der Pflanze bei Aufnahme einer zu grossen Quantität besteht wahrscheinlich in der Zerstörung des Chlorophyllfarbstoffes. C. Wasseraiifnahme. Transpiration. Saftbewegung. Über die Transpiration der Pflanzen. Von A. Leclerc.^) l) Verdunstung in trockener und feuchter Luft bei Erneuerung der Atmosphäre. Ein Haferblatt befindet sich in einer Röhre, welche von beständig sich er- neuerndem kalten Wasser umgeben ist. In der Röhre cirkulirt getrocknete Luft. Die Transpiration setzt sich auch im Dunkeln fort und ändert sich gleichzeitig mit der Temperatur. Bei anderen Versuchen waren Roggen- uud Weizenpflanzen in Nährlösung in Anwendung, deren Blätter in Glasröhren hineinreichten, durch welche trockene und feuchte Luft geleitet wurde. In feuchter Luft war trotz der Beleuchtung die Verdunstung niemals so stark wie bei den nämlichen Pflanzen in der trockenen Luft. In trockener wie feuchter Luft war im diffusen Licht die Transpiration ein wenig stärker als im Dunkeln. Auch in der feuchten Luft schien nach diesen Versuchen immer noch Verdunstung stattzufinden; es war aber keine vollständige Sättigung der Luft erreicht worden. In vollständig feuchter Luft unterbleibt die Wasseraufnahme. — 2) Verdunstung in freier Luft. In freier Luft sind die Schwankungen der im Licht und im Dunkeln verdunsteten Wassermengen verhältnissmässig schwach, wenn die Temperaturunterschiede die nämlichen sind. Die Transpiration geschieht bei Tag wie bei Nacht, das Licht scheint keinen vorwaltenden Einfluss zu haben. Die Transpiration ist eine Funktion des Feuchtigkeitsgrades der Luft, nämlich der Tension des Wasserdampfes bei den beobachteten Temperaturen, folglich eine Funktion dieser Tempera- turen. Sie ist unabhängig vom Lichte; sie ist Null in einer gesättigten Atmosphäre; wenn sie bei der Sonne ausgesetzten Pflanzen stärker ist als im Schatten, so rührt dies von der Erwärmung der Gewebe und von den assimilatorischen Thätigkeiten der Blätter. Die während einer gewissen Zeit in mit Feuchtigkeit gesättigter Atmo- sphäre befindlichen Pflanzen wurden gelb. Die Ursache liegt in übermässiger Feuchtigkeit der Luft, nicht des Bodens; bei gleichem Wasserreichthum des Bodens Hess sich Vergilben und Ergrüuen der beleuchteten Pflanzen beliebig und abwechselnd hervorrufen, je nachdem die oberirdischen Theile einige Zeit in trockener oder feuchter Luft zubrachten. Über die grosse Periode u. die Schwankungen der Transpira- tion imPflanzenleben. Von J. Vesque.^) Krautige, in Nährstofflösungen ') Annal. de la sc. agron. Fran?. et etrangere. T. I. 1 F. 1884. p. 29. Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. B. VII. p. 3ö2. «) Annal. agron. T. X. No. 3. p. 113. VHauie. J43 erzogene Pflanzen konnten mehr als die Hälfte ilires Wassers verlieren, ohne bemerklich zu leiden. — Es wurde einige Zeil hindurch die Verdunstung in Nähr- lösung wachsender Bohnen beobachtet. 1) Der Wassergehalt nahm mit dem Alter der Pflanzen zu. 2) Anfangs bestand ein grosser Unterschied in der Transpiration bei Tag und bei Nacht, allmählicli glichen sich diese Unter- schiede aus, schliesslich überwog sogar die nächtliche Transpiration. 3) Im Zusammenhang mit der fortschreitenden Entwickclung erreichte die Trans- piration pro 100 Friscligewicht und Trockengewicht ein Maximum, von diesem aus abfallend. 4) Von dem aufgenommenen Wasser war ungefälii- Va i" der Pflanze zurückbehalten worden. Untersuchungen über die Transpiration der Pflanzen unter den Tropen. Von Marcano.^) Die Beobachtungen sind angestellt in Caracas, wo die Temperatur u. der Barometerstand sehr beständig sind und nur der Feuch- tigkeitsgrad der Luft schwankt. Versuchspflanzen: Laurus Persea, Colocasia esculenta, Agave, Mais. Ergebnisse: l) Die Pflanzen unter den Tropen ver- dunsten während der Nacht (von 6 Uhr Abend bis Uhr Morgen) ziemlich eben so viel Wasser wie am Tage. 2) Die tägliche Verdunstung geschieht hauptsächlich zwischen 6 Uhr Morgens und Mittag. Das Maximum, welches die Hälfte oder sogar oft dreiviertel der in den 1 2 Tagesstunden verdunsteten Wassermenge ausmacht, fällt fast immer vor Mittag, meist nach 10 Uhr 1 5 Minuten. Vom höchsten Stande der Sonne ab bis 6 Uhr Abend ist die Verdunstung sehr schwach; es konnte nicht ermittelt werden, ob in diesen Zeitraum ein Maxiraum fällt. 3) Der P'euchtigkeitsgehalt der Luft schien ohne bemerklichen Einfluss auf das Phänomen. — Die Maxima der Ver- dunstung correspondiren genau den Minima des Saftdrucks in einem auf- gesetzten Manometer. Über die Wasserbewegung im Holze. Von J. Sachs. Arbeiten des botan. Instituts in Würzburg, Bd. HI, Heft 1, pag. 34. Beiträge zur Imhibitionstheorie. Von J. Dufour. Arbeit d. bot. Instituts in Würzburg, Bd. HI, Heft 1 p. 36. Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. III, p. 381. Zur Theorie der Wasserbewegung in der Pflanze. Von E. God- lewski, Pringsheim's Jahrb. f. wiss. Bot. Bd. XV, Heft 4, p. 569— 630. For- schungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VIII, p. 49. Untersuchungen über die Bedeutung todter Röhren u. leben- der Zellen für die Wasserbewegung in der Pflanze. Von M. Wes- termaier. Sitzuugsber. d. Berliner Akad. d. Wiss. 1884. Forschungen auf dem Gebiete derAgriculturphysik. Bd. III, p. 51. Die Wasserbewegung im Holze. Von M. Scheit. Bot. Ztg. 1884, Nr. 12/13. Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VIII, pag. 51. Einiges über Wurzeln und Wasserleitung im Holze. Von A. Hansen. Sitzungsbericht der Würzburger Phys.-med. Gesellschaft. 1884. Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VIII, p. 52. Studien über das Welken von Blüthen und Laubsprossen. Von J. Wiesner. Sitzgb. d. k. Akad. d. Wissensch. zu Wien. Bd. LXXXVI, I. 1882. p. 57. Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VII, p. 177. Jahresbericht 1882, p. 171. ») Cümpt. read. 7. XCIX. p. 53. Annal. agron. T. X. No. 10. p. 477. "lAA Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, Die Saftleistung derWurz ein, besonders ihrer jüngsten Theile. Dritte Abhandlung: Die Saftleistung der Maiswurzel. Von C. Kraus. i) 1) Die Beschatfeuheit der Säfte. Die Zellen der Wurzelhaube entfalten sauren, jene des embryonalen Gewebes der Spitze alkalischen Saft. Letztere Reaktion scheint sich vom Gewebe der äussersten Spitze aus continuirlich nach ab- wärts in der gefässführenden Region fortzusetzen. Seltener entleert sich aus dieser Region viele Millimeter weit abwärts von der Spitze alkalischer Saft, meist sprudelt schon wenige Millimeter unter der Spitze aus dieser Region starksaurer Saft hervor. Das Parenchyra der Rinde und des axiien Cylinders ist dicht unterhalb der Spitze neutral oder höchstens ausserordentlich schwach sauer, wird aber schon wenige Millimeter unterhalb des Vegetatiouspunktes kräftig sauer. 2) Das spätere Verhalten der Gewebe der Maiswurzel hin- sichtlich ihrer Saftleistung. Hier scheint besonders bemerkenswerth das Verhalten des gefässführenden Rings: Entweicht erst reichlich stark saurer Saft, so wird später ziemlich neutraler Saft hervorgepresst. Erneuert mau an Wurzeln in diesem Stadium die Schnittfläche durch Wegnahme eines möglichst dünnen Scheibchens, so sprudelt sofort wieder kräftig saurer Saft hervor, um nach einigen Stunden wieder durch Blutung neutralen Safts er- setzt zu werden. 3) Die Blutung aus den Blättern und den Querschnitten der Stengel bewurzelter Maispflanzen in ihrer Beziehung zum Wurzeldruck. Bekanntlich treibt der Wurzeldruck einmal aus den Blättern Tropfen was- serklaren Safts hervor, dann auf Querschnitten reichliche Saftmengen. Es wird nachgewiesen, dass diese beiderlei Säfte wesentlich verschieden sind: Der Blattsaft reagirt meist ziemlich neutral, jener Saft aber, der auf Stengel- querschnitten erscheint, ist substanzreicher und stark sauer. Dieser Saft ver- dankt seinen Substanzgehalt dem Stengel selbst, hat mit der Leistung des Wurzelsystems, welches wohl überall nur stark verdünnten Saft im Holz- körper fortbewegt, nichts zu thun, es kann folglich auch die Höhe, bis zu welcher der Saft in auf Schnittflächen aufgesetzten Röhren emporsteigt, kein Massstab für die Höhe des Wurzeldrucks sein. Wahrscheinhch entstammen die substanzreichen Säfte, welche aus den Stämmen verwundeter Mouocotylen (Palmen, Agave) hervorquellen, gleichfalls nicht dem Wurzelsystem, sondern Stamm und Blättern, indem ihre Ausscheidung mit der Thätigkeit des letz- teren blos insofern zusammenhängt, als durch die Druckleistung der Wurzeln die Ausscheidung auf den Wundflächen befördert und in Gang erhalten wird. Man kann von Maiswurzeln schon erhebliche Stücke der Spitze weg- schneiden, ohne dass deshalb die Blutung aus den Blattspitzen erlischt. D. Assimilation und Stoff'weclisel. Zur Kenntuiss der Ernährungsthätigkeit der Blätter. Von J. Sachs.2) 1) Stärkegehalt der Blätter zu verschiedenen Tageszeiten und bei verschiedenem Wetter. Bei einer grösseren Zahl von Arten ist die am Abend reichhch vorhandene Stärke am folgenden Morgen völlig verschwunden; schon in den frühen Morgenstunden tritt wieder reichlich Stärke auf. Sind die .Nächte kühl, so entleeren sich die Blätter über Nacht nicht bei allen Arten. Ueber Tag vermehrt sich meist der Stärkegehalt bis gegen Abend, das Maximum kann auch früher eintreten. Selbst bei trübem oder sonst anscheinend ganz ungünstigem Wetter können reichliche Stärkemengeu ent- *) Forsch, auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. Vll, p. 136. •) Arbeiten des botan. Instit. in Würzburg. Bd. III, Heft 1. pflanze. 145 Stehen. Die Beweglichkoit der Stärke findet nur in den Blättern normal vegetirender Pflanzen statt. Sistirung der Wachsthumsvorgäuge hebt den Verbrauch und die Fortführung der Stärke aus den Blättern auf. — 2) Ent- leerung abgeschnittener Blätter bei Nacht. Nur ausnahmsweise lässt sich Stärke in den Nerven und Rippen unter normalen Verhältnissen auffinden, wohl aber am Schlüsse der Vegetationszeit. Sind die Blätter vom Stamme getrennt, so wiid gleichwohl Stärke aufgelöst, indem das Lösungsproduct in die grösseren Nerven und in den Blattstiel übergeht. Blätter von lieli- anfhus und Beta Hessen unter diesen Umständen grossen Stärkoreichthnm der Nerven erkennen. — 3) Auflösung der Stärke im Cldorophyll bei Sonnen- licht. Dieselbe wird auch bei intensivem Sonnenlicht (nach Versuchen in kohlensäurefreier Atmosphäre) aufgelöst und fortgeführt. — 4) Gewichts- bestinimung der assimilirten und der ausgewanderten Stärke. Es wurden Stücke der Blattflächen von bekannter Grösse herausgeschnitten und deren Trockengewicht bestimmt, a. Auswanderung der Stärke bei Nacht. Aus den Sonnenblumenblättern wanderten pro 1 ([m in einer Nachtstunde 0.9H4, aus Kürbisblättern 0,828 g Stärke aus. b. Am Tage assimilirtc Stärke. Blätter an der Pflanze: Unter den Versuchsbedingungen traf pro 1 (jm Blattfläche der Sonnenblume eine stündliche Gewichtszunahme von 0,914 g, bei Kürbis 0,08 g, bei Rheum 0,652 g. Blätter abgeschnitten: Sonnen- blumeublätter nahmen pro Stunde und 1 qm nur 1,648 g an Gewicht zu. Die Erfahrung, dass warme Nächte nach heiteren Tagen das Wachs- thum besonders fördern, erklärt sich durch die beschleunigte Ueberführung der producirten Stärke in die verbrauchenden Theile. Werden Blätter zu Futter verwendet, so ist es nicht gleich, zu welcher Tageszeit sie entnommen werden; Abends .sind sie stärkereicher. Bei Ermittelung des Aschcngebalts der Blätter wird man verschiedene Resultate erhalten, je nach Witterung und Tageszeit, in der sie zur Untersuchung gesammelt werden, da sich biermit der Trockensubstanzgehalt ändert, Untersuchungen über die Zuckerbildung in der Zuckerrübe. df,"g''f^''^g,. Von Girard.*) Die Blätter wachsender Zuckerrüben wurden periodisch am ^"'^'^''"übe Ende der intensiven Tagesbeleuchtung (4 Uhr Nachmittags) und am Ende der nächtlichen Dunkelheit (3 Uhr Morgens) gepflückt. Die Blattsubstanz wurde mit Nebenrippen von der Hauptrippe entfernt, beide getrennt unter- sucht. Die Bestandtheile der Hauptrippe waren stets dieselben, bei Tag und bei Nacht. Dagegen schwankte die Blattsubstanz im Gehalt an Rohr- zucker, nicht hinsichtlich der übrigen Stoffe, speciell der Glykose. Z. B. ent- hielten die Blätter: 19. Juni .3. Juli 8. August 6. Septb. 20. Septb. t3 P ^3 Wasser . . . 89,44 90,97 89,18 90,80 86,66 84,58 87,13 86,60 — — Rohrzucker . . 0,44 0,22 0.34 0,16 0.97 0..^7 0,67 0.30 0,61 0,36 Glykose . . . 0,53 0,R3 0.76 0,64 2,00 2,83 1,41 1,.36 2,78 2,43 ') Neue Zeitschrift fur RübenziickeriuduBtric 1884 Nr. 11. Centralblatt für Agrinilfnri'hpmifi 1884, 8, p. 545. Jahresbericht 1Ö81, 10 J^g Boden, Wasitr, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, 19. Juni 3. Juli 8. August 6. Septb. 20. Septb. «^ ■ JJ 00 ■ cc ai ' a TS a •Ö n ^ a tsfl o bO S 00 u x> >j .o h o < ^ <1 M ä 5 hl ja ä '^ t5 t3 t3 13 ' ä i ä ^M Tt. Stoffaus- Keinke.'') Die von den früheren Beobachtern angewandten Methoden waren Scheidung. 1) Berichte der deutscheu bot. Ges. Bd. L p. 395. Bd. II. p. 26.5. Forsch, auf dem Gebiete der Agriculturphysik Bd. VII p. 384 und 389. ») Botanische Zeitung 1884 No. 1—4. Pflanze. 147 im Allgomeiuen nicht geeignet, die Wirkung der einzelnen Strahlengattungen erkennen zu lassen. Nacli den Beobachtungen des Verf. mit einem ,,Spek- trophor" genannten Apparate liegt das Maximum der Gasblasenausscheidung zwischen B und C , jenen Strahlen entsprechend , welche vom Chloroi)li\ 11 am stärksten absorbirt werden. Hiernach scheint das Chlorophyll chemisch bei der Zersetzung der Kohlensäure sich zu betheiligen. Die Thätigkeit des Chlorophylls von Drosera rotundifolia. c^\'°j^°P^»'/^y^ Von Ch. Musset. 1) Bekanntlich vermag diese Pflanze thierische Sub- stanzen durch die Blätter aufzunehmen und zu vcrwerthen. Beim Vergleich der assimilatorischen Thätigkeit von Drosera, Carcx, Sphaguum, Polytrichum commune, Oxycoccos palustris zeigte sich, dass in gleicher Zeit ungefähr gleiche Sauerstoifmengen von den Blättern dieser Pflanzen entbunden werden. Untersuchungen über die quantitativen Beziehungen zwischen ^^^^LTcht^s Absorption des Lichts und Assimilation in Pflanzenzellen. Von "1 tt ' .0 "S So Ol rt < < < < < < < < 718 12,2 23,7 12,3 15,8 12,0 25,0 — 2,3 12,7 680 100,0 81,2 100,0 63,1 80,7 52,3 — 23,9 48,1 6.22 80,8 52,6 81,5 31,0 100,0 55,9 — 29,1 — 589 60,5 47,5 73,0 30,6 92,3 51,1 — 58,2 44,6 558 47,4 40,2 92,5 40,4 52,4 41,3 572 100,0 73,0 522 93,3 51,0 94,9 55,3 46,9 40,0 — 68,9 68,1 506 59,7 63,2 — — — — — — — 486 (i6,l 83,4 79,3 67,4 37,4 49,4 — 42,8 64,2 468 59,3 86,3 69,8 67,0 — — — — — 431 54,9 90,7 57,0 81,5 — 59,8 — 18,2 81,5 Das absolute Minimum der Absorption liegt in allen Fällen im äusserstcn Roth, Zwischen B und E , höchstens F , liegen ein oder mehrere Maxima und Minima. Weiterhin wächst die Absorption, um im stärkst brechbaren Thcil des sichtbaren Spectrums die absolut höchsten Werthe zu erreichen. Verglichen mit der Assimilationsenergie ändert sich die Absorption vom äussersten Roth bis ins Grün gleichsinnig mit der Assimilatiousenergie. Im stärker brechbaren Theil sinkt die letztere trotz steigender Absorption. Diese Disproportionalität am stärker brechbaren Theil rührt von der hier herrschenden geringeren Energie des Sonnenlichts. Das Verhältniss der in ') Compt. r. T. XCVII. p. 199. Annal. agron. T. X. Nc 5 p. 238, ») Botanische Zeitung 1884 No. 6/7. 10* \AQ Boden, Wasser, Atmosphäre, Fflance, BUnger, Form von Licht verschwindenden Energiemenge zur producirten potentiellen chemischen Energie ist für alle Wellenlängen und alle Chromophylle das nämliche einfache: beide sind einander gleich. Assimilation der Pflanzen. Von L. Phipson. *) Die Pflanzen sollen Kohlensäure nur bei Gegenwart von Wasserstoffsuperoxyd zu zersetzen vermögen. Die Reactiou könnte z. B. sein C02.4~ HO2 = CHO -f- O3. Eiweiss- Uebcr die Eiweissbildung in der grünen Pflanze. Von bildung. " ° Emmerling. 2) Es wurden die Amidosäuren und andere Formen des Stickstoffs in den verschiedenen Organen von Faba und in verschiedenen Perioden der Entwicklung derselben ermittelt. Die Beobachtungen stehen in Einklang mit der Hypothese, dass in den Blättern synthetische Bildung von Amidosäuren stattfinde. Diese werden in der ersten Zeit zur Aus- bildung der Wurzeln und Blätter verbraucht, später häufen sie sich in der Frucht. Während der Samenreifung dienen sie zur Bildung von Eiweiss. Bilden die Amidosäuren in den Blättern keine Vorstufe von Eiweiss, so würde hier die Bildung von Eiweiss in anderer Weise stattfinden als in den Samen, was unwahrscheinlich ist. Die Amidosäuren selbst entstehen in doppelter Weise; synthetisch in den assimilirenden Organen, durch Zer- setzung von Reserveei weiss bei der Keimung, dann durch theilweise Aus- nützung des noch in den Blättern enthaltenen Vorraths im Schlussstadium der Entwickelung Chemische Beiträge zur Kenntniss der chemischen Vorgänge in der der Pflanze. Pflanze. Vou A. EmmerHug.^) Die für pflauzenphysiologische Ver- hältnisse zunächst wichtigen Ergebnisse fasst Verf. folgendermassen zusammen: Es wurde eine Bestätigung dafür gefunden, dass Kaliuninitrat auch in sehr verdünnten Lösungen durch Oxalsäure unter Bildung freier Salpetersäure zerlegt wird. Während Oxalsäure den kohlensauren Kalk nicht weiter an- greift, nachdem sie denselben mit einer dünnen Schicht von Calciumoxalat überzogen hat, vermag eine gewisse Menge Salpetersäure, wenn deren rela- tive Menge nicht unter eine gewisse Minimalgrenze sinkt, die Activität der Oxalsäure herzustellen und zu erhalten. Da der Salpeter durch Oxalsäure theilweise zerlegt wird, lässt sich derselbe Vorgang wie durch Zusatz von Salpetersäure auch durch Zusatz von Salpeter (zur Oxalsäure) hervorbringen. Die beobachteten Wirkungsgrössen folgen im Allgemeinen dem Gesetz der chemischen Massenwirkung. Die eingeschlagene Methode erwies sich als geeignet, um die relative Wirkungsgrösse verschiedener Säuren und Ge- mengen solcher zu studireu, und wird sich daher auch zum Studium des Verhaltens anderer Pflanzensäuren oder Mineralsäuren verwerthen lassen. Die Grösse der Zersetzung des Kalisalpeters durch Oxalsäure Hess sich mit Hülfe der Theorie der chemischen Massenwirkung berechnen, das Resultat der Berechnung giebt ein Bild von dem Grade der Zersetzung unter wech- selnden Verhältnissen der Säure und des Salpeters: Die Zersetzungsgrösse wächst mit zunehmender Oxalsäure und wird bei einem erheblichen Ueber- schuss der letzteren sehr bedeutend. Denkt man sich eine Pflanze, welche als einzige active Säure Oxalsäure enthielte, als einziges Nitrat Kalisalpeter ') Chem. News. Bd. 50, 1884 p. 37. ') Bericht der Magdeburger Naturforscherversammlung 1884 p. 187. Die landw. Versuchsstationen Bd. XXXI p. 182. •) Landw, Versuchsstat. Bd. XXX. p. 109. t^fianze. ud aufnähme, so führt sowohl Vermehrung dos Salpeters als der Oxalsäure zu einer stärkereu Bildung freier Salpetersäure. Besitzt die Pflanze ein nur geringes Säurehildungsvermögeu, so würde der beschränkte Säurevorrath durch gesteigerte Aufnahme von Salpeter wenigstens möglichst vollständig ausgenützt. Aber die procentische Zersetzungsgrösse des Salpeters würde hierbei mehr und mehr abnehmen und nur langsam würde die Menge der freigewordenen Sali)etersäure sich jener Grenze nähern, welche dem voll- ständigen Verbrauch der vorhandenen Säure entspricht. In diesem Falle würde sich demnach ein Ueherschuss unzerlegten Salpeters in der Pflanze anhäufen. Bildet eine Pflanze dagegen reichlich Oxalsäure, während ihr aus dem Boden nur spärliche Salpeterniengen zufliessen, so bewirkt die Ver- mehrung der Säure eiiie der Vollständigkeit nahe Zersetzung und Aus- nutzung des Salpeters. Wenn für gewisse Abtheilungen der Pflanzenwelt die Zerlegung des Salpeters als ein normaler, mit der Eiweissbildung ver- knüpfter Vorgang betrachtet werden darf, so steht hier das Wachsthum und die Vermehrung der Masse demnach in einer Abhängigkeit von dem Säure- bildungsvermögen der Pflanzen einerseits und der Fähigkeit des Bodens, Salpeter zu erzeugen, andererseits. Diese beiden Bedingungen können sich bis zu einem gewissen Grade compensiren. — Durch gleichzeitige Einwirkung von Oxalsäure und Salpetersäure auf Marmor wurden raphidenartig Krystalle erhalten, dieselben scheinen in manchen Fällen aus einem Zerfall äusserst dünner platter Nadelu hervorzugehen. Zur Frage der Sauerstoffausscheidung der Crassulaceen- blätter. Von A. Mayer, ^j Versuche mit Bryophyllum. Versuch 1. Blätter, welche 24 Stunden über Natronlauge im Dunkeln belassen waren, enthielten 0,253 g Säure (Isoapfelsäure), solche, welche 41/2 Stunden in kohlensäurefreieni Raum insolirt waren, 0,039 g; dann 7,5 bezw. 7,2 "/o Rohfaser. Versuch 2. Der Säuregehalt der Dunkelblätter betrug 8,9, der insolirten 2,9 "/o, der Trockensubstanzgehalt 9,7 bezw. 9,2, die Rohfaser 7,6, bezw. 8,8 %, demnach bei den insolirten Blättern wesentlich mehr. Ver- such 3. Dunkelblätter Insolirte Blätter Lösliche Säure, berechnet als Apfelsäure . . 0,255 g 0,087 g In Proc. der lufttrockneu Masse 6,4 2,2 Zucker in Proc. der Trockensubstanz ... 5,3 6,5 In Wasser Unlösliches 1,437 1,432 in dem mit Säure erhaltenen Extracte Zucker in Proc. der lufttrocknen Masse 15,7 16,1 Aus 4,2 Theilen bei der Insolation verschwundeuer Isoapfelsäure würden gebildet sein 1,2 Theile Zucker, dann stärkemehlartige Stoffe, entsprechend 0,4 Theilen Zucker, zusammen 1,6 Theile Zucker oder ungefähr 38 ^/o der verschwundenen Säure. In todten Blättern mag auch etwas Säure durch das Sonnenlicht zer- stört werden, jedenfalls aber sehr viel weniger energisch und regelmässig, so dass diese Entsäuerung mit jener der lebenden Blätter nicht als gleich- artig bezeichnet werden darf. DieAcidität desZell safts. Von G. Kraus.^) 1) Die relative Acidität Sauorstoff- ausschei- dung bei Crassula- ceeu. Acidität dei ZelUaftea, ») Landw. Versucbsatat. Bd. XXX. p. 217. *j Abhandl. der naturforschendeu Gesellbchaft zu Halle. Bd. XII. Forschungen auf dem Gebiete der AgricuUurphysik. Ud. VII. p. 391. IgA Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. iu den verschiedenen Organen. Bei den gewöhnlichen grünen Laubpflanzen sind in der Regel die Blätter am stärksten, die Wurzeln am wenigsten sauer, die Stengel haben mittlere Acidität. Jedoch giebt es hiervon Aus- nahmen. Die erwähnte Regel bleibt auch während der verschiedenen Ent- wickelungsstadien der Organe erhalten. Die geringere Acidität der Wurzeln rührt nicht von der Neutralisation durch aufgenommene Bodensalze ; in destillirtera Wasser erzogene Pflanzen zeigen denselben geringeren Säure- gehalt der Wurzeln. — Im Stengel wurde die Rinde resp. das grüne Ge- webe stets saurer befunden als das Mark. Der Blattstiel ist säureärmer als die Blattfläche. 2) Veiänderuiigen der Acidität bei verschiedeneu Lebensvorgängeu. Die Säuren vermehren sich stetig im Verlaufe des Lobens. Im Stengel nimmt wie in der ganzen Pflanze die Acidität mit dem Alter relativ ab, absolut zu. Sehr schön tritt die zunehmende Säureproduction bei ganzen Pflan/en, be- sonders Keimlingen (mit Ausnahmen) hervor. — Schreitet die Säurebildung beim Wachsen rascher fort als die der übrigen Substanzen, so sind ältere Theile auch relativ säurereicher. — Auch bei Blüthen sind die jüngeren Zustände relativ säurereicher, anthocyanhaltige Blüthen dementsprechend in der Jugend roth (oder violett). Aber auch die untersuchten blauen Blüthen hatten saure Gesammtreaction. Herbstlich gelb gewordene Blätter sind säurereicher als gleichaltrige grüne. Dass bei geotropischen Krümmungen die freien Säuren auf der convexen Seite relativ und absolut abnehmen, wurde schon früher bewiesen. 3) Die Säuren und das Licht. Auch im Dunkeln vermehren sich die Säuren beim Keimen vom Samen aus und auch beim Weiterwachsen im Dunkeln. Es ist keine allgemeine Regel, dass Dunkelpflanzen saurere Säfte haben als sonst gleiche Lichtpflanzen. Dunkelpflanzen ins Licht ge- bracht werden während des Ergrünens zunächst säureärmer, später vermehrt sich der Säuregehalt wieder. Die Säureabnahme findet in allen Theilen statt. Es lässt sich scbliessen, dass in jenen Fällen, in welchen grüne Pflanzen weniger sauer sind als Dunkelpflanzen, die geringere Acidität we- nigstens zum Theil nicht in einer energischeren Säurebildung im Dunkeln, sondern in einer Umbildung der vorhandenen Säuren im Lichte ihren Grund haben wird. — Die relative Acidität der Organe bleibt bei Duukelpflaazen dieselbe wie im Lichte. — Im Dunkeln kann Wachsthum erfolgen, ohne dass die geringste Vermehrung der freien Säuren nachzuweisen ist. — Es lassen sich zwar verschiedene Thatsachen dafür beibringen, dass die Pflanzen- säuren beim Zustandekommen des Turgors eine ganz hervorragende Rolle spielen, aber ebenso sind dagegen gewichtige Umstände geltend zu machen. Eine tägliche Periodicität im Säuregehalte ist allgemeine Regel, freilich am stärksten bei Crassulaceen bemerkbar. Die Erscheinung beschränkt sich nicht blos auf Blätter, auch Stengelsäfte oder der Gesammtsaft ganzer Pflanzen ist tags weniger sauer als nachts. Man kann auch beliebig am Tage durch Einbringen der Pflanzen ins Dunkle eine höhere Acidität her- vorrufen ; mit der Dauer der Verdunkelung steigt zunächst die Acidität, län- geres Verweilen bewirkt Säureabnahme. Die Wirkung des Lichts ist zunächst eine ganz locale. Man kann durch Verdunkelung einzelne Blätter oder selbst Theile solcher saurer machen. Die Entsäuerung geschieht im gelben Lichte energischer als im blauen, keine der beiden Spectralhälften für sich entsäuert aber so energisch wie beide zusammen. — Der Säuregehalt zeigt eine tägliche Periodicität: Die Acidität hat in den ersten Morgenstunden ein Pflance. Ig} Maximum, von diesem aus fällt sie stündlich bis zu einem Minimum am Abend, um dann während der ganzen Nacht bis zum Nachtmaximum am frühen Morgen anzusteigen. Wegen der Nachwirkung der Nacht fällt das nächtliche Maximum weit in den Tag hinein, das tägliche Minimum fällt aber unmittelbar mit der stärksten Lichtwirkung zusammen. Der Lichtmangel macht sich langsamer geltend als die Lichtwirkung. — Bringt man im Lichte entsäuerte Pflanzen in Kohlensäure oder Wasserstoffatmosphäre, so bilden sie über Nacht keine Säure. Hieraus kann man schliessen, dass die Säure- bildung mit der Athmung zusammenhängt. In Kohleusäureatmosphäre unter- bleibt aber auch die Entsäuerung gänzlich, in Wasserstoff wird sie mehr oder weniger sistirt. 4) Ursache der sauren Reaction der Säfte und des täglichen Säure- wechsels. Entstehung der Pflanzensäuren. Wahrscheinlich handelt es sich um die allgemeinsten Pflauzensäuren als Ursache der sauren Keaction. Das Auftreten der Säuren wird verständlich, wenn man sie als Nebenproducte der Athmung auffasst. Bei Entziehung von Sauerstoff unterbleibt deshalb die Säurebildung. Die Säureumbildung ist zwar auch an den Athmuugspro- cess gebunden, aber nur mittelbar, indem zur Umbildung neben Sauerstoff die vom Lichte gelieferten Kräfte nothwendig sind. Das Material zur Bil- dung der Pflanzensäuren werden wohl die Kohlehydrate und Fette liefern. Bei speciellen Versuchen ging mit der Vermehrung der Kohlenhydrate Ver- minderung der Säuren Hand in Hand. Ueber Nacht nehmen in den Blättern die Kupfer aus Lösungen reducirenden Substanzen absolut ab, über Tag zu. Bei Schwerkraftskrümmungen wird die Unterseite säureärmer, zucker- reicher. Ueber die periodische Säurebildung der Fettpflanzeu. Von H. ^"g^^^^^^"*^« deVries.^) Production von Säure (als Äpfelsäure berechnet) in einer Nacht '»üdung der prO 10 g Blattsubstanz pflanzen. Echeveria metallica . . . 55 mg Rochea falcata 44 „ Sempervivum chlorochrysum 40 „ Sempervivum glutinosura . . 18 „ Echeveria glauca .... 17 „ Bryophyllum calycinum . . 16 „ Hoya carnosa 21 „ Opuntia monacantha . . 19 „ Stapelia deflexa 9 „ Die Periodicität tritt schon in jungen, noch kaum halb erwachsenen Blättern auf, erreicht aber erst in den ausgewachsenen Orgauen ihre volle Intensität. Die Periodicität kommt wenigstens durch das Zusammenwirken dreier Einzelerscheinungen zu Stande: 1) Eine stetige, nicht durch äussere Einflüsse bedingte, wie es scheint allen Pflanzen gemeinsame Zersetzung der Säure ; diese geschieht sowohl in der Nacht , neben der Säurebildung , als in constanter Finsterniss unausgesetzt. 2) Die Beschleunigung dieser Zer- setzung durch das Licht. 3) Die nächtliche Säurebildung, eine höchst eigen- thümliche, nur den Fettpflanzen eigene Erscheinung. Sie wird vom Licht hervor gerufen und findet dennoch nur in der Nacht statt. Ist einer Nacht keine Beleuchtung am Tag vorausgegangen, so unterbleibt die Säurebildung. Eine innere, von äusseren Einflüssen unabhängige Periodicität besitzt diese ») Botan. Zeitung. 1884. No. 22 und 23. ICO Boden, WaBser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Erscheinung nicht. — In mehrere Tage im Dunkeln verweilenden Pflanzen wurde während der ersten Nacht eine bedeutende Menge Säure gebildet, dann fing ein Verlust von Säure an, welcher bis zum Ende des Versuchs fort- dauerte. Diese vom Lichte unabhängige stetige Abnahme der saui'cn Reaction ist nicht auf die Fettpflanzen beschränkt, sondern bei beträchtlichem Säure- gehalt überall nachzuweisen. Temperatursteigerung beschleunigt das Ver- schwinden der Säure im Dunkeln. Die Zersetzung der Säure wird durch das Licht beschleunigt. Bei Versuchen hinter Kobalt- und Rubinglas gelang es nicht, Verschiedenheiten in der Grösse des Säureverlusts zu constatiren. — Alle Gewächse können während der Nacht und im Dunkeln Säure bilden und thun dies, so lange sie wachsen; ob auch im ausgewachsenen Zustande eine ausgiebige, die Zersetzung und Neutralisation überwiegende Production stattfindet, wurde bis jetzt nicht nachgewiesen. Eine auf die Nacht be- schränkte periodische Säurebildung wurde nur bei Fettpflanzen gefunden. — Die Production von Säure dauert gerade eine Nacht und während der ganzen Nacht. Schon sehr schwaches Licht genügt, um ein normales Quantum Säure in der folgenden Nacht entstehen zu lassen. Beleuchtung im kohlensäurefreien Raum oder hinter Kobaltglas wirkt wie freie Exposition. Die Beleuchtung muss lange genug dauern. Die Zunahme des Säuregehalts über Nacht ist nur der Ueberschuss der Production über die Zersetzung. Durch Erhöhung der Nachttemperatur kann die Zersetzung so gesteigert werden, dass sie so gross oder grösser wird als die Production. Die Zersetzung der Säure besteht wahrscheinlich in einem Oxydations- processe: Die Zersetzung der Säure im Licht trägt als Kohlensäurequelle zur Bildung von Kohlehydraten bei. Pflanzen- Ucber P f 1 au zc n ath mu n g. Von K. Moeller.i) 1) Bei 38stünd. mung. Ygj.^^.gjjgjj (igj, Keimpflanzen von Faba im Stickstoffoxydul fand keine Zer- setzung dieses Gases statt. Es unterblieben geotropische und heliotropische Krümmungen, Kressensamen keimte nicht, bei Elodea erlosch die Protoplasma- bewegung. Im Uebrigen besitzt das Stickstoifoxydul keine spezielle schäd- liche Einwirkung auf die Pflanzen. Zweitägiges Verweilen in dem Gase be- einträchtigte die Wachsthumsfähigkeit von Faba-Keimlingen nicht, dreitägiger Aufenthalt war nicht im Staude, die Keimkraft von Kressensamen zu schädi- gen. — 2) Keimpflanzen von Sonnenblume, Buchweizen, Kresse schieden bei intramolekularer Ath mung Vs der Kohlensäure bei normaler Athrauug aus. Saflor schliesst sich wahrscheinlich dieser Regel an, während Mais, Lupine, Erbse, Blüthen erhebliche Abweichungen zeigen, deren Ursachen unbekannt sind. Ein Zusammenhang zwischen normaler und intramolekularer Athraung braucht nicht nothwendig zu bestehen, wenn nur von den verschiedenen, die Kohlensäuremengen der normalen Athraung bildenden von einander un- abhängigen Oxydatiousprocessen bei Sauerstoffabschluss jener Theil aufhört, welcher Zutritt freien Sauerstoffs voraussetzt. Einfluss des Lichts auf die Respiration chlorophyllfreier Gewebe. Von Bonnier und Magnin.^) ^) Berichte der deutschen botan. Gesellschaft. Bd. II. Heft 2. p. 35. Heft 7. p. 306. «) Compt. rend. 7. XCIX. p. 160. — Annal. agronom. T. X. No. 10. p. 476. Pflanze. I53 1) Keimende Samen. Faba. Entwickelt*) Absorb. Kohlensäure Sauerstolf Dunkel 2,04 3,74 Licht 1,81 3,13 Dunkol 2,03 3,94 2) Moiiotropa. Dunkel 1,67 2,32 Licht 1,38 1,82 Dunkel 1,50 2,16 3) Lein. Etiolirle Pflanzen. Dunkel 21 Licht 16 Dunkel 2 1 Ebenso waren die Ergebnisse mit Rhi/omen, Wurzeln und Blüthen Das Sonnenlicht vermindert die Intensität der Respiration. Das Verhältniss CO2 bleibt aber das gleiche wie im Dunkeln. Ueber das Athmen der Blätter in der Dunkelheit. Von G. Bounier u. L. Maguin.^j Beblätterte Zweige wurden ins Dunkle in eine abge- schlossene Atmosphäre von constantem Feuchtigkeitsgehalt gebracht und dort immer nur sehr kurze Zeit belassen. Weiter wurden vergleichende Versuche stets an demselben Individuum angestellt. Gefunden wurde: Der Werth CO2 : war für Evonymus japonicus bei •* 0,97, bei 18" 0,98, bei 24 0,95, bei 32** 0,99; für Aesculus hippocastanum bei 6" 0,97, bei 14" 1,0, bei 25 0,98, bei 30" 1,0; für Pinus pinaster bei 0« 0,66, bei 7" 0,67, bei 30" 0,63. Aehnliche Werthe wurden für andere Pflanzen gefun- den. Man findet also auch für die grünen Blätter in der Dunkelheit wie für die Pilze, dass bei der Respiration das Verhältniss des Volums der aus- gegebenen Kohlensäure zu dem des absorbirten Sauerstoffs constaut ist, wel- ches auch die Temperatur ist. Bei den einzelnen Arten kann das Verhält- niss sehr verschieden sein. E. Aeussere Einflüsse (Wärme, Licht etc.). Beiträge zur Frage des Einflusses des Lichtes auf die Stoff- und Formbildung der Pflanzen. Von E. Wollny.^) Es wurden cubi- sche Zinkgefässe von 20 cm Kantenlänge mit feuchtem Quarzsand gefüllt und in diesen die Samen resp. Früchte der betreffenden Gewächse, gleichmässig ausgelesen, gleichartig ausgelegt. In jedem Versuch wurden zwei Gefässe an- gebaut und über je eines derselben nach dem Auflaufen der Pflanzen ein zweites leeres Gefäss mit dem Boden nach oben gestülpt, so dass der Raum fast voll- ständig dunkel wurde. 35 Tage nach dem Erscheinen der Pflanzen wurde der Versuch unterbrochen. Im Mittel wurden folgende Zahlen erhalten: ») Naturforscher. 1884. No. 29. ») Forsch, aai dem Gebiete der Agriculturphyaik. Bd. VII. p. 351. iU Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Im Lichte Mais . . Ackerbohne Erbse . Unterirdische Organe Frischgew. Trockengew. Wassergeh. Frischgew. g g 0/ g , 4,89 0,400 91,82 3,47 , 6,7 0,421 93,69 4,7 . 3,25 0,179 94,42 2,40 Im Schatten Oherirdische Organe Trockengew. Wassergeh. 0,313 0,452 0,24 7o 90,99 90,44 89,99 Unterirdische Organe y\ , Oberirdische Organe A Frischgew. Trockengew. Wassergeh. g g 7o 1,59 0,098 93,80 4,25 0,242 94,14 2,70 0,15 94,44 Frischgew. Trockengew. Wassergeh. g g 7o Mais . . . 0,94 0,086 90,20 Ackerbohne . 2,4 0,144 94,00 Erbse . . . 1,15 6,067 94,18 Die Messungen ergeben deutlich die Verminderung der Ausbildung der Blattflächen und des Wurzelverinögens durch den Lichtmaugel. Ergeben die Versuche so entschieden die bedeutsame Wirkung des Lichts als Productiousfactors, so folgt daraus die Nothweudigkeit, in der Praxis der Pflanzenkultur auf möglichste Nutzbarmachung des Lichts hinzu- arbeiten. Solches geschieht durch Einhaltung richtiger Saatzeit und Stand- dichte, also auch richtiger Saatraethode, durch Beseitigung des Unkrauts, Zwischenculturen, richtige Saattiefe, Vermeidung der Beschattung durch Baumalleen. Die Beziehungen des Lichts zur Zelltheilung bei Saccharo- myces cerevisiae. VonL. Kny. Berichte d. deuts. bot. Ges. Bd. IL Heft 3. p. 129. Die Zelltheiluugen finden bei massigem Lichte mit gleicher Leb- haftigkeit statt wie im Dunkeln. Ueber denEinfluss des Lichts auf die Entwickelung des Assi- milationsgewebes. Von G. Grosglik. Botau. Centralblatt. 1884. (XX) No. 12.p. 374. Forschungen a. d. Gebiete d. Agriculturphysik. Bd. VIII. p. 55. Die Summe der mittleren Temperaturen im Zusammenhang mit der Cultur der Getreidepflanzen, insbesondere des Mais. Von F. Sestiui und A. Funaro. ^) Es wurde Mais auf drei Beeten culti- virt: auf dem einen war er der vollen Lichtwirkung ausgesetzt, auf dem zweiten mit einer Decke weissen, auf dem dritten mit einer solchen schwarzen Tuchs versehen. Die Lichtentziehung schwächte natürlich den Wuchs, die Pflanzen unter dem schwarzen Tuch verkümmerten fast gänzlich. „Die beiden bedeckten Beete erhielten die gleiche oder fast die gleiche Wärmesumme. In dem einen Beete reichten 2336 " hin, um den Mais reif werden zu lassen; in dem anderen liessen 2311** nicht eine einzige Pflanze zur völligen Blüthe gelangen". — „Alles beweist die Richtigkeit der längst bestehenden Annahme, dass die Wärme nur einen der Factoren repräsentirt, welche zur vegetabilischen Production beitragen, aber dass es keine be- stimmte und constante Temperatursumme für jede Ernte giebt, noch viel weniger für die Reife des Maises immer und absolut ca. 3000" nöthig sind". — Der unter dem weissen Vorhang geerntete Mais enthielt etwas mehr Wasser, weniger Fett und viel weniger Proteinstoffe als der in der freien Luft gewachsene. ') Landwirthsch. VerBUchast. Bd, XXX. p. 97. Pflanze. J5{^ Die Rebe und die Temperatur,') Nach Beobachtungen, welche über den Kebberg von Lohn (Scliaft hausen), 645 m Meereshöhe, vorliegen war von 18 Jahren (1864 — 1881) das von 1865 das heisseste. Bis zur Wein- lese am 23. September betrug die Summe der mittleren täglichen Wärme- grade 1927". Blütliezeit 1. Juni. — Im Jahre 1864 blühte die Traube am 1. Juli. Beginn der Weinlese am 15. October. Temperatursumme 1506" (Minimum der Bcobachtungsperiodej. E i n f 1 u s s d e r T e m p e r a t u r auf d i e E ii t w i c k e 1 u n g d e s W e i z e n s. Von E. Risler. Centralblatt für Agriculturchemie 1884. 11. p. 778. lieber das Längenwachsthum von Pflanzenorganen bei nie- deren Temperaturen. Von 0. Kirchner. Cohn's Beiträge zur Biologie der Pflanzen. Bd. III. Heft 3. p. 335. Forsch, auf dem Gebiete der Agri- culturphysik. Bd. VII. p. 180. Jahresbericht 1881. p. 175. Wirkung der Kälte auf niedere Organismen. Von R. Pictet und E. Jung. 2) Eine grosse .\nzahl von niedoicn Organismen werden bei Tempei'aturen bis — 1 30** C. nicht zerstört (Bacillus antliracis, subtilis und ulna), Bierhefe war unfähig geworden, i)liysiologische Wirkungen hervorzubringen. Die Pflanze und die Boden wärme. Von E. Wollny. Zeitschr. des landw. Vereins in Bayern. 1884. October. Ueber den Einfluss des Klimas auf die Entwickelung des Weizens. Von C. Capus. Ann. agron. T. IX. p. 221. Forsch, auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VII. p. 252. Ueber den Einfluss der Witterung auf die Ernten. Von C. Ferrari. Forsch, auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VII. p. 255. Untersuchungen über die periodischen Erscheinungen in der Entwickelung der Pflanzen. Von R. Hu lt. Zeitschrift der österr. Ges. f. Meteorologie. Bd. XIX. 1884. p. 139. Forsch, auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VII. p. 258. Phänologische Beobachtungen in Frankreich. Von A. Angot. Forsch, auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VII. p. 441. Ueber dieDauer der Vegetationsperioden der Culturpflauzen in ihrer Abängigkeit von der geographischen Breite und Länge. Von W. Kowalewski. Botan. Centralblatt 1884. No. 12. Forsch, auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VII. p. 446. Die Differenz zwischen See- und kontinentalem Klima mit Beziehung auf Vegetation. Von M. Buysmann. Ausland 1884. No. 40. Forsch, auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VII. p. 450. Vorausbestimmung des zukünftigen Eruteerträgnisses beim Weizen.^) Bidard behauptet, nach dem Verlauf der Weizeublüthe, zwischen dem 15. und 30. Juni eines jeden Jahres eine gute oder schlechte Ernte voraussagen zu können. Ausschlaggebend ist die Temperatur zur Zeit der Befruchtung. Sinkt das Thermometer unt r 22** und kommt noch Regen hinzu, so bleibt die Befruchtung unvollkomr ju, viele Blüthen werden steril. Wirkung der langen Tage in h'/aeren Breiten auf die Vege- ') Schweizer, landw. Zeitschrift 1884. Heft 4. p. 243. *) Compt. rend. XCVIII. p. 747. Cen